nextnews #116 Elektro-Boom, Tesla Model Y

Elektro-Boom in Deutschland & neue Model Y-Version - nextnews #116

Wie sehr kommt im zweiten Halbjahr 2020 der Elektro-Boom nach Deutschland? Die nextnews #116 gehen unter anderem dieser Frage nach. Und: Wir beleuchten die neue Version des Tesla Model Y: Lohnt sich ein näherer Blick?

nextnews #116 Elektro-Boom, Tesla Model Y

Elektro-Boom in Deutschland

Am vergangenen Mittwoch hat das Kraftfahrtbundesamt die Zulassungszahlen für Juli veröffentlicht. Der Gesamtmarkt Pkw ist demzufolge weiterhin schwach, Benziner und Diesel liegen bei einem Rückgang von 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Trotzdem gibt es klare Gewinner im Markt: Im Vergleich zum Juli 2019 hat sich die Zulassung-Zahl von Wohnmobilen fast verdoppelt und die der E-Autos nahezu verdreifacht. Bedeutet: Es gibt mal wieder einen neuen Rekordmonat mit 16.798 E-Autos. Die Elektro-Quote bei den Neuzulassungen steigt damit auf 5,3 Prozent. Das heißt jeder 20. Neuwagen war im Juli elektrisch.

In den kommenden Monaten rechnen wir mit ähnlich hohen Zahlen bzw. weiteren Steigerungen. Das hat mehrere Gründe: Opel und Peugeot fangen jetzt erst richtig an, ihre bestellten Kleinwagen auszuliefern. Viele neue Modelle wurden bislang noch überhaupt nicht ausgeliefert und kommen erst noch, z.B. Honda-e, Mazda MX30, Polestar 2 und natürlich ganz viele VW ID.3.

Tesla hat im Juli den zweiten schwachen Monat in Folge hingelegt. Nur 203 Model S, X und 3 wurden zugelassen. Das liegt aber sehr wahrscheinlich nicht an mangelnder Nachfrage, sondern eher am Nachlauf der Corona-Produktionspause. Wir erwarten sehr hohe Verkaufszahlen für das Tesla Model 3 im zweiten Halbjahr.

Auch in der Vermietung bei nextmove verspüren wir ein deutlich gestiegenes Interesse am Thema Elektromobilität. Verzögernd wirkt sich derzeit noch aus, dass viele Kfz-Zulassungsstellen derzeit nur mit sehr langen Bearbeitungszeiten von mehreren Wochen agieren können, so z.B. Berlin und Frankfurt. Veröffentlicht wurden wie immer zunächst nur Zahlen auf Segment- und Herstellerebene. Die Modellzahlen für die einzelnen E-Autos liegen aktuell noch nicht vor, die gibt´s in Ausgabe Nr. 117.

Tesla Model Y mit Heckantrieb

Das US-Magazin electrek.co berichtet diese Woche, dass ein Model Y mit Heckantrieb schon in Kürze ausgeliefert werden könnte. Demnach sei eine kleine Serie als Produktionstest gelaufen. Meist ist dies einer der letzten Schritte vor dem Verkaufsstart.

Derzeit gibt es das Fahrzeug nur als Allrad-Version, was natürlich zu einem höheren Preis führt. Elon Musk hatte aber zuletzt die zu hohen Preise seiner Autos beklagt - zumindest in dieser Variante könnte indirekt etwas Abhilfe geschaffen werden.

Für den Heckantrieb wird ein Preis von ca. 48.000 US Dollar erwartet und damit ca. 2000 Dollar unter der Allrad-Version. Wichtig: US-Preisangaben sind ohne MwSt.

Eine ursprünglich geplante Version mit kleinerer Batterie hatte Elon Musk ja kürzlich abgesagt. Wir gehen davon aus, dass Tesla nächstes Jahr in Deutschland von Beginn an die Variante mit Heckantrieb anbieten wird... oder vielleicht auch muss. Denn Konkurrenz belebt das Geschäft und es kommen ständig neue Autos, so auch VW mit dem ID.4.

