VW Akku Rückruf

nextnews: VW Akku-Serienfehler ID.3 & 4, Preisschock Tesla Supercharger & Alternativen, E-Auto Preise

Rückruf: Serienfehler-Fehler in Akkus von VW ID-Modellen

nextmove berichtet exklusiv als erstes Medium über einen Serienfehler in den Akkus der VW ID-Modelle. Schätzungsweise sind 10.000 Fahrzeuge von einem Rückruf betroffen. Auf Basis von Insider-Informationen haben wir bei Volkswagen nachgefragt und berichten im Titelthema der nextnews über die Details zum bevorstehenden Rückruf.

Volkswagen bestätigte nextmove gegenüber einen Seriendefekt in den Zellen von ID.3 und ID.4 Fahrzeugen. Aufgrund eines Fertigungsfehlers kann es zu einer erhöhten Selbstentladung kommen. Ob auch die Schwestermodelle Skoda Enyaq und Audi Q4 e-tron betroffen sind, haben wir ebenfalls gefragt. In den nextnews erfährst du ab Minute 15:28 alle derzeit bekannten Details und unsere Einordung zu dieser Story. Due to international relevance, we have added English subtitles to the video - feel free to share the content on your channel/media and link to the video.

Preisschock am Supercharger - so geht's günstiger

Tesla hat die Preise fürs Laden am Supercharger erhöht. Für viele Tesla-Fahrer war bereits mit der Preiserhöhung im Mai die Schmerzgrenze erreicht. Doch nun legt Tesla angesichts der gestiegenen Beschaffungskosten für Strom nach und erhöht die Preise je nach Standort um 22 bis 25 Prozent. Das einzig Gute daran: zum ersten Mal informiert Tesla seine Kunden über die Preiserhöhung in einer Email und nicht nur beiläufig über das Display im Auto.

Tesla-Fahrer schwören auf die Einfachheit und Verfügbarkeit des Supercharger-Netzwerkes. Aber für Vielfahrer stellt sich die Frage, ob dieser Komfort Mehrkosten von bis zu 70 Prozent bei 1.000 gefahrenen Kilometern im Monat wert ist. Wir haben für dich den Preisvergleich gemacht und alternative Fahrstromanbieter gegenübergestellt: Elli, EnBW, EWE Go, Elvah. Im Video werden ab Minute 9:50 die Details erklärt. Teil den Link zu dieser Seite gern per Messenger oder Social Media.

Günstige Fahrstrom-Anbieter für Vielfahrer

Und ja: Aller Anfang ist schwer. Aber wag dich doch einfach mal aus dem golden Käfig heraus! Das Starten einer öffentlichen Ladesäule ist keine Raketenwissenschaft. Die Fahrer aller anderen Marken schaffen es ja auch. ;-)

Aktuelle Preistrends bei E-Autos

Die Preistrends bei E-Autos sind ein heißes Thema und wir geben regelmäßig Updates, wenn sich die Preise bewegen. In dieser Woche zeigen wir, dass auf der Tesla-Seite zum ersten Mal in Europa ein ein sofort verfügbares Tesla Model Y aufgetaucht ist. Was das wohl zu bedeuten hat?

Auch VW bietet auf der Webseite einen sofort verfügbaren echten Wagen fürs Volk an. Volvo möchte nur noch teure Varianten verkaufen - wir zeigen, warum das vor allem für Volvo teuer werden könnte! Der Skoda Enyaq scheint bis 2024 ausverkauft zu sein. Und der Ford Mustang Mach E macht einen gewaltigen Preissprung.

Warum wir dennoch glauben, dass sich die Preisspirale nicht zwangsläufig weiter nach oben drehen wird, ist unser erstes Thema in den nextnews.

Hyundai startet Coldgate Update

Hyundai spendiert dem IONIQ 5 ein wichtiges Update, der dem leidigen Coldgate, also dem langsamen Laden bei kalten Außentemperaturen, ein Ende bereiten soll. Wir haben die News zum Update für alle IONIQ 5 und Kia EV6 Fahrer, die sehnsüchtig darauf warten.

Falls du hier etwas Neues erfahren hast, dann abonniere gern unseren YouTube-Kanal. Jeden Freitag präsentieren wir in den nextnews die spannendsten Neuigkeiten aus der Welt der Elektromobilität. Du hast eine Meinung zu einem der Themen? Schreib uns gern einen Kommentar unter dem YouTube Video.


nextnews: Umweltbonus im Feuer, Probleme mit Model Y, ID Buzz & bZ4X, Vorstellung Ioniq 6 & ID Aero

Hyundai IONIQ 6 enthüllt

So sieht es aus, Hyundais zweites Elektroauto aus der IONIQ-Reihe mit 800V-System, der IONIQ 6. Das Pixeldesign des IONIQ 5 findet auch im neuen Modell seine Fortsetzung. Was das äußere Gesamtbild angeht, haben die beiden Autos allerdings nicht mehr viel gemeinsam. Auffällig ist das aerodynamisch optimierte Design, das sich in dem außerordentlich niedrigen cW-Wert von 0,21 widerspiegelt.

Foto: Hyundai

Technische Daten zum Antrieb, Akku und Reichweite sind noch nicht bekannt. Ob der IONIQ 6 an die Effizienz des "Ur-IONIQ" herankommt, bleibt abzuwarten. IONIQ 5 & 6 basieren natürlich auf der gleichen Plattform und die ist auf Performance und hohe Ladeleistung entwickelt. Beim WLTP-Verbrauch sind eigentlich keine Wunder zu erwarten. Aufgrund der verbesserten Aerodynamic dürfte die Autobhanreichweite allerdings besser sein, als beim bekannten IONIQ 5. Der Marktstart soll Anfang kommenden Jahres sein. Wir erwarten, dass sich das Auto preislich oberhalb des IONIQ 5 platziert.

 

VW zeigt ID. Aero

Auch hier dauert es noch, aber VW veröffentlichte jetzt ein paar interessante technische Daten. Der ID. Aero will sich wie der IONIQ 6 im Segment der Limousinen der gehobenen Mittelklasse platzieren.

Foto: Volkswagen

Das Auto basiert natürlich auf VW's MEB-Plattform. Bereits verkündet wurde eine Batteriekapazität mit den bekannten 77 kWh. Der geringe Luftwiderstandsbeiwert von 0,23 soll langstreckentaugliche Reichweiten von bis zu 620 Kilometern nach WLTP ermöglichen. Das vorgestellte Fahrzeug ist aktuell noch eine seriennahe Studie. Die Serienproduktion für Europa soll 2023 in Emden starten.

 

ID.Buzz Produktionsstopp

Dunkle Wolken über Hannover, denn solche Schlagzeilen kann niemand zum Marktstart eines Hoffnungsträgers gebrauchen. Der NDR berichtete über das Problem. “Volkswagen Nutzfahrzeuge muss die Produktion des neuen Elektro-Bullis ID.Buzz in Hannover stoppen. Grund seien Probleme bei der Batterie, heißt es. Bei Qualitätskontrollen des Zulieferers seien Mängel festgestellt worden, bestätigte das Unternehmen.”

Foto: Volkswagen

Viele andere Medien berichteten ebenfalls darüber. Grund seien Probleme bei der Batterie, heißt es. Bei Qualitätskontrollen des nicht genannten Zulieferers seien Mängel festgestellt worden. VW betont, dass es sich bei dem Defekt um eine Funktions-, nicht aber um eine Sicherheitsbeeinträchtigung handele. Bereits bekannt ist, dass eine grundlegende Voraussetzung einer Plattform-Konstruktion ist, dass man auf möglichst viele verschiedene Lieferanten bei einem der wichtigsten Bauteile, nämlich den Batteriezellen, zugreifen kann. Bekannt ist nämlich, dass Abhängigkeiten von nur einem Lieferanten hoch riskant sind. VW hatte bereits bestätigt, dass auf der MEB-Plattform verschiedene Zellen zum Einsatz kommen.

Nach uns vorliegenden unbestätigten Informationen handelt es sich beim Zulieferer der Zellen für den ID.Buzz um ein großes Unternehmen aus China. Betroffen sind nicht alle Zellen, sondern es gibt anscheinend eine unerwünschte Streuung. Das ist auch der Grund, weshalb es relativ schnell weitergehen soll. Bereits nächste Woche soll die Produktion wieder anlaufen. Die bisher gebauten 500 Fahrzeuge sind noch nicht für Endkunden bestimmt. Die Zielmarke für dieses Jahr liegt bei 15.000 Fahrzeugen.

 

Probleme in Grünheide?

Das Magazin Teslamag berichtete diese Woche über eine Häufung kurzfristiger Absagen für anstehende Übergaben bei Tesla. Betroffen sind Tesla Model Y Performance aus deutscher Produktion. Eine offizielle Bestätigung oder Äußerung von Tesla gibt es dazu nicht.

Daher stützen sich betreffende Berichte ausschließlich auf gesammelte Einzelmeldungen von Nutzern. Die Absagequote lag teilweise über der Zahl an ausgelieferten Fahrzeugen, zumindest gemessen an Rückmeldungen im Tesla-Fahrer- und Freunde-Forum. Als Grund für die Absagen werden im Forum erhebliche Mängel im Bereich der Antriebseinheit genannt. Beide Meldungen zeigen, dass es bei einem Produktionshochlauf, egal welcher Marke, immer wieder zu unerwarteten Rückschlägen kommen kann.

 

Rückruf bei Toyota

Einen holprigen Marktstart hatten auch der Toyota bZ4X und das Schwestermodell Subaru Solterra. Für beide Modelle gibt es einen weltweiten Rückruf für die ersten 5.000 produzierten Fahrzeuge. Bei scharfen Kurven und plötzlichem Bremsen können sich die Radnabenschrauben lockern. Als Folge könnte sich das Rad vom Fahrzeug lösen. Toyota warnt Besitzer des bZ4X davor, das Auto zu nutzen, bis das Problem gelöst wurde. Unfälle, die auf das Problem zurückzuführen sind, sind bisher nicht bekannt. Bei Toyota sind immerhin 2.200 Fahrzeuge in Europa betroffen.

Foto: Toyota

 

EnBW startet in die Sommerferien

Aber nicht etwa in die Sommerpause, sondern in die Offensive. EnBW öffnet seine App für das Laden in Europa um sieben weiteren Ländern. Mit dabei sind jetzt auch Schweden, Dänemark, Polen, Tschechien, Slowakei, Slowenien und Kroatien. Insgesamt haben Nutzer über die mobility-App jetzt Zugriff auf über 300.000 Ladepunkte zu Festpreisen in 16 Ländern. Im Heimatland Deutschland betreibt EnBW das derzeit größte Schnellladenetz mit mehr als 700 Standorten.

 

Duell der Effizienz-Meister

Manchmal sind neue E-Auto-Modelle beim Verbrauch keine Sparkünstler. Aber in Zeiten knapper Energie und steigender Preise für Energie, sollte das Thema eigentlich mehr Aufmerksamkeit bekommen. Zumindest punktuell passiert das.

Mercedes hat mit seinem EQXX kürzlich ein Concept Car vorgestellt, welches auf maximale Effizienz getrimmt ist und zugleich nicht nur nett aussieht, sondern tatsächlich auch fahrfähig ist, um die reale Effizienz zu beweisen. Und das hat das Auto jetzt auch gemacht. Ohne Nachzuladen ging es aus Stuttgart nach Silverstone in Großbritannien. Das ganze natürlich nicht als Hypermiling per Schleichfahrt, sondern mit realistischem Fahrverhalten. Letztendlich ergab sich eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 83 km/h bei einem Verbrauch von 8,3 kWh/100km. Das Auto kam nach knapp über 1000 km in Silverstone an und hatte noch genug Strom im Akku, um vor Ort auf 1202km zu kommen. Es handelt sich hierbei allerdings nicht um ein Serienauto.

Foto: Lightyear

In einer Kleinserie hingegen wird der Lightyear Zero gebaut. Wir konnten das Auto diese Woche in einer ersten Testfahrt mit Thomas Geiger auf unserem YouTube-Kanal vorstellen. Das Auto ist nicht nur effizient, sondern kann bei einem normalen Nutzungsverhalten im Sommerhalbjahr dank 5 Quadratmeter großen Solarzellen fast ohne externes Laden gefahren werden.


nextnews: neue Preisfallen, Umweltbonus wackelt, Ladeflatrate, VW ID Aero, IONIQ 6, Wohnwagen & EV

Das Ende der Ladeflatrates

Diese Woche gab es wieder eine Kündigungswelle im Markt der Fahrstrom-Anbieter.

“Wir möchten dich darüber informieren, dass der Flat-Tarif für alle Kund:innen nicht länger angeboten werden kann.  Deshalb sprechen wir heute die Kündigung deines Tarifs zum Ende deiner Vertragslaufzeit am 07.07.2022 aus. Dein Flat-Tarif steht dir noch bis zum Ablauf deiner Vertragslaufzeit zur Verfügung. Danach wird der Tarif nicht verlängert und du kannst nicht mehr über elvah laden.”

Für Neukunden hatte Elvah den Vertrieb der Flatrates schon vor einiger Zeit gestoppt. Jetzt naht auch das Ende für Bestandskunden. Natürlich dürfen die Kunden auch zukünftig die Elvah-App nutzen, aber nur zu den gleichen Bedingungen wie Neukunden. Die günstigste Ladeflatrate ist natürlich ein Gratis-Ladeangebot, zum Beispiel beim lokalen Supermarkt. Für viele E-Auto Fahrer, die keine Möglichkeit haben, zuhause zu laden, ist das Laden des eigenen Elektroautos während des Einkaufs ein ideales Angebot. Vor allem wenn dies noch kostenlos ist. Bisher war das bei vielen Supermärkten möglich, teilweise aber nur begrenzt für eine Stunde.

Foto: nextmove

Allerdings wird sich auch hier einiges verändern. Seit Juni bietet Aldi Süd kein kostenloses Laden an seinen Standorten mehr an. Mittlerweile bezahlt der Kunde an den Ladesäulen des Discounters 39 Cent je kWh für schnelleres - und 29 Cent für normales Laden. Die Ladesäulen wurden mit Kartenlesegeräten für Kredit- oder Girocard ausgestattet. Das Laden mit Ladekarten anderer Anbieter ist natürlich auch möglich, meist kostet es dann aber ein paar cent mehr. Nun berichtet das Handelsblatt, dass auch Lidl und Kaufland prüfen, das Laden an ihren Stationen kostenpflichtig zu machen. Zur Freischaltung ist hier bereits teilweise eine App erforderlich, sodass ein Umstieg auf ein Bezahlsystem jederzeit möglich wäre. Gratis-Ladestationen haben aber auch einen großen Nachteil: Sie sind meistens besetzt und teilweise sogar von Fahrern, die nur wegen dem Gratisstrom kommen und gar nicht einkaufen. Insofern sorgt eine Umstellung auf einen kostenpflichtigen Betrieb auch für eine bessere Verfügbarkeit  gerade für die Kunden, die mangels privater Lademöglichkeit auf öffentliches Laden angewiesen sind.

 

Hyundai IONIQ 6

Bei Hyundai rückt die Vorstellung des IONIQ 6 näher. Den passenden voll verhüllten Erlkönig hatten wir bereits auf unserem Kanal gezeigt. Von Hyundai selbst gab es diese Woche eine Design-Skizze als Vorgeschmack. Wann genau das Serienmodell gezeigt wird ist noch offen, vielleicht noch im Juni - andere Quellen sagen, dass am 14. Juli die Hüllen fallen.

Grafik: Hyundai

 

ADAC testet E-Auto mit Wohnanhänger

Urlaub mit Elektroauto und Wohnwagen: Geht das schon? Wir hatten vor ein paar Wochen bereits über zwei Zuschauer von nextmove berichtet, die das bereits mit einem KIA EV6 ausprobiert haben. Nun hat der ADAC einen ähnlichen Test gemacht - auch mit einem KIA EV6. Als Testfahrzeug kam die Version mit Allradantrieb zum Einsatz. Gezogen wurde ein Wohnwagen mit dem maximal zulässigen Gewicht von 1600 kg und gefahren wurde so, als wäre man mit einem Verbrenner unterwegs - zumindest was das Tempo angeht. Der Durchschnittsverbrauch auf der Alpentour lag bei ca. 36 kWh/100km. Das ermöglicht Fahrzeiten von 2 bis 3 Stunden und Etappen von 180-200 km.

Das Zugfahrzeug wird als hervorragend beschrieben, die Ladeinfrastruktur als teilweise problematisch. Besonders störend war, dass der Anhänger mehrfach beim Laden abgekuppelt werden musste. Besonders komfortabel hingegen war die Nutzung des Autos als Powerbank für den Wohnwagen.

Hier findet ihr den vollständigen Bericht zum Test: https://www.adac.de/reise-freizeit/ratgeber/tests/elektroauto-mit-wohnwagen/

 

Umweltbonus und Verbrenner-Verbot wackeln

Das EU-Parlament hat ein Verbot von Neuwagen mit Verbrennungsmotor ab 2035 beschlossen. Die Hintergründe haben wir vor 2 Wochen in den nextnews besprochen. Bis Ende Juni wollen sich die EU-Mitgliedstaaten auf eine gemeinsame Position festlegen. Auch die deutsche Bundesregierung muss daher zu einer abgestimmten Position finden.

Für SPD und Grüne ist der Fall klar. Sie verweisen auf den Koalitionsvertrag und die Position vom März, wonach die gesamte Bundesregierung sich darauf geeinigt hatte, „den Vorschlag der EU-Kommission in allen Ausgestaltungsformen zu unterstützen, ab 2035 nur noch emissionsfreie Fahrzeuge zuzulassen“. Der Koalitionspartner FDP hat seine Meinung zwischenzeitlich aber geändert. Diese Woche sagte Christian Lindner beim „Tag der Industrie“ des Bundesverbandes der Deutschen Industrie: „Ich habe deshalb entschieden, dass ich in der Bundesregierung, dass wir in der Bundesregierung, dieser europäischen Rechtsetzung nicht zustimmen werden.“

Lindner verwies auf die nötige Technologieoffenheit, die ein wesentlicher Bestandteil der Marktwirtschaft sei. Auch Verkehrsminister Wissing sagte, dass sein Ministerium dem Verbrenner-Aus nicht zustimmen kann. Neben der Technologieoffenheit führt er die vielen Arbeitsplätze an, die in Deutschland am Verbrennungsmotor hängen.

Damit stellen sich der Finanz- und Verkehrsminister gegen die EU-Pläne und die Ampelkoalition steuert auf eine mögliche Regierungskrise hin. Und es wird noch problematischer, denn auch in einem weiteren wichtigen Abschnitt des von der FDP unterschriebenen Koalitionsvertrag macht Linder klar, dass er nicht mehr dazu steht. Die Förderung für E-Autos und Plugin-Hybride sollte verlängert werden und bis 2025 schrittweise sinken. Ein Entwurf des Bundeswirtschaftsministeriums befindet sich aktuell in der Ressortabstimmung und sieht vor, dass Plug-in-Hybride ab 2023 nicht mehr gefördert werden. Das geht Lindner aber nicht schnell genug: „Wir können uns fehlgeleitete Subventionen schlicht nicht mehr leisten. Wenn es nach mir geht, werden zum Beispiel die Kaufprämien für Elektrofahrzeuge und Plug-in-Hybride gestrichen. Die Autos werden bisher über die Lebensdauer teils mit bis zu 20.000 Euro subventioniert, auch für Top-Verdiener. Das ist zu viel. Da können wir Milliarden sparen, die wir sinnvoller einsetzen können.“

Aus der Automobilindustrie und den Verbänden erntete er dafür harte Kritik: „Die Hersteller von E-Fahrzeugen und ihre Kunden verlassen sich darauf. Ein abrupter Wegfall der E-Auto-Prämie würde daher einen schweren Vertrauensbruch bedeuten.“ sagte VDIK-Präsident Reinhard Zirpel. Für viele von euch ist das Thema natürlich hoch relevant, weil teilweise für bereits vor einem Jahr bestellte Fahrzeuge nicht sicher ist, dass sie noch pünktlich zum Stichtag 31.12.2022 ausgeliefert und zugelassen werden können.

Falls die Koalition an dieser oder an einer der anderen Streitpunkte zerbricht, könnte folgendes passieren: Formal wäre ein kommissarisch geführtes Wirtschaftsministerium handlungsfähig, da es sich nur um eine Förderrichtlinie handelt, d.h. eine Zustimmung des Bundestages ist nicht erforderlich. Erlässt man keine neue Förderrichtlinie, würde die aktuelle aber weiterlaufen. Das hieße dann immerhin noch bis zu 3000€ für E-Autos.

 

 


nextnews: 30ct Ionity, Tesla Serienfehler, Ioniq-Aus, Verbrenner-Verbot, neuer VW ID, Polestar 3

Zulassungszahlen Mai

Im Mai wurden in Deutschland laut Kraftfahrbundesamt 207.199 PKW neu zugelassen. Gegenüber dem Vorjahresmonat ist das ein Rückgang von 10 %. Der Teilemangel und Logistikprobleme halten die Branche nach wie vor in Atem. Bei Dieselfahrzeugen beträgt das Minus 18 %, bei Benzinern 14 % und bei Plug-in-Hybriden 15 %. Lediglich reine Elektroautos stemmen sich gegen den Trend, denn im Mai wurden 29.182 neu zugelassen. Das sind    9 % mehr als im Vorjahresmonat und ca. ein drittel mehr als im April. Der Anteil der Elektroautos unter allen Pkw-Neuzulassungen des Monats lag damit bei 14 %.

Quelle: KBA. Grafik: nextmove
Quelle: KBA. Grafik: nextmove

 

Das Ende einer Legende

Hyundai stellt im kommenden Monat die Produktion des IONIQ im Stammwerk Ulsan in Korea ein. Marktstart in Deutschland war Ende des Jahres 2016. Eine hohe Effizienz auch bei schneller Fahrt gepaart mit einer hohen Ladeleistung machten das Auto für viele E-Auto-Fans zum ersten bezahlbaren Langstreckenauto. Nach Abzug der Förderung lagen die Einstiegspreise damals bei knapp über 30.000€.

nextmove Hyundai Ioniq Elektroauto in Leipzig
Auch bei nextmove war der Inoiq eines der beliebtesten Mietfahrzeuge. Foto: nextmove

Zwischenzeitlich gab es beim IONIQ auch ein Facelftift. Die Effizienz blieb, die Reichweite wurde durch einen größeren Akku deutlich gesteigert, aber die Ladeleistung ca. halbiert - vor allem im Winter war das Facelift mit Ladeleistungen im Bereich von 30 kW nicht mehr langstreckentauglich. Insgesamt wurde das Modell in Deutschland über 24.500 verkauft, wobei die Elektro-Variante im Mix der Antriebe mit 38% führend war.

In der Pressemeldung zum Abschied heißt es: “Hyundai führt das Erbe unter der neuen Submarke IONIQ fort” “Noch in diesem Jahr wird der IONIQ 6 das Angebot erweitern. Die aerodynamische viertürige Limousine wird viele Merkmale des Konzeptfahrzeug Prophecy tragen. 2024 folgt dann der Hyundai IONIQ 7, ein großes batterieelektrisches SUV.”

 

Polestar 3

Am Dienstag kündigte Polestar die Weltpremiere seines neuen Elektro-SUV Polestar 3 für den Oktober dieses Jahres an. Das erste SUV des Unternehmens soll unter anderem durch den LiDAR-Sensor von Luminar “zu gegebener Zeit" autonomes Fahren auf der Autobahn ermöglichen. Zum Start kommt eine Variante mit Dual-Motor-Antrieb und großer Batterie. Die Reichweite soll bei über 600 km nach WLTP liegen.

Quelle: Polestar

Ab dem Tag der Premiere wird das Fahrzeug online bestellbar sein. Produktionsstart ist Anfang 2023 in China und in den USA. Polestar kündigte darüber hinaus an, in den folgenden drei Jahren drei Autos auf den Markt zu bringen. Der Polestar 3 ist eines dieser drei Fahrzeuge.

 

Verbrenner-Verbot ab 2035

Paukenschlag in der EU: Ab 2035 sollen neu zugelassene PKW und leichte Nutzfahrzeuge bis 3,5 Tonnen kein CO2 mehr ausstoßen dürfen. Das hat diese Woche das EU-Parlament entschieden. Dies ist nur mit reinen Elektromotoren erreichbar, also batterieelektrische Fahrzeuge oder Autos mit Brennstoffzelle. Faktisch handelt es sich um ein Verbot für Neuzulassungen von Verbrennern, da diese nicht emissionsfrei sind. Damit folgte das Parlament weitgehend einem Gesetzentwurf der EU-Kommission. Dass auch die Mitgliedstaaten der EU zustimmen werden, gilt als wahrscheinlich. Ende des Monats wollen die EU-Staaten ihre Position festlegen - die Bundesregierung unterstützt den Plan zum Ausstieg. Wichtig: Auch für synthetische Kraftstoffe auf Basis erneuerbarer Energien soll es keine Ausnahmen geben.

Entsprechende Änderungsanträge konnten sich nicht durchsetzen. Dieser Ruf nach Technologieoffenheit kommt aus den gleichen Kreisen, die seit Jahrzehnten den dynamischen Ausbau der erneuerbaren Energien verhinderten und auch heute noch auf der Bremse stehen. Dank dieser Politik ist es klar, dass wir 2035 weltweit nicht genügend Ökostrom haben werden, um den PKW-Sektor mit E-Fuels anzutreiben. Eine Energieverschwendung um das Vierfache können wir uns nicht leisten, wenn sogar im Stromsektor noch fossile Brennstoffe genutzt werden müssen. Mit einer kWh Grünstrom fährt ein E-Auto rund viermal weiter als ein Verbrenner mit E-Fuels.

 

Gutachten gegen Tesla

Verschiedene Medien berichteten diese Woche über einen potentiell sicherheitskritischen Mangel bei bestimmten Tesla Model 3. Tesla soll vorsätzlich mangelhafte Fahrzeuge ausgeliefert und eine nachträgliche Behebung des Mangels verweigert haben. Konkret geht es um die Karosserie-Hebepunkte, also die Stellen im Unterboden, an denen Hubarme beim Aufbocken des Fahrzeuges platziert werden müssen.

Quelle: Tesla

Die Punkte sind relativ klein und die Position muss zentimetergenau eingehalten werden, um Schäden an der Batterie zu vermeiden. Es gibt sogar spezielle Pads, die genau in die runden Aussparungen passen und zusätzlich ein Verrutschen verhindern sollen. Im vorliegenden Fall waren die Hebepunkte jedoch verbogen und bei 3 von 4 Punkten sogar angerissen.

Quelle: Christoph Lindner

Bemerkt wurde dies aber noch nicht bei Übergabe, sondern erst beim Besuch beim Reifendienst einige Wochen nach Auslieferung. Der Mangel wurde daraufhin vom Kunden angezeigt. Die Abhilfe von Tesla erfolgte durch eine kosmetische Ausbesserung mit schwarzer Farbe. Tesla verweigerte eine weitergehende Instandsetzung mit der Begründung, die Beschädigungen seien kein Mangel, der die Sicherheit und Zuverlässigkeit des Fahrzeugs beeinträchtige. Es läge somit kein Garantiefall vor. Das wollte der Kunde nicht akzeptieren und suchte nach einer externen Überprüfung des Sachverhalts und wandte sich an Anwalt Christoph Lindner in Rosenheim.

Auch ihm gegenüber blieb Tesla bei seiner Position: kein Mangel, sondern nur unerhebliche kosmetische Beeinträchtigungen, die man auf Kosten des Kunden beheben könne. Da dafür aber die komplette Batterie getauscht und vermutlich zentral aufgearbeitet werden muss, belaufen sich die Kosten dafür auf ca. 15.000€. Um die Sache zu klären, reichte Anwalt Lindner einen Antrag auf Einleitung eines selbständigen Beweisverfahrens am Landgericht in München ein. Das Gericht beauftragte daraufhin einen unabhängigen Gutachter der DEKRA.

Das Ergebnis lautet folgendermaßen: Zunächst die gute Nachricht: Bei der normalen Benutzung des Fahrzeugs werden die Gesamtgefahrenpotentiale als "eher gering" eingestuft. Die schlechte Nachricht ist, dass "im Falle eines Anhebens des Fahrzeuges die werksseitig vorgegebene, konstruktive Stabilität und Integrität des Akkugehäuses nicht mehr vollständig gegeben" ist. Und das wiederum bedeutet: "Aufgrund der festgestellten Beschädigungen am Hebeprofil des Akkugehäuses kann im Rahmen der Hauptuntersuchung nach §29 StVZO eine Prüfplakette an dem hier vorgestellten Fahrzeug nicht zugeteilt werden." Wer Tesla kennt und verfolgt, weiß dass der zitierte Fall aber vermutlich kein Einzelfall ist. Sogar auf dem Werkstattbeleg des Kunden für kosmetische Verbesserung fand sich ein Hinweis von Tesla, der auf ein Serienproblem hindeutet: "Der Werksprozess wurde am 26. April 2021 verbessert.” Der vorliegende Fall beschreibt also vermutlich ein Problem, das eventuell tausende Fahrzeuge in Europa betreffen könnte. Soweit wir die Entwicklungen verfolgt haben, geht es um Auslieferungen von Tesla Model 3 aus 2020, sowie die Allradmodelle bis Mitte 2021. Allein in Deutschland sind das ca. 10.000 Autos. Erkennbar sind die Fahrzeuge aus amerikanischer Produktion an der ersten drei Stellen in der Fahrgestellnummer 5YJ. Diese Nummer findet ihr in Eurer App, hinter der Windschutzscheibe oder natürlich in den Dokumenten.

Wie es für Euch rechtlich weitergeht, wenn Ihr betroffen seid, erklärt euch Herr Lindner in unseren nextnews.


nextnews: Wallbox- & PlugIn-Förderung, VW Kombi, Preise bei Renault, Porsche Macan, Xpeng G9, BDEW

Doch kein Förderstopp für Plug-in-Hybride?

Zuletzt sah es so aus, als wenn die staatliche Förderung für Plug-in-Hybride zum Ende dieses Jahres auslaufen wird. Laut Medienberichten haben sich auch der Verkehrsminister Volker Wissing und Wirtschaftsminister Robert Habeck auf diese Regelung abgestimmt. Laut einem Bericht des “Tagesspiegels” verfolgt Bundeskanzler Scholz aber offenbar ein ganz anderes Ziel.

Ein Ende der staatlichen Förderung für Hybride steht vor allem deshalb zur Debatte, da im alltäglichen Betrieb große Zweifel an der Umweltfreundlichkeit der Fahrzeuge bestehen. Die von den Herstellern versprochenen Emissionswerte werden nämlich nur erreicht, wenn der Akku regelmäßig geladen wird und das Fahrzeug damit zu einem großen Teil elektrisch fährt. Im Alltag ist das aber häufig nicht der Fall. Aus Sicht des Verkehrsministeriums würde man die Förderung aber wohl trotzdem gerne beibehalten, um zu den geplanten 15 Mio. Elektrofahrzeugen bis 2030 auch Plug-in-Hybride hinzuzählen zu können.

Plug-in-Hybride wie der VW Passat GTE sind besonders als Dienstwagen sehr beliebt. Foto: Volkswagen

Für Gewerbekunden soll der Kaufanreiz für einen Hybrid aber nicht komplett verschwinden. Die Dienstwagenbesteuerung von 0,5% statt 1% bei reinen Verbrennern soll auch in Zukunft bestehen bleiben. Im Koalitionsvertrag hatte man jedoch eine Besteuerung nach dem realen elektrischen Fahranteil in die Planung genommen. Diese Umsetzung scheint in der Praxis aber zu aufwändig und damit nicht praktikabel zu sein. Laut "Tagesspiegel" wolle Olaf Scholz die Kaufprämie noch um 2 oder 3 Jahre verlängern. Bei den Autoherstellern und Gewerkschaften gäbe es nämlich Sorge darüber, dass die Nachfrage nach Hybriden auf einmal zusammenbrechen könnte. Angesichts der aktuellen Situation auf dem Automarkt und der extrem langen Lieferzeiten für viele Plug-in-Modelle, ist allerdings fraglich, ob die Nachfrage wirklich derart zusammenbrechen würde.

 

VW Kombi ab 2024

Viele unserer Zuschauer können sich mit den aktuell am Markt verfügbaren Karosserieformen für E-Autos nicht anfreunden und wünschen sich daher einen vollelektrischen Kombi. Der MG-5 ist der erste Vertreter dieses Segments und erfreut sich deshalb großer Beliebtheit. Bereits 2019 hatte Volkswagen die Konzeptstudie ID. Space Vizzion vorgestellt und für 2022 in Aussicht gestellt. Laut Recherchen von "Auto, Motor und Sport" steht nun zumindest der Name für das elektrische Pendant vom Passat fest. Volkswagen hat den Namen "ID.7 Tourer" beim Europäischen Patentamt schützen lassen. Die Namensreihe ID.1 bis ID.9 wurde bereits vor geraumer Zeit geschützt. Mutmaßlich 2023 soll die Limousine als ID.7 auf den Markt kommen, ein Jahr später dann der ID.7 Tourer. Das Auto soll im Werk in Emden produziert werden, wo schon seit vielen Jahrzehnten der Passat vom Band läuft.

Foto: Volkswagen

Die Eckdaten der Studie dürften viele Kunden ansprechen: Eine Länge von fünf Metern, 205 KW Leistung mit Heckantrieb (230 kW mit Allradantrieb), 77 kWh Akku mit 590 Kilometern Normreichweite. Kombis spielen im weltweiten Markt keine Rolle mehr und werden auch hierzulande zunehmend von SUVs verdrängt. Wir sind gespannt, ob der ID.7 Tourer wirklich schon 2024 kommt und wie er sich preislich neben ID.4 & ID.5 platziert. Für die weitere Verbreitung der Elektromobilität erscheint uns allerdings noch wichtiger, dass auch im Kleinwagensegment mehr Modelle zu günstigen Preisen angeboten werden. Von VW können der ID.1 bzw. ID.2 eine wichtige Rolle in der flächendeckenden elektrifizierung des Individualverkehrs spielen.

 

Zurück in die Zukunft

Der DeLorean DMC-12 aus der Filmreihe "Zurück in die Zukunft"  ist eines der bekanntesten Filmautos aller Zeiten. Die DeLorean Motor Company will nun den Klassiker neu auflegen und das natürlich elektrisch. Der vollelektrische Alpha 5 soll der Nachfolger des DeLorean DMC-12 werden. Die markanten Flügeltüren sind allerdings das einzige, was an den Vorgänger erinnert. Das “Basis-Performance-Modell" soll eine Akku-Kapazität von mindestens 100 kWh haben und eine EPA-Normreichweite von 480 km bieten. Die Beschleunigung von 0 auf 60 Meilen pro Stunde verspricht der Hersteller in 2,99 Sekunden und in der Spitze sollen 250 km/h möglich sein. Der Produktionsstart ist für 2024 in Italien geplant. Es werden aber wohl nur 88 Exemplare entstehen. Da es sich hierbei um die Basis-Version handelt, liegt es nahe, dass noch weitere Modelle folgen werden. Zum Preis gibt es noch keine Aussagen.

