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Allego im nextnews-Test: Ad-hoc-Preis nur zeitweise sichtbar, nach dem Anstecken gar nicht

Wer an Allego-Schnellladern ohne Vertrag zahlen will, sieht den Preis nur kurz oder gar nicht. Allego hat Abhilfe angekündigt. Ein Praxistest zur Preisauskunft.

Display einer Allego-Ladesäule mit Preisen für App, Abo und Bankkarte
Bild: nextnews

In den Medien wird öfter eine mangelnde Preistransparenz an öffentlichen Ladestationen kritisiert. Aus Sicht von Stefan Moeller ist die Preisauskunft in der Praxis aber nur selten tatsächlich falsch oder fehlend. Dahinter stecken meist zwei Missverständnisse. Es gibt aber auch echte Problemfälle, wie ein Test bei Allego zeigt.

Zwei häufige Missverständnisse

  • Der Preis an der Säule gilt nur bei Direktzahlung beim Betreiber. Teilweise stehen dort auch App-Preise, die es nur mit der App des Betreibers gibt. Wer die App oder Ladekarte eines anderen Anbieters nutzt, zahlt dessen Preis.
  • Viele Vertragsanbieter haben keine feste Preisliste mehr. Eine der wenigen Ausnahmen ist EWE Go. Die meisten verweisen auf die Anzeige in der App. Wer nur die Ladekarte nutzt, ohne vorher nachzusehen, verzichtet quasi auf eine Preisangabe und kann teure Überraschungen erleben.

Der Test bei Allego

Gemessen an der Zahl der Schnellladepunkte ist Allego die Nummer 5 in Deutschland. Getestet wurde der Ad-hoc-Preis, also der Preis ohne Vertrag bei Direktzahlung an der Säule, an zwei HPC-Stationen:

Schnellladepunkte nach Betreibern in Deutschland, Allego auf Platz 5 Betreiber von CCS-Ladepunkten in Deutschland, Stand 10/2026. Grafik: schnellladepark.app

  • Szenario 1, zuerst ans Display: Auf dem großen Display laufen drei Ansichten durch, die jeweils rund zehn Sekunden stehen bleiben. Der Preis steht nur auf einer davon, im Test 0,79 Euro pro kWh mit Bankkarte. Bis zu 20 Sekunden lang ist also kein Preis zu sehen, per Knopfdruck kann man aber jederzeit ins Menü Kreditkarte wechseln. Dort wird der Preis nicht mehr angezeigt, weder auf dem Display noch am Terminal.
  • Szenario 2, zuerst anstecken: Die Station gibt eine Minute Zeit für den Start. Bei vertragsloser Bezahlung gibt es hier gar keine Preisangabe.
  • Terminals: An beiden Stationen waren die Displays der Bezahlterminals kaum oder nicht lesbar, die Terminals vermutlich defekt. Ein Ladestart gelang nicht.

Bezahlterminal an einer Allego-Ladesäule neben dem Menü zur Kreditkartenzahlung Nach der Auswahl der Kreditkarte erscheint kein Preis mehr. Bild: nextnews

Allego kündigt Abhilfe an

nextnews hatte das Thema schon vor einigen Wochen mit ähnlichen Videos bei Allego platziert, bisher ohne Ergebnis. Die heutige Berichterstattung wurde angekündigt. Daraufhin teilte Allego mit, in Kürze Abhilfe leisten zu wollen.

Bei den meisten anderen Betreibern steht der Preis noch einmal im Bild, wenn man die Bezahlmethode auswählt, direkt am Übergang zum Bezahlterminal.

Ladesäulen-Display mit DC-Tarif von 0,59 Euro pro kWh bei der Kartenzahlung Marktübliche Lösung: Der Preis steht direkt am Übergang zum Bezahlterminal. Bild: nextnews

Einschätzung nextnews: Eine Preisanzeige, die nur ein Drittel der Zeit läuft, ist aus Sicht von Stefan Moeller eine klare Nicht-Erfüllung der Preisangabenverordnung. Weil die Umläufe zudem abwechselnd auf Deutsch und Englisch erscheinen, bleibt auf Deutsch nur ein Sechstel. Noch gravierender findet er das zweite Szenario. Teile des Marktes vernachlässigen aus seiner Sicht die Ad-hoc-Zahlung und stecken ihre Energie lieber in komplexe, befristete 19-Cent-Aktionen, um Kunden in die eigene App zu holen. Ab Januar könnte auch eine nicht gegebene Direktzahlung ein Rechtsverstoß sein: Die EU-Verordnung schreibt vor, dass sie möglich sein muss, ab 50 kW ist ein Zahlungskartenleser Pflicht. Was sich rechtlich ändert, steht im Artikel zum neuen Bußgeld.

Dieser Beitrag basiert auf der nextnews-Folge #344 und wurde mit KI-Unterstützung aus dem Sendungsskript erstellt und von der Redaktion geprüft.