Wir sind gespannt, ob VW zum Großangriff bläst und den Einstiegspreis vielleicht sogar unter 40.000€ netto in der Basis platziert, um 2021 noch die maximale Förderung von 6000€ zu bekommen. Auch der Konzernbruder Skoda Enyac startet ja bald…

Weitere Elektroauto-News der Woche:

  • Erster Polestar-Space in Düsseldorf: Am 21. August geht es los und bei Polestar heißt es auch nicht Store sondern Space. Insgesamt 50 Polestar Spaces sind bis Ende 2020 geplant, davon 7 in Deutschland.
  • Ford und Daimler scheinen, glaubt man dieser Halbjahres-Bilanz, mit hohen Strafzahlungen durch Nichteinhaltung der CO2-Flottenemissionswerte rechnen zu müssen. Bei Daimler hilft "wohl nur noch ein Wunder", offenbar nimmt der Konzern Strafzahlungen und Imageverlust in Kauf. Ford könnte noch eine Spontanehe mit einem E-Auto-Hersteller retten. Lassen wir uns überraschen.

https://youtu.be/CW6QO0HZqoo

nextnews 116 Themenübersicht:

00:00 Intro

00:35 Tesla Model Y mit Heckantrieb

02:14 Neuer Tesla Store

03:05 Erster Polestar Store in Düsseldorf

03:47 Elektro-Boom in Deutschland

06:16 Saftige CO2-Strafen für Ford und Daimler?

10:41 Erlkönig-Schau

12:03 Neues vom E-Auto-Markt, Faktencheck & Kauftipps

14:43 Neues von nextmove


nextnews 106: Wettrennen um bidirektionales Laden

nextnews #106: Konjunkturpaket & Wettstreit um Bidirektionales Laden

nextnews 106: Wettrennen um bidirektionales Laden
nextnews 106: Wettrennen um bidirektionales Laden

Die nextnews #106 drehen sich diesmal u.a. um die Frage, ob es ein grünes Konjunkturpaket innerhalb der EU geben wird - und blicken auf einen möglichen Konzepte-Zweikampf beim Thema Bidirektionales Laden. Dazu gab es in der Woche Neuigkeiten von Tesla und Sone Motors. Aber Volkswagen fährt eine komplett andere Strategie als die beiden Elektroauto-Hersteller.

Laut Bloomberg, so berichtet es Cleanthinking.de, ist im grünen Konjunkturpaket, das die EU-Kommission bereits kommende Woche beschließen will auch eine Kaufprämie für saubere Autos enthalten. Laut dem internen Entwurf, der Bloomberg vorlag, sind neue Hilfen für Industrie und Kunden vorgesehen. Außerdem auch eine Streichung der Mehrwertsteuer für Elektroautos. Der Haken an der Sache: natürlich müssten auch die Mitgliedsstaaten zustimmen und da ist Einstimmigkeit erforderlich. So eine Kompromiss-Findung dauert erfahrungsgemäß Monate.

Bidirektionales Laden: Wettstreit zwischen Volkswagen und Tesla

Lange hörte man nicht viel vom Thema Bidirektionales Laden zwischen Elektroauto und Hausnetz oder öffentlichem Netz. Bei Tesla auch aus gutem Grund: In den Allgemeinen Geschäftsbedingungen wird die Entnahme aus dem Tesla-Akku ausdrücklich untersagt. Klar: Viele Kunden hatten die Möglichkeit, frei am Supercharger zu laden - wer dort nur hinfährt, um hinterher sein Haus damit zu versorgen, kann nicht indirekt von Tesla subventioniert werden.

Diese Woche dann aber Neuigkeiten hierzu: So hat ein Techniker, der das Model 3 zerlegt hat, gesagt, das Auto habe alles an Bord, um bidirektional zu laden - im Wesentlichen also einen DC/AC-Wechselrichter. Würde bedeuten, dass Tesla womöglich bidirektionales Laden per Software-Update freischalten könnte. An der heimischen Wallbox oder am Arbeitgeber-Parkplätz wären hingegen nur kleine Änderungen notwendig.

Die ähnliche Philosophie, nämlich dass das Elektroauto selbst möglichst viel Hardware für bidirektionales Laden an Bord haben sollte, fährt auch Sono Motors. Der Sion, um den es seit Anfang des Jahres wieder etwas ruhiger geworden ist, soll entsprechend ausgestattet sein. Er kommt jetzt 2022 auf den Markt.

https://youtu.be/5I5K0e7qM_0

Einen anderen Weg schlägt aber offenbar Volkswagen ein, wie Insider berichten. VW erwägt, den Onboard-Lader künftig gänzlich abzuschaffen bzw. nur noch als optionales Ausstattungsmerkmal anzubieten. Autos ohne diesen Onboard-Lader könnten dann nur über ein externes Ladegerät geladen werden, konkret also eine derzeit noch sehr teure CCS-Wallbox - das Fahrzeug einfach auf dem Campingplatz an eine Haushaltssteckdose anstecken, geht dann nicht mehr.

Wir sehen da mal wieder einen spannenden Wettlauf zweier völlig gegensätzlicher Ansätze auf den Markt zukommen und sind gespannt, wohin die Reise geht.