Foto: DeLorean

 

Elektrische Meile und Mobilitätstag

Die Elektrische Meile findet kommende Woche am Samstag, den 11.06 am Euref-Campus in Berlin statt. Ziel des Events ist es, den Ausbau klimafreundlicher Mobilität zu fördern und maßgeblich zu beschleunigen. Natürlich geht es auch um Autos und Elektromobilität, aber nicht nur. Neben neuen Mobilitätskonzepten gibt es auch Aussteller aus dem Bereich Photovoltaik und Balkonkraftwerke, Speicherlösungen bis hin zur Inselversorgung - und vieles mehr.

Nicht nur die Veranstaltung, sondern auch die Location des Euref-Campus ist absolut sehenswert. Die Elektrische Meile ist familienfreundlich und es gibt spezielle Angebote für Kinder mit thematischem Bezug. Am Euref Campus ist übrigens auch unser nextmove Standort in Berlin. Auch wir öffnen an diesem Tag unsere Türen und Fahrzeuge am Ladepark unterm großen Solar-Carport und beantworten gerne Eure Fragen.

Für alle, denen Berlin zu weit ist, gibt es zur gleichen Zeit eine Veranstaltung in der Mitte Deutschlands. Die TEAG lädt zum Elektromobilitätstag im Fahrsicherheitszentrum in Nohra an der A4 in Thüringen ein. Unter Anleitung von Trainern stehen insgesamt 18 verschiedene E-Autos für 10-minütige Testfahrten zur Verfügung. Kinder sind auch dort willkommen, bitte auch Sitzerhöhung mitbringen, wenn die Kids mit zur Testfahrt wollen. Bei beiden Veranstaltungen ist der Eintritt frei von 10-18 Uhr.


nextnews: THG-Quote Einkommenssteuer, Lucid Air in Deutschland, ID.3 GTX

Besteuerung THG-Quote

Vorweg eine kurze Einleitung zum Thema: Hinter der Abkürzung verbirgt sich die sogenannte Treibhausgasminderungsquote. Wir hatten im September erstmals darüber berichtet und seitdem ist einiges passiert.

Hintergrund der THG-Quote ist die Pflicht der Energiewirtschaft, z.B. Mineralölkonzerne beim Verkauf von Diesel und Benzin, gesetzlich festgeschriebene Minderungen der Treibhausgasemissionen dieser Kraftstoffe zu erfüllen. Die benötigten Emissionsminderungen können z.B. erreicht werden, indem die Firmen zusätzlich alternative, klimaschonende Kraftstoffe in den Verkehr bringen, die wenig bis kein klimaschädliches CO2 freisetzen. Da elektrisch angetriebene Fahrzeuge nachweislich weniger CO2-Emissionen als Verbrenner verursachen, können auch E-Autos zur Minderung der eigenen Quote eingesetzt werden.

Durch eine Marktliberalisierung können seit Jahresbeginn 2022 auch Endkunden dieses Potential vermarkten. Da die Rahmenbedingungen dafür relativ komplex sind, ist es für Einzelpersonen unwirtschaftlich, selbst in den Handel einzutreten. Selbst wir bei nextmove nutzen für unsere Flotte mit knapp 400 Autos spezialisierte Dienstleister.

Am Ende führt das zumindest bei den finanziellen Anreizen zu einer Umverteilung: fossile Energien werden teurer und die Elektromobilität damit günstiger. Antragsberechtigt ist der im Fahrzeugschein eingetragene Halter des jeweiligen Fahrzeuges. Aber darf man als Privatkunde das Geld einfach so einnehmen oder muss man den Betrag in seiner Einkommensteuererklärung angeben und entsprechend versteuern?

Die bisherige Meinung von Steuerberatern und Gutachtern ist folgende: Es gilt eine Freigrenze von jährlich 256 € für „Einkünfte aus sonstigen Leistungen“. Das heißt, bei Einkünften ab 257 € wird der gesamte Betrag steuerpflichtig und nicht nur der Teil oberhalb dieser Grenze. Diese steuerliche Betrachtung ist auch in den FAQ's der meisten Anbieter nachzulesen. Wir gehen davon aus, dass kommende Woche alle Anbieter diese Darstellungen revidieren werden. Es gibt nämlich gute Nachrichten für alle E-Auto-Fahrer: die Prämie ist steuerfrei! In unserem Insider-Postfach war diese Woche ein interessantes Dokument des Landesamtes für Steuern aus Rheinland-Pfalz zu finden.

Hier findet Ihr das Dokument zum Download: THG-Quote Einkommenssteuer

Wenn Ihr noch mehr zu dem Thema erfahren wollt, dann schaut auf unserem Kanal vorbei.

 

Lucid startet in Deutschland

Am Mittwoch wurde in München der Lucid Air geladenen Gästen präsentiert. Heute am Freitag den 13.05. öffnete der Store dann auch für Besucher. Zum Marktstart bringt der Hersteller branchenüblich zuerst das Topmodell auf den Markt, den Lucid Air in der Dream Edition. Die Topvarianten bieten je nach Konfiguration eine Norm-Reichweite von 780 bis 900 Kilometern. Die Systemspannung liegt bei 924 Volt, das ermöglicht Ladeleistungen im Bereich von 300 kW. In Deutschland startet die limitierte Top-Version bei 218.000€, später folgenden dann auch die günstigeren Varianten.

Foto: Lucid Motors

VW bringt ID.3 GTX

Jetzt also doch: VW bestätigt die Einführung der sportlichen Variante GTX für den ID.3. Anders als zuvor von vielen Medien vermutet, wird der GTX keinen Allrad- sondern wie alle anderen ID.3 auch, einen Heckantrieb haben. Laut VW soll das Modell aber erst im Jahr 2024 an den Start gehen. Erwartet werden Fahrwerksanpassungen, Gewichtseinsparungen und ein Sprint auf 100km/h in unter 6 Sekunden. Damit wäre der GTX das schnellste Elektro-Serienfahrzeug der Marke Volkswagen.

Der ID.3 GTX zeigt sich mit markanten Felgen und auffälligen Zierleisten in Gelb. Foto: Volkswagen

Bereits vor längerer Zeit hatte sich der damalige VW Markenchef Ralf Brandstetter mit einem Prototypen gezeigt. Auch wir durften vor knapp einem Jahr schon einmal im Auto probesitzen.

Foto: Volkswagen

Wie wir aus Insider-Kreisen erfahren haben, war das Auto aber gar nicht geplant bzw. eigentlich auch gar nicht gewollt. Im Zuge eines eigenständigen Projektes auf Mitarbeiter-Ebene, wurde aus mehreren Crash-Fahrzeugen der Modelle ID.3 und ID.4 aus der Produktentwicklung der erste Prototyp des sportlichen Kompaktstromer gebaut und entsprechend technisch und optisch modifiziert. Der interne Aufschlag des Autos, als man ihn dann doch nach oben durchgereicht hat, war wohl so groß, dass der Vorstand seine Meinung geändert hat. Das spricht natürlich auch für eine gewisse Agilität im Konzern.

 

Lidl lohnt sich?

Auf jeden für Elektroauto Fahrer... Die Schwarz-Gruppe hat bekannt gegeben, bis zum Ende des Jahres europaweit rund 6.200 neue Ladepunkte aufzubauen. Damit soll das eigene Netz auf insgesamt ca. 13.000 Ladepunkte erweitert werden. Allerdings werden diese neuen Lademöglichkeiten nicht nur bei Lidl, sondern auch bei Kaufland errichtet. Denn Kaufland gehört ebenfalls zur Schwarz-Gruppe.

In Deutschland plant man bei Lidl 1.800 neue Ladepunkte zu installieren und bei Kaufland sollen es nochmal 380 werden. Bei beiden Lebensmittelketten sollen ab März nächsten Jahres gut ein Drittel aller Filialen mit Ladestationen ausgestattet sein. Dabei gibt es nicht nur langsame AC Ladepunkte, sondern auch Gleichstrom-Anschlüsse für schnelles Laden.

Aber nicht nur bei Lidl und Kaufland gibt es Neuigkeiten zu Ladestationen. Auch von der Konkurrenz, nämlich von Aldi, gibt es was zu berichten. Aldi Süd will seine Ladestationen in das Ladenetzwerk integrieren, sodass sie rund um die Uhr auch nach Ladenschluss nutzbar sind. Allerdings wird das Laden außerhalb der Öffnungszeiten nicht wie sonst eine Stunde kostenlos sein, sondern direkt pro kWh abgerechnet. Der große Vorteil besteht darin, dass die Ladeinfrastruktur abends bzw. nachts oder am Wochenende nicht ungenutzt bleibt, sondern sinnvoll weiter betrieben werden kann. Gerade in Großstädten, in denen es hin und wieder knapp werden kann, ist das eine gute Ergänzung zur öffentlichen Ladeinfrastruktur.


nextnews: Bafa-Betrug 2.0, Tesla-Ansage, 50% Sonder-AfA, E-Auto-Preise, e.Wave X, Microlino, Enyaq

Zulassungszahlen im April

Im April wurden 180.264 PKW neu zugelassen und damit 22% weniger als im Vorjahresmonat. Nahezu alle Hersteller haben zweistellige Rückgänge zu verzeichnen und der Abschwung beschleunigt sich weiter. Gleichzeitig steigt der Trend hin zu größeren und damit margen-stärkeren Fahrzeugen. Während der Anteil an SUV's nur um 10% sank und mit 28% das anteilsstärkste Segment war, schrumpfte die Kompaktklasse um 37% und Kleinwagen um 22%.

Auch bei Elektroautos sanken die Zulassungszahlen deutlich. Im April wurden 22.175 Elektroautos und damit 7% weiniger neu zugelassen, als im April 2021. Die Gründe hierfür sind natürlich weiterhin die Lieferengpässe durch die Corona-Pandemie und den Krieg in der Ukraine.

E-Auto Neuzulassungen. Quelle: KBA, Grafik: nextmove

 

Top 20 E-Autos in Deutschland im April 2022. Quelle: KBA, Grafik: nextmove

 

Sofortprogramm für mehr E-Autos

Die Überschrift ist etwas verkürzt, der Titel müsste eigentlich heißen: “Plattform Klimaschutz in der Mobilität”, gemeint ist ein Klimaschutz-Sofortprogramm der Bundesregierung zur Erreichung der gesetzten Klimaschutzziele im Verkehrssektor. Im Verkehrssektor war bei der CO2-Reduktion in den vergangenen Jahren eher eine Stagnation zu verzeichnen. Verkehrsminister Volker Wissing (FDP) hat die Pläne jetzt in einem Interview mit dem Handelsblatt vorgestellt. Aktuell stößt der Verkehr in Deutschland 146 Mio Tonnen CO2 pro Jahr aus. Dieser Wert soll bis 2030 fast halbiert werden auf 85 Mio Tonnen. Erschwerend hinzu kommt, dass wir aus der Vergangenheit noch 41 Mio Tonnen “Schulden” gemessen an den nicht erreichten Absenkungen mitbringen. Eine wichtige Maßnahme für das Erreichen der Ziele ist die zusätzliche Förderung von elektrischen PKW und Nutzfahrzeugen.

Für die Jahre 2023 bis 2026 soll es bei Neuanschaffung für Gewerbekunden eine Möglichkeit zur Sonderabschreibung von 50% im ersten Jahr geben. Plug-in Hybride sollen dagegen nicht von dieser Regelung profitieren. Noch handelt es sich allerdings nur um einen Entwurf, das Programm soll im Sommer vom Kabinett beschlossen werden. Noch vor dem Sommer will Wissings Ministerium zusätzlich noch einen Masterplan zum Ausbau der Ladeinfrastruktur vorlegen. Außerdem soll wieder mehr Verkehr auf die Schiene verlagert werden. Dafür sollen u.a. Nutzfahrzeuge ab 3,5 Tonnen in die Mautpflicht einbezogen werden. Ab 2024 soll es zudem einen CO2-Zuschlag in der Maut geben.

 

Microlino-Produktion steht in den Startlöchern

Der Hersteller des Microlinos hatte den Beginn der Serienproduktion bereits mehrfach nach hinten verschoben. Der Grund waren wohl auch in diesem Fall die globalen Lieferengpässe und die damit fehlenden Teile für die Produktion in großen Stückzahlen. Gleichzeitig betont der Hersteller aber, dass gut 80 Prozent der benötigten Teile für den Microlino in Europa hergestellt werden. Aber bekanntermaßen kann manchmal ein winziges Bauteil die Produktion verhindern, wenn es nicht verfügbar ist.

Foto: Micro Mobility Systems AG

Nun sollen die Engpässe aber überwunden sein und der Hersteller steht kurz vor der Serienproduktion des elektrischen Leichtkraftfahrzeugs. In einem kürzlich veröffentlichten Video auf dem YouTube-Kanal von Microlino ist zu sehen, wie die letzten Vorserienfahrzeuge im Werk in Turin gebaut werden. Der Microlino wird also ein echter Italiener und könnte damit zum “kleinen Bruder” des Fiat 500e werden. Angeboten wird der Zweisitzer in den Ausstattungslinien “Edition Urban”, Dolce und Competizione. Zur Auswahl stehen dann drei verschiedene Akkugrößen mit Kapazitäten von 6; 10,5 und 14 kWh. Die Top-Version soll eine Reichweite von bis zu 230 Kilometern bieten - sie ist aber erst ab dem dritten Quartal dieses Jahres verfügbar. Die kleine Batterie hat eine Ladelsitung von 1,35 kW und die beiden größeren Akkus können mit bis zu 2,6 kW geladen werden. Damit ist der Microlino an einer normalen Haushaltssteckdose in ca. 3 - 4 Stunden vollständig aufgeladen.

Das Fahrzeug wiegt je nach Größe der verbauten Batterie um die 500 Kilo und ist damit erheblich leichter als andere Elektro-Kleinstwagen. Dabei muss man allerdings berücksichtigen, dass der Microlino nochmal ein ganzes Stück kleiner ist als ein Smart oder ein e-go. Die Länge beträgt knapp über 2,5 Meter und die Breite ungefähr 1,5 Meter. Mit einer Höchstgeschwindigkeit von 90 kmh darf man sogar auf der Autobahn fahren - da bleibt es aber jedem selber überlassen, ob man sich das zutraut… Eine konkrete Preisliste existiert noch nicht, der Basispreis soll aber bei 12.500 € liegen.

 

Neue Tesla Supercharger Standorte in Deutschland

Tesla hat auf seiner Internetseite die Karte der Supercharger-Standorte aktualisiert. Aktuell sind 125 Standorte verzeichnet, die meisten davon im Süden und Westen des Landes. Allerdings sind zusätzlich zu den aktiven Superchargern 79 weitere Standorte vermerkt, die noch grau unterlegt sind. Das bedeutet, dass diese noch nicht verfügbar sind, aber in naher Zukunft ans Netz gehen werden. Bereits im Frühjahr dieses Jahres ist das Supercharger-Netz im Vergleich zum Jahresbeginn schon um 10% gewachsen. Durch die noch folgenden fast 80 Standorte ist man von einer Verdopplung nicht mehr weit entfernt. Im Hinblick auf die mögliche Öffnung der Supercharger für alle Fremdmarken dürfte dieser rasante Ausbau allerdings dringend notwendig sein, um auch den bisherigen Kunden, also den  Tesla-Fahrern, in Zukunft noch den gewohnten Service bieten zu können.

Grafik: Tesla

Die neuen Standorte werden sich vor allem an den wichtigen Verkehrsachsen und in der Nähe von Großstädten befinden. Besonders auf der A7 z.B. zwischen Seesen und Bispingen gab es bisher eine relativ große Lücke. Auf diesen Routen werden noch in diesem Jahr nach und nach neue Supercharger eröffnet. In den größten Städten Deutschlands wie z.B. Berlin, Hamburg, Köln und München sollen auch im städtischen Bereich neue Supercharger aufgebaut werden. In der bayerischen Hauptstadt und im direkten Umfeld sollen alleine 7 Standorte entstehen.


nextnews: ID.Buzz-Preise, Wer verliert BAFA & neue Fallen, Porsche Akkus, Smart #1, Ladetarife,Lucid

Neuer Smart #1 kommt noch in 2022

Bereits vor ein paar Wochen haben wir den Smart #1 kurz vorgestellt. Damals gab es nur ein paar Außenaufnahmen und das Fahrzeug war auch noch leicht getarnt. Nun hat Smart die Hüllen fallen lassen und wir schauen uns das neue vollelektrische City-SUV nochmal genauer an. Mit seinem zweisitzigen Vorfahren ForTwo hat der neue Smart allerdings nichts mehr gemeinsam. Mit 4,27 Metern ist das Fahrzeug sogar etwas länger als ein ID.3 und ist daher eindeutig der Kompaktklasse zuzuordnen. Gebaut wird das Auto in China, denn mittlerweile ist Smart ein Joint-Venture Unternehmen von Mercedes und dem chinesischen Konzern Geely.

Foto: Smart

Von außen erinnert der #1 etwas an größere SUV’s aus dem Mercedes-Konzern z.B. an den vollelektrischen EQB. Innen präsentiert er sich sehr aufgeräumt, der 12,8 Zoll Bildschirm in der Mitte erinnert ein wenig an das Tesla Model 3 bzw. Model Y.

Foto: Smart

Die wichtigsten Fahrleistungen des Smarts sind auch schon bekannt. Der Akku wird eine Kapazität von sehr großzügigen 66 kWh haben und damit für eine WLTP-Reichweite von 420-440 Kilometern sorgen. Wie man es bereits von den bisherigen elektrischen Smart-Modellen gewohnt ist, wird das Laden mit Wechselstrom mit bis zu 22 kW möglich sein. Bei Gleichstrom soll die Ladeleistung bis zu 150 kW betragen. Ein Ladevorgang von 10 auf 80 Prozent soll damit in unter 30 Minuten möglich sein. Die Motorleistung ist mit 200 kW mehr als ausreichend und die Höchstgeschwindigkeit beträgt 180 km/h. Obwohl der Smart im SUV-Look daherkommt, wird es zunächst nur einen Heckantrieb geben - ob eine Allrad-Variante folgt ist noch nicht bekannt.

Genauere Angaben zum Preis gibt es bisher noch nicht, Medienberichten zufolge könnte der Basispreis zwischen 35.000 € und 40.000 € liegen.

 

Porsche repariert Akkus

Mit steigenden Zulassungszahlen wird die Nachhaltigkeit von Elektroautos zunehmend häufiger in Frage gestellt. Kritiker bemängeln vor allen Dingen die begrenzte Lebensdauer und den hohen Ressourcenbedarf bei der Herstellung der Akkus. Damit Elektroautos in Zukunft nicht nur “vor der eigenen Haustür” lokal emissionsfrei unterwegs sind, sondern auch weltweit zu einem nachhaltigen Umgang mit den endlichen Ressourcen beitragen, hat Porsche jetzt ein umfassendes Reparatur-Konzept für Hochvoltbatterien vorgestellt. Man achte schon bei der Konstruktion des Akkus auf einen einfachen Aufbau, um eine anschließende Reparatur und den Austausch einzelner Zellen möglich zu machen. Laut Aussage des Herstellers kann das Batteriegehäuse geöffnet werden, damit Zellmodule oder andere Komponenten gewechselt werden können. Diese Möglichkeit ist besonders wichtig, da schon eine einzelne defekte Zelle dafür sorgen kann, dass sich die Reichweite des Fahrzeugs stark verringert. Bei Akkus gilt also der altbekannte Grundsatz: Eine Kette ist immer nur so stark wie ihr schwächstes Glied. Um herauszufinden, welche Zelle defekt ist, sind die Porsche-Zentren mittlerweile mit Diagnosegeräten ausgestattet, die den Akkuzustand auslesen können. In Zukunft sollen die Kunden sogar mit einer Smartphone-App den Zustand ihrer Batterie überprüfen können.

nextmove Porsche Taycan Turbo mieten
Foto: Nextmove

Um vorort Akkus reparieren zu können muss in den Porsche-Zentren natürlich die notwendige Infrastruktur geschaffen werden. Der Hersteller spricht hier von so genannten Hochvolt-Stützpunkten, die über spezielle Werkzeuge und natürlich über das speziell ausgebildete Personal verfügen. Da noch nicht jede Werkstatt einen solchen Hochvolt-Stützpunkt hat, werden auch überregionale Hub’s eingerichtet in denen die Batterien repariert werden oder von denen aus mobile Mitarbeiter entsandt werden können.

Ein Reparatur-System mit entsprechend konstruierten Akkus und einer eigens dafür entwickelten Infrastruktur ist aktuell natürlich sehr zu begrüßen. Es bleibt zu hoffen, dass andere Hersteller einen ähnlichen Weg einschlagen, damit die wertvollen Ressourcen bei der stark steigenden Anzahl an Elektroautos auch weiterhin verantwortungsvoll und sinnvoll genutzt werden können.

 

Lucid Air Deutschland-Start

Die Oberklasse-Limousine Lucid Air wird bereits seit einigen Monaten in den USA in geringen Stückzahlen ausgeliefert. Vergleichsweise früh erfolgt jetzt der Schritt nach Europa. In knapp zwei Wochen soll im Zentrum von München das erste Studio eröffnet werden. Presseberichten zufolge will das Unternehmen ab Mitte dieses Jahres in Deutschland die ersten Autos ausliefern. Auch auf Deutschlands Straßen kann man den Lucid Air mit etwas Glück schon beobachten.

Foto: Lucid Motors

 

Flux Mobility zeigt neue Transporter

Moderne Technik im altbekannten Design. Diese Bezeichnung trifft auf die neuen vollelektrischen Transporter von Flux Mobility zu. Das junge Unternehmen aus der Schweiz hat seine umfangreiche Produktpalette an elektrischen Kleintransportern bis 5,5 Tonnen vorgestellt. Die Konfigurationsmöglichkeiten sind sehr umfangreich, die Kunden können zwischen mehreren Radständen und Aufbauten wähen. Die Karosserie wird von MAN geliefert und entspricht daher der des MAN TGE bzw. des VW Crafter. Die Akkukapazität kann dem Einsatzgebiet des Fahrzeugs angepasst werden. Zur Auswahl stehen ein 33 kWh Akku für Kurzstreckenfahrten, ein 66 kWh Akku für einen erweiterten Radius und eine Version mit 99 kWh für größere Distanzen, mit der dann eine Reichweite von bis zu 350 Kilometern möglich sein soll. Bei der Antriebsart steht entweder ein Heck- oder ein Allradantrieb zur Auswahl. Die Motorleistung beträgt 140 kW und die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 130 km/h. Die Ladeleistung ist bei Wechselstrom mit bis zu 22 kW angegeben. Die Version mit dem 99 kW Akku kann mit Gleichstrom mit bis zu 100 kW laden.

Foto: Flux Mobility

nextnews: Tesla Tempolimit, Skoda Wortbruch, E-Auto Diebstahl, Nissan Ariya, KIA EV6 GT, Mach-E

Zulassungszahlen im März

Die Corona-Krise, der Chip-Mangel und der Ukraine-Krieg haben derzeit starke Auswirkungen auf den Automarkt. Im März 2022 wurden insgesant 241.330 PKW neu zugelassen. Im Vergleich zum Vorjahresmonat bedeutet das einen Rückgang von 18%. Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor sind besonders deutlich betroffen: Diesel: -30%, Benzin: -27%, Plug-in-Hybride: -23%.

Doch auch an den Elektroautos geht die Krise nicht spurlos vorüber. Das jährliche Wachstum verlangsamt sich auf lediglich 15%, da einige Hersteller die Produktion im Zuge des Ukraine-Krieges verringern oder ganz stoppen mussten. Insgesamt wurden daher lediglich 34.474 Elektroautos neu zugelassen, was einem Marktanteil von 14% entspricht. Dass der Marktanteil von Elektroautos überhaupt wachsen konnten, liegt an der Marke Tesla. Der Hersteller hat im vergangenen Monat 8045 Fahrzeuge an Kunden ausgeliefert. Daher verwundert es nicht, dass sich Tesla auch im März mit dem Model 3 sowie dem Model Y an die Spitze der Modellstatistik setzt.

Quelle: KBA. Grafik: Nextmove
Quelle: KBA. Grafik: Nextmove

 

Preiserhöhung Model 3

Die Fabrik in Shanghai ist vom Lockdown betroffen und war diese Woche geschlossen. Auch der Hafen in Shanghai könnte zum Nadelöhr werden, denn auch dort gibt es Lockdown-bedingte Einschränkungen. Die Lieferungen von Model 3 und Model Y aus China könnten ausgesetzt oder zumindest reduziert werden. Das Werk in Grünheide steht gerade erst am Anfang und kann das Volumen aus China vermutlich nicht kurzfristig ersetzen.

Für das Model 3 mit Allradantrieb stiegen die Preise in Deutschland im März um 10%. Den Preis vom Basis-Modell hatte Tesla bisher nicht erhöht, u.a. weil eine Preiserhöhung die Förderfähigkeit aller Model 3 gefährdet hätte. Am 01.04.22 hat Tesla jedoch den Preis des günstigsten Model 3 um 7000 € und damit auf 49.990 € erhöht. Eine entsprechende Neulistung bei der BAFA erfolgte bis Redaktionsschluss nicht, ist aber wahrscheinlich bereits von Tesla beantragt.

Konfigurator des Tesla Model 3 nach der Preisanpassung. Quelle: Tesla

Vor dem Hintergrund der Zwangspause in Shanghai konnte man vermutlich nicht länger warten und Tesla versucht jetzt die Nachfrage über den Preis zu reduzieren. Die neue Basis-Variante aller neu bestellten Model 3 wird vermutlich als “Model 3 2022 Europe” gelistet. Der gelistete Netto-Grundpreis wird bei mindestens 44.508,40 € liegen. Des Weiteren erhalten die Kunden aller neu bestellten Model 3 nur noch 5000 € staatliche Förderung.

 

Marktstart Nissan Ariya in Deutschland

Nissan nimmt Bestellungen für den Ariya an und nennt damit auch erste Preise. Zum Marktstart gibt es 3 Versionen und damit einen vereinfachten Konfigurator. Das erleichtert den Anlauf der Produktion. Preislich startet der kleine Akku mit 63 kWh bei 47.490 € und damit knapp unter der Schwelle von 40.000 €. Daher ist das Modell im vollen Umfang förderfähig. Die Basis-Variante bietet einen Frontantrieb mit 160 kW Leistung und eine Reichweite von bis zu 420 Kilometern.

Der Nissan Ariya ist ab sofort auch in Deutschland bestellbar. Foto: Nissan

Bestellstart des neuen KIA Niro EV

Am Montag haben wir den neuen KIA NIRO EV auf unserem YouTube Kanal vorgestellt. Das Auto wurde umfangreich technisch aufgewertet, zumindest in der von uns gezeigten vollen Ausstattung. Zur Ausstattung gehören jetzt ein HUD-Display, eine V2L-Funktion, mehr Platz im Auto und im Kofferraum, eine optionale Anhängerkupplung und weitere Verbesserungen, z.B. eine Vorkonditionierung für den Akku für verbesserte Ladeleistung im Winter. Am Dienstag war der Bestellstart und die finale Preisliste wurde veröffentlicht.

Preislich liegen die Varianten geringfügig über dem Niveau des Vorgängers. Durch die Aufwertungen könnte man KIA aber fast schon eine Preiskonstanz bescheinigen, da der V2L-Adapter ab der mittleren Ausstattungslinie beispielsweise schon zur Serie gehört.

Wenn ihr mehr über den neuen KIA Niro EV erfahren wollt, dann schaut euch gerne unser ausführliches Video an.

Tempolimit für Tesla-Fahrer

In den USA hat Tesla bereits im Mai 2021 das Radar aus den Autos entfernt und setzt für den Autopilot ausschließlich  Kameras ein. Laut Elon Musk geschah dies aus Kostengründen und weil künstliche Intelligenz mit Kameras langfristig besser fahren wird als jeder Mensch. Nun ist es auch in Europa und Asien soweit. Alle Model 3 und Model Y, die im April ausgeliefert werden, haben kein Radar mehr an Board.

Für einen kurzen Zeitraum während dieser Umstellung können Fahrzeuge mit Tesla Vision vorübergehend mit eingeschränkten oder inaktiven Funktionen ausgeliefert werden. Darüber hinaus ist der Lenkassistent auf eine Höchstgeschwindigkeit von 130 km/h und eine längere Mindestfolgedistanz begrenzt. Das bedeutet ein Tempolimit von 130 km/h für Tesla-Fahrer, wenn diese mit Autopilot unterwegs sind.

 


nextnews: 1. April, Tesla Autopilot Urteil, Skoda & Audi Software, Batterie Garantie, Benzinknappheit

Rüge und Klage gegen Teslas Autopilot

Die Marke Tesla ist für viele fest mit dem Begriff Autopilot verbunden. Bereits 2016 hatte Elon Musk angekündigt, ein Tesla-Protoyp werde 2017 voll autonom von Los Angeles nach New York fahren. Inklusive automatisierter Ladevorgänge. Anfang 2018 wurde das Versprechen für die zweite Jahreshälfte erneuert. Und 2020 wurde es für alle Fahrzeuge mit Full Self Driving angekündigt. In der Praxis dauert es erfahrungsgemäß relativ lange, bis den Ankündigungen die versprochenen Funktionalitäten folgen.

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Quelle: nextmove

In unserem Video zum großen Test der neuen VW-Software kommentierten viele Tesla-Besitzer, sie würden sich eine Schilderkennung mit automatischer Übernahme von Tempolimits in die Fahrassistenz wünschen. VW und und viele andere Hersteller bieten das bereits länger an - Tesla jedoch nicht. Der Hersteller verkauft aktuell für das Model 3 und das Model Y in Deutschland “Volles Potenzial für autonomes Fahren” für 7500 €. Jedoch werden auch damit auf Autobahnen keine Schilder erkannt.

Im Tesla-Konfigurator kann das FSD für 7500 € bestellt werden. Quelle: Tesla

In Deutschland hat jetzt ein Tesla-Fahrer den Hersteller wegen Nichterfüllung der versprochenen Autopilot-Funktionalität verklagt und Recht bekommen. Tesla wurde wurde verklagt, ein Model 3 zurücknehmen, weil das sogenannte FSD-Paket (Volles Potenzial für autonomes Fahren) erhebliche Mängel aufweist. Die Einzelheiten und Begründungen zum Urteil erfahrt ihr in unseren nextnews.

Elon Musk hat jedoch auf Twitter reagiert und angekündigt, dass "Full Self Driving" in diesem Sommer verfügbar sein soll. Genauere Angaben zum Termin machte er jedoch nicht.

 

Neuer Kia E-Niro

Vor einigen Wochen hatten wir erste Bilder des neuen KIA e-Niro gezeigt. Beim Lesen der ersten Pressemitteilung drängte sich damals der Eindruck auf, dass nur der Look neu ist und das Autos selbst technisch weitgehend unverändert bleibt. Das liegt daran, dass Kia bisher noch keine Aussagen zu technischen Neuerungen gemacht hat.

Der neue Kia e-Niro ist bald bei uns im Test. Quelle: Kia

Inzwischen hatten wir die Gelegenheit das Auto aus der Nähe anzuschauen und wir sind sicher, dass der erste Eindruck getäuscht hat. Es wird sich jede Menge ändern. Was genau, das erfahrt ihr am kommenden Montag in einem Video.

 

Stolperfalle Elektroauto

Von einer eigenen Wallbox können Elektroauto-Fahrer in Städten oftmals nur träumen. Besonders dann, wenn das eigene Fahrzeug auf einer öffentliche Straße parkt, kann man eigentlich nur auf die öffentlichen Ladesäulen zurückgreifen. Aber dennoch kursieren im Internet immer wieder Bilder von E-Autos, die auf der Straße stehen und aus dem Fenster einer Wohnung mit Strom versorgt werden. Doch ist das überhaupt erlaubt?

Ladekabel können auf dem Gehweg zu einer Stolperfalle werden. Quelle: nextmove

Das Verwaltungsgericht Frankfurt hat dazu im Februar ein Urteil veröffentlicht. Im konkreten Fall ging es um einen E-Auto-Besitzer, der das Ladekabel über einen Bürgersteig verlegen wollte und dafür eine straßenrechtliche Sondernutzung beantragt hat. Das Kabel sollte allerdings nicht ungeschützt auf dem Gehweg verlegt werden, sondern durch eine Kabelbrücke überdeckt werden. Das hätte auf der einen Seite die Stolpergefahr verringert und das Kabel vor Beschädigungen geschützt. Das Gericht hat die Verwendung von Kabelbrücken allerdings nicht für ausreichend befunden, da dennoch ein Hindernis z.B. für gehbehinderte Personen bestehe. Die zuständige Behörde darf deshalb keine Genehmigung erteilen.

 


nextnews: THG-Auszahlung, Aral überholt IONITY, bebende E-Autos, Audi Kleinwagen, BMW iX1,GigaBerlin

Lieferengpässe bei Elektroautos verschärfen sich

Aktuell folgt eine Krise die auf die nächste und wir leben in einer Welt, in der man leider nichts mehr ausschließen kann, was noch schlimmers kommen könnte. Die Klimakrise, die Corona-Pandemie, der Chipmangel, und jetzt ein Krieg in Europa. Absehbar ist seit Putins Ankündigung von dieser Woche, dass Russland Öl und Gas jetzt in Rubel bezahlt haben möchte, dass sich durch unsere Abhängigkeit von Russlands fossiler Energie die Energiekrise weiter verschärfen wird. Es drohen daher Preissteigerungen und Lieferengpässe.

Das hat auch Auswirkungen auf die Autoindustrie und damit auf die Elektromobilität. Bei vielen Herstellern steigen Preise und Lieferzeiten. Bei vielen Marken gibt es besonders für E-Autos feste Kontingente, Beispiele sind Skoda, Seat und zuletzt auch VW für die Modelle ID.3 und ID.4, sowie den E-up. Oftmals dürfen kleine Händler dieses Jahr nur eine einstellige Anzahl von Bestellungen annehmen. Auch der neue ID.5 ist für dieses Jahr bereits ausverkauft, bevor überhaupt das erste Auto bei den Händlern ankam. Bereits zu Beginn des Jahres hatten wir unsere Erwartung geäußert, dass wir dieses Jahr weniger neue E-Autos auf die Straßen bekommen als im Vorjahr. Außerdem wird nicht die Nachfrage der Kunden nach bestimmten Modellen die Zulassungszahlen bestimmen wird, sondern die Lieferfähigkeit einzelner Hersteller. So war im Januar erstmals der Fiat 500 auf Platz 1 der deutschen Zulassungsstatistik. Die Lieferzeiten für Neubestellungen lagen zu Jahresbeginn noch bei 3-4 Monaten.

