Das Beratungsunternehmen Uscale hat diese Woche die Ergebnisse seiner großen EV-Studie 2026 veröffentlicht. Wie im Vorjahr haben mehr als 4.000 Besitzer unterschiedlichster Elektroautos teilgenommen. Das wichtigste Ergebnis: Die Richtung stimmt.
Weiterempfehlung auf Rekordniveau
Gefragt wurde, wie wahrscheinlich es ist, dass man das eigene E-Auto Freunden oder Kollegen weiterempfiehlt (Skala 0 bis 10):
- 9 oder 10 Punkte: 53 %, ein neuer Höchststand (2023: 41 %, 2024: 43 %, 2025: 50 %)
- 7 oder 8 Punkte: rund ein Drittel (32 %)
- 0 bis 6 Punkte (negativ): nur noch 15 % (2023: 23 %)
Bemerkenswert ist das, weil die Ansprüche gleichzeitig steigen. Eine echte Sommer-Reichweite von 500 km bewerten nur noch 62 % als „sehr gut“, 2023 waren es 81 %. Beim Laden zeigt sich ein ähnliches Bild.
Großes Thema bleibt das Laden
Probleme beim Laden in den letzten 12 Monaten, nach Marke. Grafik: UScale GmbH
Uscale fragt streng nach Problemen beim Laden in den letzten zwölf Monaten. Der Wert liegt stabil bei gut 70 % der Befragten (2026: 71 %). Zwischen den Marken gibt es aber große Unterschiede:
- Am seltensten: BYD (47 %), Leapmotor und Tesla (je 52 %)
- Am häufigsten: Audi (85 %) und Porsche (91 %)
Xpeng vorn, Tesla auf Platz 2
Bei der Weiterempfehlung auf Markenebene liegt wie im Vorjahr Xpeng an der Spitze: 82 % positive Bewertungen bei 97 Teilnehmern, kein einziger vergab 0 bis 6 Punkte. Knapp dahinter folgt Tesla mit 79 %, danach mit Skoda und Porsche (je 67 %) zwei Marken aus dem VW-Konzern. Es folgen Hyundai und BMW (je 63 %) sowie Kia und Mini (je 61 %). Am unteren Ende stehen MG (30 %), Fiat (24 %) und Opel (19 %).
Auffällig ist die Streuung innerhalb derselben Plattform: Skoda kommt auf 67 % positive Stimmen, Cupra nur auf 38 %.
Hausaufgabe Software
Bei vielen Themen geht der Trend nach oben. Bei der Connect-App (39 %) und vor allem bei der Softwarequalität (44 %, nach 40 % im Vorjahr) sehen die Kunden aber den größten Handlungsbedarf für die Hersteller.
Einschätzung nextnews: Dass Audi und Porsche bei den Ladeproblemen hinten liegen, muss aus Sicht von Stefan Moeller nicht an den Autos liegen. Beide Marken fahren häufiger als Dienstwagen auf der Langstrecke, während andere Marken eher von Eigenheimbesitzern im Pendelbetrieb genutzt werden, und an der heimischen Wallbox sind Ladeprobleme selten. Er selbst hat in den letzten drei Monaten rund 45-mal schnellgeladen und dabei zweimal Probleme erlebt: einen Fehlstart und einen Abbruch.