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Mercedes verkauft sein Schnellladenetz an Electra: 31 Ladeparks in Deutschland über Nacht umgestellt

Mercedes gibt seine Ladeparks in Europa auf, Electra übernimmt 47 Standorte. Was sich für Mercedes-Fahrer und andere Kunden ändert und wie schnell die Umstellung lief.

Ladepark von Electra mit Überdachung und geparkten Elektroautos
Bild: Electra

Der internationale Schnellladeanbieter Electra hat das Ladenetz von Mercedes-Benz übernommen. Damit endet ein Projekt, mit dem Mercedes ein eigenes Premium-Ladenetz aufbauen wollte.

Vom Premium-Netz zum Verkauf

Vor drei Jahren eröffnete Mercedes in Mannheim seinen ersten Ladepark und kündigte weltweit 2.000 Standorte an. Es folgten weitere Erfolgsmeldungen, etwa der erste Ladepark in Österreich im Juni 2025. Auch Megawatt-Laden für Pkw hatte sich Mercedes auf die Fahne geschrieben und zuletzt umgesetzt: Der erste 1.000-kW-Standort steht in Hamburg-Wandsbek.

Offenbar hat sich der Konzern aber gegen den teuren Ausbau eines eigenen Netzes entschieden. Medien nennen den Sparkurs beim Autobauer als Grund. Laut dem Blog MBPassion fiel der Vorstandsbeschluss im Juli, am 3. August wurde der Verkauf vertraglich fixiert. Zum Kaufpreis gibt es keine Angaben, die Übernahme blieb bis zuletzt geheim.

Die Eckdaten

Karte der Ladestandorte von Mercedes-Benz und Electra in Europa 47 Premium-Standorte von Mercedes-Benz kommen zum Electra-Netz. Grafik: Mercedes-Benz/Electra

  • Standorte: 47 Ladeparks wurden zum Monatswechsel übergeben, davon 31 in Deutschland.
  • Electra in Deutschland: Sprung von 50 auf 81 Standorte, bis Jahresende sollen es 100 sein.
  • Für Mercedes-Fahrer: Electra öffnet sein gesamtes europäisches Netz für den Mercedes-Sondertarif von DCS. Im Tarif MB.CHARGE Public L kostet Electra wie IONITY 44 Cent pro kWh, sechs weitere große Netze sind dort ebenfalls günstig nutzbar.
  • Electra-Abo: Der günstigste Preis liegt aktuell bei 34 Cent pro kWh bei 4,99 Euro Grundgebühr im Monat.

In den Pressemitteilungen stehen Partnerschaft, Kundennutzen und Ausbau des Netzes im Vordergrund.

Umstellung über Nacht

Technisch ging es überraschend schnell. In Sangerhausen hat Electra erst kürzlich einen eigenen Ladepark direkt neben den Mercedes-Säulen gebaut. Am Samstagnachmittag standen die Mercedes-Anschlüsse auf Rot, also in Wartung. Ab Mitternacht waren sie umgestellt und wurden als Electra-Stationen angezeigt und abgerechnet. Strom für Wettbewerb gibt es dort genug: Auch Allego, IONITY und Tesla betreiben Ladestationen in direkter Umgebung.

Electra-Fahrzeug an einem Ladepark in Sangerhausen Der Ladepark in Sangerhausen am Tag der Umstellung. Bild: nextnews

Ein Zuschauer hat am ehemals ersten Mercedes-Ladepark in Mannheim nachgesehen. Schon am Sonntag klebten dort erste Electra-Sticker, von den Mercedes-Sternen waren nur noch Klebereste zu sehen. Die vollständige Electra-Folierung soll bis kommende Woche fertig sein.

Display einer Ladesäule mit dem Hinweis „Diese Ladestation ist jetzt Teil des Electra-Ladenetzes“ Hinweis auf dem Display einer umgestellten Station. Bild: Zuschauer-Einsendung an nextnews

Einschätzung nextnews: Interessant findet Stefan Moeller, dass die Übernahme vorab nicht kommuniziert wurde. Er glaubt, dass es nicht die letzte Übernahme bleibt, auch im kommenden Jahr könne im Markt noch einiges passieren.

Dieser Beitrag basiert auf der nextnews-Folge #345 und wurde mit KI-Unterstützung aus dem Sendungsskript erstellt und von der Redaktion geprüft.