Die vollelektrische Version des beleibten Fiat 500 ist vorerst nicht mehr bestellbar. Foto: Stellantis

Diese Woche gab es dann einen Rückschlag, nämlich einen Bestellstopp für dieses Modell. Aber auch Renault musste die Notbremse ziehen. Noch vor ca. 2 Wochen hieß es dort selbstbewusst  “(...) im Gegensatz zu einigen namenhaften Wettbewerbern sind wir noch in diesem Jahr lieferfähig.” Um das zu unterstützen gab es eine BAFA-Garantie für alle Kunden, gekoppelt an eine zugesicherte Auslieferung bis zum 20.12. diesen Jahres.

Renault Megane E-Tech Electric
Der Renault Megan E-Tech ist das Flaggschiff unter den Elektroautos von Renault. Quelle: Renault

Und diese Woche heißt es in einer internen Mitteilung an die Händler: “Aktuell sehen wir uns mit einer kurzfristig aufgekommenen Unsicherheit bezüglich Elektro- und Plug-in-Hybridfahrzeugen konfrontiert. Bis zur Klärung sind wir leider gezwungen, vorübergehend die Annahme von Kaufanträgen auszusetzen.” Konkret bedeutet das eine vorübergehende Sperre für Neubestellungen und das schnelle Ende der BAFA-Garantie. Stichtag war der 25.03.22. Immerhin wurde der Bestellstop vorab angekündigt, sodass die Händler noch die Möglichkeit hatten, Kunden die sich gerade im Bestellprozess befinden entsprechend zu informieren. Und offenbar besteht Hoffnung: “Seien Sie versichert, dass wir alles daran setzen werden, die Situation möglichst kurzfristig zu klären.” Betroffen sind alle drei Elektromodelle: Zoe, Twingo und Megane E-Tech.

Vor dem Hintergrund der langen und vor allem unplanbaren Lieferzeiten bei zugleicher Verknappung fossiler Energieträger, drängt sich natürlich die Forderung nach einer Verlängerung von Umweltbonus und Innovationsprämie in gleicher Höhe auf. Wir halten es trotzdem für sinnvoll, die Fördersätze leicht abzusenken und die Haltefrist zu erhöhen. Egal wie man sich im Wirtschaftsministerium entscheidet, die Kunden sollten möglichst kurzfristig Klarheit bekommen und eine neue Förderrichtlinie zum Umweltbonus für 2023 muss eigentlich noch im ersten Halbjahr kommen.

 

VW ID. Produktion startet wieder

Gute Nachrichten gab es diese Woche für alle Kunden die auf eines der folgenden Fahrzeuge warten: VW ID.3, ID.4, ID.5, Cupra Born, Audi Q4 e-tron und Skoda Enyaq. In Zwickau, Dresden und Mlada Boleslav musste die Produktion kurz nach Beginn des Krieges in der Ukraine gestoppt oder heruntergefahren werden. Grund waren ausbleibende Lieferungen von Kabelbäumen aus den Produktionsstandorten des Zulieferers Leonie in der Ukraine. Die Produktion von Kabelbäumen erfordert viel Handarbeit und erfolgt deshalb häufig in Osteuropa. Zwei Drittel der Belegschaft sind Frauen. Am Mittwoch berichtete der Spiegel, dass jetzt die Produktion der Kabelbäume wieder anläuft.

Aktuell sei man bereits im Zwei-Schicht-Betrieb, wobei die Schichten teilweise verkürzt werden. Ukrainische Mitarbeiter, die nach Rumänien geflüchtet sind, würden dort teilweise in anderen Leonie-Werken aufgenommen. Ursprünglich wollte man bei VW in Zwickau im April wieder starten. Laut einem MDR-Bericht, wurde der Start auf den kommenden Montag vorgezogen - zunächst im Zwei-Schicht-Betrieb. Die Gläserne Manufaktur in Dresden produziere ab Mittwoch wieder.  Was den Ausblick angeht hieß es, dass die Produktion in den nächsten Wochen je nach Versorgungslage gesteuert wird.

 

BMW iX1

Im nächsten Jahr soll die Produktion in Leipzig anlaufen und jetzt wurden erste Informationen zum iX1 veröffentlicht. Neben einigen wichtigen Eckdaten gab es auch ein erstes Teaser-Bild, das die Front-Partie des iX1 zeigt. Viel kann man auf dem Bild allerdings nicht erkennen, die Front erinnert ein wenig an den BMW i3. Besonders markant sind hier natürlich auch die Nieren im Kühlergrill.

Erstes Teaser-Bild des BMW iX1. Foto: BMW

Die Reichweite des iX1 gibt BMW mit über 400 Kilometern an.  Laut Prognose des aktuellen Entwicklungsstands liegt die WLTP-Reichweite wohl im Bereich von 413-438 Kilometern.  Zur Akkugröße hat BMW noch keine Angaben gemacht, aber für über 400 Kilometer müssten mindestens 60 kWh verbaut werden.

Der iX1 basiert nicht auf einer reinen Elektro-Plattform, es wird zusätzlich auch einen Verbrenner sowie einen Plug-in-Hybriden als Antrieb geben. Der Verbrenner wird als herkömmlicher X1 schon dieses Jahr verfügbar sein, Plug-in-Hybrid und vollelektrischer Antrieb folgen dann später.

 

Kleinwagen von Audi

Kürzlich hat VW mit dem ID. Life einen Ausblick in die Zukunft von elektrischen Kleinwagen aus dem VW-Konzern gegeben. Nun hat auch Audi die Planung eines elektrischen Kleinwagens angekündigt. Laut Entwicklungsvorstand Oliver Hoffmann sollen bis 2027 in allen Kernsegmenten der Marke vollelektrische Modelle angeboten werden.

Das A-Segment (also die Kleinwagen-Klasse) soll hier vor allen Dingen im Premium-Segment eine wichtige Rolle spielen. Zunächst wird es jedoch für die Verbrenner-Kleinwagen A1 und Q2 keinen Nachfolger geben. Diese Fahrzeugklasse könnte daher bei Audi in den nächsten Jahren vollelektrisch werden. Laut Zulassungsstatistik des KBA wurden im Jahr 2021 von Audi 38 Audi A1 mit rein elektrischem Antrieb zugelassen. Das zeigt, dass der Hersteller schon seit einiger Zeit am Testen ist.

Der beliebte Audi A1 wird vorerst keinen Nachfolger bekommen. Foto: Audi

Allerdings dürfte es unwahrscheinlich sein, dass auf Basis des aktuellen A1 noch ein Elektroauto in Serie gebaut wird, da das Modell ja in Zukunft auslaufen soll.

Wir bei nextmove begrüßen ausdrücklich jegliche Pläne zu elektrischen Kleinwagenn, da wir eine Trendumkehr in der Autoindustrie brauchen. Was Audi angeht, wird man natürlich auch im Kleinwagen-Segment auf Premium statt günstig setzen. Aber Klein ist schon mal gut.


nextnews: Tesla Preisprognose, Audi A6 etron Kombi, Mercedes EQE, BMW i7, Ford, Sion, Carsharing

Neue E-Autos von Ford

Diese Woche hat Ford seine Pläne für die nächsten Jahre konkretisiert. Bis 2024 sollen sieben neue E-Autos in die Produktpalette aufgenommen werden. Bereits eingeführt ist der Mustang Mach-E, den nextmove schon in mehreren Videos vorgestellt hat. 2024 wird der Puma elektrisch kommen. Das Auto ist aktuell Ford's meistverkauftes Modell in Europa. Die Produktion soll dann im rumänischen Craiova anlaufen.

Aktuell gibt es den Ford Puma ausschließlich als Verbrenner - das soll sich aber bald ändern. Foto: Ford

Bereits länger bekannt ist eine Kooperation mit Volkswagen, konkret geht es um zwei neue Modelle auf der Basis von VW's MEB-Plattform. Auch dazu gab es jetzt weitere Daten: Im kommenden Jahr startet in Köln die Produktion eines “mittelgroßen, fünfsitzigen Sport-Crossover” mit 500 Kilometern Reichweite. Auch das zweite Modell auf MEB-Basis soll in Köln gebaut werden und ab 2024 vom Band laufen.

Am Standort Köln sollen insgesamt 2 Milliarden Dollar investiert werden. Die Investition umfasst auch den Aufbau einer neuen Anlage zur Montage von Fahrzeugbatterien. Die weiteren Fahrzeuge sind allesamt Nutzfahrzeuge, basierend auf den bekannten Ford-Modellreihen in den jeweiligen Segmenten. Die Kooperation mit Volkswagen ist zunächst auf sechs Jahre angelegt. Das Volumen wurde gegenüber den bisherigen Planungen auf 1,2 Millionen MEB-Fahrzeuge verdoppelt.

 

Mercedes EQE

Bei Mercedes sind ab sofort die ersten beiden Varianten des neuen EQE bestellbar. Dabei handelt es sich um den EQE 350+ sowie das Topmodell AMG EQE 43 4Matic. Die Listenpreise beginnen ab ca. 70.000 €. Die Variante 350+ ist aktuell förderfähig mit 2975 € vom Hersteller und 5000 € vom Staat, wobei das Modell Stand 17.03.2022 noch nicht auf der BAFA-Liste stand. Für diesen Preis bekommt man dann das Modell 350+ mit einer Leistung von 215 kW und einer Reichweite von 639 Kilometer nach WLTP. Der Verbrauch soll bei um die 16 kWh auf 100 Kilometern liegen, die Ladeverluste sind bei Hersteller-Verbrauchsangaben grundsätzlich schon mit eingerechnet.

Die vollelektrische Alternative zur Mercedes E-Klasse. Foto: Mercedes

Das AMG-Modell startet bei ca. 104.000 €. Der Allradantrieb bietet 350 kW Leistung. Das spiegelt sich allerdings im Verbrauch bzw. der Reichweite wider. Bei einem WLTP-Verbrauch von fast 20 kWh liegt die Reichweite nur noch bei 530 Kilometern, das sind über 100 Kilometer weniger als beim EQE 350+. Beide Varianten haben einen Akku mit einer Kapazität von 90,6 kWh. Es ist wahrscheinlich, dass sich Mercedes für eine später verfügbare, günstigere Einstiegsversion einen kleineren Akku vorbehält. Das würde erklären, weshalb der derzeitige EQE 350 schon ein “Plus” im Namen trägt.

 

Audi A6 e-tron

Gestern präsentierte Audi das seriennahe Concept-Car Audi A6 etron. Sowohl der Sportback als auch der Avant sind knapp 5 Meter lang und basieren auf der neuen PPE-Plattform von Porsche und Audi. Angekündigt sind eine leistungsstarke 800-Volt-Technik, 270 kW Ladeleistung und eine WLTP-Reichweite von bis zu 700 Kilometern. Dafür sorgt zum einen ein großer Akku mit ca 100 kWh Kapazität und ein CW-Wert von ca. 0,22. Die Nutzung der gesamten Fahrzeugbasis macht für den Akku ein relativ flaches Layout möglich.

Foto: Audi

Neben Allradantrieb wird es im Programm auch Basisvarianten mit Heckantrieb geben, die auf minimalen Verbrauch und maximale Reichweite hin optimiert sind. In der Top-Allrad-Variante ist ein Sprint auf 100 km/h in unter vier Sekunden angekündigt. Für normales Laden soll optional ein 22 kW onbaord-Lader angeboten werden. Neben dem A6 will Audi auf dieser Plattform ab dem kommenden Jahr mehrere Fahrzeuge vorstellen.

Die deutschen Wettbewerber setzen in ihren gerade eingeführten Topmodellen Mercedes EQE und EQS, sowie BMW iX aktuell noch auf ein 400-Volt System. Audi kündigt eine Ladezeit von 5% auf 80% in unter 25 Minuten an. Bei BMW und Mercedes sind es aktuell bei etwas größeren Akkus 32 bzw. 34 Minuten.

 

Produktion des Sion

Das Münchner Unternehmen will in diesem Jahr mit der Erprobungsphase der Serienproduktion starten. Diese Prototypen sollen grundsätzlich dem späteren Serienfahrzeug entsprechen, kleinere Änderungen beispielsweise beim Design behält man sich aber noch vor. Die produzierten Prototypen sollen in ein einem weiteren Schritt dann weltweit unter verschiedenen Extrem-Bedingungen getestet werden. Insbesondere die verschiedenen klimatischen Bedingungen dürften bei der Batterie- und vor allem der Solartechnologie besonders interessant sein.

Foto: Sion

Die öffentliche Vorstellung des Sions ist für diesen Sommer geplant - mit der Serienproduktion will das Unternehmen dann im Jahr 2023 beginnen. Der geplante Bruttolistenpreis soll bei 28.500€ liegen. Der LFP-Akku soll mit 54 kWh eine Reichweite von 300 Kilometer ermöglichen. Spannend wird, ob die angekündigten durchschnittlich 112 Kilometer eigene Solar-Ladung pro Wochde in der Praxis zu erreichen sind.

 

Autonom und elektrisch übers Feld

Bei schweren Nutzfahrzeugen, zum Beispiel auch Landmaschinen, galt der vollelektrische Antrieb lange Zeit als eher ungeeignet. Das liegt natürlich an dem extrem hohen Gewicht und dem damit verbundenen Energieverbrauch der Fahrzeuge. Zudem sind Ladestops bei Arbeiten auf dem Feld nicht möglich und die teuren Maschinen müssen in der Saison über viele Stunden ohne Unterbrechung laufen.

Der Landmaschinen-Hersteller John-Deere will mit seinem neuen Prototyp mit dem Namen Sesam 2 nun beweisen, dass Traktoren nicht nur elektrisch, sondern dazu auch noch autonom fahren können.  Der Sesam 2 kann völlig selbstständig und lokal emissionsfrei den Acker pflügen, während sich die Landwirte mit anderen Arbeiten beschäftigen können. Dabei verfügt das Fahrzeug nicht mehr über eine feste Fahrerkabine.

Foto: John Deere

Für Überführungsfahrten z.B. vom Hof zum Feld kann die Maschine eine mobile Fahrerkabine aufnehmen, in der der Fahrer das Fahrzeug im öffentlichen Straßenverkehr bis zum Acker bewegt. Danach wird die Kabine einfach wieder abgesetzt. Für ausreichend Strom sorgt ein 1.000 kWh großer Akku. Dieser ist damit fast 10 mal größer als der eines E-Autos der Oberklasse. Das reicht für einen ganzen Arbeitstag auf dem Feld. Besonders bei sehr großen Ackerflächen dürfte so ein autonomer Traktor eine erhebliche Arbeitserleichterung für den Alltag sein. Noch handelt es sich bei dem Sesam 2 allerdings um einen Prototypen.

 

 

 

 


nextnews: Elektro-Kombi, VW eUp ausverkauft & ID Lieferzeiten, Toyota bZ4X, Tesla, Ladetarife, MG5

Erster vollelektrischer Kombi

In den letzten Wochen hat Nextmove wiederholt darüber berichtet, dass es auf dem Markt  nach wie vor viel zu wenig elektrische Kleinwagen gibt. Doch wie sieht das eigentlich bei vollelektrischen Kombis aus? Bisher gab es in dieser Fahrzeugklasse neben den klassischen Benzinern oder Dieseln nur Plug-in Hybride. Der Hersteller MG will diese Lücke jetzt mit dem MG 5 Electric schließen. Es handelt sich hierbei um einen 4,60 Meter langen Kombi, der mit seinen knapp 480 Litern Kofferraumvolumen in der Kompaktklasse angesiedelt ist und eine vollelektrische Alternative zu den Platzhirschen VW Golf Variant oder Ford Focus Kombi bietet.

Foto: MG

Zum Marktstart im März wird es einen Akku mit einer Kapazität von 61 kWh geben, mit dem nach WLTP eine Reichweite von 400 Kilometern möglich ist. Später soll dann noch ein kleinerer Akku mit 50 kWh folgen, der dann um die 320 Kilometer Reichweite bieten wird. Bei der kleinen Batterie beträgt die Motorleistung 115 und bei der großen 130 kW. Geladen wir der Akku bei Wechselstrom dreiphasig mit bis zu 11 kW und bei Gleichstrom mit bis zu 87 kW. Damit soll man im besten Fall in ca. 40 Minuten von 5 auf 80 Prozent laden können.

Foto: MG

Der MG 5 mit dem 50 kWh Akku soll in der günstigeren Ausstattungslinie “Comfort” nach Abzug aller Förderungen bei 25.920€ starten. Der Aufpreis für den größeren Akku mit 61 kWh beträgt genau 3000€ - daher ergibt sich ein  Einstiegspreis von 28920€ nach Förderung. Nextmove ist schon sehr gespannt auf das Fahrzeug, da der Hersteller beim MG5 eindeutig vom derzeitigen SUV-Trend abweicht und damit zeigt, dass praktische Autos nicht zwangsläufig mehr Bodenfreiheit oder zusätzliche Plastikverkleidung brauchen. Wir glauben, dass das Auto aufgrund des günstigen Einstiegspreises besonders bei jungen Menschen und Familien beliebt sein wird.

 

Bestellstart VW eUp

Nextmove hat das Comeback des VW e-Up als Comeback des Jahres ja bereits am 14. Januar angekündigt. Vergangenen Freitag war es dann soweit und VW hat medienwirksam die Bestellbücher geöffnet. Preislich liegt das nahezu voll ausgestattete Sondermodell Style “Plus” wie von Nextmove angekündigt bei knapp 27000€ Listenpreis.

Abholung blauer Elektroautos VW eUp
Foto: Nextmove

In der Pressemeldung hieß es: “Der e-up! trägt mit seinem Markterfolg zur E-Offensive von Volkswagen bei.” Viele Händler sehen das allerdings anders, denn erwartungsgemäß hat VW trotz der Ausreizung der Preisobergrenze auch dieses Modell wie schon zuvor ID.3 und ID.4 einer Quotierung unterzogen. Die Stückzahlen für die Verkaufsfreigabe der Händler liegen auf dem Niveau des ID.3 und 4. Damit ist die Schlagzeile zum Verkaufsstart nach gut einer Woche bereits wieder überholt und der e-Up ist nach unserer Einschätzung allein durch die Bestellungen von vorgemerkten Interessenten für 2022 wieder ausverkauft.

 

VW reagiert auf Chipmangel

Der Chipmangel und die unterschiedlichen Reaktionen der Hersteller sind nahezu jede Woche ein Thema bei Nextmove. Diese Woche gibt es gravierende Einschnitte bei Volkswagen zu vermelden. In den vergangenen Tagen gab es umfangreiche Umstellungen im Konfigurator für die ID-Modelle. Für die Modelle ID.4 und ID.5 ist beispielsweise kein Infotainmentpaket Plus mehr bestellbar. Der wichtigste Bestandteil dieses Pakets ist das Head-Up-Display, dass bei der Markteinführung der Modelle noch zentrales Argument des Marketings für die neuen MEB-Modelle war. Für den ID.3 ist das Paket allerdings noch bestellbar.

Hintergrund dieser Umstellungen ist der Chipmangel. Und natürlich ist das auch der Grund für lange Lieferzeiten und Verschiebungen der Liefertermine von bereits bestellten Fahrzeugen. Dazu heißt es am 18. Februar in einer internen VW-Mitteilung an das Händlernetz: “Durch die aktuelle Situation bei der Verfügbarkeit von Halbleitern ergibt sich auch bei den ID.-Modellen ein steigender Bestellbestand von noch nicht zur Produktion eingeplanten Fahrzeugen und verlängerten Lieferzeiten.”

Der Baukasten an Maßnahmen wird nun erweitert.

  • Wegfall von preisgünstigen Basismodellen.
  • Preiserhöhungen im Modelljahreswechsel.
  • Quotierung der Auftragsannahme.
  • Ausdünnen relevanter Pakete im Konfigurator.
  • Und jetzt neu: Änderungen von bestehenden Bestellungen!
  • Dazu heißt es in der internen Mitteilung:

“Nichtsdestotrotz können bei Verzicht folgender Pakete Fahrzeuge kurzfristig gebaut werden:” Konkret können Kunden, die auf ihr Auto warten, beim Händler unter dem Stichwort “Ausstattungsanpassung” ihre laufende Bestellung entsprechend zusammenstreichen, um deutlich früher ein Auto zu bekommen.

Folgende Ausstattungsoptionen sind davon betroffen:

Quelle: VW

 

Tesla Supercharger-News

Nach dem offenbar erfolgreichen Testlauf an ausgewählten Superchargern in den Niederlanden hat Tesla nun alle Supercharger für Elektroautos anderer Marken freigegeben. 35 Supercharger Standorte im Land sind nun für jedes E-Auto mit einem CCS-Anschluss nutzbar. Das einzige was es dazu braucht ist die Tesla-App. Jede Ladestation hat eine Plakette mit einer Kennung am Sockel. Wenn z.B. das Kabel von Ladesäule 2A gestartet werden soll, muss diese in der Tesla-App ausgewählt werden. Ab dann hat der Nutzer zwei Minuten Zeit, um den Vorgang zu starten.

Laut der Homepage von Tesla dürfen derzeit nur Elektroautofahrer aus den Niederlanden, Frankreich, Norwegen, Deutschland und Belgien dieses Angebot nutzen. In den Niederlanden werden für das Laden von Gelegenheitsnutzern 69 bis 71 Cent aufgerufen. Wer ein Abo mit 13 Euro Monatsgebühr abschließt, lädt zum gleichen Preis wie die Tesla-Fahrer. In den Niederlanden sind das aktuell weniger als 30 cent pro kWh.

Verkaufstart Toyota bZ4X

Weltweit ist man bei den Stückzahlen Marktführer, bei rein elektrischen PKW hat sich der Hersteller allerdings lange Zeit zurückgehalten. Jetzt beginnt die Elektro-Offensive auch bei Toyota. Das erste  Modell ist der bZ4X. Hier sind die wichtigsten Daten zum Marktstart im März. Es gibt eine Akkugröße mit 71,4 kWh für Reichweiten im Bereich von 410 bis 450 Kilometern nach WLTP. Angeboten wird ein Heckantrieb mit 150 kW Leistung und eine Allrad-Version mit 160 kW. Für beide Varianten gibt es eine optionale Anhängerkupplung für bis 750 kg Zuglast.

Foto: Toyota

Die Listenpreise beginnen in Deutschland bei 47.490€ für den Heckantrieb. Der Allrad kostet 3000€ Aufpreis. Ein Comfort und Technik-Paket sind für 3900€ bzw. 3700€ erhältlich. Ein Panoramadach und Metallic-Zweifarblackierung für zusammen 1900€ runden die Ausstattungsliste ab. Voll ausgestattet landet man als Kunde bei einem Listenpreis von ca. 60.000€. Alle Ausstattungsdetails sind allerdings noch nicht bekannt.


nextnews: VW ID.Buzz Varianten, Jeder 10. Tesla fällt durch, Smart #1, Zulassungszahlen, Erlkönige

ID.Buzz Vorschau

Am 9. März findet nach langem Warten die Weltpremiere des VW ID.Buzz statt. Nextmove erwartet zum Start nur eine Motorisierung, und zwar den bekannten Heckantrieb mit 150 kW Leistung und dem Akku mit einer Kapazität von 77 kWh. Beim Cargo wird es Varianten mit jeweils zwei oder drei Sitzplätzen geben. Bei der sogenannten "People-Variante" kommt zum Start ein Fünfsitzer. Das Auto ist mit 4,70 Metern Länge und einem Radstand von 3 Metern in diesem Segment vergleichsweise kompakt und daher nur 12cm länger als ein ID.4.

Zwar noch leicht getrant, dennoch erkennt man die dynamische Form des ID. Buzz. Foto: Martin Meiners, Volkswagen

Beim Preis hatten Medien letzte Woche zunächst die Marke von 60.000€ zum Einstieg vermeldet. Nextmove hat erfahren, dass der Einstiegspreis im Bereich von 55.000€ Listenpreis liegen wird. Beim Cargo kann von einem einem Preis von um die 47.000€ ausgegangen werden. Außerdem platziert sich das Auto damit im Netto-Basispreis unterhalb der 40.000€- Marke und qualifiziert sich daher für den vollen staatlichen Umweltbonus. Die ersten Kunden können so den Cargo nach Abzug des Umweltbonus zumindest dieses Jahr für unter 38.000€ kaufen. Nächstes Jahr wird die Förderung aller Voraussicht nach abgeschmolzen.

Aus der Sicht von Nextmove differenziert sich VW mit dem Buzz klar von den Wettbewerbern, die aktuell vor allem aus dem Stellantis-Konzern kommen und in der Gesamtbetrachtung des Marktes momentan eher als Exoten eingeordnet werden müssen. Der ID. Buzz wird in den Zulassungszahlen wahrscheinlich eine ganz andere Rolle spielen, als die bisherigen Wettbewerber. Der frische Auftritt wird unterstützt von einer mutigen Farbpalette. Weiß, Grau und Schwarz sind nicht mehr zeitgemäß. Der ID.Buzz kommt zum Start in sechs Farben, darunter auch ein Limonengelb, Orange Metallic und ein helles Grün Metallic. Außerdem sind vier verschiedene Kombilackierungen mit weiß verfügbar. Auch eine schwenkbare Anhängerkupplung ist zum Verkaufsstart optional erhältlich, zur Zuladung gibt es noch keine näheren Informationen.

Foto: Volkswagen

Als Ersatz für den Langstrecken-Familienvan ist ist das Auto mit dem 77 kWh Akku gerade in Deutschland allerdings nur bedingt geeignet. Auch wenn die WLTP-Reichweite über 400 Kilometer beträgt, bedeutet das im Realbetrieb auf der Autobahn, dass man Etappen von maximal 200 Kilometern zwischen den Ladestops fahren kann. Allerdings könnte VW in naher Zukunft beim Akku noch aufrüsten, da das Fahrzeug auf der MEB-Plattform basiert und somit bei Akku und Motorisierung flexibel ausgelegt ist. Mit hoher Wahrscheinlichkeit kommt noch ein kleinerer und ein größerer Akku, der dann ca. 100kWh bieten wird und voraussichtlich über 500 Kilometer WLTP-Reichweite ermöglicht. Dazu wird es auch einen Allradantrieb im Angebot geben.

 

Zulassungszahlen im Januar

Nach dem starken Dezember wurden im Januar nur vergleichsweise wenige Elektroautos zugelassen. 20.892 Neuzulassungen sind zwar ein Plus von 28% gegenüber Januar 2020 aber dennnoch deutlich weniger als im Durchschnitt des Jahres 2021. Auf den vorderen Plätzen gab es in diesem Monat trotzdem große Überraschungen. Zum ersten Mal auf Platz 1 befindet sich der Fiat 500 und damit ein Vertreter der Kleinstwagenklasse. 1261 Fahrzeuge hätten im Dezember gerade mal für Platz 12 gereicht. Ebenfalls zum ersten Mal auf einen vorderen Platz schafft es der Kleinwagen Opel Corsa mit 1051 Neuzulassungen. Im Jahr 2021 hat es für den Corsa nur für Platz 11 gereicht.

Quelle: KBA; Grafik: nextmove

 

Jedes zehnte Model S fällt beim TÜV durch

Die Zahl der Elektroautos auf unseren Straßen ist in den letzten beiden Jahren stark angestiegen. Aber bisher gab es kaum Erfahrungen dazu, wie technisch zuverlässig und vor allen Dingen sicher E-Autos im Alltag eigentlich sind. Das liegt vor allem daran, dass PKWs nach ihrer Neuzulassung erst nach 3 Jahren zum ersten mal zur Hauptuntersuchung müssen. 2021 betraf das erstmalig die Fahrzeuge, die im Jahr 2018 zugelassen wurden. Im Zeitraum von Juni 2020 bis Juni 2021 hat der TÜV über 5000 Elektroautos geprüft und konnte deshalb zum ersten Mal Statistiken für einige Modelle erstellen.

nextmove smart fortwo Elektroauto in Leipzig
Der Smart ForTwo ED macht beim TÜV-Report unter den Elektroautos die beste Figur. Foto: nextmove

Am besten schneidet bei diesem Vergleich der Smart Fortwo ED mit einer Mängelquote von 3,5% ab. Das bedeutet, dass 3,5% der Fahrzeuge “erhebliche Mängel” hatten und daher keine Plakette bekommen haben. Auf dem 2. Platz befindet sich der BMW i3. 4,7% der Autos hatten “erhebliche Mängel”. Platz 3 belegt  mit einer Mängelquote von 5,7% der Bestseller Renault Zoe. Der Zoe hatte überdurchschnittlich häufig Probleme mit der Beleuchtung und den Achsaufhängungen.

Der letzte Platz in diesem Vergleich geht an das Tesla Model S. Mehr als jedes 10. genauer gesagt: 10,7% der Fahrzeuge fallen bei der HU durch und bekommen daher keine Plakette. Schuld an diesem schlechten Ergebnis sind in vielen Fällen defekte Querlenker und Mängel bei der Beleuchtung.

nextmove Tesla Model S grau
In der Flotte von nextmove gab es beim Tesla Model S bisher keine Auffälligkeiten bei der Hauptuntersuchung. Foto: nextmove

Ein Problem, dass viele Besitzer von Elektroautos haben, sind korrodierte Bremsscheiben. Aufgrund der Rekuperation, die in vielen Fahrsituationen bereits genügend Verzögerung erzeugt, wird die Bremsanlage viel seltener und auch geringer beansprucht. Deshalb rosten die Bremsscheiben teilweise so stark, dass auch kein Freibremsen mehr hilft und die Bremse erneuert werden muss.

Getuntes Tesla Model 3 aus der nextmove-Flotte - Räderwechsel
Besonders die hinteren Bremsscheiben werden bei Elektroautos oftmals zu wenig beansprucht und rosten daher stark. Foto: nextmove

 

Neuer Smart aus China

Bereits im letzten Jahr wurde bekannt, dass der Smart ForTwo und der etwas größere Forfour in naher Zukunft auslaufen und keinen direkten Nachfolger  mehr bekommen. Trotzdem will Smart im Segment der elektrischen Kleinwagen stark bleiben bzw. noch stärker werden. Dazu wird die Marke Smart zu einem Gemeinschaftsunternehmen von Mercedes und dem chinesischen Geely-Konzern. Die seriennahe Studie, die noch dieses jahr auf den Markt kommen soll, trägt den Namen #1. Hierbei handelt es sich um einen Kleinwagen im SUV Look, dessen Design etwas an die verwandten aber deutlich größeren Modelle von Mercedes erinnert. Im Vergleich zu den bisherigen Smart-Modellen wird der neue mit einer Länge von knapp 4,3 Metern und einer breite von 1,9 Metern deutlich größer.

Der cW-Wert des #1 beträgt lediglich 0,29. Foto: Smart

Entwickelt und produziert wird das Fahrzeug in China. Dort liefen vor kurzem bereits die ersten Härtetests. Bei Temperaturen von ca. -40 Grad habe das Fahrzeug laut Smart bewiesen, dass das Batterie-Managementsystem auch bei extrem niedrigen Temperaturen für eine optimale Betriebstemperatur des Akkus sorgt. Nähere technische Details zum Akku oder zum Antrieb gibt es allerdings noch nicht. Die Reichweite soll aber deutlich höher ausfallen, als bei den bisherigen Modellen ForTwo oder ForFour.

Laut Smart brachten die Härtetests in China bei -40 Grad postive Erkenntnisse. Foto: Smart

Mit dem #1 hat Smart natürlich nach wie vor die urbane Zielgruppe im Visier, die Fahrzeuge der Kleinwagenklasse kauft. Und das ist aus Sicht von nextmove auch wichtig, da elektrische Kleinwagen auf dem europäischen Markt immer noch Mangelware sind und von den Kunden daher besonders stark nachgefragt werden. Der #1 könnte also ein richtiger und wichtiger Schritt hin zur Elektrifizierung der Kleinwagenklasse sein.


nextnews: Gratis-Laden, BAFA Fördertopf, harte VW-Quoten, Tesla Sheriffs, BMW i4, Skoda Enyaq

Begrenzte BAFA-Förderung

Dazu hat nextmove in letzter Zeit einige Fragen von besorgten Zuschauern erreicht. Hintergrund ist folgender Satz im Gesetz: “Sofern die nach dem Wirtschaftsplan des EKF zur Verfügung stehenden Mittel ausgeschöpft sind, können keine weiteren Fördergelder bewilligt werden.” Konkret bedeutet das: Es richtet sich nach dem Datum der Antragstellung. Wenn die Mittel aufgebraucht sind, dann geht der Antragsteller leer aus. Das Problem besteht darin, dass der Antrag erst dann gestellt werden kann, wenn das Fahrzeug zugelassen ist.

Aktuell können aber nur wenige Hersteller mit Gewissheit sagen, wann ein Auto bei einer frei konfigurierten Bestellung überhaupt dem Kunden ausgeliefert wird. Der Teilemangel ist eine große Herausforderung für die gesamte Branche. Das birgt grundsätzlich die Gefahr, dass man als Kunde keine Förderung erhält.  ADAC Verkehrspräsident Gerhard Hillebrand sagte: "Lieferschwierigkeiten der Hersteller dürfen nicht zum finanziellen Nachteil für Verbraucher werden. Insofern tritt der ADAC dafür ein, dass bei Abschluss eines Kauf- oder Leasingvertrags eine Möglichkeit zur Reservierung der Fördersumme eingeräumt wird. Diese Zusage sollte für mindestens 12 Monate gelten.” Das ist allerdings nicht neu, denn genau dieses sogenannte "zweistufige Antragsverfahren" gab es schon einmal zum Beginn des Förderprogramms. Es führte aber zu sehr viel Mehraufwand und deutlich längeren Bearbeitungszeiten. Deshalb hatte man davon Abstand genommen und den Prozess optimiert.

Für Sicherheit kann an dieser Stelle nur die Politik sorgen und nach der Einschätzung von nextmove gibt es bereits eine klare Aussage dazu im Koalitionsvertrag. “Insbesondere aufgrund bestehender Auslieferungsschwierigkeiten der Hersteller bei bereits bestellten Plug-In-Hybrid-Fahrzeugen werden wir die Innovationsprämie zur Unterstützung der Anschaffung elektrischer PKW unverändert nach der bisherigen Regelung bis zum 31. Dezember 2022 fortführen.” Rechtlich bindend ist das allerdings nicht.

Die Einschätzung von nextmove zu diesem Sachverhalt: Für Autos die in diesem Jahr noch zugelassen werden, braucht man sich keine Sorgen zu machen. Sollte der Fördertopf im Laufe des Jahres ausgeschöpft sein, wird er vermutlich neu aufgefüllt. Gleiches wurde auch beim KfW- Förderprogramm für Wallboxen getan.

Aber selbstverständlich besteht für alle Käufer das Risiko, dass ihr Auto aufgrund der Lieferschwierigkeiten erst nach dem 31. Dezember zugelassen wird. Wer sich in diesen Tagen für den Kauf oder Leasing eines Elektroautos entscheidet, der sollte sich genau über die Lieferzeiten informieren, da die Förderung im Jahr 2023 mit großer Wahrscheinlichkeit abgeschmolzen wird.