Weitere Elektroauto-News:

  • Lightyear hat bekanntgegeben, dass mit dem stromlinienförmigen One das effizienteste Elektroauto der Welt mit einer Reichweite von 725 Kilometern (WLTP) kommendes Jahr auf den Markt kommen soll. Wie der Sion ist das Fahrzeug auch mit Solarzellen bestückt - diese stammen vom Zulieferer DSM. Dieser gibt an, dass mit der 5-m²-Solarintegration bis zu 60 zusätzliche Kilometer Reichweite pro Tag möglich werden sollen. Würde bedeuten: 70 bis 90 Przent der jäährlichen Fahrleistungenm könnte durch den Solarstrom vom Dach gedeckt werden. Wir glauben, dass Solarzellen auf Autos sich in den 2020ern vermehrt duchsetzen werden - und sind gespannt, welcher Volumenhersteller dies als erstes anbieten wird.
  • Model Y-Test: In der vergangenen Woche hat nextmove-Geschäftsführer Stefan Moeller das Model Y zur Probe gefahren. Ein erstes Review-Video dazu ist bereits online - hier geht es zum Artikel. Insgesamt ist Stefan aber mehr als 1.000 Kilometer mit dem Auto unterwegs gewesen: In den kommenden Tagen erfolgt ein Autobahn-Reichweitentest der besonderen Art. Daher: Wenn Sie nichts verpassen möchte, abonnieren Sie den Youtube-Kanal von nextmove - oder schauen Sie regelmäßig hier auf der Webseite vorbei.

nextnews 106 Themenübersicht:

00:00 Intro
01:22 EU erwägt das grünste Förderprogramm aller Zeiten
02:09 Volkswagen geht neue Wege im Vertrieb
03:42 Bidirektionales Laden bei Tesla
08:00 Photovoltaik-Integration bei E-Autos
09:26 Baustellen-Report aus Grünheide zur Gigafactory 4
10:59 Prototypenschau
15:38 Neues von nextmove


Model Y Review - Kofferraum

Model Y Review: Weltauto von Tesla im nextmove-Check

Als Elektroauto-Vermietung achten wir bei nextmove stets darauf, die spannendsten E-Autos möglichst frühzeitig für unsere Kunden zu testen. Am 19. Mai hatte nextmove-Geschäftsführer Stefan Moeller die Gelegenheit, eines der ersten Tesla Model Y in Deutschland einem Test zu unterziehen - und die Eindrücke zu Verarbeitung, Handling, Bedienung und Platz in einem Model Y Review-Video der Community zu präsentieren.

Stefan Moeller nextmove Geschäftsführer Model Y rot-1

"Das Model Y wird Teslas neues Weltauto und Kassenschlager", so Moeller während der Testfahrt mit dem Model Y, das nun zum ersten Mal nach Europa exportiert wurde. Das Elektroauto ist ein Kompakt-SUV, von der Größe deutlich kleiner als das doch sehr amerikanisch anmutende Model X, aber vom Platzangebot und Komfortlevel besser ausgestattet als das Tesla Model 3.

Model Y und Model 3 im Vergleich

Während das Kompakt-SUV von vorne dem Model 3 auf den ersten Blick ähnelt, zeigen sich Unterschiede vor allem bei den Außenspiegeln und der Höhe. Im Video zeigt sich deutlich, dass das neue E-Autos aus dem Hause Tesla von der Höhe eher an den Audi e-tron erinnert als an das kleinere Model 3. Von hinten hingegen ist die Ähnlichkeit des Autos eher mit dem Model X zu erkennen. "Der Kofferraum ist richtig groß, und es gibt endlich eine richtige Ladeklappe", so Stefan Moeller bei der Besichtigung des Fahrzeugs.

Im Kofferraum des Model Y ist eine Campingsteckdose integriert. Die Abmessungen sind beeindruckend: 1.900 Liter Kofferraumvolumen bei umgebauten Sitzen bieten reichlich Platz. Zwischen den Radkästen sind 95 Zentimeter Platz. Die Länge bis zur Rückbank beträgt 1,10 Meter, während es zu den umgeklappten Sitzen 2,10 Meter (Beifahrer) und 1,84 Meter (Fahrer) sind.

https://youtu.be/nEB1Y0ATQr0

Während 2-Meter-Mann Moeller in Etappen in das Model 3 einsteigen muss, geht das der Einstieg ins Model Y deutlich leichter - sowohl auf der Beifahrerseite wie auch hinten lässt es sich bequem sitzen. Vorteil: Die Rückbank lässt sich auf zwei Stufen einstellen - wird diese in die vordere Position gebracht, reicht die Kopffreiheit auch hinter dem Fahrersitz für eine große, schlanke Person aus.