 

Händler-Quoten für ID. Fahrzeuge

nextmove hatte bereits im letzten Blog-Beitrag über die starken Lieferprobleme beim VW ID.3 berichtet. Kunden die sich erst in den nächsten Wochen für den einen Kauf eines ID.3 entscheiden müssen damit rechnen, dass ihr Fahrzeug in diesem Jahr nicht mehr ausgeliefert wird. Aufgrund der angespannten Situation gibt Volkswagen seinen Händlern jetzt jährliche Verkaufs-Quoten für den ID.3 und den ID.4 vor. Diese sollen für Bestellungen ab dem 04.02.2022 gelten. Das Coupe-Modell ID.5 kann bisher noch unbegrenzt verkauft werden. Die jeweilige Quote für den Händler bemisst sich dabei an der Anzahl aller jährlich verkauften Fahrzeuge.

Händler-Umsatz ID.3 ID.4
(Anzahl gesamt) (Anzahl) (Anzahl)
bis 199 5 6
bis 499 7 12
bis 999 15 25
> 1.000 35 50
Grauer ID.3 - nextmove
Grauer ID.3. Quelle: nextmove

 

Tesla sucht Lade-Sheriffs

nextmove hatte bereits vergangenen Sommer über den Einsatz von Stauhelfern an einigen Tesla Superchargern berichtet. Da sich der Bestand an Tesla-Fahrzeugen in den letzten Monaten strak erhöht hat, plant der Hersteller nun diesen Service verstärkt anzubieten

Quelle: Insider-Postfach von nextmove

In einer Stellenausschreibung sucht Tesla freiwillige Instruktoren für über 30 deutsche Supercharger. Das interne Dokument trägt den Namen “Infoblatt Tesla Supercharger Valet Service”. Neben grundsätzlichen Erläuterungen zur Funktionsweise des Supercharger Netzwerks gibt es sehr konkrete Handlungsanweisungen für Stau-Situationen an Superchargern. Die vollständige Stellenbeschreibung kann unter folgendem Link heruntergeladen werden:

Infoblatt Tesla Supercharger Valet Service 2022_geschwärzt

 

Gratis-Laden am Tesla-Supercharger

Eine digitale Reaktion von Tesla auf bevorstehende Staus erhielten Tesla-Kunden am 04.02.2022. Gratis-Laden während der Winter-Urlaubszeit in den Nebenzeiten. Auf der Tesla-Website wurde eine umfangreiche Liste mit den betroffenen Reiserouten und Standorten veröffentlicht. Betroffen sind fast 70 Standorte in Frankreich, Deutschland, Schweden und Norwegen. Die kostenlosen Tage sind zeitlich in den Ländern unterschiedlich verteilt, aber immer Freitag bis Sonntag in den Nachtstunden. In Deutschland gilt das Gratis-Laden vom 18. Februar bis 6. März vor 8:00 Uhr und nach 19:00 Uhr an 31 Standorten. Es dürfte also nicht nur tagsüber voll werden, sondern auch in den Nachtstunden.

 

Rückruf für BMW-Topseller?

Seit gut einem halben Jahr ist das vollelektrische Gran Coupe von BMW mittlerweile auf dem Markt und jetzt könnte schon der erste Rückruf anstehen. Die Europäische Kommission warnt mit Hilfe ihres Systems “Safety Gate” vor einer erhöhten Brandgefahr des i4 im Falle eines Unfalls. Das “Safety Gate” ist ein Schnellwarnsystem auf dem in kürzester Zeit europaweit vor gefährlichen Produkten gewarnt werden kann.

In der Warnmeldung wird darauf hingewiesen, dass bei Fahrzeugen im Produktionszeitraum vom 15. September bis 30. November 2021 der Crash-Schutz für die Hochvoltbatterien fehlen könne. Es könnte im Falle eines Aufpralls zu einem Kurzschluss kommen durch den dann ein Brand entstehen kann.

Quelle: BMW

Medienberichten zufolge sind allerdings nur 315 Fahrzeuge insgesamt von dem Fehler betroffen, 69 davon in Deutschland. Bei dem Großteil der betroffenen Autos handelt es sich offenbar um Vorserienfahrzeuge, die gar nicht an Endkunden ausgeliefert wurden. Momentan ist der Hersteller dabei die Fehler zu beheben. Die Prüfung, ob der verbaute Crash-Schutz unvollständig ist, soll ca. eine Stunde dauern, die Nachrüstung soll dann nochmal um die sieben Stunden in Anspruch nehmen. Ob in Deutschland aufgrund der geringen Anzahl an betroffenen Fahrzeugen noch eine offizielle Rückrufaktion des KBA’s erfolgt, ist noch nicht klar.

 

Skoda Enyaq Coupe

Skoda hat vor wenigen Tagen in Prag den Enyaq als Coupe-Variante offiziell vorgestellt. Bereits zu Beginn des Jahres hatte der Hersteller eine Design-Skizze veröffentlicht, die einen Vorgeschmack auf den tschechischen Bruder des ID.5 geben sollte.

Quelle: Skoda

Wie auch beim ID.5 sind die großen Unterschiede erst ab der zweite Hälfte des Fahrzeugs zu erkennen. Ab der B-Säule fällt die Dachlinie nach hinten ab und verleiht der Karosserie so seine Coupe-Form. An der Front des Fahrzeugs gibt es auch einen kleinen Unterschied: Der beleuchtete Frontgrill mit dem Namen „Crystal Face“ ist beim Coupe serienmäßig verbaut. Beim SUV ist er nur gegen Aufpreis erhältlich.

Quelle: Skoda

Beim Enyaq Coupe kann der Kunde anders als beim Konzernbruder von VW zwischen zwei verschiedenen Akkus wählen. Im Angebot gibt es die Batterien mit einer Kapazität von 58 bzw. 77 kWh. Bei dem Modell iV80, also mit dem größeren Akku wird nach WLTP eine Reichweite von 545 Kilometern angegeben, dass sind 11 Kilometer mehr als beim SUV. Insgesamt stehen 4 verschiedene Motorisierungen mit einer Leistung von 132 kW bis 220 kW im RS-Modell zur Verfügung. Das Kofferraumvolumen beträgt 570 Liter und ist daher fast identisch mit dem des SUV.


nextnews: Tesla überrascht, Ende für BMW i3, Akkuwechsel, Laderoboter, Model Y AHK, Classic Mini

Vorerst keine neuen Modelle von Tesla

Alle, die sich bereits auf den Tesla Roadster oder den Smi Truck freuen, müssen sich noch einige Zeit gedulden. Der Start beider Modelle wurde zunächst auf das Jahr 2023 verschoben. Und noch eine schlechte Nachricht gab es für diejenigen, die auf den bereits für 2020 angekündigten Einstiegs-Tesla warten: Elon Musk äußerte sich dazu folgendermaßen:

Der Cybertruck von Tesla wird voraussichtlich erst 2023 ausgeliefert. Quelle: Tesla

"Wir arbeiten derzeit nicht an einem 25.000-Dollar-Auto. Irgendwann werden wir das tun. Wir haben im Moment aber zu viel um die Ohren.“ Dafür soll "Full Self Driving" dieses Jahr endlich abgeschlossen werden.  Und die Entwicklungskapazitäten, werden von den Autos weg, hin zu einem anderen Produkt verschoben. "Was die Priorität der Produkte angeht, so denke ich, dass die wichtigste Produktentwicklung, die wir in diesem Jahr machen, der humanoide Roboter Optimus ist."

"Ich denke, 'Tesla Optimus' hat das Potenzial, mit der Zeit bedeutender zu werden als das Fahrzeuggeschäft. Wenn man über die Wirtschaft nachdenkt, ist die Grundlage der Wirtschaft Arbeit. Investitionsgüter sind destillierte Arbeit. Was passiert also, wenn es keinen Mangel an Arbeitskräften gibt? Ich bin mir nicht sicher, was eine Wirtschaft an diesem Punkt überhaupt bedeutet. Genau darum geht es bei Optimus. Also, sehr wichtig."

Laderoboter von Continental

Der Autozulieferer Continental und das Startup Volterio entwickeln gemeinsam einen intelligenten Laderoboter. Bis Mitte 2022 soll bereits ein seriennahes Gerät entwickelt werden. Das System besteht dabei aus zwei Komponenten: Eine Einheit befindet sich am Unterboden des Fahrzeugs und ist mit der Hochvoltbatterie verbunden. Das Gegenstück dazu ist fest auf dem Parkplatz des Autos, z.B. in der Garage installiert.

Quelle: Continental
Das System kann auch bei vielen bereits hergestellten Elektroautos eingebaut werden. Quelle: Continental

Wenn das Fahrzeug auf dem Parkplatz abgestellt wird, verbinden sich beide Bauteile über ein Funksignal miteinander. Der große Vorteil dabei ist, dass man als Fahrer nicht zu 100% genau über dem Laderoboter parken muss, da das Gerät eine Abweichung von bis zu 30cm korrigieren kann. Da die Steckverbindung zwischen dem Roboter und der Schnittstelle kegelförmig gestaltet wurde, spielt es auch keine Rolle, wenn der Parkplatz nicht komplett ebenerdig ist und das Fahrzeug daher etwas schräg steht.

Ein Hyundai Ioniq 5 fährt auf einen Parkplatz mit Laderoboter. Quelle: Continental

Laut den Herstellern ist die physische Verbindung beim Laden ein weiter Vorteil der Technologie. Anders als beim induktiven, also kabellosen, Laden seien die Ladeverluste erheblich geringer.

Zunächst sollen die Laderoboter für den Einsatz in privaten Haushalten mit einer Ladeleistung von 22 kW Wechselstrom bereitgestellt werden. Ein System für den öffentlichen Parkraum mit höherer Ladeleistung von mehr als 50 kW Gleichstrom sei aber auch schon in der Planung. Die Schnittstelle am Fahrzeug lässt sich laut Hersteller auch bei den Bestandsflotten vieler Elektrofahrzeuge nachrüsten.

 

Classic Mini mit Elektroantrieb

Der Mini-Hersteller BMW bietet Fahrern eines alten Minis eine Umrüstung vom Verbrenner- auf den Elektroantrieb an. Und das obwohl der classic Mini anfangs gar nichts mit BMW zu tun hatte, sondern von einem Zusammenschluss einiger britischer Autohersteller verkauft wurde. Erst seit 1994 gehört die Marke Mini zur BMW-Gruppe. Ein Projektteam von Mini aus Großbritannien hat für den kultigen Kleinwagen jetzt ein Paket zur Umrüstung entwickelt.

Quelle: BMW Group

Bei dem Umbau erhält der Mini laut BMW einen Elektromotor mit einer Dauerleistung von 90 kW. Dieser dürfte dem kleinen und vor allem relativ leichten Auto sehr gute Fahrleistungen verleihen. Die Kapazität des Akkus ist allerdings noch nicht bekannt, die Reichweite soll nach eigenen Angaben rund 160 Kilometer betragen.

Quelle: BMW Group

Eine Möglichkeit zum Schnell-Laden wird es wohl nicht geben, BMW spricht hier von einer Ladeleistung von bis zu 6,6 kW bei Wechselstrom. BMW will mit der Umrüstung zeigen, wie auch bereits relativ alte Fahrzeuge zukunftsfähig gemacht werden können, um den Kreislauf eines Fahrzeuglebens nachhaltiger zu gestalten. Der Umbau zum Elektroauto soll aber kein Endgültiger Abschied vom Verbrennungsmotor sein. Wer den Klang des Motors und den Geruch der Abgase irgendwann vermisst, der soll sein Fahrzeug auch wieder zurückrüsten können.

 

Akku-Wechsel

Für die allermeisten aktuellen E-Auto-Fahrer sind Akku-Wechselstationen eine wenig sinnvolle Idee, da sie zu sehr an den klassischen Tankvorgang angelehnt ist. Aber gerade Menschen, die noch nicht elektrisch fahren wünschen sich soetwas. Der chinesische Batteriehersteller CATL hat jetzt eine Batterietausch-Lösung vorgestellt, die allen Herstellern offenstehen soll. Das System besteht aus Akkublöcken, Wechselstationen und einer App. Fahrzeug und Batterie werden dabei als getrennte Einheiten betrachtet und die Batterie soll gemeinschaftlich genutzt werden. Der Akku wird also nicht mehr gekauft, sondern gemietet. Damit sollen eine Reihe von Problemen vermieden werden, die einige noch vom Umstieg abhalten: Reichweitenangst, lange Ladezeiten, das Hantieren mit Kabeln und die hohen Anschaffungskosten von Elektroautos. „Choco-SEB“ heißen die einzelnen Batterieblöcke und erinnern vom Aussehen her an eine Tafel Schokolade.

Die Choko-Seb's erinnern an Schokoladentafeln. Quelle: CATL

Einer dieser Blöcke soll bis zu 200 Kilometer Reichweite bieten. Autofahrer können in den Wechselstationen je nach Bedarf 1 bis 3 Blöcke entnehmen. Für den Alltag in der Stadt genügt ein Block, für längere Fahrten dann zwei oder drei. Natürlich können die Akkus auch ganz herkömmlich aufgeladen werden.

Akkuwechselstation. Quelle: CATL

Elektroautos mit möglichst großem Akku zu kaufen, den man vielleicht nur auf ein oder zwei Urlaubsfahrten im Jahr braucht, könnte so der Vergangenheit angehören. Im Alltag benötigt man in der Regel nur einen Bruchteil der verfügbaren Akkukapazität. Die Fahrzeuge werden dadurch leichter und deutlich günstiger in der Anschaffung. Und sie verbrauchen im Alltag auch weniger Strom.

Laut CATL soll Choco-SEB nicht nur für künftige Fahrzeuge passen. Das System soll mit 80 Prozent der weltweit auf dem Markt befindlichen Fahrzeugmodelle auf einer BEV-Plattform kompatibel sein und mit 100% der Modelle, die in den kommenden drei Jahren auf den Markt kommen. Eine Wechselstation soll eine Fläche von drei Parkplätzen einnehmen und kann bis zu 48 Schoko-Blöcke aufnehmen. Der Austausch eines einzelnen Blocks soll nur eine Minute dauern.

 

Tesla Model Y: Erhöhung der Zuladung

In unserem Artikel vom 21.01.2022 haben wir bereits über eine anstehende Erhöhung der Zuladung des Tesla Model Y berichtet. Diese Woche wurden die ersten Fahrzeugpapiere an Kunden gesendet und ein entsprechendes COC-Papier wurde auch der Redaktion zur Verfügung gestellt

Die Neuerung ist an den Endziffern der jeweiligen Schlüsselnummer in der Typengenehmigung zu erkennen. Bisher stand dort eine "19", jetzt ist eine "21" vermerkt. Des Weiteren steht im Zahlenwerk jetzt ein zulässiges Gesamtgewicht von 2619kg. Daraus resultiert eine Zuladung von 490kg zusätzlich zu einem 75kg schweren Fahrer. Der Grund für die Möglichkeit zur Erhöhung ist konkret nicht bekannt. Vermutet wird jedoch eine verbesserte Bremsanlage der Fahrzeuge, also eine Hardware-Anpassung.

Quelle: Insider-Postfach von nextmove

Die Fahrzeuge für eine Auslieferung im Februar kommen noch aus China, erkennbar an den ersten Stellen "LRW" in der Fahrzeugidentifikationsnummer. Dass diese Änderung aber auch für Fahrzeuge aus deutscher Produktion Anwendung finden wird ist hoch wahrscheinlich, denn einige der ersten Testwagen mit deutschen VIN's wurden in Norwegen gesichtet. Aus den dortigen Zulassungsdokumenten ergibt sich ebenfalls eine erhöhte Zuladung.

 

Tesla Model Y: Anhängerkupplung

Seit August 2021 warten deutsche Kunden auf die versprochene Möglichkeit zur Nachrüstung einer Anhängerkupplung. Nun gibt es endlich eine Lösung: Im "Tesla Fahrer & Freunde" Forum zeigte ein Benutzer als offenbar erster glücklicher Kunde in Deutschland seine bei Tesla nachgerüstete Kupplung.

Quelle: Thorffisch (TFF-Forum)

Der Preis liegt bei 1380€ und die Zuglast beträgt 1600kg. Die abnehmbare Anhängerkupplung wird hinter der serienmäßig vorgesehen Öffnung im Stoßfänger platziert. Im Bild der Rückfahrkamera ist der Kugelkopf sichtbar. Das erleichtert das zentimetergenaue Ansteuern eines Anhängers. In der Bedienung des Fahrzeuges kann der Anhängermodus aktiviert werden. Dieser wird dann auch während der Fahrt permanent angezeigt.

 


Gefahr durch Rekuperation bei Glätte? Nextmove macht den E-Auto Wintercheck

Gibt es bei E-Autos ein besonderes Gefahrenpotential bei Glätte?
Dieser Frage ist nextmove im aktuellen Test auf im ADAC Verkehrssicherheitszentrum nachgegangen. Das regenerative Bremsen ist bei Elektroautos ein wichtiges technisches Merkmal, um den Stromverbrauch zu senken und damit die Reichweite deutlich zu erhöhen. Bei der so genannten Rekuperation wird Beschleunigungsenergie in elektrische Energie umgewandelt und damit der Akku wieder aufgeladen. Beim Verzögern wird das Fahrzeug daher nicht ausschließlich mit der mechanischen Bremse verlangsamt, da ein Teil der Bremsleistung durch den Elektromotor erzeugt wird, wenn er die Energie in den Akku einspeist. Bei vielen Fahrzeugen genügt es, den Fuß vom Strompedal zu nehmen, um die Rekuperation zu aktivieren und das Fahrzeug zu verzögern. In der Praxis ist das Fahren mit Rekuperation sehr komfortabel, da man in vielen Verkehrssituationen die Bremse gar nicht mehr gesondert betätigen muss, es genügt den Fuß vom Pedal zu nehmen. Die Verzögerung wirkt dabei natürlich nur auf der angetriebenen Achse des Fahrzeuges - bei Allradfahrzeugen entsprechend zweiachsig durch mehrere Motoren.

Doch ist das Fahren mit Rekuperation auch dann noch sicher, wenn die Witterungsbedingungen extrem und die Straßen glatt sind? Ein Zuschauer aus unserer Community hatte in einer Kurve auf schneeglatter Fahrbahn einen Unfall mit seinem Tesla Model 3. Er ist der Meinung, dass seine Räder durch das regenerative Bremsen blockiert haben und er deshalb geradeaus aus der Kurve getragen wurde. Doch kann das bei einem so modernen und technisch ausgereiften Fahrzeug wie dem Model 3 wirklich passieren? Und wie reagieren Modelle andere Hersteller auf glatten Fahrbahnen?

Auf der großen Kreisbahn können gefahrlos die Grenzen des Fahrzeugs ausgetestet werden. Foto: nextmove

Nextmove hat dazu im ADAC-Fahrsicherheitszentrum in Leipzig-Halle den Test mit mehreren Fahrzeugen gemacht. Auf speziellen Teststrecken, die in der Oberfläche einer festgefahrenen Schneedecke nahekommen, wurde getestet wie stabil die Fahrzeuge beim Bremsen und Rekuperieren in einer Kurve steuerbar bleiben. An dem Test teilgenommen haben ein Tesla Model 3 mit Allrad-Antrieb, ein Kia EV6 und ein Skoda Enyaq mit Heckantrieb sowie ein Hyundai Kona mit Frontantrieb. Die Fahrzeuge waren teilweise mit Winterreifen ausgestattet, teilweise mit Ganzjahresbereifung.

Trotz des hohen Fahrzeuggewichts und Heckantrieb bleibt der Skoda Enyaq in der Spur. Foto: nextmove
Der Aufprall in die Wasserwand bleibt natürlich folgenlos für das Fahrzeug. Foto: nextmove

Fazit des Versuchs: Bei geringeren Geschwindigkeiten bis 40 km/h wirkt sich die Rekuperation nur minimal auf das Fahrverhalten der Autos aus. Ab einer Geschwindigkeit von ca. 50 km/h ist jedoch ein deutlicher Unterschied zu spüren. Bei starkem regenerativem Bremsen neigen die Autos mit Heckantrieb dazu, instabil zu werden und übers Heck auszubrechen. Bei gleicher Fahrweise ohne Rekuperation und Nutzung der (mechanischen) Bremse war das Testfahrzeug deutlich stabiler. Beim Allrad-Tesla war kein besonderer Effekt durch die Rekuperation zu beobachten bzw. das Fahrzeug brach bei grenzwertiger Geschwindigkeit über die Vorderräder aus der Spur.

Die abgeleitete Empfehlung ist, wenn möglich die Rekuperationsleistung im Winter zu reduzieren um gefährliche Situationen zu vermeiden. Manche Elektroautos haben auch einen extra für solche Straßenverhältnisse angepassten "Winter-" oder "Snow" Modus in dem das Fahrzeug nur mit geringer Leistung oder überhaupt nicht rekuperiert. Im Test konnte gezeigt werden, dass sich die Autos bei hoher Geschwindigkeit ohne den Effekt der Rekuperation besser beherrschen lassen.

Foto: nextmove

Die Empfehlung der Testfahrer aus eigener Erfahrung ist, dass es sehr lehrreich ist, mit dem eigenen Fahrzeug ein Fahrsicherheitstraining zu besuchen. Das ADAC Fahrsicherheitszentrum Leipzig-Halle bietet in Kooperation mit nextmove Trainingstage speziell für Elektroautos an. Hier geht es zu den Trainingsinhalten und dem Angebot.


nextnews: VW e-Up-Date, ID.3 ausverkauft, Tesla Model Y mehr Reichweite & Zuladung, Ford E-Transit

VW ID.3 fast ausverkauft

Die Lieferzeiten von Elektroautos aus dem VW-Konzern werden immer länger. Momentan ist der ID.3 am stärksten davon betroffen. Bei aktuellen Bestellungen befinden sich Kunden bereits auf Produktionsplätzen in der Kalenderwoche 48, das bedeutet Anfang Dezember. Eine Auslieferung in 2022 ist dann nicht mehr sicher, denn die Logistik nimmt auch noch einige Zeit in Anspruch.

Modelle mit kleinem Akku und schwächerem Antrieb sind derzeit nicht mehr bestellbar, Kunden müssen zur Version mit 150 kW Leistung greifen. Der Einstiegspreis liegt hier bei ca. 37.000€. Zum Vergleich: Mitte August 2021 war das Modell in der Basis-Version noch für knapp 32.000€ zu haben.

Grauer ID.3 - nextmove
Wer dieses Jahr noch einen ID.3 bekommen möchte, sollte mit der Bestellung nicht mehr länger zögern. Foto: nextmove

Die grundsätzliche Problematik der langen Lieferzeiten gilt natürlich auch für viele andere Fahrzeuge anderer Hersteller. Und es geht nicht nur um die lange Wartezeit, sondern vor allem auch darum, dass man bei Zulassung und Antragstellung der Förderung ab 1. Januar 2023 mit einer reduzierten staatlichen Förderung rechnen muss.

Eine Richtlinie zur künftigen Förderung gibt es noch nicht. Es steht aber eindeutig im Koalitionsvertrag, dass es ab 2023 eine Abschmelzung der bisherigen Förderung in Höhe von 6.000 Euro soll. Stand heute würde auf Basis der aktuellen Rechtslage die sogenannte Innovationsprämie komplett entfallen. Der staatliche Anteil würde sich also auf 3.000 Euro halbieren. Wahrscheinlich wird die neue Richtlinie dann irgendwo dazwischen liegen.

 

Ford E-Transit ab sofort bestellbar

Der elektrische Kastenwagen von Ford ist ab sofort in Deutschland bestellbar. Nachdem Hersteller wie VW und Mercedes schon seit einiger Zeit elektrische Transporter in der Gewichtsklasse bis 3,5 Tonnen und je nach Konfiguration auch darüber hinaus im Programm haben, will nun auch Ford seinen Bestseller Transit mit vollelektrischem Antrieb anbieten. Genau genommen gibt es den Transit aber schon länger mit “Akku”. Allerdings wurde er bisher als Streetscooter Work XL angeboten und entstand auch nicht in Eigenregie von Ford sondern in Kooperation mit dem Tochterunternehmen von der Post. Das Fahrzeug gab es allerdings nur in einer Karosserieform, und zwar als Paketfahrzeug mit großem Kofferaufbau.

Den e-Transit gibt es in verschiedenen Karosserievarianten. Foto: Ford

Beim aktuellen E-Transit gibt es jedoch eine Vielzahl von Konfigurationsmöglichkeiten, je nach Einsatzgebiet. Zur Auswahl stehen der klassische Kastenwagen mit maximal drei Sitzplätzen im Fahrerhaus, der Kastenwagen mit Doppelkabine, also mit zusätzlicher Rückbank, der Pritschenwagen mit Ladefläche und das einfache Fahrgestell als Basis für andere Aufbauten. Das maximal zulässige Gesamtgewicht beträgt  4.250 Kg, es gibt aber auch Versionen mit 3.500 kg die mit einem normalen Führerschein der Klasse B gefahren werden können. Die Nutzlast beträgt maximal knapp über 1.600 kg.

Alle E-Transits kommen mit einem 77 kWh großen Akku, von denen 68 kWh nutzbar sein werden. Die maximale Reichweite soll bei etwas mehr als 300 Kilometern liegen, das dürfte allerdings sehr stark abhängig von der Karosserieform, dem Fahrprofil und natürlich der Beladung sein. Der Akku soll mit bis zu 115 kW Gleichstrom geladen werden können. Das würde etwa eine Ladezeit von 34 Minuten bedeuten, um von 15 auf 80% aufzuladen. Mit 11 kW Wechselstrom soll ein kompletter Ladevorgang etwas mehr als 8 Stunden dauern.

 

Mehr Zuladung für das Tesla Model Y

Auf Basis der Zulassung des Model Y durften bislang nur 315kg zusätzlich zu einem 75kg schweren Fahrer zugeladen werden. Also eigentlich zu wenig, um mit fünf Personen in den Urlaub zu fahren. Zumindest wenn man Gepäck mitnehmen möchte. Die Kunden hatte dieser Umstand ohne Vorwarnung getroffen, da Tesla vor dem Kauf keine Informationen bereitstellt, aus denen solche technischen Daten hervorgehen.

Die Information bekommt der Kunde erst, nachdem das Fahrzeug bestellt und bezahlt ist und er das COC-Dokument von Tesla zugeschickt bekommt. Warum Tesla für Europa nur eine so geringe Zuladung in die Typenzulassung hatte einfließen lassen ist unklar. Unsere Spekulation dazu ist, dass es bei der Homologation einen gewissen Zeitdruck gab. Jetzt soll es aber zumindest für Neukunden ein Update geben. Im Tesla-Fahrer und Freude Forum wurden Auszüge aus einer neuen Typengenehmigung geleakt.

Quelle: TFF-Forum

Dort sind jetzt 250kg mehr Zuladung gelistet, nämlich 565kg zusätzlich zum Fahrer. Das entspricht einer Erhöhung von 80%. Teslas treuesten Kunden - also Model Y Käufer der ersten Stunde - bringt das aber nichts. Denn maßgeblich ist einzig und allein, was in den Zulassungspapieren steht. Im Forum formiert ein sich vorsichtiger Widerstand mit dem Ziel einer nachträglich Anpassung ihrer Zulassungsdokumente. Grundsätzlich sehen wir die Erfolgschancen dafür aber als sehr gering an. Wann die Umstellung auf die neue Variante kommt ist noch nicht bekannt. Genauso wenig, ob diese Fahrzeuge dann noch weiter aus China oder schon aus Grünheide kommen.

 

Mehr Reichweite bei Tesla

Im Gegensatz zum Tesla Model 3 ist das teurere und größere Model Y relativ kurzfristig verfügbar. Bei heutiger Bestellung kann man noch im Februar mit einem Auto rechnen. Beim Model 3 je nach Ausstattung erst im Mai bzw. August. Und jetzt gibt es nochmal eine deutliche Erhöhung der Reichweite.

Bei der Auswahl der Räder ist die Reichweite von 565 Kilometern aufgeführt. Quelle: Tesla

Die 565 Kilometer stehen im Konfigurator bei der Auswahl der Räder. Die Long Range Variante ist jetzt mit 533 Kilometer angegeben. Mit den kleineren 19 Zoll-Rädern sollen es sogar 565 Kilometer sein. Beim Marktstart in Deutschland waren es noch 505 Kilometer. Erreicht wird das Plus an Reichweite vermutlich durch einen anderen Akku mit höherer Freigabe an nutzbarer Kapazität.

 

 

 


nextnews: VW e-up zurück, Tesla Schrott, Skoda Enyaq, Kauf keinen Verbrenner, Model X mit CCS

VW e-up! in Kürze wieder bestellbar

Seit 16 Monaten ist der beliebte Elektro-Kleinstwagen von VW nicht mehr offiziell bestellbar. Trotzdem war das Auto 2021 in Deutschland auf Platz 2 der Zulassungsstatistik für E-Autos. Aber auch in 2022 werden noch zahlreiche e-up!'s ausgeliefert werden. Das zeigt deutlich wie groß die Nachfrage war und wie viele Bestellungen VW noch abzuarbeiten hat. Zwischenzeitlich gab es noch einige Sonderkontingente mit insgesamt ca. 4000 Fahrzeugen die VW an Mitarbeiter und Händler verkauft hat. Aber auch hier war der Andrang so groß, dass viele potentielle Kunden leer ausgegangen sind. Die Nachfrage brachte die internen Bestellsysteme immer wieder zum Abstürzen und führte zu Frustration bei den Händlern.

Der VW e-up! ist einer der beliebtesten Elektroautos im Klein- bzw. Kleinstwagensegment. Foto: Nextmove

In der Kleinwagenklasse soll es bei VW erst 2025 einen Nachfolger geben, daher war die Enttäuschung der Kunden groß, als VW den Verkauf eingestellt hat. Nun hat der Hersteller die Wünsche der Kunden offensichtlich erhört und will den e-up! wieder anbieten. Allerdings nur in der Top-Version für ca. 26.500 €, abzüglich Umweltbonus von 9570€. Die Bestellung soll in Kürze wieder möglich sein.

Stellantis-Vans nur noch voll elektrisch

Der Konzern hat bekanntgegeben, dass sämtliche Hochdachkombis der Marken Peugeot, Citroen und Opel ab sofort nur noch mit vollelektrischen Antrieb bestellbar sind. Verbrennungsmotoren gibt es keine mehr, obwohl der Dieselmotor besonders in dieser Fahrzeugklasse aktuell noch eine große Rolle spielt.

Konkret betroffen sind der Peugeot Rifter, der Citroen Berlingo und der Opel Combo Life. Bei den größeren Modellen sind es der Opel Vivaro Combi, der Citroen Spacetourer, sowie der Peugeot Traveller und Expert Kombi. Es handelt sich hierbei aber nur um die PKW-Versionen, die Nutzfahrzeuge werden weiterhin mit Verbrennungsmotor angeboten. Bereits bestellte Fahrzeuge in diesen Varianten mit Verbrennungsnmotor sollen aber noch wie geplant ausgeliefert werden.

Der Peugeot e-Rifter. Foto: Stellantis

Während Stellantis konsequent auf Elektro setzt, tun sich hier viele Hersteller gerade in dieser Klasse noch schwer. Aufgrund der Karosserieform haben diese Fahrzeuge einen relativ hohen Luftwiderstand, der gerade bei Autobahnfahrten einen hohen Verbrauch zur Folge hat. Das wiederum wirkt sich natürlich negativ auf die Reichweite aus. Für den regelmäßigen Langstreckeneinsatz wäre in dieser Klasse grundsätzlich noch etwas mehr Akku und kürzere Ladezeiten erforderlich. Positiv: Durch den hohen Verbrauch kommt der Akku auch im Winter schnell auf Betriebstemperatur und ermöglicht volle Ladeleistung.

Der Peugeot e-Traveller. Foto: Stellantis

Warum sich Stellantis für diesen radikalen Schritt entschieden hat, wissen wir leider nicht genau. An den CO2-Flottenwerten kann es eigentlich nicht liegen, da der Konzern aufgrund des hohen Anteils an elektrifizierten Fahrzeugen ganz gut dastehen sollte. In den Stellungnahmen der einzelnen Marken werden keine konkreten Gründe genannt, hier ist grundsätzlich von Innovation und einer zukunftsweisenden Antriebsart die Rede.

 

Porsche steigt bei Artemis aus

Das Projekt “Artemis” ist für den VW-Konzern ein großer Hoffnungsträger im Bezug auf Automatisierung und Weiterentwicklung der Elektromobilität. Das Ergebnis von Artemis sollten 3 Elektroauto-Modelle sein, die ab 2025 im Werk der VW-Nutzfahrzeuge in Hannover produziert werden sollten. Geplant waren Fahrzeuge der Marken Audi, Bentley und Porsche. Aber Porsche hat sich Ende 2021 dafür entschieden, aus dem Projekt auszusteigen und die Entwicklung wieder komplett in die eigene Hand zu nehmen.

Günstig ist dieser spontane Rückzieher allerdings nicht. Der Hersteller muss einen dreistelligen Millionenbetrag an VW überweisen, um sich aus dem Projekt freizukaufen. Mit diesem Geld soll VW die entstehende Lücke mit eigenen Modellen ausgleichen können. Ein zentraler Grund für Porsches Verzicht an dem Projekt ist die starke Fokussierung auf das autonome Fahren. Während es für VW und Audi wohlmöglich der richtige Weg ist, macht sich Porsche Gedanken um die Bedarfe der eigenen Kundschaft. Der Sportwagenbauer will weiterhin Autos anbieten, bei denen das “Selbst-Fahr-Erlebnis” im Vordergrund steht.

Laut Medienberichten passte es Porsche auch nicht so sehr, dass die eigenen Fahrzeuge in einem Nutzfahrzeug-Werk produziert werden sollten, in dem nebenbei noch Transporter oder Pritschen-Wagen vom Band laufen. Das künftige Elektroauto von Porsche soll ab 2026 im Werk in Leipzig gebaut werden. Die Plattform soll es sich mit dem für frühestens 2024 geplanten Elektro-Panamera teilen, die gemeinsam von Audi und Porsche entwickelt wurde.

 

Skoda Enyaq Coupe

Skoda hat diese Woche eine Designskizze veröffentlicht, die schon einen sehr konkreten Vorgeschmack darauf geben soll, was der Hersteller in wenigen Wochen präsentieren wird. Ende Januar wird der tschechische Bruder des ID.5 öffentlich vorgestellt. Anders als VW verwendet Skoda keine neue Modellbezeichnung, sondern ergänzt den bereits existierenden Namen Enyaq einfach um den Zusatz “Coupe”.

Designskizzen geben Vorgeschmack auf das neue Skoda Enyaq Coupe iV: Die Dachlinie fällt sanft nach hinten ab und geht nahtlos in eine Heckklappe mit einer scharfen Abrisskante über. Bild: Skoda

Wie auch beim ID.5 sind die Unterschiede zur klassischen SUV Form erst ab der zweite Hälfte des Fahrzeugs zu erkennen. Ab der B-Säule fällt die Dachlinie nach hinten ab und verleiht der Karosserie so seine Coupe-Form. Das soll sich auch positiv auf den Verbrauch und damit auf die Reichweite auswirken. Der cw-Wert liegt bei 0,23. Zum Vergleich: ID.5 und Audi Q4 e-tron Sportback kommen nur auf 0,26. Damit soll bei der Version mit Heckantrieb eine Reichweite von mindestens 535 Kilometern nach WLTP möglich sein.

Das Kofferraumvolumen bleibt nahezu identisch, es verringert sich nur um 15 auf 570 Liter. Die Enyaq-Basis-Motorisierung mit 109 kW, soll es beim Coupe nicht geben. Hier gibt es zwar auch den 62 kWh-Akku, aber mit 132 kW Leistung. Das Topmodell soll als Allrad mit 195 kW Systemleistung kommen. Offizielle Preise wurden bisher noch nicht genannt, die Basisversion könnte aber bei rund 42.000€ starten.

 

Tesla verschrottet Autos im Wert von 125 Mio Euro

Die Berliner Zeitung schreibt: Tesla muss E-Autos für 125 Mio Euro verschrotten.

Hintergrund dieser Schlagzeile ist, dass Tesla in Grünheide den Bau von 2000 Karossen beantragt hat, weil die Qualität der ersten Test-Exemplare „mangelhaft“ gewesen sei. Aber was steckt dahinter? Die BZ hat offenbar diese 2000 Fahrzeuge einfach mit dem Verkaufspreis multipliziert. Diese Rechnung ist allerdings an mehreren Stellen falsch.

Denn zum einen hat der Verkaufspreis nichts mit den Kosten in der Herstellung zu tun. Zum anderen wird die Antriebseinheit mit Akku und Motor noch gar nicht in Grünheide gebaut und daher mit Sicherheit auch nicht verschrottet. Zudem hat Tesla vorerst nur eine Genehmigung für 2000 Fahrzeuge beantragt. Wie viele Karossen tatsächlich gebaut werden ist demnach noch unklar.

Aufregung gab es zum wiederholten Mal auch in Bezug auf die Wasserversorgung – ZDF Frontal berichtete über ein ausstehendes Gerichtsurteil auf Basis einer Klage, die auf Fehler in den Entscheidungen zur geplanten Wasserversorgung des Werkes zielt. Im Prüfverfahren des Landesumweltamtes für die Genehmigung der erhöhten Fördermengen wurden offenbar die Wasserwerke verwechselt. Das Amt hat diesen Fehler bereits eingeräumt. Die somit irrtümlich erteilte Zustimmung war wiederum Grundlage für den Versorgungsvertrag zwischen dem Wasserverband Straußberg-Erkner und Tesla. Grundsätzlich geht es aber im Verfahren “nur” um Wasser und nicht um die Baugenehmigung.


nextnews: Tesla Preise & Rückruf, Strompreise, Bafa Update, Mercedes EQXX, Chipmangel, Überfall,Giga

Zulassungszahlen Dezember

Neues All Time High bei Elektroauto Neuzulassungen. Im Dezember wurden 48.436 reine Elektroautos neu zugelassen. So viele wie noch nie in einem Monat. Damit wird der bisherige Bestwert vom Dezember 2020 um 11% übertroffen.

Während Elektroautos auch in der Chipkrise weiter wachsen, schrumpfen Plug-in-Hybride um 16%. Bei Diesel und Benziner beträgt das Minus rund ein Drittel. Insgesamt schrumpfte der Automarkt um 27%. Und wenn alle anderen Antriebsformen schrumpfen, dann erreichen Elektroautos natürlich einen neuen Rekord-Marktanteil: 21% aller Neuwagen sind derzeit rein elektrisch.

Top 20 E-Autos in Deutschland im Dezember 2021. Quelle: KBA, Grafik: nextmove

Neuregelung zum Umweltbonus

Wir hatten im letzten Jahr bereits berichtet, dass Wirtschaftsminister Robert Habeck noch im alten Jahr eine neue Förderrichtlinie für 2022 versprochen hatte. Und so wurde es dann auch umgesetzt. Am 30.12. erfolgte die entsprechende Publikation im Bundesanzeiger. Die Änderungen sind jedoch nur minimal, im Großen und Ganzen geht alles so weiter wie 2021. Trotzdem gab es auch ein paar interessante Details:

1. Publiziert wurde keine komplette neue Richtlinie, sondern nur minimale Änderungen, die sich auf 6 Zahlen, Worte oder Wortgruppen beschränken.

2. Datiert wurde die Änderung auf den 24.11.2021

Der 24.11. war der Tag, an dem der Koalitionsvertrag vorgestellt wurde. Die Wahl des Bundeskanzlers und die Vereidigung der neuen Minister war jedoch erst am 8. Dezember. Insofern hat es den Anschein, dass der damals noch amtierende alte Wirtschaftsminister die Neuregelung bereits vorbereitet hatte und nur noch den Start für das Verfahren gegeben hat. Und nur so ist es auch zu erklären, dass es am Ende so schnell ging. Das zeigt, wie viel Druck in der Debatte war, um endlich die seit Monaten wachsende Unsicherheit aus dem Markt zu nehmen.

Die Haltefrist dür den Neuwagen bleibt dabei unverändert. Die Verlängerung von 6 auf 12 Monate wäre möglich gewesen. Die Gründe weshalb das nicht getan wurde kennen wir nicht. Aktuell wandert viel deutsches Fördergeld in junge Gebrauchtwagen in unsere Nachbarländer. Insbesondere dann, wenn gewerbliche Händler im Geschäft sind und nicht einmal die Mehrwertsteuer dem Staat zugute kommt. Natürlich kann man dem Autohandel keinen Vorwurf machen, dass er bestehende Regelungen für sich nutzt.

Eine umfassende Neuregelung, vor allem bei PlugIn-Hybriden, aber auch eine Abschmelzung der Sätze für voll-elektrische Fahrzeuge soll dann ab 2023 kommen, d.h. es wird dieses Jahr noch eine Anpassung der Richtlinie geben.  Bei den aktuellen Lieferzeiten mancher Modelle ist es natürlich schon jetzt ein relevantes Thema, wie die Förderung 2023 aussehen wird.

 

Preisupdate bei Tesla

Wer als Autohersteller in Deutschland seine Elektroautos für den staatlichen Umweltbomus qualifizieren möchte, muss einige Kriterien erfüllen. Unter Anderem eine Listung des Modells beim BAFA auf der sogenannten "Liste der förderfähigen Fahrzeuge". Diese Liste wird ca. alle 2-4 Wochen online aktualisiert.

Liste der förderfähigen Fahrzeuge. Quelle: BAFA

Und dort sind pünktlich vor dem Jahreswechsel 2 neue Modelle von Tesla eingetragen worden. Und zwar ein Tesla Model 3 2022 und ein Model Y 2022. Besonders interessant sind hier die Preise. Tesla ist ja bekannt für dynamisches Pricing, um den Verkauf so zu steuern, dass die Produktion möglichst voll ausgelastet ist, aber zugleich möglichst kurze Lieferzeiten geboten werden können. Das Model Y ist seit Einführung in Deutschland preisstabil. Beim Model 3 wurden zu Jahresbeginn 2021 die Preise gesenkt. Ab Jahresmitte ging es aber in mehreren Schritten deutlich nach oben.

Diese Preisänderungen funktionieren aber nur solange, wie der beim BAFA gelistete Basispreis des Einstiegsmodells nicht überschritten wird. Maßgeblich dafür ist nicht der im Tesla-Konfigurator angegebene Preis, weil dort der Herstellerrabatt, der ja ebenfalls ein Förderkriterium ist, bereits abgezogen ist. Entscheidend ist der Listenpreis der Basisvariante.

Und jetzt die eigentliche Nachricht: Bei jedem anderen Hersteller eigentlich selbstverständlich - bei Tesla aber berichtenswert: Die beim BAFA gemeldeten Preise resultieren 1:1 aus den aktuellen Preisen im Konfigurator. Und das wiederum bedeutet: Teurer wird es zunächst erstmal nicht.

Eine Preiserhöhung ist für Tesla unter diesen Voraussetzungen derzeit nicht möglich, zumindest für die Einstiegsmodelle.  Dazu gehören das  Model 3 mit Heckantrieb und das Model Y Allrad. Das beeutet auch: Ein Model Y Long Range aus deutscher Produktion düfte aktuell nicht teurer verkauft werden, es sei denn Tesla deklariert es als eine Art “Editionsmodell” und meldet es mit einem höheren Preis bei der Behörde nach.

Die jeweils teureren Versionen, also zum Beispiel Performancemodelle, werden per Definition von Tesla als Zusatzausstattung zur Basis verkauft und sind von diesen Einschränkungen nicht betroffen. Sie können also mehr oder weniger beliebig bepreist werden.

 

Mercedes mit 1000km Reichweite

Mit dem Elektroauto einmal quer durch Deutschland ohne nachzuladen!

Das klingt schon sehr nach Zukunftsmusik? Soll aber bald möglich sein, zumindest wenn es nach Mercedes geht. Mercedes hat jetzt in Las Vegas die Elektrocoupe-Studie EQXX vorgestellt, die besonders effizient sein soll. Der Realverbrauch, auch auf der Autobahn, soll bei nur knapp 10 kWh pro 100km liegen. Der Akku hat eine Kapazität von ca. 100 kWh - und das wären rechnerisch dann 1000km Reichweite. “Rechnerisch” deshalb, da diese Reichweite bisher erst in einem Simulator und noch nicht auf der Straße realisiert werden konnte.

Der VISION EQXX zeigt, wie sich Mercedes-Benz die Zukunft des Elektroautos vorstellt. Foto: Mercedes

Das entspricht ungefähr der Strecke von Garmisch-Partenkirchen bis nach Flensburg - also vom südlichsten bis zum nördlichsten Zipfel Deutschlands. Laut Mercedes hat man beim EQXX wohl besonders an der Langstrecken-Effizienz gearbeitet.  Diese Bemühungen zeigen sich zum Beispiel beim geringen Luftwiederstandsbeiwert. Der sogenannte CW- Wert liegt bei sagenhaften 0,17.  Zum Vergleich: Der Mercedes EQS ist mit 0,20 derzeit das Serienauto mit dem geringsten CW-Wert. Das neue Model S Plaid kommt auf 0,208.  Porsche Taycan auf 0,22, Tesla Model 3 auf 0,23 und VW ID.3 0,27.

Mercedes-Benz VISION EQXX Interieur. Ein Bildschirm über die ganze Breite des Armaturenbrettes übernimmt fast alle Funktionen. Foto: Mercedes

Auch der Antrieb des EQXX soll mit Effizienz und nicht mit hoher Leistung überzeugen. 150 kW müssen reichen um das 1.750 Kg schwere Coupe anzutreiben. Das Auto wiegt damit nur so viel wie ein VW ID3. Allein beim Akku wurden 30% gegenüber dem EQS eingespart. Zum Einsatz kommen Zellen von CATL mit Silizium-Anoden, die 50 Prozent kleiner und 30 Prozent leichter als konventionelle sind. Eingespart wurde auch die Flüssigkeitskühlung- bzw. Heizung für den Akku, weshalb man sich bei der Ladeleistung mit 120kW etwas zurückhält.

Die Energie des EQS in die Dimensionen eines Kleinwagens gepresst. Foto: Mercedes

Das Dach ist nahezu komplett mit Solarzellen ausgestattet. Mercedes spricht hier von bis zu 25 Kilometern pro Tag, beim IONIQ 5 sind es bis zu 7km.

Ultradünne Dachpaneele speisen das Batteriesystem und sorgen für bis zu 25 km zusätzliche Reichweite. Foto: Mercedes

Das der Mercedes EQXX so auf den Markt kommt ist sehr unwahrscheinlich. Es handelt sich hierbei wohl mehr um ein Fahrzeug mit dem uns der Hersteller zeigen möchte, was er heute schon kann und woran er momentan arbeitet. Die Studie soll zumindest ein klares Statement setzen, dass die deutsche Automobilindustrie die Elektromobilität nicht verschlafen hat, sondern in den nächsten Jahren viel zu bieten hat.

 

Große Rückrufaktion bei Tesla

Weltweit müssen ca. 675.000 Tesla zurück in die Werkstatt. Es handelt sich um 119.000 Model S und 556.000 Model 3 sowohl aus amerikanischer als auch chinesischer Produktion. Doch wo liegt das Problem?

Beim Model 3 gibt es ein Problem bei der Heckkamera. Beim Öffnen und Schließen des Kofferraums kann durch die mechanische Belastung ein Kabel zur Signalübertragung beschädigt werden und so dafür sorgen, dass die Kamera ausfällt. Tesla will alle betroffenen Fahrzeuge prüfen und ggf. korrigieren. Der Fehler soll aber nur bei 1% der Autos vorhanden sein. Bei den in den USA produzierten Model 3 sind die Produktionszeiträume von 2017-2020 betroffen.

Beim Model S soll es ein Problem mit der Frunk-Haube geben. Offenbar kann hier die zweite Halterung fehlerhaft sein, weshalb sich die Haube während der Fahrt öffnen könnte.  Ob es wegen dieses Fehlers bisher zu Unfällen kam ist nicht bekannt. Die Halterung soll jetzt bei den zurückgerufenen Fahrzeugen kontrolliert und wenn nötig repariert werden. Tesla geht davon aus, dass der Fehler bei 14% der Fahrzeuge besteht.

Stand gestern, wird die Maßnahme auch in Deutschland ausgerollt. Offenbar aber nicht als Rückruf über das KBA, sondern als Servicemaßnahme des Herstellers.

Wir haben für ein Tesla Model 3 unserer Flotte die VIN abgefragt. Daraufhin wurden wir auf die Rückrufaktion hingewiesen. Quelle: Tesla

nextnews: Tesla teurer, Flatrates, Preise Nissan Ariya & Renault Megane, VW Updates, ZOE-Gate, Toyota

 

Bestellstart Nissan Ariya

Der Nissan Ariya ist der neue Hoffnungsträger der Marke und ab sofort reservierbar - leider vorerst nur in Großbritannien. Die Preise starten bei 41.845 Pfund, das sind umgerechnet knapp 49.500€. Dafür bekommt man dann den 63 kWh Akku mit der Ausstattungslinie Advance.  Die Version mit dem 87 kWh Akku kostet umgerechnet knapp über 60.000€. Für die Bestellung sind dann 99 Pfund Anzahlung fällig. Diese wird im Falle einer verbindlichen Bestellung oder Stornierung der Online-Reservierung aber zurückerstattet. In Deutschland kann man derzeit nur den Ariya-Newsletter abonnieren.

Konfigurator des Nissan Ariya in Großbritannien. Quelle: Nissan

 

Preise für Renault Megane E-Tech

Gestern gab es Preise für den neuen Megane E-Tech. In der Basis kostet das Auto 35.200€ und damit gerade mal 260€ weiniger als der aktuelle VW ID.3 in der Basis - wobei der ID.3 mit 58 kWh gegenüber 40kWh den größeren Akku bietet und in der Basis bereits einen CCS-Anschluss hat. Die Motorisierungen wurden auch umgestellt. Mit dem kleinen Akku ist jetzt auch eine Schnellladeoption mit bis 85kW Leistung verfügbar. Die Variante mit der großen Batterie und dem einphasigen Onboardlader entfällt.

Konfigurator des Renault Megane E-Tech. Quelle: Renault

Die 47.500€ sind aber noch nicht das obere Ende der Preistabelle, denn auch für diese Variante sind noch zwei technische Pakete und Designoptionen zubuchbar, sodass voll ausgestattet ganz sicher die Marke von 50.000€ erreicht wird. Der Umweltbonus von 9570€ geht natürlich bei allen Preisen noch ab. Die kommunizierte Leasingrate für den Einstieg liegt bei 230€ pro Monat. Reservierer können das Fahrzeug bereits bestellen. Für alle anderen öffnet Renault am 1. Februar die Bestellbücher. Bekannt ist inzwischen auch, dass Renault eine Anhängerkupplung für bis zu 900kg Zuglast anbieten will.

 

Toyota geht in die Offensive

Toyota hat in dieser Woche seine umfangreichen Elektro-Pläne vorgestellt.  Nachdem es bei den Japanern ja lange sehr ruhig war in Sachen Elektromobilität - zumindest was rein batterie-elektrisch betriebene Fahrzeuge angeht - hatte der Hersteller vor einigen Wochen zumindest den bZ4x vorgestellt. Das soll aber offenbar nur der Anfang einer umfangreichen Modelloffensive sein. Bis 2030 will der aktuell größte Automobilhersteller der Welt insgesamt 30 reine Elektroautos auf den Markt bringen.

Allerdings will sich Toyota auch in Zukunft technologisch nicht festlegen. “Wir leben in einer diversifizierten Welt und in einer Zeit, in der die Zukunft schwer vorhersehbar ist. Daher ist es schwierig, mit einer Einheitslösung alle zufriedenzustellen. Deshalb möchte Toyota seinen Kunden auf der ganzen Welt so viele Optionen wie möglich anbieten.“ Neben Batterieelektrischen Autos will Toyota auch Hybrid- und Plug-in-Hybrid-Modelle und auch Wasserstoff-Autos anbieten.

Die neue "beyond zero" Modellplatette von Toyota. Foto: Toyota

Das bZ steht dabei für “beyond zero” - in den nächsten Jahren sollen diesem Motto noch weitere Fahrzeuge folgen. Einige relativ konkrete Studien dazu waren während der Präsentation von Toyota-Präsident Akio Toyoda höchstpersönlich schon zu sehen. Darunter befinden sich natürlich einige SUV’s und SUV-Coupe’s, sowie ein Pick-Up. Dazu soll aber auch eine Art Mittelklasse-Limousine angeboten werden.

Besonders interessant finden wir den “bZ Small Crossover”. Ein Kleinwagen der natürlich ebenfalls ganz zeitgemäß im SUV-Look daherkommt. Aber wie wir schon letztes Mal thematisiert haben, ist das eine Fahrzeugklasse, die im Elektro-Segment aktuell noch viel zu wenig vertreten ist. Das Auto soll mit einem möglichst kleinen Akku und einem sehr effizienten Antrieb ausgestattet werden. Zur Kapazität des Akkus gibt es aber noch keine Informationen. Aber eines wissen wir aus der Vergangenheit: Günstige und gute Kleinwagen bauen - das kann Toyota eigentlich sehr gut.

Der bZ Small Crossover soll die Kleinwagen-Klasse beleben. Foto: Toyota

Der Hersteller nennt jetzt auch ganz konkrete Zahlen zum Verbrennerausstieg - zumindest in Europa. Ab 2035 sollen nur noch emissionsfreie Fahrzeuge verkauft werden. Die Tochter-Marke Lexus soll schon 5 Jahre früher, also 2030 zur reinen Elektromarke in Europa werden. 2035 will Lexus dann auch weltweit keine Verbrenner mehr verkaufen. Deshalb soll es bei Toyotas Premium-Tochter in naher Zukunft auch einige neue Modelle geben. Die Modellpalette reicht hier von den obligatorischen SUV’s bis hin zum Sportwagen.

Auch Lexus hat umfangreiche Pläne zur Elektrifizierung vorgestellt. Foto: Toyota

Lexus spricht dabei zukünftig auch von der Verwendung von Feststoffbatterien. Wann und in welchen Fahrzeugen die dann zum Einsatz kommen ist aber noch nicht bekannt. Wir begrüßen den Sinneswandel bei Toyota.

 

Unfertige Teslas

Tesla schien bisher immun gegen das Thema Chipmangel zu sein und hat weiter große Stückzahlen, vor allem Model 3, mit kurzen Lieferzeiten an die Kunden ausgeliefert. In den letzten Monaten gingen bei Tesla in Deutschland die Preise für das Model um 2000-3.000€ nach oben. Und jetzt auch die Lieferzeiten: März bzw. Mai 2022 lauten die aktuellen Prognosen. Wovon VW aktuell nur träumen kann, das sind für Tesla-Verhältnisse lange Lieferzeiten. Fraglich ist, wo die Ursache liegt. Ist es die hohe Nachfrage oder schlägt der Chipmangel jetzt auch bei Tesla durch?

Die Zulassungszahlen der nächsten Monate werden diese Frage sicher beantworten. Auswirkungen des Chipmangels spüren jetzt auch Neuwagenkunden in Deutschland. Offenbar kommen aktuell alle Model 3 für Deutschland ohne Anhängerkupplung, sofern bestellt. Und sehr viele kommen ohne induktives Laden und USB-Anschlüsse im vorderen Bereich der Mittelkonsole.

Im Zuge einer normalen Übergabe übersieht man so etwas leicht und wundert sich hinterher. Die Mitarbeiter in der Auslieferung hatten offenbar die klare Vorgabe, Kunden nicht proaktiv zu informieren und den Mangel nur auf Nachfrage einzuräumen. Aber, Tesla zeigt sich einsichtig und informiert jetzt Kunden vorab per SMS über die Produktionslücken. Von einem Tesla Delivery Mitarbeiter haben wir die Schätzung bekommen, dass er persönlich aktuell 6 von 10 Fahrzeugen ohne USB übergibt.  Den Kunden wird bei Lieferbarkeit der Teile ein Ranger-Termin zur Nachbesserung in Aussicht gestellt.

 

Premium Laden mit Reservierungsfunktion

Weihnachtsgeschenke gibt es auch für Audi-Kunden. Am 23. Dezember geht in Nürnberg das erste Audi Charging Hub in Betrieb. Auf der Stromseite gibt es 6 Stationen mit maximal 320kW Leistung, also theoretisch bis zu 1800kW Spitzenleistung in Summe. Die Anschlussleistung am Netz liegt aber nur bei 200kW. Das spart kosten und schont das Stromnetz. Außerdem gibt es auf dem Dach eine Photovoltaikanlage mit 30kW Leistung. Netz und PV-Anlage speisen gemeinsam in einen großen Pufferspeicher mit knapp 2,5 MWh. Diese Auslegung reicht derzeit für 80 Ladevorgänge pro Tag. Wenn mehr Autos kommen werden sich vermutlich die Ladezeiten verlängern. Zielgruppe sind vor allem auch Nutzer, die zu Hause oder am Arbeitsplatz keinen sicheren Ladeplatz haben und Audi bietet in mehrenen Punkten ein Ladeerlebnis, fast wie zu Hause:

1. Audi-Kunden können unabhängig vom gewählten Ladetarif für 31 cent pro kWh laden. Entsprechend ausgestattete Fahrzeuge können bereits Plug&Charge laden. Also beides wie zu Hause. Das Angebot ist aber offen für alle Marken. Die Ladestationen sind auch über die mobility+ App freizuschalten.,je nach Tarif für 49 bis 55 Cent oder über den Hyundai Tarif für 60 Cent.

2. Ein angenehmer Aufenthalt, ähnlich dem eigenen Wohnzimmer. Im Obergeschoß befindet sich eine 200 m2 große Lounge mit Dachterasse. Für Audi-Fahrer gibt es einen eigenen Bereich, den Zugangspin verrät die Charging App.

3. Ein sicherer Ladeplatz - auch wie zu Hause. Audi Kunden können sich über die myAudi-App einen Ladepunkt über Book’nPark vorab reservieren. Im Reservierungsportal kann der Nutzer einen individuellen Slot auswählen und bei Verfügbarkeit kostenfrei buchen. Der Slot dauert 45 Minuten, die Reservierung gilt dabei für die ersten 15 Minuten, danach wird der Platz freigegeben.

Die Reservierung ist kostenfrei. Sollte der Kunde für einen reservierten Slot verspätet eintreffen, wird der Ladepunkt nach 15 Minuten wieder freigegeben. Damit der Ladeplatz dann auch wirklich frei ist, hat Audi im Boden smarte Parkbügel angebracht. Diese fahren 15 Minuten vor Start der Reservierung nach oben, so dass ein Belegen des Ladeplatzes nicht mehr möglich ist. Die Freischaltung erfolgt dann aus der Reservierungsbestätigung und der Parkbügel fährt automatisch nach unten. Reservierung von Ladeplätzen ist ein Thema zudem wir Euch im Sommer hier auf dem Kanal schon mal befragt hatten. Damals war diese Option mit 91% der abgegebenen Stimmen durchgefallen.

Umfrageergebnis zur Ladesäulen-Reservierung. Quelle: Nextmove

Hintergrund ist eine künstliche Verknappung durch Leerstand der auf dem zeitlichen Puffer der Reservierungen beruht. Bei dem was Audi entwickelt hat, würden wir den Sachverhalt anders bewerten. Denn hier geht es vorrangig nicht um Durchreisende, sondern um Alltagsnutzer, die den Ladestop zu festen Zeiten in den Tagesablauf einplanen wollen. Insofern ist der Ansatz stimmig und Audi selbst will Erfahrungen sammeln und bezeichnet den Standort als Pilotprojekt. Durch die modulare Bauweise und die geringe Netzanschlussleistung ist das System kostengünstig auch an anderen Stellen einsetzbar und erfüllt die meisten Qualitätskriterien, die ja auch das Deutschlandnetz an die Ladeparks der Zukunft stellt. Der Batteriespeicher ist übrigens auch sehr nachhaltig, da es sich um 2nd Life Akkus aus zerlegten Entwicklungsfahrzeugen handelt.

 

 


nextnews: geheimer VW-Deal, Tesla auf 1, Zoe patzt, Autonomes Fahren, Laden beim Fahren, KfW, Rivian

Modellzulassungen im November

Über den Rekord-Anteil von 20% reinen E-Autos hatten wir bereits letzte Woche berichtet. Heute schauen wir uns an, wie die Modelle im einzelnen dazu beigetragen haben. Die erste Überraschung gab es direkt an der Spitze. Der Renault Zoe sichert sich mit sehr starken 4.200 Autos den Platz 1 im November. Das ist bemerkenswert. Wir nennen es bei nextmove “Das Comeback des Jahres”. Der Durschnitt in 2021 betrug bisher 1600 Auto pro Monat, was im Gesamtjahr für Platz 4 reicht.

Wie hat Renault das geschafft? Der Hersteller wirbt mit 10.000€ Elektrobonus und ist bekannt für attraktive Leasing-Angebote. In der Vergangenheit haben aber die hinterlegten Restwerte oft nicht der Realität entsprochen. Das Leasing selbst erfolgte oft über die Renault-Bank, das Restwertrisiko lag aber beim Händler. Die Rücknahme der Autos bei Leasingende erfolgte in der Vergangenheit dann oft oberhalb des Marktwertes. Die Differenz waren häufig mehrere 1000€. Damit die Händler auch weiterhin Elktroautos verkaufen möchten, wurde intern eine Rücknahmekompensation angeboten. Wenn sich der Hersteller unterhalb des Wertverlustes an die Kunden verkauft, ist das natürlich für den Kunden ein gutes Geschäft.

Quelle: KBA. Grafik: Nextmove

 

Heiße Ware nur für Mitarbeiter - VW Werksverkauf e-up!

Der VW e-UP! ist mittlerweile seit über einem Jahr nicht mehr für Endkunden bestellbar. In diesem Jahr werden noch vorbestellte Fahrzeuge ausgeliefert, danach soll Schluss sein. Viele potentielle Kunden sind darüber enttäuscht, da der e-UP! durch sein gutes Preis-Leistungsverhältnis und die alltagstaugliche Reichweite ein sehr attraktives Gesamtpaket ist. Auch nextmove Geschäftsführer Stefan Moeller ist begeistert von dem kleinen Wolfsburger. Seine Familie nutzt aktuell einen e-UP! im nextmove E-Auto-ABO.
Stefan Moeller fährt auch privat einen e-UP! Foto: Nextmove
nextmove hat diese Woche mehrere Meldungen darüber erhalten, dass VW-intern diese Woche über fast 800 der begehrten e-UP!’s für Mitarbeiter ausgeschrieben waren. Das entsprechende Vergabe-System kollabierte mehrfach, obwohl es sich um voll ausgestattete und damit vergleichsweise teure Fahrzeuge handelte. Die Autos waren innerhalb von wenigen Stunden vergeben.

Das Bestellsystem für Mitarbeiterfahrzeuge bei VW war schnell überlastet. Foto: Insider
Ein VW-Mitarbeiter schrieb nextmove: "Viele in meinem Bekannten- und Verwandten-Kreis haben erkannt wie praktisch der Up ist und würden sich wünschen, ebenfalls einen kaufen zu können."
Auch Moeller fühlt sich in andere Zeiten zurückversetzt: "Das Ganze erinnert mich an meine Kindheit in der DDR. Auch dort waren ja Autos Mangelware und es gab Vorteilsprogramme für die Mitarbeiter in staatseigenen Betrieben. Oft wurde die heiße Ware dann privat weiterverkauft."
Bei dem Blick auf die für 2022 neu angekündigten Modelle fällt auf, dass kein einziger Kleinwagen von etablierten Herstellern kommt. Moellers Fazit: "Aus unserer Sicht ist es ein echtes Desaster. Der Markt schreit nach Kleinwagen - und die Hersteller liefern SUV."
Bei VW scheint ein Comeback des Kleinwagen aussichtslos. Erst 2025 soll es im gesamten VW-Konzern wieder einen elektrischen Kleinwagen geben.

Renault Zoe patzt im Crashtest

Als Renault Zoe 2013 auf den Markt kam galt das Auto mit 5 Sternen im NCAP Crashtest als sehr sicherer Kleinwagen. Beim Insassenschutz für Erwachsene erreichte das Auto damals 89% der möglichen Punkte und auch beim Schutz für die Kinder auf der Rückbank machte er eine gute Figur. Der Fußgängerschutz war allerding mit 66% nur mittelmäßig. 2020 kam das Facelift auf den Markt und feierte im November das Comeback des Jahres. Doch es folgte direkt ein harter Rückschlag. Denn Euro NCAP hat das Fahrzeug jetzt erneut getestet. Das Ergebnis ist besorgniserregend. Das Fahrzeug erhielt 0 von den 5 erreichbaren Sternen im Crashtest und kann jetzt eigentlich nicht mehr als sicheres Elektroauto bezeichnet werden. Doch wie konnte das passieren?

Zunächst muss man berücksichtigen, dass sich die Anforderungen des NCAP ständig weiter entwickeln. Das bedeutet, dass Fahrzeuge die vor 10 Jahren auf den Markt kamen und damals ein sehr gutes Ergebnis erzielt haben bei einem erneuten Test unter derzeitigen Kriterien nicht mehr so gut abschneiden können. Dieser Effekt tritt jetzt auch den Renault Zoe. Die Grundlegende Konstruktion ist ungefähr 10 Jahre alt und wurde durch das Facelift auch nicht erheblich verändert. Das bedeutet, dass das Crashverhalten mit dem “alten” Zoe nahezu identisch ist. Auch in den Bereichen Fußgängerschutz und Fahrerassistenzsysteme verliert er wichtige Punkte und erreicht keine 50% der möglichen Punkte. Für das Marketing sind solche Zahlen natürlich desaströs. Als Sofort-Reaktion auf das schlechte Ergebnis hat Renault eine interne Meldung mit Argumentationshilfen an seine Händler gesendet.

Dort heißt es: “Dieses Ergebnis ist vor allem darauf zurückzuführen, dass der ZOE in der Einstiegsversion nicht serienmäßig mit dem automatischen Notbremsassistenten ausgestattet (AEBS) ist. Das führt zu 0 Sternen in der aktuell gültigen Euro NCAP Wertungskategorie der Sicherheitsassistenzsysteme (ADAS). Gemäß den in den letzten Jahren mehrfach verschärften Wertungsrichtlinien von Euro NCAP bedeutet dies auch 0 Sterne in der Gesamtbewertung.” Und weiter: “Der Renault ZOE ist ein sicheres Fahrzeug und erfüllt alle gesetzlichen Sicherheitsnormen.”

Also alles nur halb so wild? Aber da waren doch noch die schlechten Werte beim Insassenschutz. Wie kommen die zustande? Der Teufel steckt hier im Detail. Schaut man sich beide ZOE-Modelle beim Seitenaufprall mit einem Pfahl im Vergleich an, erkennt man den Unterschied.

Beim Seitenaufprall des Renault Zoe's ist ein Airbag zu sehen, der den Kopf des Fahrers schützt. Foto: Euro NCAP

Beim Modell von 2013 gibt es einen Airbag, der den Kopf des Fahrers schützt, indem er dafür sorgt, dass er nicht mit der Scheibe oder der B-Säule in Kontakt kommt.

Beim Seitenaufprall des Renault Zoe's gibt es keinen Airbag der den Kopf des Fahrers schützt. Foto: Euro NCAP

Beim Facelift-Modell gibt es diesen Airbag nicht mehr, der Kopf ist nun ungeschützt und schlägt gegen die Fahrzeugteile. Damit steigt das Verletzungsrisiko natürlich erheblich. Damit werden beim Insassenschutz für Erwachsene nur noch 43% erreicht. Wir haben die Ausstattungslisten beider Modelle miteinander verglichen. Dort steht zunächst für beide, dass die Fahrzeuge jeweils über Front- und Seitenairbags für Fahrer und Beifahrer verfügen.

Der Unterschied liegt, zumindest nach Ansicht der Videos, darin, dass der Seitenairbag im Facelift-Modell nun deutlich kleiner ist und damit den Kopf-Bereich nicht mehr mit schützt. Zu den Gründen dieser Änderungen können wir nur spekulieren. Ist es technischer Fortschritt oder eine Sparmaßnahme? Aus früheren Zeiten wissen wir, dass Seiten- oder Kopfairbags oft teure Sonderausstattung waren, auf die in der Serie oft verzichtet wurde.

Der Konzern-Bruder Dacia Spring macht im Sicherheits-Check leider auch keine viel bessere Figur. Immerhin erreicht er einen der 5 Sterne. Das liegt daran, dass der Spring serienmäßig einen Notbremsassistenten an Bord hat. Der Insassenschutz ist auch etwas besser, da der Dacia einen Seitenairbag hat, der sowohl den Kopf des Fahrers als auch die der hinteren Beifahrer schützt.

Beim Dacia Spring gibt es einen Airbag der sowohl den Fahrer, als auch die hinteren Beifahrer beim Seitenaufprall schützt. Foto: Euro NCAP

Man muss natürlich auch berücksichtigen, dass der Dacia ein günstiger Kleinstwagen ist, bei denen häufig Kompromisse zwischen Fahrzeuggröße, Preis und Sicherheit gemacht werden müssen. Der Zoe aber spielt aber in einer ganz anderen Fahrzeug- und vor allen Dingen Preisklasse. Trotz der Förderung sind für den Kleinwagen über 20.000 Euro fällig - da sollten die Kunden eine ausreichende Sicherheitsausstattung erwarten dürfen.