Das von nextmove im Model Y Review gefahrene Auto hat eine Vollausstattung mit Autopilot und ist als Performance-Variante besonders dynamisch unterwegs - 3,7 Sekunden braucht das Fahrzeug bis 100 km/h. Die gefahrene Variante kostet ohne BAFA-Förderung (3.000 Euro) in Deutschland stolze 75.000 Euro - nutzt man nur die Grundausstattung sind es 59.600 Euro. "Das sind dann aber nur 1.500 Euro mehr als das Model 3 kostet, wenngleich hier die Förderung wiederum eingerechnet ist", so Moeller.

Stefan Moeller nextmove im roten Tesla Model Y

In den kommenden Monaten wird auch das Elektroauto mit Heck- statt Allradantrieb erwartet - zu erwarten ist, dass die Basisversion dann um die 40.000 Euro kosten wird. "Aufgrund des geringen Unterschiedes bei den Kosten im Vergleich zum Model 3 gehe ich davon aus, dass das Model Y Teslas Weltauto und Kassenschlager werden wird", so Stefan Moeller. "Spannend werden aber die Verkaufszahlen, weil Tesla diesmal mit dem VW ID.4, dem Skoda Eniroq oder dem Hyundai 45 reichlich Konkurrenz im Nacken hat - und mit dem eigenen Fahrzeug aus deutscher Produktion erst Mitte kommenden Jahres als Nachzügler auf den Markt kommen wird."

Mit Teslas Elektroauto auf der Autobahn

Während der Autobahn-Fahrt zeigt sich, dass die Geräuschkulisse etwas lauter ist als im Model 3. Das werde sich aber möglicherweise durch bessere Passform der Scheiben in späteren Serien noch verbessern, so Moeller. "Aber klar ist: In diesem Punkt spielt der Audi e-tron in einer anderen Liga."

Rotes Model Y, Frontansicht

Fahrdynamik und Fahrverhalten hingegen überzeugen den E-Auto-Experten aus Ostdeutschland auch bei der Fahrt mit Teslas Elektroauto auf der Autobahn. Mit einer rechnerischen Reichweite von 480 Kilometern (WLTP) erfüllt das Model Y die Anforderungen an ein zeitgemäßes Elektroauto.

Fazit: Model Y Review

"Das Model Y ist ein typischer Tesla und ein überzeugendes Gesamtpaket. Wahrscheinlich wird es der neue Kassenschlager, der sich überall auf der Welt gut verkaufen wird. Heute sind für deutsche Verhältnisse noch einige Spaltmaße, Farbfehler und andere Kleinigkeiten zu kritisieren - wie beim Model 3 ist aber davon auszugehen, dass sich das in späteren Produktionsversionen besseren wird. Wenn das Model Y dann aus der neuen, deutschen Gigafactory Berlin in Grünheide kommt, dürfen wir in Sachen Verarbeitung noch ein Stück mehr erwarten. Ich bin angetan von dem Fahrzeug - und sobald es das Model Y aus deutscher Produktion gibt, werden wir es auch in unsere Mietflotte für unsere Kunden aufnehmen."

 

 


Tesla Model Y Review und warum wir kein US-Model importieren

nextmove hat ein Tesla Model Y in die Finger bekommen. Zusammen mit Jan, unserem Auto-Broker in den USA, werfen wir einen kritischen Blick auf das aktuell am Meisten erwartete Elektroauto. In diesem Beitrag verraten wir, warum von nextmove kein Model Y importiert wird.

In diesem Video gehen wir unter anderem diesen Fragen nach:

  • Wie ist der Fahreindruck?
  • Inwiefern hebt sich das Model Y vom Model 3 ab?
  • Hat Tesla in punkto Lack und Spaltmaße den Sprung in die Premium-Klasse geschafft?
  • Wie groß und praktikabel ist der Kofferraum?
  • Wie ist der Sitzkomfort vorn und im Font?
  • Wie ist die Bedienung?
  • Wann kommt das Model Y als Siebensitzer?

Diese und weitere Details betrachten die beiden für euch, ehe Jan verrät, was mit diesem Auto passieren wird. Im Anschluss an unser Review erklärt Stefan, wieso es dieses Fahrzeug entgegen der ursprünglichen Planung nicht in die nextmove-Flotte geschafft hat. Was haltet ihr von dieser Entscheidung?

Wen das Model Y interessiert, der sollte unbedingt unseren YouTube-Kanal abonnieren. In den nextnews, unserer wöchentlichen Nachrichtensendung zu den wichtigsten Elektroauto-News der Woche, sind das Model Y und der Baufortschritt der Gigafactory 4 in Grünheide regelmäßig mit am Start.