Rivian-Werk in Europa

Große Pick-Up’s sind nur etwas für den US-Markt! Es sieht so aus, als wenn Rivian diesen alten Grundsatz durchbrechen möchte. Der Hersteller ist offenbar auf der Suche nach einem Produktionsort in Europa, um auch hier Elektro-Pick-Up’s zu bauen. Bisher galt eine Produktionsstätte in England als mögliche Option. Das niederländische Wirtschaftsministerium gab jetzt bekannt, dass man mit Rivian im Gespräch über einen möglichen Standort in den Niederlanden sei.

Die Elektro-Pick-UP's könnten bald auch aus europäischer Produktion kommen. Foto: Rivian

Mit hoher Wahrscheinlichkeit handelt es sich dabei um das Werk von VDL Nedcar. Das Unternehmen ist vor allem für die Produktion von Nutzfahrzeugen bekannt, baut aber auch im Auftrag PKW-Baureihen für BMW. Der große Vorteil für Rivian wäre, dass man kein neues Werk bauen müsste, sondern ein bestehendes Werk inklusive Mitarbeitern übernehmen könnte. Natürlich müsste entsprechend umgebaut werden, aber der Aufwand dürfte deutlich geringer ausfallen.  Die britische Regierung ist natürlich sehr daran interessiert, Rivian für sich zu gewinnen. In einem Brief an den Geschäftsführer wirbt man Medienberichten zufolge mit umfangreichen Anreizen für das Unternehmen. Es wird definitiv spannend, für welche der Möglichkeiten sich Rivian entscheiden wird. Eine bessere Situation kann es für den Hersteller eigentlich gar nicht geben, als wenn potentielle Produktionsländer versuchen, sich mit Anreizen und Zugeständnissen zu überbieten.

Laden beim Fahren

Der Stellantis Konzern hat in Italien eine ungefähr einen Kilometer lange Teststrecke für induktives Laden aufgebaut. E-Autos können hier während der Fahrt praktisch “drahtlos” aufgeladen werden. Unter dem Fahrbahnbelag befinden sich Spulen, die ein elektrisches Feld erzeugen über das die Fahrzeuge dann geladen werden. Die Leistung beträgt ungefähr 1MW.  Momentan wird das sogenannte Dynamic Wireless Power Transfer Sytsem mit einem Fiat 500e als PKW und einem Iveco Bus als Vertreter des Nutzfahrzeug-Segments getestet.

Auf der ca. 1 Kilometer langen Teststrecke in Italien testet Stellantis induktives Laden während der Fahrt. Foto: Stellantis

Induktives Laden bietet natürlich den Vorteil, dass auf längeren Fahrten keine Zeitverluste mehr durch Lade-Stops entstehen. Und auch die Reichweitenangst, die aktuell manch einen noch vom Umstieg abhält, kann dadurch genommen werden. Denn die Ladesäule befindet sich ja praktisch immer unter dem Auto. Außerdem käme man auch mit deutlich kleineren Akkus aus, was sich natürlich positiv auf das Gewicht des Fahrzeugs, den Bedarf an Ressourcen und den Preis auswirkt.

Das zugrundeliegende Prinzip des induktiven Ladens nennt sich Induktion und basiert auf elektromagnetischen Wellen. Dabei kommt eine Kupferspule zum Einsatz, die als Sender fungiert. Ganz neu sind solche Ansätze natürlich nicht. Weltweit sind bereits seit 10 Jahren verschiedene Projekte am Start, bisher jedoch noch nicht serienreif. Auch Enbw betreibt seit 2020 zusammen mit dem israelischen Unternehmen ElectReon eine Teststrecke in Schweden.


nextnews: Elektro-Rekord, BMW i4, Tesla startet GigaBerlin, JUCR Kündigung, Polestar 3, Opel Astra-e

Erste BMW i4 an Kunden ausgeliefert

Nicht in Autohäusern, sondern in der Zentrale in München hat Bernhard Kuhnt, Verkaufsleiter für Deutschland, in einer feierlichen Übergabe die ersten Autos an Kunden aus ganz Deutschland übergeben. Zur Übergabe sagte er: „Mit dem BMW i4 haben wir absolut den Nerv getroffen. Dies spiegelt sich in seiner sehr hohen Nachfrage wider. Wir freuen uns, zur richtigen Zeit mit einem vollelektrischen sportlichen Gran Coupé unser elektrifiziertes Produktangebot zu erweitern und heute die ersten Fahrzeuge – drei Monate früher als geplant – zu übergeben.“

BMW i4 an einer Ladestation

Insgesamt hat BMW nun 5 reine Elektroautos auf dem Markt. Und natürlich gibt es viele BMW-Fans, die auf dieses Auto gewartet haben, um nun auf die Elektromobilität umzusteigen. Es wird spannend zu beobachten, wie sich die Absatzzahlen des I4 im Vergleich zum 3er BMW entwickeln. Der 3er ist in Deutschland der meisterverkaufte BMW: Von Januar bis Oktober wurden 38.000 zugelassen.

Aber natürlich werden die Augen sowohl BMW-intern als auch bei uns auf den Vergleich zum Tesla Model 3 gerichtet sein, denn der i4 ist das erste Auto eines deutschen Herstellers, dass in der Fahrzeugklasse des Tesla Model 3 antritt. Bis Oktober wurden 25.300 Model 3 zugelassen und die Monate November und Dezember werden sicher wieder Rekordmonate für Tesla werden. In den kommenden Jahren folgen vollelektrische Versionen des BMW 7er, BMW X1, sowie der volumenstarke BMW 5er.  Aus jedem deutschen Werk wird es 2022 vollelektrische Modelle geben.  2023 will die BMW Group in rund 90 Prozent ihrer heutigen Marktsegmente jeweils mindestens ein vollelektrisches Modell im Angebot haben. Für 2030 plant das Unternehmen mit mindestens 50% Anteil an vollelektrischen Fahrzeugen weltweit.

Wir gehen davon aus, dass der i4 sehr gut im Markt ankommen wird und Kunden anspricht, für die bisher noch nicht das passende Auto dabei war. Auch Nextmove wird den BMW i4 in die Flotte aufnehmen. Derzeit haben wir noch kein Auslieferungsdatum. Wir gehen momentan davon aus, dass wir euch im ersten Quartal die Autos anbieten können. Wie die meisten Kunden haben wir blind bestellt, ohne das Auto vorher probezufahren.

BMW i4 Elektroauto mieten (nextmove.de)

 

Kündigungswelle bei JUCR

Tarife für öffentliches Laden sind ein spannendes Thema für E-Auto-Nutzer die regelmäßig an öffentlichen Ladestationen laden. Teuer, kompliziert, preislich intransparent, teilweise inkompatibel. Das sind die Vorurteile die vielen Fahrstromangeboten anhängen. 2021 sind zwei Startups angetreten, um öffentliches Laden deutlich zu vereinfachen. Eines davon ist JUCR. Keine Karten mehr, nur eine App für alles, keine undurchsichtigen Preise, einfach zu bedienen, monatlich kündbar, europaweit nutzbar. Ein fester Monatspreis und alles ist drin. Also eine sogenannte Flatrate fürs Laden. An fossilen Tankstellen für Diesel und Benzin wäre sowas undenkbar. Bei JUCR gibt es zwei Tarife für Privatkunden:

Bei JUCR gibt es für Privatkunden zwei Tarife zur Auswahl. Quelle: JUCR

Den Tarif CITY für 49 € monatlich für normales Laden mit Wechselstrom. Und den Tarif “Freedom” für monatlich 99 € für alle verfügbaren Ladestationen, d.h. auch für schnelles Laden an Autobahnen. Soweit, so einfach. Die Besonderheiten liegen aber in den AGB. Dort wurde vor einigen Wochen eine “Fair-Use-Klausel” eingeführt. “Sollte eine Nutzung des JUCR-Abonnements für mehr als eine Person oder ein unverhältnismäßig hoher bzw. unplausibler Energieverbrauch detektiert werden, behalten wir uns das Recht vor, Deinen Vertrag und das jeweilige Abonnement mit sofortiger Wirkung zu kündigen.”

Doch was bedeutet “unverhältnismäßig”? Auch dazu gibt es auch eine Definition. “Ein unverhältnismäßig hoher Ladeumfang entspricht beispielsweise einer monatlich hochgerechneten jährlichen Fahrleistung von über 30.000km pro Jahr und ist damit nicht vertragskonform.” Man bezieht sich dabei auf die doppelte Fahrleistung des Statistischen Durchschnitts für Deutschland.

Aber wie viel kWh sind das nun? Hier wird ein Durchschnittsverbrauch inkl. Ladeverlusten von 18kWh pro 100km angesetzt und eine Obergrenze von 450 kWh angegeben. Für uns klingt das eher nach einem Paketangebot und nicht nach einer echten Flatrate. In der Angebotsbeschreibung wurde zwischenzeitlich auch “Soft-fair-Use” als Ergänzung zu Flatrate hinzugefügt. Zum Start gab es eine echte Flatrate, die natürlich auch viele Power-User angezogen hat. Die AGB-Änderung war also möglicherweise eine Art Notbremse, um solche Nutzer wieder ausschließen zu können. Zur Veranschaulichung legen wir eine Fahrleistung von 3000km im Monat mit 25 kWh pro 100km zu Grunde. Dann ergibt sich folgende Rechnung: 3000 km mtl. x 25 kWh/ 100 km = 750 kWh  --> 750 kWh x 0,50 € (Schätzpreis DC Laden) = 375 €

Der Einkaufspreis für JUCR für schnelles Laden wird vermutlich bei mindestens 50 cent pro kwh liegen. Damit wären wäre man bei knapp 400€ Kosten - der Nutzer zahlt aber nur 99€. Insofern ist das  natürlich wirtschaftlich untragbar. Und dazu bekennt man sich jetzt auch und hat am Wochenende zahlreiche Kündigungen verschickt. “Nachdem wir Dein Ladeverhalten analysiert haben, müssen wir leider feststellen, dass auch Dein Mobilitätsbedarf nicht zu unserem Angebot passt. Deshalb sehen wir uns leider gezwungen, Dein Abonnement mit sofortiger Wirkung zu kündigen.”Es gab keine Vorwarnung oder Dialog mit dem Kunden, der Vertrag wurde “von heute auf morgen” gekündigt. In den Sozialen Medien beschwerten sich viele Kunden über den “harten Rauswurf” und führten an, dass die Ladeumsätze deutlich unter der genannten Obergrenze lagen, was natürlich für Außenstehende nicht nachprüfbar ist.

Wir haben bei JUCR nachgefragt und folgende Antworten erhalten: Wie viele Nutzer sind von der Kündigung betroffen? “Wir haben die Abos von weniger als 3% unserer Kunden vorzeitig beendet.” Warum wurden die Kündigungen fristlos ausgesprochen? Dazu JUCR: “Wir verstehen, dass fristlose Kündigungen zu Unmut und auch Enttäuschung führen. Am Ende des Tages müssen wir immer noch wirtschaftlich handeln und haben uns deshalb in den AGB für diese Regelung entschieden. Um Entgegenkommen zu signalisieren haben wir die offenen Beträge für die verbleibende Laufzeit eines jeden Abos auch sofort erstattet.”

Auch wenn man sich als Kunde innerhalb, aber an der Obergrenze der der Fair-Use bewegt, ist man ganz klar ein Kunde, bei dem JUCR draufzahlt. Daher unsere Nachfrage, ob demnächst vielleicht eine Preiserhöhung ansteht: “Wir glauben weiterhin, einen sehr fairen Preis in unseren Tarifen zu haben. Nichtsdestotrotz stehen wir nicht auf der Stelle und beobachten die Marktdynamik, um uns stetig zu verbessern.” Grundsätzlich funktionieren solche Tarif nur, wenn man auch Kunden hat, die deutlich weniger als die Obergrenze laden und das Produkt aus Gründen der Einfachheit und Zuverlässigkeit nutzen.

Auch bei der Kommunikation gab es in der Vergangenheit aus unserer Sicht Defizite. Zum Beispiel bei der Begründung für die Streichung des ehemaligen Travel-Tarifs, der für 69€ ausschließlich schnelles Laden ermöglichte. Dort hieß es, dass er u.a. wegen zu geringer Nachfrage gestrichen worden sei - wir glauben eher an das Gegenteil. Zum Thema Kundenkommunikation schrieb mir JUCR: “Da wir um ein Vielfaches schneller wachsen als angedacht, hat das operative Geschäft in allen Bereichen des Unternehmens die gesamte Zeit beansprucht. Dadurch ist das Thema Kommunikation in den letzten Wochen leider unglücklich gelaufen. Es war von unserer Seite aus nie beabsichtigt, den Eindruck einer nicht offenen und ehrlichen Kommunikation zu erwecken. Wir, die Geschäftsführung von JUCR, entschuldigen uns für diese unglückliche Kommunikation. Als noch junges Unternehmen, müssen wir stetig aus unseren Fehler lernen und nehmen dies jetzt zum Anlass, das ganze Thema in Zukunft besser zu machen.”

Abgesehen davon, dass die Kündigung ohne Vorwarnung und ohne persönliche Anrede erfolgte, war die Kommunikation aber aus unserer Sicht ganz okay und auch begründet: “Aber wir bitten Dich um Verständnis dafür, dass wir unser Angebot für die große Community der Elektromobilisten nur aufrecht erhalten können, wenn wir derartige Einschränkungen unseres Angebotes vornehmen.” Das bedeutet konkret: Entweder 3% der Kunden kündigen oder für 100% der Kunden den Preis erhöhen. Alles gesagte bezieht sich wohlgemerkt auf Privatkunden. Für Gewerbekunden gibt es abweichende Tarifangebote, die deutlich teurer sind.

Wir sind gespannt, ob sich Paket- oder Flaterateanbieter im Markt durchsetzen können. Grundsätzlich ist der Ansatz natürlich positiv zu bewerten, da es das öffentliche Laden deutlich vereinfacht. Die unterschiedlich intensive Nutzung der Kunden wird aber immer ein Problem bleiben. Es gibt eigentlich nur zwei Zustände: Entweder der Flatrate-Anbieter zahlt drauf oder der Kunde zahlt drauf.

 

Produktionsstart in Grünheide

Tesla baut eine der größten Autofabriken weltweit vor den Toren der Hauptstadt. Agilität, Flexibilität und hohes Tempo von Tesla treffen auf deutsche Gründlichkeit. Eigentlich wollte Tesla schon im Mai mit der Produktion der ersten Model Y beginnen. Trotzdem läuft der Bau der Fabrik für deutsche Verhältnisse in rasantem Tempo und es wurden jetzt tatsächlich die ersten Autos gebaut. Mit einer Kapazität von 500.000 Elektroautos hat das Werk eine große Bedeutung für die weitere Entwicklung der Elektromobilität in Europa. Deswegen berichten wir seit Beginn der Baumaßnahmen regelmäßig über den Baufortschritt in Grünheide.

Diese Woche wurde auch bekannt, dass Tesla auf ca. 1,1 Milliarden Euro Fördergeld für die Zellfertigung in Grünheide verzichtet. Obwohl die Förderung im Rahmen eines EU-Großprogramms so gut wie bestätigt war, zog Tesla seinen entsprechenden Antrag jetzt überraschend zurück. Die Gründe liegen vermutlich in den Bedingungen, die an eine Förderung geknüpft waren und für Tesla zu belastend waren. Auf Twitter erklärte Elon Musk dazu mit Bezug auf ein früheres Förderprogramm vor 10 Jahren: “Wir haben unsere Lektion (…) gelernt - belastende Bedingungen übersteigen den Wert des erhaltenen Geldes.”

 

Mehr Reichweite bei Opel

Opel spendiert dem Corsa-e und Opel Mokka-e mehr Reichweite. Der Corsa schafft nun 7% bzw. 22 km mehr, konkret sind das  350 km nach WLTP-Normreichweite. Beim Mokka-e sind auf dem Papier 14 km mehr drin, also 338 km mit einer Ladung. Das war auch zu erwarten, denn bereits letzte Woche hatte der Mutterkonzern Stellantis für die Konzernbrüder Peugeot e-208 und den Peugeot e-2008 mehr Reichweite angekündigt. An der 50 kWh Akkugröße wurde aber nichts geändert.

Opel Corsa-e nextmove-Fuhrpark Elektroauto
Zwei Opel Corsa-e am Nextmove-Standort in Leipzig. Foto: Nextmove

Der Reichweitengewinn ist das Resultat von verschiedenen Effizienz-Optimierungen:

  1. Wechsel der Serienbereifung auf Reifen mit einem besseren Rollwiderstand Klasse A+.
  2. Eine neue Getriebeübersetzung soll die Effizienz bei höheren Geschwindigkeiten auf der Autobahnfahrten verbessern. Aus unserer Sicht war das bisher ein Nachteil der Plattform.
  3. Eine neue Wärmepumpe und eine intelligentere Klimatisierung des Autos bei kalten Außentemperaturen sollen den Stromverbrauch der Heizung senken.

Unterm Strich sind diese Maßnahmen für Stellantis natürlich viel günstiger, als 7% mehr Akku zu verbauen. Auch für die Kunden ist es gut, denn die Stromkosten pro Kilometer sinken. Insgesamt bleibt es aber dabei, dass die Elektroautos aus dem Stellantis-Konzern in Bezug auf Initial-Reichweite, Verbrauch und Ladegeschwindigkeit der Konkurrenz derzeit noch hinterherfahren.

 

Mehr Power für Polestar 2

Für die Allradvarianten des Polestar 2 ist jetzt optional mehr Leistung verfügbar. “Das Upgrade steigert die elektrische Leistung der Batterie. Dadurch erhöhen sich das Drehmoment und die Leistungsabgabe der Elektromotoren über den gesamten Drehzahlbereich. Die zertifizierte Gesamtleistung der Motoren steigt dadurch von 300 kW auf 350 kW und das Drehmoment von 660 auf 680 Nm.” Besonders im Bereich 70-130 km/h wird die Beschleunigung gesteigert. Der Sprint auf 100 km/h dauert nur noch 4,4s, statt normal 4,7s. So viel Fahrspaß gibt es natürlich auch bei Polestar nicht gratis. 0,3 Sekunden kosten 1000€, buchbar im online Store. Die Installation erfolgt dann als OTA Software Update.

Die Updates sind bei Polestar direkt über die Webseite buchbar. Quelle: Polestar

Tesla macht sowas bekanntermaßen schon länger. Dort gehören Upgrades per Software schon länger zum Standard. Den Beschleunigungs-Boost von 3,9 statt 4,4 Sekunden beim Model 3 Long Range gibt es als In-App-Kauf. Die 0,5 Sekunden kosten 1800€.


nextnews: Umweltbonus, neuer Kia e-Niro, VW ID.5 bestellbar, EnBW Autocharge, induktives Laden, EQB

Voller Umweltbonus für 2022

Am Mittwoch hat die zukünftige Ampel-Regierung ihren lang erwarteten  Koalitionsvertrag vorgestellt. Besonders beim Thema Umweltbonus herrschte bisher Ungewissheit darüber, wie es ab dem 01.01.2022 weitergeht. Zuletzt sah es so aus, als wenn die Prämie zum Beginn des nächsten Jahres durch den Wegfall der Innovationsprämie halbiert wird.

Noch vergangenen Freitag versendete VW eine interne Mitteilung an das komplette Händlernetz mit einer deutlichen Warnung: “Stand heute gibt es von der Bundesregierung noch keine rechtskräftige Verlängerung der Innovationsprämie. Bitte informieren Sie ihre Kunden in den Verkaufsgesprächen entsprechend.” Dieser Hinweis kam allerdings viel zu spät und hätte bei den aktuellen Lieferzeiten von MEB-Fahrzeugen eigentlich schon im Sommer kommen müssen, spätestens aber zur Bundestagswahl. Jetzt gibt es zum Thema Umweltbonus allerdings ganz konkrete Aussagen im Koalitionsvertrag. Alle Käufer, die in den vergangenen Monaten mit Vertrauen auf das Versprechen der abgewählten Regierung ein Elektroauto bestellt haben, wurden nicht enttäuscht. Für das Jahr 2022 sollen die derzeit gültigen Fördersätze beibehalten werden.

E-Auto Prämie: Nextmove-Tipps zum Auto-Kauf
Titelbild vom Nextmove-Video zum Thema E-Auto Prämie aus dem Jahre 2020. Foto: Nextmove

Ab 2023 will die Ampel-Regierung dann deutliche Veränderungen einleiten. Zum einen sollen die Fördersätze abgeschmolzen werden, zum anderen soll die Förderung von Plug-In-Hybriden neu geregelt werden: Der tatsächliche elektrische Fahranteil soll Voraussetzung für eine Förderung sein. Auch die Dienstwagenbesteuerung soll entsprechend angepaßt werden. 50% elektrischer Fahranteil müssen für Plug-In Hybride nachgewiesen werden, um in den Genuss der 0,5%-Regelung zu kommen. Fraglich ist natürlich noch, wie man das überprüfen kann. Moderne Fahrzeuge sind grundsätzlich wegen einer entsprechenden EU-Verordnung mit auslesbaren Verbrauchszählern ausgestattet. Denkbar wäre natürlich auch eine Anzeige im Fahrzeug, die den Nutzer auf seine persönliche Jahresquote aufmerksam macht.

Offen bleibt aktuell, wie es nach 2025 weitergeht. Im Koalitionsvertrag heißt es dazu: „Über das Ende des Jahres 2025 hinaus ist die Innovationsprämie nicht mehr erforderlich.“ Fraglich ist, ob sich diese Aussage wirklich nur auf die Innovationsprämie, sprich die Verdopplung des Umweltbonus bezieht. Oder ob die Ampel-Regierung tatsächlich den gesamten Umweltbonus abschaffen möchte. Aber bis 2025 ist es noch lange hin und das ist für aktuelle Käufer unwichtig. Wir haben in den vergangenen 5 Jahren insgesamt 7 Gesetzes-Novellen gesehen. Dazu wird im Koalitionsvertrag auch konkret über Bidirektionales Laden gesprochen. “Wir werden bidirektionales Laden ermöglichen, wir sorgen für transparente Strompreise und einen öffentlich einsehbaren Belegungsstatus.” Der Kontext, wo das Wort fällt, ist aber “Autoverkehr und öffentliches Laden”. Ob es also bis 2025 auch im privaten Bereich kommt ist noch ungewiss.

 

VW ID.5 Konfigurator geöffnet

Seit dieser Woche ist der ID.5 bei VW bestellbar und es gibt offizielle Preise.  Zum Marktstart gibt es 3 Varianten, alle mit dem großen Akku und einer nutzbaren Kapazität von 77 kWh. Die Preise starten bei 46.515€ brutto und damit netto unter 40000€. Das bedeutet es gibt den vollen staatlichen Umweltbonus zumindest für die beiden Varianten mit Heckantrieb und 128 bzw 150 kW Leistung. Der GTX mit Allradantrieb kommt mit einer Leistung von 220 KW. Die Serienausstattung ist bei dem Modell bereits umfangreicher, sodass der Einstiegspreis bei 53.615€ liegt, daher gibt es nur den reduzierten Umweltbonus von 7975€. Die maximalen reichweiten nach WLTP liegen je nach Konfiguration bei maximal 516 km. Ausgeliefert werden alle ID.5 mit der neuen ID. Software 3.0. Diese soll unter anderem  eine verbesserte Sprachbedienung und eine höhere Ladeleistung bieten. Die maximale Ladeleistung liegt bei 135 kW und damit kann in unter 30 min von 10% auf 80% aufgeladen werden.

Die drei Versionen des VW ID.5 sind absofort bestellbar. Foto: Volkswagen

Mercedes EQB Verkaufsstart

Mercedes hat den Konfigurator für den EQB geöffnet. Die Preise starten bei ca. 55.300 € vor Abzug des staatlichen Umweltbonus von maximal 7975€. Die offizielle Aufnahme in die Liste der förderfähigen Fahrzeuge steht für das Modell aber noch aus. Zum Start gibt es zwei Varianten, beide mit Allradantrieb. Der EQB 300 4Matic mit 168 kW und gegen ca. 2700 € Aufpreis der EQB 350 4Matic mit 215 kW Leistung. Beide Varianten haben den gleichen Akku mit 66,5 kWh. Je nach Konfiguration reicht das für bis zu 432km Reichweite nach WLTP. Die maximale Ladeleistung liegt bei 100 kW. Damit kann das Auto in 30 min von 10 auf 80% Aufgeladen werden.

Der Mercedes EQB ist der elektrische Bruder vom Mercedes GLB. Foto: Daimler

Der EQB ist gegen Aufpreis von 1416€ auch als 7-Sitzer erhältlich. Die dritte Sitzreihe hat dann zwei Sitzplätze und soll Personen mit einer Körpergröße bis zu 1,65m ausreichend Platz bieten. Die Option ist daher eher etwas für Kinder und Jugendliche, denn auch bei der Zuladung reicht es nicht für 7 Erwachsene. 400kg dürfen zusätzlich zum Gewicht des Fahrers befördert werden. Für die Zukunft hat Mercedes noch weitere Varianten des EQB angekündigt, darunter auch eine besonders reichweitenstarke Version mit Frontantrieb. Eine Anhängerkupplung haben wir im Konfigurator nicht gefunden.

 

EnBW startet Autocharge

Die Vielzahl an Ladekarten und Apps für das Aufladen von Elektroautos ist eines der größten Hindernisse für die Etablierung von Elektroautos im Massenmarkt. Diejenigen unter euch, die bereits heute elektrisch fahren, haben sich damit arrangiert. Aber massenkompatibel ist das aktuell noch nicht. Tesla zeigt seit fast 10 Jahren wie einfach es sein kann. Einfach einstecken und der Ladevorgang startet – ganz ohne App oder Ladekarte. EnBW, Deutschlands größter Betreiber von Schnelladepunkten, führt nun an 1.400 CCS-Ladestationen die Funktion Autocharge ein. Dafür müsst Ihr EnBW-Kunde sein und die mobility+ App haben. In der App müsst ihr dann beim nächsten Ladevorgang die Funktion einmalig aktivieren und euer Fahrzeug registrieren. Die App führt euch durch den Freischaltungs-Prozess. Danach funktioniert es an 90% der EnBW-Schnellladestationen. An Chademo- und auch an AC-Ladepunkten funktioniert allerdings es nicht.

Autocharge ist jetzt an den meisten Schnellladestationen von EnBW verfügbar. Foto: EnBW

Bei den Fahrzeugen von Volkswagen, Skoda und Seat ist die die Funktion aber aktuell herstellerseitig noch nicht freigeschaltet. Ist das nun komplett neu im Markt? Nein. Fastned bietet diese Art von Service bereits seit geraumer Zeit. Aber die Anzahl an Fastned-Ladeparks in Deutschland ist überschaubar und damit hatte dies bisher keine Marktrelevanz. Auch Ionity bietet seit einigen Monaten eine Plug&Charge-Funktion. Derzeit aber nur für eine sehr überschaubare Anzahl an Fahrzeugen. Wichtig zu Wissen: Autocharge und Plug&Charge sind technisch zwei verschiedene Standards.

 

Ausbaubläne bei IONITY

Bei Ionity gab es in den letzten Monaten nur wenige Neuerungen, während andere Marktteilnehmer reihenweise neue Ladeparks verkündet haben. Die Finanzierung des weiteren Wachstums ist nun gesichert: Die bisherigen Anteilseigner und Blackrock stellen 700 Millionen Euro bereit. Bis 2025 soll sich die Anzahl der 350kW-Ladestationen um mehr als das Vierfache auf rund 7.000 erhöhen.

Die Ladeparks werden nun nicht mehr nur an Autobahnen, sondern auch in der Nähe von Großstädten und entlang stark befahrener Fernstraßen errichtet. Künftige Standorte werden von Beginn an mit durchschnittlich sechs bis zwölf Ladestationen geplant. Bis 2025 wird das wahrscheinlich nicht ausreichen. Wettbewerber wie Tesla oder EnBW haben bereits heute an großen Standorten 12 bis 50 Ladepunkte. Darüber hinaus sollen bestehende Standorte - entlang hoch frequentierter Strecken - mit zusätzlichen Ladestationen aufgerüstet werden. IONITY möchte zudem ausgewählte Ladestationen zu “Ladeoasen” entwickeln und ein ganzheitliches Lade-Erlebnis bieten. Hierzu zählen überdachte Ladestationen mit angebundenen Cafés, Restaurants oder Shops. Auch im geplanten Deutschlandnetz werden diese Anforderungen als Standard definiert. Heute sind wir schon froh, wenn es eine Toilette und einen Mülleimer gibt.

Ladepark der Zukunft
So könnte zukünftig eine "Ladeoase" mit Restaurants und Geschäften aussehen. Foto: Nationale Leitstelle Ladeinfrastruktur

 

Laden von Geisterhand

In den vergangenen Jahren wurde viel über induktives Laden gesprochen, besonders laut bei deutschen Autoherstellern. Und besonders laut auch in den Jahren, als man selbst noch keine wettbewerbsfähigen E-Autos hatte und sich über Ladekabel der Konkurrenz lustig gemacht hat. In den letzten Jahren war es ruhig um das Thema geworden - Grund ist die mangelhafte Effizienz solcher Systeme.

In den USA gab es eine entsprechende Meldung von Volkswagen. Gemeinsam mit einem Labor des US-Energieministeriums wird dort an kabellosen Ladeeinheiten geforscht.  Ziel ist die Entwicklung eines kabellosen Ladegeräts mit höherer Leistung. Durch Bündelung elektromagnetischer Wellen und die Vermeidung von Interferenzen, konnte die Effizienz bei Prototypen deutlich erhöht werden. Übertragen werden bis zu 98 Prozent der verwendeten Energie, gemessen Spule zu Spule - also auf das System bezogen.  Das System ermöglicht aktuell bereits Ladeleistungen von bis zu 120 kW. Angestrebt sind zukünftig, zumindest beim Porsche Taycan der als Testwagen diente, bis zu 300kW.

Die weiteren Schwierigkeiten bleiben natürlich: zusätzliche Kosten, zusätzliches Fahrzeuggewicht und zumindest aktuell ein sehr geanues Parken des Fahrzeuges über der Ladeeinheit. Aber das wird das Auto sicher bald besser können als der Mensch.


E-Auto Prämie - So geht's weiter

Das Warten hat ein Ende! Der Koalitionsvertrag der Ampel-Regierung ist da und es gibt nun endlich Klarheit über die zukünftige Kaufprämie für Elektroautos. Auf unserem YouTube-Kanal berichten wir ausführlich über die Pläne der neuen Bundesregierung und was diese konkret für euren Autokauf bedeuten.

Teile das Video gerne mit Freunden oder Verwandten, die sich für den Kauf eines Elektroautos interessieren!

Wenn Du nochmal alles in Ruhe nachlesen möchtest kannst Du Dir hier den neuen Koalitionsvertrag herunterladen. Koalitionsvertrag_2021-2025


nextnews: Wallbox-Förderung, Chipkrise, frisches Geld für Sion, KIA EV9, Hyundai SEVEN, Team Japan

Stillstand bei VW

Der weltweite Chipmangel wird zunehmend zu einem größeren Problem für die Automobilindustrie. Immer häufiger müssen Autohersteller ihre Produktion teilweise erheblich drosseln, da die dringend benötigten Halbleiter fehlen. Schlagzeilen machte in Deutschland zuletzt Opel. Dort wurde im kompletten Werk in Eisenach für drei Monate eine Zwangspause eingelegt. Bei VW konnten dieses Jahr wegen dem Chipmangel ca. 600.000 Autos weniger gebaut werden als im Vorjahr. Betroffen waren bisher vor allem Verbrenner-Fahrzeuge aus dem Stammwerk in Wolfsburg.

Elektroautos waren bei VW bisher bei der Verteilung der knappen Ressourcen priorisiert, aber diese Woche musste auch das Werk in Zwickau pausieren. Von VW hieß es dazu: „Die anhaltend eingeschränkte Liefersituation bei Halbleitern sorgt weiter herstellerübergreifend für erhebliche Störungen in der weltweiten Fahrzeug-Produktion.”  Und weiter: “Aufgrund von temporären Versorgungsengpässen kommt es vorübergehend auch in Zwickau und Dresden zu Anpassungen in den Produktionsabläufen. Die Fertigung in der MEB-Produktion wird deshalb (...) für vier Tage unterbrochen.”

VW ID.3 Elektroauto Volkswagen
Produktionspause bei vielen Modellen auf der MEB-Plattform z.B. VW ID.3, ID.4 und Cupra Born. Foto: Nextmove

Warum nur 4-Tage? In Sachsen war am Mittwoch Feiertag. Insofern hat sich genau diese Woche für eine kurze Pause angeboten, denn am Tag des Hochlaufes nach einer Pause werden immer weniger Autos gebaut als am Folgetag. VW hat für die Beschäftigten entsprechend Kurzarbeit beantragt. Nächste Woche geht es aber in Zwickau wieder los. Von Montag bis Freitag werden in Zwickau im 3-Schicht-System E-Autos gebaut. Neben ID.3&4 ebenfalls die beiden Audi Q4 e-tron Varianten und auch der Cupra Born kommt aus Zwickau. Im Schnitt werden derzeit ca. 1200 Autos täglich gebaut. Trotzdem sind die Lieferzeiten für alle Modelle aus Zwickau derzeit relativ lang und man würde wohl gerne mehr produzieren. Dazu hieß es: “Der Umbau des Standorts Zwickau wird zudem ohne Unterbrechung weiter fortgeführt.“ Im ersten Quartal will man in Zwickau die Marke von 1400 Autos pro Arbeitstag erreichen.

Auch die Tesla-Kunden bekommen den Chipmangel zu spüren. In den USA haben Kunden entdeckt, dass neue Model 3 teilweise ohne USB-Ladeanschlüsse und ohne induktives Laden ausgeliefert werden. Auf Nachfrage wurde den Kunden die fehlende Ausstattung bestätigt und eine Nachrüstung in Aussicht gestellt. Berichte über fehlende USB-Ports in Europa oder China gibt es bisher nicht. Grundsätzlich wäre so eine Auslieferung den meisten Kunden sicher lieber, als monatelang auf das Fahrzeug warten zu müssen. Aber eine Information seitens Tesla wäre dennoch zu erwarten.

 

Hoffnung für den Sion

Sono Motors erzielt einen Milliardenwert an der Nasdaq. Der Entwickler des Solarautos Sion hat am Mittwoch den Schritt an die Technologiebörse Nasdaq gewagt. 15% der Anteile wurden an die Börse gebracht, wodurch das Unternehmen voraussichtlich 135 Millionen Dollar einnehmen wird. Und diese Summe wird auch gebraucht. Im Börsenprospekt hatte das Unternehmen geschrieben, dass ohne diese Erlöse bereits im Dezember das Geld ausgehen würde. „Die Erlöse helfen uns, unser Fortbestehen zu sichern und helfen uns, zusätzliche Investitionen für die Serienproduktion zu tätigen", sagte Laurin Hahn.

Der Sion ist mit über 240 Solarzellen auf der ganzen Karosserie ausgestattet. Foto: Sono Motors

Der Sion soll im ersten Halbjahr 2023 ausgeliefert werden. 16.000 Vorbestellungen sollen vorliegen. Der Börsengang war ein voller Erfolg. Die Aktien wurden zu 15 Dollar platziert. Den ersten Handelstag beendete die Aktie mit 38,20 $, also einem Plus von 155%. Das Unternehmen wird demnach mit rund 2,6 Milliarden Dollar bewertet. Die Gründer Laurin Hahn und Jona Christians halten weiter die Mehrheit der Stimmrechte. Man sieht: Elektroauto-Aktien sind im Trend. Nach dem großen Erfolg von Tesla drängen auch  einige andere Elektroauto-Unternehmen an die Börse.

Der Elektro-Pick-Up Rivian R1T rollte im September 2021 erstmals als Serienfahrzeug vom Band. Foto: Rivian

Auch der Pickup-Hersteller Rivian ging vor einer Woche an die Börse und wird nun in etwa so bewertet wie Volkswagen. Und das, obwohl Rivian noch kein einziges Fahrzeug an Endkunden ausgeliefert hat, während VW 10 Mio Autos im Jahr verkauft. Aber an der Börse wird die Zukunft gehandelt und ganz offenbar werden Produktionskapazitäten für fossil betriebene Fahrzeuge von den Kapitalmärkten derzeit nicht honoriert. In jedem Strukturwandel kommt irgendwann der Punkt, an dem die Vermögenswerte der Vergangenheit zur erheblichen Verbindlichkeit der Zukunft werden. Viele traditionelle Autohersteller haben das erkannt und bereits Enddaten für den Verbrenner-Verkauf beschlossen und kommuniziert.

Team Japan will den Verbrenner retten

Toyota hat eine Allianz der Willigen gegründet, um den Verbrennungsmotor am Leben zu erhalten. Unter dem Namen „Team Japan“ will Toyota gemeinsam mit den Autoherstellern Subaru und Mazda, sowie den Motoradherstellern Kawasaki und Yamaha neue, umweltfreundlichere Kraftstoffoptionen für Verbrennungsmotoren erforschen. Ziel ist es den Verbrennungsmotor auf dem Weg zur Kohlenstoff Neutralität am Leben zu erhalten, obwohl weite teile des Wettbewerbs in Zukunft auf den batterieelektrischen Antrieb für den Pkw setzen. Die noch in der Entwicklung befindlichen Technologien sollen im Rahmen von Rennen und Motorsportveranstaltungen getestet werden. Wie in den guten alten Tagen soll der Wettbewerb im Rennsport die technologische Entwicklung beschleunigen.

Auf einer gemeinsamen Pressekonferenz erklärten die 5 Unternehmen folgendes:

  1. Sie werden an Rennen teilnehmen, auf denen CO2-neutrale Brennstoffe verbrannt werden: Toyota und Subaru werden in den Langstrecken-Rennen der japanischen Super Taikyu Serie kooperieren und synthetische Kraftstoff aus Biomasse verwenden. Mazda und Toyota werden ebenfalls im Rennsport zusammenarbeiten und einen 1,5-Liter-Skyactiv-D-Motor einsetzen, der mit Biodiesel der nächsten Generation betrieben wird.
  2. Kawasaki und Yamaha wollen gemeinsam forschen und die Entwicklung von Wasserstoffmotoren für Motorräder prüfen.
  3. Alle Unternehmen wollen in Zukunft an Rennserien mit Wasserstoffmotoren teilnehmen.
Der Toyota Corolla als Hybrid-Rennwagen. Foto: Toyota

Toyota tritt der Vorstellung entgegen, dass Elektrofahrzeuge die einzige Möglichkeit sind, Kohlenstoff Neutralität zu erreichen. Man ist der Ansicht, dass technologische Durchbrüche wie Wasserstoffmotoren dem Verbrennungsmotor zu neuem Leben verhelfen können - und damit sowohl Arbeitsplätze als auch die Umwelt retten. "Durch die Förderung der weiteren Zusammenarbeit bei der Herstellung, dem Transport und der Verwendung von Kraftstoffen in Kombination mit Verbrennungsmotoren wollen die fünf Unternehmen den Kunden eine größere Auswahl bieten", so die Unternehmen in ihrer Mitteilung.

In einem Interview bezeichnete der Toyota-Chef Aiko Toyoda batterieelektrische Fahrzeuge als eine wirtschaftliche Bedrohung für Japan. Er verwies auf die 5,5 Millionen Arbeitsplätze in der der japanischen Automobilindustrie, die überwiegend auf den Verbrennungsmotor ausgerichtet sind. Der japanische Markt ist aber natürlich zu klein, um sich gegen den Trend zu setzen. Daran kann auch der größte Autohersteller der Welt nichts ändern. Grundsätzlich sollte man natürlich weiter an synthetischen Kraftstoffen forschen, denn sie werden in vielen Sektoren gebraucht. Bei Autos ist es aus unserer Sicht jedoch nur zielführend, wenn es darum geht den Fahrzeugbestand CO2-neutral zu machen. Für die Zukunft sind die genannten Alternativen zu energieintensiv und Ökostrom auf absehbare Zeit zu knapp, um ihn verlustreich für Individualmobilität zu verbrauchen. “Ökostrom ist das neue Öl”, so eine aktuelle Aussage von Prof. Claudia Kemfert vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung.

Der batterie-elektrische Antrieb hat den höchsten Wirkungsgrad im Vergleich zu Brennstoffzellen oder Verbrennungsmotoren. Quelle: VCO

Ein wichtiger japanischer Hersteller fehlt übrigens im Team Japan: Nissan. Das Unternehmen hat mit dem Leaf bereits 2010 auf Elektromobilität gesetzt und war lange führend. Demnächst will Nissan mit dem Ariya an alte Markterfolge anknüpfen, denn zumindest in Europa ist der Leaf technisch nicht mehr zeitgemäß und trotz Größe und Komfort im Markt nur noch als Zweitwagen platzierbar.

Der Nissan Ariya soll zukünftig an die Erfolge des Leaf anknüpfen. Foto: Nissan

Neues Förderprogramm für Ladestationen

Diese Woche startete ein neues Förderprogramm für “Nicht öffentlich zugängliche Ladestationen für Elektrofahrzeuge bei Unternehmen und Kommunen”. Konkret heißt es: “Die Ladeinfrastruktur muss sich an Stellplätzen auf Liegenschaften befinden, die zur gewerblichen und kommunalen Nutzung oder zum Abstellen von Fahrzeugen der Beschäftigten vorgesehen sind.” Möglich sind also zwei Zielgruppen: Flottenfahrzeuge und private Mitarbeiterfahrzeuge. “Der Zuschuss beträgt 70 Prozent der förderfähigen Ausgaben, maximal 900 € pro Ladepunkt. Es werden Ladepunkte mit einer Ladeleistung von bis zu 22 Kilowatt gefördert.”

Hersteller von Ladestationen können ihre Produkte aktuell bei der nationalen Leitstelle Ladeinfrastruktur für eine Teilnahme anmelden, damit Antragsteller dann in Kürze nachschlagen können, ob die angestrebten Ladestationen auch förderfähig sind. Grundsätzlich orientiert sich das Antragsverfahren am Förderprogramm für private Wallboxen. Zuerst muss der Antrag gestellt werden, dann hat man 12 Monate Zeit zur Umsetzung. Anträge können ab dem 23. November 2021 über das Förderportal der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) gestellt werden. Unternehmen können maximal 45.000€ beantragen, das entspricht 50 Ladepunkten. Für Kommunen gibt es keine Deckelung. Im Fördertopf sind diesmal 350 Mio Euro. Insofern sollte man zumindest mit der Antragstellung schnell sein. Obwohl Verkehrsminister Andreas Scheuer aktuell nur noch geschäftsführend im Amt ist, eröffnet er damit die nächste Stufe ein Jahr nach dem Start des Förderprogramms für Wallboxen an privaten Stellplätzen.

Was Andreas Scheuer kann, scheint sich Peter Altmaier nicht zu trauen. Denn zur konkreten Ausgestaltung des staatlichen Umweltbonus ab Januar gibt es nichts neues zu vermelden. Wir gehen davon aus, dass der im Juli unter den Ministerien zur Abstimmung verteilte Gesetzentwurf so nicht umgesetzt wird, sondern man auf die Meinungsbildung einer zukünftigen Regierung eingehen soll. Wir gehen zu 99% davon aus, dass wir - anders als vor einem Jahr vom Kabinett beschlossen - bis Januar kein neues Gesetz bekommen. Wir hoffen auf klare Aussagen im Koalitionsvertrag, damit Käufer noch dieses Jahr wissen, was sie zukünftig an Förderung erwarten können. Stand heute halbieren sich für Anträge ab dem 1. Januar die Fördersätze.

Ganz wichtig: Für alle 2021 zugelassenen Fahrzeuge unbedingt noch dieses Jahr den Antrag stellen, denn Stichtag ist das Datum der Antragstellung.

Und natürlich keinen Antrag vor Zulassung des Autos stellen!

 

Deutschlandnetz nimmt Fahrt auf

Ende August gab es aus dem Verkehrsministerium den Startschuss für das sogenannte Deutschlandnetz. Geplant sind 1000 neue Ladeparks, die ab dem Jahr 2023 in Betrieb gehen sollen. Schnelles Laden überall für bezahlbare 44cent/kWh. Und super kundenfreundlich und schön soll es auch noch werden. Kurz vor dem Start der finalen Ausschreibung gab es dann Ende September einen Brandbrief von 15 führenden Anbietern für schnelles Laden, die sich massiv und sehr deutlich gegen die Förderkriterien gerichtet hatten. Indirekt wurde sogar mit Klage gedroht. Mit dabei waren alle wichtigen Anbieter z.B. Ionity, EnBw und Tesla.

Auch das Bundeskartellamt hatte sich danach in seinem “Sachstandsbericht mit vorläufigen Erkenntnissen der Sektoruntersuchung zur Ladeinfrastruktur” kritisch zum gewählten Ansatz geäußert. Das Preismodell sei “nicht zielführend” und gefährde den Ausbau außerhalb der Ausschreibung. Trotzdem ging die Ausschreibung wie geplant Anfang Oktober an den Start und so wie es aussieht, wollen sich sehr viele Betreiber am Aufbau des Netzes beteiligen. Die Ausschreibung der Ladeparks erfolgte gebündelt in Regionallosen. Die Nationale Leitstelle Ladeinfrastruktur teilte jetzt mit, dass für die 23 Lose rund 400 Teilnahmeanträge eingegangen sind. “Jedes der Lose trifft auf eine zweistellige Anzahl von Interessenten.” Man geht jetzt in die nächste Runde: “Diese Nachfrage und Dynamik nutzen wir im Wettbewerb um das wirtschaftlichste und benutzerfreundlichste Angebot.” Insgesamt müssen am Ende mindestens 8 verschiedene Anbieter bestimmt werden, denn eine Bedingung war, dass kein Betreiber mehr als 3 Lose gewinnen darf. Grundsätzlich liest sich die Mitteilung so, dass durchaus reges Interesse auf Betreiberseite zur Teilnahme besteht. Und wir vermuten, dass auch sehr viele Unterzeichner des Brandbriefs mit dabei sind.

Verteilung der Lose für die Vergabe zum Aufbau des Deutschlandnetzes. Grafik: Nationale Leitstelle Ladeinfrastruktur

Wie geht es jetzt weiter? Es handelt sich um ein mehrstufiges Verfahren und bis jetzt gibt es nur sog. “Teilnahmeanträge”. Diese werden jetzt geprüft und es erfolgt dann eine Aufforderung zur Abgabe von “Erstangeboten”. Danach folgt eine “Verhandlungsphase” und eine Aufforderung zur Abgabe von finalen Angeboten. Die Vergabe soll dann ca. ab Mitte kommenden Jahres stattfinden.

 

Neue Modelle bei Kia und Hyundai

Kia und Hyundai sind dieses Jahr mit sehr mutigen neuen Modellen, nämlich dem Hyundai IONIQ5 und dem KIA EV6, erfolgreich in den Markt gestartet. Diese Woche gab es einen Ausblick auf kommende Modelle in Form von Concept-Fahrzeugen, die auf der AutoMobility LA gezeigt werden. Beide Marken zeigen jeweils ein großes SUV. Bei Hyundai trägt das Konzept den Namen SEVEN. Die hinteren Türen öffnen gegenläufig, das Auto kommt also ohne B-Säule aus. 3,20m Radstand ermöglichen viel Platz im Innenraum. So richtig nach Auto soll das ganze nicht mehr aussehen: “Das aufgeräumte Cockpit und die integrierten Bildschirme unterstützen den Lounge-Charakter im Interieur ebenso wie die drehbaren Sessel und eine über Eck konstruierte, geschwungene Rückbank.”Die Reichweite soll bei 480km liegen und die Ladezeit beträgt ca. 20 min bis 80%. 2024 soll dann das Serienfahrzeug auf den kommen.

Die Studie "Seven" von Hyundai ist erstmals auf der AutoMobility in Los Angeles zu sehen und zeigt ein vollelektrisches Oberklasse-SUV. Foto: Hyundai

Kia präsentiert ein Concept namens EV9 mit bis zu 7 Sitzplätzen in 3 Reihen. Mit 4,93 ist das Fahrzeug 20cm länger als der EV6. Als Design-Feature gibt es eine versenkbare Dachreling um bei Nichtgebrauch den Luftwiderstand zu senken. Beide Fahrzeuge basieren auf der neuen 800Volt Konzern-Plattform e-GMP und sind ab heute bis zum 28. November in Los Angeles für die Öffentlichkeit zugänglich.

Auch beim Kia EV9 öffnen sich die hinteren Türen gegenläufig. Foto: Kia

Nextnews: Fahrstrom wird teurer, Verbrenner Ende 2035, Renault Megane E-Tech, Byton vor Insolvenz

Byton vor Insolvenz

Bereits Anfang des Jahres war die deutsche Byton Tochter - die Byten GmbH -  mit Sitz in München in die Insolvenz gegangen. Zuvor schon konnten die Mitarbeiter und einige Lieferanten nicht mehr bezahlt werden. Auch damals sah es für Byton finanziell nicht gut aus, aber man setzte noch viele Hoffnungen in die Zusammenarbeit mit dem Apple-Zulieferer Foxconn. Die geplante Serienproduktion des SUV- Modells M-Byte wurde mehrmals verschoben und war dann zuletzt für 2022 anvisiert. Aber daraus wird wahrscheinlich nichts mehr. Die geplante Kooperation mit Foxconn wurde auf Eis gelegt und auch weitere Investoren haben sich zurückgezogen. Byton scheint daher aktuell zahlungsunfähig zu sein. Die Produktion wurde eingestellt und sämtliche Gehaltszahlungen an Mitarbeiter ausgesetzt. Des Weiteren liegt mittlerweile ein Insolvenzantrag von einem der Gläubiger vor.

Der M-Byte sollte das Flaggschiff-SUV der Marke werden. Quelle: Byton

Das Byton diese Krise überwinden kann gilt als unwahrscheinlich. Es bräuchte neue Investitionen von vielen Millionen Dollar, um das Unternehmen wieder marktfähig zu machen. Fraglich wäre dann aber auch, dass das geplante Modell M-Byte aufgrund der häufigen Verschiebungen des Marktstarts, technisch noch auf dem Stand der Wettbewerber ist.

 

Ende des Verbrenners gefordert

Seit dem 31. Oktober findet in Glasgow die 26. UN-Klimakonferenz statt. Hier wollen die Mitglieder des UN-Klimaabkommens darüber beraten, wie die gesteckten Klimaziele - insbesondere das 1,5 Grad-Ziel - in den nächsten Jahren erreicht werden sollen. Bisher ist die Klimakonferenz allerdings nicht durch wegweisende Beschlüsse oder Maßnahmen in die Schlagzeilen gekommen. Viele Kritiker befürchten, dass wohl mehr debattiert wird, als dass aktiv Klimaschutz betrieben wird. Darüber hinaus sind viele Teilnehmer mit Privatjets angereist, was in der Öffentlichkeit nicht positiv aufgenommen wurde.

Klimagipfel in Glasgow. Quelle: UKCOP26

Allerdings gab es jetzt doch noch ein Signal: 24 Länder und einige Automobilhersteller haben sich auf ein Datum für den endgültigen Ausstieg aus dem Verbrennungsmotor für Pkw geeinigt. Ziel soll es sein, dass in den Kernmärkten ab 2035 alle neuen PKW und leichten Nutzfahrzeuge emissionsfrei unterwegs sind. Ab 2040 gilt dieser Grundsatz dann weltweit. Teilnehmende Länder sind unter anderem Norwegen, die Niederlande, Schweden, Großbritannien - aber auch Slowenien, Chile, El Salvador und Uruguay. Deutschland ist momentan noch nicht dabei. Das Umweltministerium war dafür, aber das Verkehrsministerium erklärte diesem Vorhaben eine klare Absage. Man brauche die Verbrenner-Technologie auch zukünftig und wolle sie mit synthetischen Kraftstoffen klimaneutral machen.

Bei Klimaschützern trifft diese Positionierung auf großes Unverständnis. Greenpeace-Chef Martin Kaiser bezeichnete es als “megapeinlich”, wenn sich Deutschland diesem Vorhaben nicht anschließen würde. Er halte es auch für besonders wichtig, dass die großen Automobilkonzerne mitmachen. Wird Deutschland also vielleicht doch noch nachträglich zusagen? Wir sind auf jeden Fall gespannt, wie lange sich Deutschland noch mit aller Kraft gegen ein konkretes Datum zum Verbrennerausstieg wehrt.

 

Fernabschaltung bei gemieteten Renault-Akkus:

Renault darf keine Akkus mehr lahmlegen! Der Hersteller kann bei gemieteten Batterien z.B. in einem Renault Zoe den Akku über eine Fernabschaltung komplett stilllegen. In der Praxis kam es anscheinend häufiger dazu, dass die Besitzer eines Elektroautos von Renault ihre Batteriemiete nicht bezahlt haben. Für diesen Fall hat sich die Renault-Bank in ihren Akku- Mietbedingungen vorbehalten, den Vertrag außerordentlich zu kündigen und die Batterie aus der Ferne stillzulegen. Das Fahrzeug fährt dann zwar noch, kann aber nicht mehr aufgeladen werden. Dieses Vorgehen des Herstellers ist allerdings nicht neu. Bereits 2013 berichtete der Spiegel in einem Artikel darüber, welche Schritte sich Renault bei einem Zahlungsverzug vorbehält. Die sächsische Verbraucherzentrale klagte nun aber gegen diese Vertragsklausel, da die Abschaltung der Batterie das komplette Fahrzeug unbrauchbar mache. Das Oberlandesgericht Düsseldorf entschied nun zugunsten der Verbraucherzentrale und erklärte Renaults vorgehen als eine unerlaubte Form der Selbstjustiz. Die Begründung liegt darin, dass die Durchsetzung solcher Zahlungsansprüche in einem ordentlichen Gerichtsverfahren durch den Staat zu erfolgen hat.

In der Vergangenheit gab es schon unzählige Streitigkeiten zwischen der Renault Bank und den Verbrauchern. Sei es der Austausch des Akkus bei zu geringer Restkapazität oder eine Erhöhung der Mietgebühr bei durchgeführten Schnellladungen. Nicht zuletzt dürften das einige der Gründe sein, weshalb der Hersteller das Mietmodell für Batterien vor einiger Zeit eingestellt hat.

 

Preiserhöhungen im Tarifdschungel

Die Energiepreise steigen und das ist jetzt auch an den Ladesäulen zu merken. Fastned hat diese Woche die Preise für schnelles Laden in seinem Netzwerk erhöht. Der Tarif für spontanes Laden ohne Abo wurde von 59 auf 69 Cent pro kWh erhöht. Der ABO-Preis für sogenannte “gold member” steigt zum 1. Dezember in Deutschland auf  45 Cent pro kWh und € 11.99 pro Monat. Fastned betreibt aber momentan nur 20 Standorte in Deutschland, insofern ist die Preiserhöhung eigentlich kaum relevant. Aber wie es so oft bei Preisrunden ist... Einer Macht den Anfang und die anderen ziehen nach.

Werfen wir einen Blick auf die großen Anbieter in Deutschland:

Tarife für das Ad-Hoc-Laden bei großen Anbietern (CCS-HPC). Grafik: Nextmove

IONITY ist ja preislich beim spontanen Tarif schon relativ teuer, dort sollte eher weniger passieren. Und bei den Hersteller-gebundenen ABO-Tarifen ist IONITY selbst in der ABO-Falle und kann die Preise für Endkunden nicht erhöhen. Das haben wir aus den Geschäftsbedingungen der Angebote entnommen.

Preisvergelich für das Laden an HPC-Stationen. Grafik: Nextmove

EnBw als weiterer wichtiger Anbieter ist gerade dabei IONITY beim Ausbau des Ladenetztes zu überholen. Viele Gewerbegebiete und Einkaufszenten werden in Deutschland gerade mit Schnellladern ausgestattet, aktuell ist man mit 650 Standorten führend. Und auch an den Autobahnen schreitet der Ausbau schnell voran. Diese Woche wurde ein neuer Standort in Lauenau an der A2 mit 20 Stationen vermeldet. Aktuell befinden sich acht weitere große Schnellladeparks der EnBW im Bau.

Die letzte Preisrunde gab es bei EnBw Ende Mai, damals hatte man betont, dass man eine Konstanz und Verlässlichkeit beim Preisniveau anstrebt. Allerdings haben sich die Bedingungen mittlerweile geändert, da die Strompreise erheblich angestiegen sind. Auf Anfrage von Nextmove zur aktuellen Situation erhielten wir folgende Antwort: “Wir planen keine Preisänderung bei EnBW mobility+.  Entsprechend haben die Änderungen bei Fastned keine Auswirkungen auf unsere Kund*innen.” Das bedeutet im Klartext: natürlich kann man mit dem EnbW-Angebot mobility+ nicht nur an EnBw-Ladesäulen laden, sondern auch bei Fastned. Und dort zahlt man über das Angebot von EnBw auch ohne Grundgebühr nur 55 cent. Das ist damit deutlich weniger als die Direktzahlung bei Fastned mit 69 cent pro kWh.

Im Nextmove Tarifdschungelbuch fassen wir alle Tarife von den gängigen Anbietern zusammen. Grafik: Nextmove

 

6000 Ladepunkte an Supermärkten

Wer zu Hause oder am Arbeitsplatz gesichert laden kann, für den ist der Umstieg aufs Elektroauto sinnvoll. Wer allerdings ausschließlich auf öffentliche Ladesäulen angewiesen ist, sollte sich den Umstieg vorab gut überlegen. Für viele passt es bereits seit Jahren – für die allermeisten aber eben noch nicht. Für den flächendeckenden Durchbruch bei Autofahrern ohne eigenen Stellplatz ist es wichtig, dass man regelmäßig im Alltag nachladen kann. Dabei muss man das Auto gar nicht „vollmachen“ –  an einem Schnelllader kann man in 20 bis 30 Minuten genügend laden, um den Rest der Woche nicht nochmal ans Laden denken zu müssen. So wird der Akku nie leer und man kommt im Alltag eigentlich selten in die Situation „unbedingt jetzt laden zu müssen“.

Das Laden beim Einkaufen ist eine dieser perfekten Gelegenheiten für einen Power-Boost. Viele E-Mobilisten gehen gezielt dort einkaufen, wo es Strom gibt – zumal das Laden derzeit noch an vielen Supermärkten kostenlos ist. Supermarktketten wie Kaufland, Lidl und Aldi Süd, aber auch IKEA bieten bereits Lademöglichkeiten an. Oft mit 20-50 kW Leistung. Auch Rewe und Penny betreiben bereits Ladestationen an 130 Filialen. In den nächsten 3 Jahren soll das Angebot drastisch ausgeweitet werden. Geplant sind über 6.000 Ladepunkte. Dafür geht die Gruppe Partnerschaften mit Shell und EnbW ein, die die Stationen betreiben werden. Es wird ein Mix aus normalen und schnellen Ladestationen geben. Mit dabei sind auch HPC-Lader mit bis zu 360 KW Ladeleistung - und zwar nicht nur einer sondern bis zu 6 pro Standort. Moderne Elektroautos können dort in fünf Minuten Strom für bis zu 100 Kilometer laden. Zeit ist Geld - das gilt dann auch beim Laden. Wer es eilig hat, wird mehr für die Ladung zahlen als jemand, der sich für den AC-Lader entscheidet.


Erneute Tesla Preiserhöhung, VW ID.5, IONIQ 5 Facelift, Toyota bZ4X, Opel Rocks-e

Zulassungszahlen 

Im Oktober wurden 30.560 Elektroautos in Deutschland neu zugelassen. Das ist sind 32% mehr als im Vorjahresmonat. Der Anteil unter allen Neuzulassungen im Oktober 2021 lag wie bereits im September bei 17%. Jeder sechste Neuwagen ist damit ein reines Elektroauto. Der Gesamtmarkt hat aber weiterhin erhebliche Probleme. Es wurden insgesamt lediglich 179.000 Pkw zugelassen. Konkret bedeutet das ein Minus von 35% im Vergleich zum Oktober 2020. Der stärksten Rückgang ist bei den Dieseln zu verzeichnen. Hier gab es eine Verringerung von 57%. Die Benziner verlieren mit 44% etwas weniger Marktanteile.

Zulassungszahlen von Elektroautos in den letzten 12 Monaten. Grafik: Nextmove, Quelle: KBA

Aber auch Plugin-Hybride sinken erstmals um 5%. Hintergrund sind vor allem die Lieferengpässe bei zentralen Bauteilen, darunter die Chips. Die Autohersteller müssen deshalb bereits die Produktion drosseln und eine Besserung scheint derzeit nicht in Sicht. Bei manchen Herstellern entstehen derzeit Halden mit unfertigen Autos, die auf fehlende Teile warten.

Neuzulassungen von PKW im Jahresverlauf 2019-2021. Quelle: KBA

Im Jahresverlauf erkennt man gut, dass die Chipkrise auch an den Elektroautos nicht spurlos vorübergeht. Die Wachstumsdynamik geht deutlich zurück. Für Oktober wären unter normalen Umständen sicher auch 50.000 Neuzulassungen möglich gewesen. Die Lieferzeiten für Elektroautos steigen weiter und einige Modelle können derzeit gar nicht neu bestellt werden. Rabatte auf Neuwagen gibt es derzeit so gut wie keine, da Autos Mangelware sind. Auch wir bei nextmove merken die Auswirkungen der Chipkrise. Zum einen verzögert sich die Auslieferung von bestellten Fahrzeugen für unsere Flotte. Zum anderen wird unser Auto-Abo derzeit stärker nachgefragt, als in der ersten Jahreshälfte. Viele unserer Kunden wissen derzeit nicht, wann ihr bestelltes Elektroauto ausgeliefert wird und überbrücken mit einem flexiblen Abo bis zur Auslieferung. Da Neuwagen Mangelware sind, sind die Gebrauchtwagen-Preise ungewöhnlich stark angezogen. Viele Kunden nutzen das für einen Absprung und Umstieg aufs E-Auto.

Top 20 E-Autos in Deutschland im Oktober 2021. Grafik: Nextmove, Quelle: KBA

Bei den Modellzulassungen gab es im letzten Monat spannende Entwicklungen. An der Spitze stehen zwei Autos, die im Jahresverlauf nicht mehr in den Top3 zu finden waren. Auf Platz 1 Renault Zoe mit 2209 Autos, und nur 14 Autolängen dahinter der Smart Fortwo. Relativ stabil auf Platz 3 der VW ID.3. Dahinter auf 4 der Skoda Enyaq und damit deutlich stärker als der Konzernbruder ID.4.  BMW's i3 schafft es auf den fünften Platz. 1417 Fahrzeuge ist ein neuer Höchstwert für dieses Jahr. 900 war der Schnitt der letzten Monate. Das Tesla Model 3 sieht nur auf den ersten Blick schwach aus, denn mit 1359 Autos ist es der stärkste erste Monat eines Quartals aller Zeiten. Unter 500 waren sonst normal. Das Model 3 bleibt also ganz klar auf Kurs, das in diesem Jahr meistverkaufte Elektroauto in Deutschland zu werden.

Insgesamt wird deutlich, dass viele Modelle unterhalb der Durchschnittswerte der letzten Monate liegen. Unsere Grafik zeigt die Top 20. Und wie man sieht haben es folgende Fahrzeuge nicht in die Top 20 geschafft: Porsche Taycan mit 551, KIA EV6 startet mit 473 Autos in den Markt, Nissan Leaf: 422, Polestar 2: 325, Ford Mustang Mach-e: 209, Tesla Model Y mit 110 Autos auf Platz 40… zwei Plätze vor dem Jaguar I-Pace mit 50 Fahrzeugen. Man darf gespannt sein, wie es im November weitergeht. Eine CO2-Jahresendrally wird es nicht geben, da die Hersteller viel weniger Verbrenner produzieren konnten, als geplant. Aber die Kunden drängen natürlich auf Zulassung noch in diesem Jahr. Denn der Umweltbonus könnte sich zum 1.1.2022 tatsächlich halbieren.

Verkaufsstart Opel Rocks-e

Der Opel Rocks-e startet mit Preisen ab 7.990€ und ist ab sofort online bei Opel bestellbar. Die ersten Fahrzeuge sollen noch dieses Jahr ausgeliefert werden, die Basisversion ist laut Konfigurator erst ab dem 2. Quartal 2022 verfügbar. Aktuell ist nur ein Barkauf möglich, im Leasing soll das Auto laut Aussage des Konzerns nicht mehr als eine Monatskarte für den Nahverkehr kosten.

Opel Rocks-e Konfigurator. Quelle: Opel Store

Doch was bekommt man für das Geld? Auf jeden Fall einen sehr auffälligen kleinen Stadtflitzer, der besonders im Großstadtdschungel der Metropolen bestens aufgehoben ist. Der Rocks soll auch besonders junge Menschen ansprechen, da er in vielen Bundesländern bereits ab 15 Jahren mit dem Mopedführerschein bewegt werden darf. Des weiteren ist der Unterhalt relativ günstig, da man nur ein Versicherungskennzeichen benötigt. Dieser große Vorteil ist aus unserer Sicht aber auch gleichzeitig der größte Nachteil des Opels. Da er in Deutschland nur als Leichtkraftfahrzeug gilt, ist seine bauartbedingte Höchstgeschwindigkeit, auf 45 Km/h beschränkt.

Überlandfahrten sind damit natürlich kaum möglich und selbst in der Stadt dürfte man Probleme haben, im normalen Verkehr mitzuschwimmen. Der kleine Akku mit 5,5 KWh ermöglicht 75km reichweite nach WLTP. Aufgeladen wird er in 3,5 Stunden an einer normalen Haushaltssteckdose. Für die Nutzung von öffentlichen Ladestationen bietet Opel für 333€ einen entsprechenden Adapter an.

Opel Rocks-e Konfigurator. Quelle: Opel Store

Offenbar ist bei Opel noch nicht bekannt, dass nahezu alle Betreiber von öffentlichen Ladestationen die Benutzung solcher Adapter in den AGB verbieten. Der Opel Rocks-e ist der Konzernbruder des Citroen Ami und weitgehend baugleich. Den Ami hatten wir bereits vorgestellt. Spannend wird sein, ob solche Leichtfahrzeuge zukünftig auch vom Umweltbonus profitieren werden. Im Entwurf für eine Neuregelung, war dies wohl vorgesehen. Im aktuellen Umfeld glauben wir eher nicht daran.

 

Showdown in Wolfsburg

Zuletzt hatte Volkswagen-Konzernchef Diess für Unruhe unter den Arbeitnehmern gesorgt. Allein in Deutschland sind bis 30.000 Jobs in Gefahr, sollte der von ihm initiierte Konzernumbau und die rigorose Ausrichtung auf Elektromobilität verzögert werden. Laut "Handelsblatt" sprachen die Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat Herbert Diess letzte Woche das Misstrauen aus. Auch Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil äußerte sich kritisch zu Diess. Gestern Mittag berichtete Spiegel Online wiederum, es gäbe kein Misstrauensvotum, zumindest nicht formal. Am Donnerstag war eine Betriebsversammlung in Wolfsburg, die erste Präsenzveranstaltung seit geraumer Zeit. Der Betriebsrat hatte auch Konzernchef Diess eingeladen. Wegen einer schon länger geplanten Investoren-Reise in die USA hatte er die Einladung zunächst ausgeschlagen. Aber er nun hat er doch teilgenommen und es kam zum Showdown. „Wie Sie in den letzten Monaten öffentlich aufgetreten sind, da frage ich mich wirklich, ob Ihnen selbst diese Lage hier an unserem Standort eigentlich bewusst ist und wie das in der Belegschaft ankommt“, sagte Daniela Cavallo, die Betriebsratsvorsitzende von Volkswagen.

"Hier ist nicht ein Mensch zu viel an Bord." "Mein Anspruch ist, dass unser Stammwerk auch in Zukunft der Motor für den Konzern ist." Diess antworte in seiner Rede an die Belegschaft : „Gerade Wolfsburg ist wichtig für den Konzern und muss die Speerspitze sein.“ „Nur gemeinsam machen wir Volkswagen zukunftssicher.“ Dafür muss man den Konzern „rechtzeitig zum Umsteuern bewegen“.

Und man muss genau auf die Wettbewerber achten: „Der nächste Golf darf kein Tesla sein! Der nächste Golf darf nicht aus China kommen!“

„Nicht Herbert Diess oder Daniela Cavallo entscheiden darüber. Die Kunden entscheiden.“ Bereits im Sommer letzten Jahres kam es zu einem ähnlichen Machtkampf. Damals ging Diess mit einer Vertragsverlängerung um 4 Jahre aus der Arena. Man darf gespannt sein, wie es diesmal ausgeht. Aus Sicht der Elektromobilität ist Diess vermutlich der beste Mann für die Aufgabe des Konzernumbaus. Aber, er ist klar angeschlagen. Ein Machtwechsel erscheint mangels geeigneter nachfolge unwahrscheinlich, aber nicht ausgeschlossen.

 

Weltpremiere VW ID.5

ID.5 heißt das neue Modell von Volkswagen. Wer sich mit E-Autos auskennt, weiß natürlich, dass an sich nicht alles neu ist. Das SUV-Coupé orientiert sich sehr stark am ID.4. Neu ist das flach abfallenden Heck. Außerdem ist der ID.5 10 cm flacher. Der bessere CW Wert von 0,26 bietet ca. 10km mehr Reichweite als beim ID.4.

Neu ab 2022: Volkswagen ID.5 und ID.5 GTX. Quelle: VW

Wie es aussieht, wird es den ID.5 nur mit dem 77 KWh Akku geben. Das Modell “Pro Performance” kommt mit dem bekannten 150 KW starken Heckmotor. Die Allradvariante GTX bietet 225 KW Systemleistung. In der Pressemeldung von VW heißt es weiter: “Das elegante und expressive E-SUV-Coupé verfügt über die neue ID.Software 3.0 mit unter anderem verbesserter Ladeleistung und Sprachbedienung.”

Spannend ist natürlich, wie viel Ladeleistung die Version 3.0 tatsächlich bietet. Für den ID.5 nennt VW hier aktuell 135kW Leistung und damit noch nicht die eigentlich erwarteten 170kW. Die Preise für den ID.5 wurden aktuell noch nicht genannt.

 

Toyota enthüllt ersten Stromer

Mit dem bZ4X will Toyota 2022 sein erstes Elektroauto auf den Markt bringen…

Oder ist es vielleicht doch nicht das erste? Offiziell verkauft Toyota schon seit einigen Monaten vollelektrische Autos, nämlich den Proace Verso, ein Familien Van mit bis zu 8 Sitzplätzen. Aber hierbei handelt es sich natürlich um eine Zusammenarbeit mit dem ehemaligen PSA-Konzern. Das Fahrzeug ist damit fast baugleich mit dem Peugeot Traveller oder dem Citroen Spacetourer. Außerdem gibt es noch den Lexus UX 300e, der bislang 60x in deutschland zugelassen wurde.

Der bZ4X soll ein Kompakt-SUV werden und damit in Europa vor allem dem VW ID.4, Skoda Enyaq oder dem Tesla Model Y Konkurrenz machen. Der Akku hat laut Toyota eine Kapazität von 71,4 KWh. Erwartet wird ein 400V-System mit bis zu 150kW Ladeleistung. Für Europa ist natürlich ein CCS-Anschluss Pflicht. Es wird zwei Antriebsvarianten geben. Eine frontgetriebene Version mit 150 KW und zum anderen eine Allrad-Variante mit zwei Motoren - einen an jeder Achse -  die jeweils 80 KW leisten. Die Systemleistung beträgt dann 160 KW.

Toyota bZ4X Concept. Quelle: Toyota

Beim Thema Garantie ist Toyota, wie man das von den Japanern gewohnt ist, besonders großzügig. Der Hersteller garantiert nach 10 Jahren oder 240.000 Kilometern immer noch eine Akkukapazität von 90%. Bei nahezu allen anderen Herstellern liegen die Grenzwerte deutlich darunter. Erreicht werden kann so eine Zusage natürlich auch durch die Hintertür, indem eine deutlich größere Brutto-Kapazität eingebaut wird. Je nach Bedarf kann dann über die Zeit softwaregesteuert der nutzbare Bereich vergrößert werden.

 

"Wenn wir alle Elektroautos fahren, dann bricht das Stromnetz zusammen!"

Seit die Zulassungszahlen von E-Autos rasant ansteigen, hört man dieses Argument immer häufiger. Besonders in Mehrfamilienhäusern kommen auf auf wenig Raum sehr viele Autos. Kritiker befürchten, dass es in Stoßzeiten zu erheblichen Problemen mit der Stromversorgung kommen wird. Um das herauszufinden, hat der Netzbetreiber "Netze BW" in einer Wohnanlage im Kreis Ludwigsburg den Versuch gemacht und die Bewohner für 16 Monate mit Elektroautos ausgestattet.

Tiefgarage in der die Netze BW zahlreiche Ladepunkte installiert hat. Quelle: Netze BW

Für den Belastungstest wurde an ⅔ der Parkplätze in der Tiefgarage eine Ladestation aufgebaut. Um eine Überlastung des Stromnetzes zu vermeiden wurde zusätzlich ein Lademanagement-System eingesetzt. Dieses System sorgt für eine intelligente Steuerung der Energieversorgung, wenn es zu einer sehr hohen Auslastung der Ladepunkte kommt. Die Ladeleistung wird dann entsprechend gedrosselt und gleichermaßen auf die ladenden Fahrzeuge verteilt. In der Praxis stellt das normalerweise keine Einschränkungen dar, da die Fahrzeuge nachts sowieso über viele Stunden ungenutzt herumstehen.

Doch welche Erkenntnisse brachte nun der Praxistest? Von Anfang bis zum Ende des Tests veränderte sich das Ladeverhalten der Nutzer deutlich. Anfangs wurden die Fahrzeuge sehr häufig geladen - wohl aus Angst vor zu geringer Reichweite. Der Energiebedarf war dabei allerdings nicht hoch. Mit steigender Erfahrung der Nutzer hingen die Fahrzeuge deutlich seltener am Strom, dafür aber mit längeren Ladezeiten. Zu einer übermäßig starken Belastung des Stromnetzes, wie vorher befürchtet, kam es aber nicht. Es waren zeitgleich nie mehr als knapp 30% der Ladepunkte belegt. Außerdem wurden von den 45 Autos in Summe nie mehr als 100 KW Ladeleistung abgerufen.

Natürlich handelt es sich hier um einen Versuch, der nicht repräsentativ für alle Wohngebiete in Deutschland ist. Man kann aber davon ausgehen, dass das Problem mit der Stromversorgung nicht annähernd so groß ist, wie viele glauben. Insbesondere durch die ständig steigende Reichweite von Elektroautos sinkt die Notwendigkeit täglich zu laden.

Und sollte es doch einmal zu einem hohen Strombedarf kommen, können intelligente Lademanagement-Systeme die Ladeleistungen entsprechend anpassen und verteilen. Viele Nutzer stellen erst im Alltag fest, dass Sie in der Praxis auch mit geringen Ladeleistungen auskommen und die herstellerseitig oft angebotenen 11kW gar nicht bräuchten. Wer ausschließlich öffentlich lädt, für den sind höhere Leistungen natürlich sinnvoll. Außerdem bietet eine höhere Ladeleistung natürlich mehr Spielraum für das Lastmanagement.

 

Tesla Preiserhöhung

Diese Woche hat Tesla den Konfigurator umgestellt und weist in der Basis jetzt 491 km Reichweite aus. Ab Februar sollen dann alle Kunden den neuen LFP Akku in der Basis-Variante des Model 3 bekommen. Mit der höheren Reichweite gab es nach nur 5 Wochen auch eine weitere Preiserhöhung in Deutschland. Nach zuletzt 2000€ Erhöhung ging es jetzt nochmal um weitere 1000€ nach oben, wobei sich Preise bei Tesla immer an der aktuellen Nachfrage orientieren.

Konfigurator des Tesla Model 3. Quelle: Tesla

Bei guter Auftragslage gehen bei anderen Herstellern die Lieferzeiten nach oben, bei hingegen Tesla die Preise. Was die Preisgrenze für den Umweltbonus angeht, besteht noch keine Gefahr. Hier sind aktuell noch genau 1019 €uro brutto Luft nach oben. Die Preisdifferenz zum Long Range Allradmodell sank damit übrigens auf 7000€.

Beim Tesla Model 3 Performance gibt es zukünftig ausnahmsweise weniger Reichweite, hier wurde der WLTP-Wert um 20km auf 547km gesenkt. Beim Model Y blieb alles unverändert. Die Basisvariante mit Heckantrieb und kleiner Batterie wird in Europa derzeit noch nicht angeboten.

 

IONIQ5 Facelift

Der Ioniq 5 ist noch relativ frisch auf dem Markt, aber schon jetzt verdichten sich die Gerüchte um eine Überarbeitung des Modells. Die Verkaufszahlen in Europa und insbesondere Deutschland sind dem Vernehmen nach wohl sehr gut. Viele Kunden sind grundsätzlich zufrieden mit dem Auto, sehen aber jede Menge Verbesserungspotential. Kritisiert werden zum Beispiel: Eine mäßige Autobahnreichweite und ein schlechtes Navi. Es ist keine Routenführung mit vom Fahrzeug geplanten Ladestops möglich und das Navi hat ein Problem mit Baustellen. Dem Auto fehlt zudem eine intelligente Vorklimatisierung des Akkus, das führt bei Kälte auch nach längeren Fahrten zu deutlich längeren Ladezeiten als im Sommer. Die Netzwerkanbindung und die Spracherkennung sind unzuverlässig. Die Fahrassistenz ist zudem auch ausbaufähig.

Hyundai Ioniq 5 Facelift (2022). Quelle: Hyundai

Den Berichten zufolge soll das Auto in diesen Punkten Verbesserungen erfahren und im Modelljahr 2022 bereits ein inneres Facelift erfolgen. Die meisten Kritikpunkte kann man digital lösen. Insofern wundert es nicht dass auch die OTA-Updatefähigkeit kommen soll. Für mehr Reichweite soll es für die Variante mit der großen batterie 4,8kWh mehr Akku geben. Das wären dann nutzbare 77,4 kWh, genau wie beim KIA EV6.

In diesem Zusammenhang ist auch interessant, dass der IONIQ 5 in den USA, wo bisher noch gar kein Marktstart erfolgte, aktuell als “IONIQ 5 2022” beworben wird. Dort soll er in weinigen Monaten mit der größeren Batterie verkauft werden.


Tesla Supercharger Öffnung

nextmove hat schon oft darüber berichtet, dass es irgendwann passieren wird. Und jetzt ist es soweit: Tesla öffnet seine Supercharger für andere Marken - bereits am Montag war der Start.

Das wirft natürlich einige Fragen auf:

  • Welche Fahrzeuge können bei Tesla Laden?
  • Welche Standorte sind zuerst dran?
  • Was kostet das Laden für Fremdmarken?
  • Wie funktioniert es in der Praxis?
  • Welche Probleme gibt es noch zu lösen?
  • Was sagt Tesla selbst öffentlich dazu?
  • Und was heißt das jetzt für Tesla-Fahrer?

 

Welche Fahrzeuge können jetzt bei Tesla Laden? 

Tesla schreibt dazu: “Dieses Pilotprojekt ist nur für Fahrzeuge mit CCS-Ladeanschlüssen zugänglich.” Das heißt im Umkehrschluss: alle Fahrzeuge mit CCS, dass sind fast alle Elektroautos jüngerer Bauart, schätzungsweise ca. 80% des Bestandes. Aber es gibt tatsächlich auch Einschränkungen. Tesla schreibt: “Bestimmte Supercharger-Anordnungen sind für einige Fahrzeuge möglicherweise nicht geeignet. Bitte blockieren Sie keine anderen Fahrzeuge, indem Sie über die Parkplatzmarkierungen parken, wenn das Kabel Ihr Fahrzeug nicht bequem erreichen kann.”

Bildquelle: Tesla

Und weiter heißt es bei Tesla: “Falls der Stecker nicht in Ihr Fahrzeug passt, melden Sie dies bitte dem Tesla Kunden-Support.” Diese Formulierung kann natürlich heißen, dass das Kabel zu kurz ist - aber auch tatsächlich, dass der Stecker nicht passt. Abgesehen davon, dass bei Vollbelegung wegen der unterschiedlichen Positionen der Ladeanschlüsse wohl zukünftig immer einzelne Plätze frei bleiben werden, scheint es aber bei vielen Autos gut zu passen. Auch für Autos die mittig an der Front Laden reicht das Kabel. Ein schwieriger Kandidat ist der Audi etron. Steht die Ladestation neben dem Auto dann passt es. Steht der Supercharger quer vor dem SUV, dann wird´s bei diesem Auto echt eng! Aktuell heisst es aber: Bitte nicht nachmachen. es besteht grundsätzlich die Gefahr, dass der Supercharger Euer Auto gefangen nimmt, d.h. den Stecker verriegelt.

 

Welche Standorte sind zuerst dran?

Aktuell handelt es sich um ein Pilotprojekt an 10 Standorten in den Niederlanden.

Supercharger in den Niederlanden, die für Fremdfahrzeuge zugänglich sind. Quelle: Tesla

Mitmachen dürfen aber alle Nutzer, die in den Niederlanden wohnen, also ein offenes Projekt. Wir gehen davon aus, dass Tesla sehr genau schaut was passiert und Erfahrungen sammelt. Dabei geht es nicht nur um Kompatibilitätschecks was das Ladeprotokoll angeht, sondern auch um Fragen wie: Passt die Anordnung der Ladeplätze zum Auto. Wir reagieren die Nutzer aufeinander? Wie wird das Angebot angenommen? usw… Wir gehen davon aus, dass entweder zu den Stoßzeiten auch Mitarbeiter vor Ort sind oder zumindest eine begleitende Kameraüberwachung stattfindet.

 

Was kostet das Laden für Fremdmarken?

Hier gibt es zwei Preismodelle: Spontanes Laden, also pay per use. Dort kosten die Standorte in den Niederlanden aktuell im Bereich 57 bis 62 cent pro kWh - für dortige Verhältnisse ist das nicht gerade günstig.

Die meisten Nutzer werden bei den aktuellen Preisen sicher zum ABO greifen. Dort zahlt man monatlich 12,99 € und kann dann zu den gleichen deutlich günstigeren Preisen Laden, wie die Tesla-Fahrzeuge. In den Niederlanden sind das aktuell 24-29 cent und damit deutlich günstiger als in Deutschland mit 40 cent pro kWh bei Tesla. Die Differenz zwischen beiden Tarifen liegt also bei 33 cent pro kWh bzw. rund 130% Zuschlag. D.h. nur eine Ladung mit 40kWh spielt die Preisdifferenz zum ABO ein. Das ABO ist monatlich kündbar, d.h. kann gezielt für anstehende Urlaubsfahrten gebucht werden. Tesla macht es den Nutzern also sehr einfach, das Angebot auszuprobieren. Allgemein muss man beim Thema Preise und Tesla natürlich immer sagen, dass es sich um eine Momentaufnahme handelt. Es ist davon auszugehen, dass es sich hier um einen Einstiegspreis für den Testlauf handelt, um möglichst viele Fahrer zum Testen zu bewegen.  Der Monatspreis könnte sich im Laufe der Zeit in mehreren Schritten erhöhen.

Die Preise pro kWh sind ja schon heut  mehr oder weniger dynamisch, denn Tesla hat in der Vergangenheit immer wieder ohne Ankündigung oder begleitende Informationen von heute auf morgen Preise geändert und die Reaktion der Nutzer getestet. Preiserhöhungen wurden dann auch schon mal nach kurzer Zeit zurückgeschraubt, wenn der Aufschrei aus der Kundschaft zu laut war.

Unabhängig vom Tarif gilt aber die gleiche Blockiergebühr wie bei Tesla-Fahrern: Aktuell in vielen Ländern satte 1 € pro Minute, wenn das Auto verbunden am Supercharger verbleibt ohne zu laden. Also unbedingt auch das eingestellte Ladelimit im Auge behalten.

Unterstellen wir für Deutschland ein ähnliches Preismodell: Was heißt das im Wettbewerb?

Spontanes Laden ohne Vertragsbindung bei den großen Anbietern:

Tarife für Ad-Hoc-Laden bei großen Anbietern. Grafik: Nextmove

Schauen wir jetzt noch auf die Tarife mit ABO. Im Vergleich zeigen wir sowohl Tarife von Autoherstellern mit IONITY-Sonderpreisen als auch Tarife der Ladestationsbetreiber. Die Preise für Tesla-Supercharger in Deutschland sind Schätzungen auf Basis der Einführungspreise in den Niederlanden.

Außerdem zeigen wir unten in der Tabelle jeweils die resultierenden Preise pro 100 km Fahrstrecke, berechnet auf Basis eines Autobahnverbrauchs von 20 kWh/100km inkl. Ladeverlusten:

Preisvergleich für das Laden an HPC-Stationen. Grafik: Nextmove

Wir sehen: Für Vielfahrer ist der Spontan-Tarif bei Tesla genauso unattraktiv wie bei IONITY. Im ABO liege ich bei Tesla leicht über dem IONITY-Preis, habe aber den großen Vorteil, dass ich monatlich kündigen kann. EnBw liegt leicht darüber und ist in der Fläche noch nicht so gleichmäßig vertreten wie IONITY und Tesla. Für Kunden die nicht regelmäßig Langstrecke fahren, sind natürlich vor allem die monatlich kündbaren Tarife interessant, z.B. für Urlaubsfahrten.

 

Wie funktioniert das Ganze? 

Einfach die App herunterladen, Kreditkarte oder Bankverbindung hinterlegen. Dann den Stecker ins Auto stecken und das Auto lädt. Spannend wird natürlich, ob Tesla auch die marktüblichen Schnittstellen anbieten wird, damit auch andere Fahrstrom-Anbieter wie zum Beispiel Maingau oder EnBw über Ihre Dienste den Kunden Zugang gewähren können. Sehr interessiert sind sicher Flatrate-Anbieter wie JUCR oder Elvah.

 

Problem Eichrecht

Wir gehen davon aus, dass Tesla aktuell nicht eichrechtskonform abrechnet. In Deutschland ist es eine Grundvoraussetzung, dass der Verkauf von Obst, Gemüse, Benzin oder Strom nicht auf Basis von Schätzungen verkauft wird, sondern nachprüfbar korrekt ohne nennenswerte Toleranzen abgerechnet werden muss. Das gilt für euren Hausstrom, der über einen geeichten Zähler abgerechnet wird - genauso wie für Fahrstrom an der Autobahn. Tesla ist damit aber nicht allein.  Erst im Sommer berichtete die Wirtschaftswoche, dass in Deutschland noch tausende Schnelllader nicht eichrechtskonform abrechnen.

Die Übergangsfristen sind eigentlich längst abgelaufen und der Betrieb ist eigentlich illegal. Ein Abschalten ist aber offenbar nicht die Lösung, das wäre bei der Vielzahl der Stationen ein echtes Desaster und würde den Markthochlauf der Elektromobilität stark einbremsen. Die Abweichungen der aktuellen Abrechnungen liegen nach unseren Informationen deutlich unter 1%.

 

Problem 800V

Die Tesla-Supercharger unterstützen nach unseren Informationen aktuell keine 800V-Technologie. Trotzdem können die betroffenen Autos sehr wahrscheinlich alle Laden, aber nur mit der halben Leistung. Das gilt  für: Porsche Taycan, Audi etron GT, Hyundai IONIQ 5 & KIA EV6, sowie kommende Konzernfahrzeuge auf der gleichen e-GMP-Plattform.

 

Chance 400V 

Für einige Modelle von deutschen Herstellern, könnte es bei Tesla bald sogar mehr Ladeleistung geben als bei IONITY & Co. Woran liegt das? Das technische Limit bei anderen Anbietern liegt aktuell bei 500A, die Steckernorm gibt aktuell nicht mehr her. Bei Tesla gibt es aber höhere Stromstärken von ca. 600A, die es verschiedenen Fahrzeugen ermöglichen könnten, bei Tesla bis zu 25% höhere Leistungen abzurufen.

Wer sind die Kandidaten: BMW i4, BMW iX und auch kommende Modelle von BMW.

Das zeigt - genau wie Tesla verfolgen viele deutsche Hersteller aktuell auch bei kommenden Modellen noch eine 400V-Strategie und versuchen die technisch möglichen Ladeleistungen über einen langen Zeitraum zu halten. Allerdings ist zu erwarten, dass auch andere Anbieter demnächst Stationen anbieten, die 600A oder mehr ermöglichen.

 

Macht euch locker und seid nett zueinander!

Was heißt das für die Tesla-Fahrer? Zuletzt hatten wir im Juni eine Umfrage gemacht, ob Tesla die Supercharger für andere Elektroautos öffnen sollte. Rund 40% waren damals dafür, weil Tesla damit den Wandel zu nachhaltiger Mobilität beschleunigen würde. Rund 40% waren dafür, aber bitte zu höheren Preisen als für Tesla-Fahrer und rund 20% haben sich klar dagegen ausgesprochen. Viele Tesla-Fahrer fremdeln mit dem Gedanken, dass demnächst an “Ihrem” Supercharger ein Nicht-Tesla laden könnte. Und für nicht wenige ist das Supercharger-Netz das wichtigste Kaufargument. Aber wir sagen immer wieder: für Tesla steht die Mission an allererster Stelle. Und die sagt nichts über die eigenen Kunden aus.

So könnte es aussehen, wenn die Supercharger in Vw's Ladenetzwerk WeCharge aufgenommen werden. Fotomontage: Nextmove

Daher unser Empfehlung: Macht euch locker und seid nett zueinander. Wir fahren zwar unterschiedliche Autos, sind doch aber auf der gleichen Mission. Wenn ein VW ID.3 lädt und daneben kein Tesla laden kann, dann blockiert der ID.3 keine benachbarte Ladesäule, sondern es ist von Tesla so gewollt, dass dieser Platz vorübergehend frei bleibt, bis ein Auto kommt, das den Ladeanschluss an der richtigen Stelle hat. In der Anfangsphase wird das natürlich nicht einfach. Die Leute streiten sich ja manchmal schon am Gratislader beim Discounter um jede kWh..

Aber demnächst wird es für Euch alle da draußen, egal ob Teslafahrer oder nicht, ganz normal sein, dass verschiedene Modelle bei Tesla laden können. Tesla sagt: “Es war schon immer unser Ziel, das Supercharger-Netzwerk für Elektrofahrzeuge anderer Marken zu öffnen, um dadurch mehr Fahrer zum Umstieg auf Elektromobilität zu ermutigen.” Nur hat man das bisher nicht so offen ausgesprochen, im Gegenteil: Tesla-Blogger, die im allgemeinen als sehr gut informiert gelten, hatten bis vor nicht allzu langer Zeit vehement dementiert, dass Tesla diesen Schritt geht. Aber allein die Einführung des CCS-Standard mit dem Model 3 in Europa war aus unserer Sicht ein ganz starkes Zeichen in dieser Richtung. Und genau das ist ja auch der Grund, warum man in Europa vergleichsweise einfach starten kann.

In den USA passen die Tesla-Stecker nämlich nicht in andere Autos. Dort müsste man mit Adaptern arbeiten oder das Netzwerk wie in Europa auf 2 Stecker umrüsten. Wir hatten kürzlich über das geplante Deutschlandnetz gesprochen. Dort scheint es nicht ausgeschlossen, dass es noch vor dem Start Klagen von Wettbewerbern gibt und das Projekt ins Stocken bringt. Vielleicht muss ja Tesla dann die Versorgungslücke schließen. Aktuell gibt aber auch EnBW in Deutschland Vollstrom. Fast wöchentlich gibt es Meldungen zu großen neuen Ladeparks.

IONITY scheint fast im Tiefschlaf. Auf der Homepage steht, dass man 400 Stationen aufbauen will und aktuell 379 bereits geschafft sind. Was kommt danach? Mission etwa schon erfüllt? Keineswegs: wir gehen davon aus, dass man sehr bald die nächste Stufe zünden wird. Die US-Investmentgesellschaft Blackrock hat sich jüngst mit einer halben Milliarde Euro an Ionity beteiligt.  Aber natürlich will und muss Tesla auch die Bestandskunden auf dieser Mission mitnehmen. Tesla wird stauanfällige Supercharger wohl nicht für andere Autos öffnen. Es erfolgt als nur eine Freigabe ausgewählter Standorte. Das kann sich auch jederzeit ändern, für Tesla ist das ein klick im Backend oder es erledigt sogar die künstliche Intelligenz. Auf der Tesla-Karte gibt es jetzt auch ein neues Symbol für die freigegebenen Supercharger und den Nutzern anderer marken werden in der App natürlich nur die zugänglichen Stationen angezeigt.

 

Wir wagen einen Ausblick: was wird alles passieren und welche Probleme noch gelöst werden müssen:

Ein Großteil hängt natürlich davon ab, wie die Tests in den Niederlanden verlaufen. Zu Beginn wird es Fahrzeuge geben, die nicht laden können, oder Ladeabbrüche zeigen. Bisher gab es sowas bei Tesla zu 99,9 % nicht - man kennt nur aus der Umstellung der Supercharger auf CCS zu Beginn des Jahres 2019.  Aber Tesla ist jetzt in der Realität angekommen und muss sich der Diversität in der Umsetzung des Ladeprotokolls stellen - also den gleichen Herausforderungen wir alle anderen Hersteller auch. Tesla wird zukünftige Standorte in der Stellplatzanordnung noch flexibler planen. In guten Lagen kostet jeder Quadratmeter bares Geld, aber auch E-Autos mit Anhängern wird es in Zukunft immer mehr geben. Etwas mehr Flexibilität wird das ganze entspannen.

Tesla wird seinen CCS-Stecker in der Passform minimal nacharbeiten und das Kabel an den Stationen verlängern. Tesla wird das dynamische Pricing ausrollen. Denkbar sind Preisunterschiede für bestimmte Wochentage oder Tageszeiten, einzelne Standorte oder auch die Sperrung von Standorten für Fremdfahrzeuge.

Dynamische Preise an einem Supercharger in Schweden

Keine Prognose wagen wir aktuell bei 2 Dingen:

  1. Wann tesla das Eichrecht ausrollt.
  2. Ob Tesla anderen anbietern Schnittstellen zur Einbindung in andere Apps anbieten wird

Es wird also sehr spannend, welche Kenntnisse Tesla aus dem Pilotprojekt in den Niederlanden gewinnen wird. Die Erfahrungen aus diesem Test werden maßgeblich für alle weiteren Supercharger-Öffnungen in anderen Ländern sein.


Mit dem Peugeot e-208 auf "Zipfeltour"

Habt Ihr schon einmal was von der Zipfeltour gehört? Wir vorher auch nicht! Hinter diesem lustigen Namen steckt aber ein spannender Roadtrip, der quer durch ganz Deutschland führt. Unser Zuschauer Dirk hat sich zusammen mit seinem Peugeot e-208 auf den Weg gemacht - einmal von West nach Ost und von den Inseln bis zu den Alpen! Seine Eindrücke hat er in einem kleinen Reisebericht festgehalten und mit uns geteilt. Diese spannenden Einblicke möchten wir euch natürlich nicht vorenthalten...

 

Die Idee

Vor ein paar Monaten hörte oder las ich irgendwo durch Zufall vom Zipfelbund (https://www.zipfelbund.de) - ein Zusammenschluss der vier Gemeinden List/Sylt, Görlitz, Oberstdorf und Selfkant. Die vier Orte stellen die vier Extreme in Bezug auf Deutschlands Ausdehnung in den vier Himmelsrichtungen dar. Da kam mir die Idee, die vier Orte im Rahmen einer Tour mit dem e-208 abzufahren. Beginnen sollte die Tour in Selfkant, dann List, Görlitz und schließlich Oberstdorf. Um die Tour „rund“ zu machen, wollte ich vom letzten Ort (Oberstdorf) wieder zum Anfangspunkt der Rundreise, also Selfkant, zurückkehren.

Auf der Webseite des Zipfelbundes las ich dann, dass es einen Zipfel-Pass gibt. Man erhält in jedem der vier Orte jeweils einen Stempel im Zipfel-Pass, sofern man mindestens einmal dort übernachtet. Wenn man alle vier Stempel innerhalb von vier Jahren sammelt, erhält man ein "Zipfel-Paket“ mit interessanten und witzigen Produkten aus den vier Orten.

Das Ganze sollte nicht in Stress ausarten und ich wollte auch keine Rekorde brechen. Also wollte ich mir für jede Strecke von einem Zipfel zum nächsten jeweils zwei Tage Zeit lassen und eine Zwischenübernachtung einlegen. Auf die Benutzung von Autobahnen wollte ich aus mehreren Gründen komplett verzichten. Zum einen empfinde ich das Fahren auf der Autobahn als monoton und langweilig. Zweitens erlebt man die Landschaft viel intensiver, wenn man nicht so schnell unterwegs ist. Und drittens ist der kleine Peugeot recht durstig, wenn man schneller als 100 km/h fährt.

 

Die Tour

Gestartet bin ich zu Beginn der Herbstferien von Zuhause aus mit vollem Akku. Die 250 km nach Selfkant klappten ohne Zwischenstopp mit einer Akkuladung. In Selfkant konnte ich direkt am Rathaus mit 11 kW laden.

Der westlichste Punkt Deutschlands in Selfkant/Tüddern

Dort gab es morgens auch den ersten Stempel für den Zipfel-Pass, bevor es dann in Richtung Norden ging, zunächst immer entlang der holländischen Grenze mit einer Zwischenladung in Salzbergen am Schnelllader. Die erste Zwischenübernachtung legte ich in Bremen ein, wo das Auto am nächsten Morgen wieder schnell geladen wurde. Bei Wischhafen setzte ich mit der Fähre über die Elbe. Mit einer weiteren Schnellladung in Heide ging es dann weiter nach Niebüll und auf den Zug nach Sylt.

Auf der Fähre Wischhafen-Glückstadt über die Elbe

Nach der Übernachtung in List ging es wieder per Zug nach Niebüll und dort direkt an den Schnelllader. Der nächste Schnelllader wartete in Lübeck und mit dem geladenen Strom kam ich bis zum nächsten Zwischenstopp in Pritzwalk im nordwestlichen Brandenburg. Mit Schnellladungen in Wittstock/Dosse und Fürstenwalde wurde Berlin nordöstlich umfahren und Görlitz als östlichsten Punkt der Reise erreicht.

Das Rathaus von Görlitz

Hier lud ich den Wagen wieder mit Wechselstrom auf, um am nächsten Tag mit Zwischenladungen per DC in Freiberg und Schwarzenbach an der Saale meinen nächsten Übernachtungsort in Neumarkt in der Oberpfalz zu erreichen. Auch hier wurde der Peugeot abends wieder mit 11 kW vollgeladen. Die Strecke nach Oberstdorf, dem südlichsten Punkt der Rundreise, schaffte der e-208 mit nur einer Zwischenladung in Hurlach. Wegen des sehr hohen Touristenaufkommens in Oberstdorf - es war Sonntag und das Wetter zeigte sich von seiner allerbesten Seite - verzichtete ich auf die Suche nach einer Wechselstrom-Ladestation.

Am nächsten Morgen startete ich also mit einem SOC von 40 %, was eigentlich bis zum ersten Ladestopp in Memmingen hätte reichen sollen. Aufgrund der niedrigen Temperaturen lud ich den e-208 dann aber lieber direkt in Fischen. Durch das Allgäu und die schwäbische Alb ging es nach Riedlingen, wo die nächste Ladestation wartete. Ein weiterer Ladestopp wurde in Schwetzingen eingelegt. Ab Bingen fuhr ich durch das Rheintal bis zum nächsten Übernachtungsort Boppard, wo das Auto über Nacht in der Tiefgarage an einer innogy-Säule mit AC vollgeladen wurde. Auch ein paar Kisten Wein mussten ab hier mitgenommen werden. Die Akkuladung reichte trotzdem für die Fahrt durch die Eifel zum Ausgangspunkt der Zipfel-Tour in Selfkant, von wo aus es dann zurück zu meinem Wohnort ging.

In den vier Zipfel-Orten Selfkant, List/Sylt, Görlitz und Oberstdorf war jeweils am Morgen nach der Übernachtung ein Besuch im örtlichen Touristenbüro obligatorisch, wo ich mir den Stempel für meinen Zipfel-Pass abholte. In Oberstdorf bekam ich die Präsente aus dem Zipfel-Paket direkt überreicht, aus den anderen Orten werden in den nächsten Tagen dann wohl Päckchen für mich eintreffen. Über den Inhalt möchte ich hier nichts verraten. Interessenten sollten aber nun ein Weg kennen, das herauszufinden.

Der Zipfelpass mit allen vier Stempeln aus Sylt, Görlitz, Oberstdorf und Selfkant

Die Gesamtstrecke von Selfkant über List, Görlitz und Oberstdorf zurück nach Selfkant ist auf der von mir gewählten Route etwa 2700 km lang. Die Längen der einzelnen Etappen betrugen:

Selfkant - List: 691 km

List - Görlitz: 732 km

Görlitz - Oberstdorf: 568 km

Oberstdorf - Selfkant: 684 km

 

Das Laden

Das Laden an öffentlichen Ladestationen funktionierte stets völlig problemlos. An den meisten Schnellladern stand ich alleine. Bevor ein Stau entstehen konnte, hatte mein Peugeot seine 80 % im Akku erreicht und ich war wieder weg. Ladesäulen von EnBW bezahlte ich immer mit der ADAC/EnBW-Karte, alle anderen mit der EWE Go-Karte. Lediglich in einem Fall verweigerte die Ladesäule die EWE-Karte, sodass ich auch hier mit der ADAC-Karte bezahlte. Die dadurch verursachten Mehrkosten hielten sich in Grenzen. Eine einzige Ladesäule  verweigerte den Dienst, wobei es an dem Standort noch eine weitere Ladesäule gab, die tadellos funktionierte. Die Ladeleistung des e-208 lag bei etwa 35 - 40 % SOC, mit denen ich meist an den Stationen ankam, bei etwa 60 - 75 kW und hielt sich bei über 40 - 50 kW bis 82 %. Oberhalb fällt die Ladeleistung deutlich ab, sodass ich den Ladevorgang immer bei 80 % abbrach. Nach fünf Minuten schneller Autobahnfahrt mit Vmax schaffte der Peugeot aber auch 95 kW bis 41 % SOC. Der Durchschnittsverbrauch auf der Strecke lag bei 14,5 kWh/100 km.

Die jeweiligen Ladestation hat die App „ABetterRoutePlaner“ bzw. die entsprechende Webseite vorgeschlagen. Die Adressen der Stationen habe ich dann ins bordeigene Navi eingegeben, das dann die konkrete Route abseits der Autobahnen bestimmte.

 

Mein Fazit

Die Tour sollte zunächst mal Spaß machen. Dieses Ziel wurde auf jeden Fall erreicht. Der kleine Peugeot fährt richtig Klasse, hat in jeder Situation mehr als genug Leistung. Das (serienmäßige) Soundsystem erfüllt voll und ganz meine Ansprüche und ich konnte endlos lange „meiner“ Musik lauschen. Der e-208 ist klein und praktisch (der Kofferraum reichte auch für die Weinkisten, die in Boppard noch als Gepäck dazu kamen) und ich finde ihn absolut langstreckentauglich.

Ein weiterer Aspekt war, auszuprobieren, ob man auch abseits der Autobahnen ausreichend Lademöglichkeiten findet. Tut man - entsprechende Routenplanung vorausgesetzt.

Weiterhin wollte ich Deutschland noch besser kennenlernen und dabei vielleicht ein paar „Ecken“ entdecken, die im Rahmen einer späteren Urlaubsreise genauer erkundet werden könnten. Auch dieses Ziel habe ich meiner Ansicht nach voll erreicht.

 

Der Ausblick

Vielleicht habe ich mit dieser Geschichte den Einen oder die Andere angeregt, ebenfalls die Zipfel-Tour in Angriff zu nehmen. Man könnte z.B. versuchen, den zurzeit bestehenden (offiziellen) Rekord von 71 Stunden mit einem Elektroauto zu unterbieten (gestoppt wird die Zeit von Ankunft im ersten Zipfelort bis zur Ankunft im vierten Zipfelort). Der inoffizielle Rekord liegt bei etwa 30 Stunden, allerdings ohne Übernachtungen.