Ein E-Auto ist eigentlich eine einfache Sache: ein Pedal für schneller, eins für langsamer, bei fast allen Modellen nur ein Gang, kein Hantieren mit giftigen und explosiven Flüssigkeiten. Und das Aufladen dauert oft nur Sekunden, nämlich das Einstecken des Steckers. Wer mitreden will, sollte aber die richtigen Einheiten kennen. Ausgerechnet ein Hersteller stolpert darüber.
kW und kWh in Kürze
- kW (Kilowatt), kleines k, großes W: die Leistung, etwa beim Laden der Batterie oder beim Antrieb. Früher sprach man von PS. Die Leistung ist ein Momentanwert und sagt nichts über die Größe der Batterie, den Verbrauch oder die geladene Strommenge.
- kWh (Kilowattstunde): Leistung mal Zeit, also eine Energiemenge. Damit gibt man den Energiegehalt einer Batterie an oder die an der Säule geladene Strommenge.
- „kW/h“ gibt es nicht und sollte nicht mit kWh verwechselt werden.
Ein Rechenbeispiel: Lädt ein Auto 30 Minuten lang konstant mit 100 kW, sind das 0,5 Stunden mal 100 kW, also 50 kWh. Ladeverluste von grob 5 bis 15 Prozent kommen noch dazu.
Was im BYD-Ratgeber steht
BYD hat einen Online-Ratgeber für E-Fahrzeuge mit einer Rubrik zum öffentlichen Laden. Dort heißt es: „Sie können Ihr Auto mit Geschwindigkeiten von 50 kWh bis zu 350 kWh aufladen. Je mehr kWh vorhanden sind, umso schneller wird Ihr Fahrzeug geladen.“ Richtig wäre: Laden mit Leistungen von 50 kW bis 350 kW, je höher die Leistung, desto schneller.
Im nächsten Satz geht es weiter: „Der BYD ATTO 3 EVO hat beispielsweise eine Ladeleistung von 74 kWh. Das bedeutet, dass Sie mit einem Schnellladegerät in nur 25 Minuten von 10 % auf 80 % aufladen können.“ Gemeint sein dürfte die Batteriekapazität. Laut der Google-KI, die Stefan Moeller dazu befragt hat, hat der Atto 3 Evo 74,8 kWh Batteriekapazität und bis zu 220 kW DC-Ladeleistung.
Zusätzlich irreführend ist, aus diesen Werten mit „das bedeutet“ eine konkrete Ladezeit abzuleiten. Ladezeiten am Schnelllader sind eine eigene Kenngröße und stehen bei den meisten Herstellern gesondert im Katalog oder Datenblatt. Einfach ausrechnen lassen sie sich nicht.
Einschätzung nextnews: Fehler können jedem passieren, sagt Stefan Moeller. Wer aber einen Ratgeber für E-Autos herausgibt, sollte ihn noch einmal gegenlesen lassen. Für Einsteiger gilt: Einheiten korrekt verwenden, um nicht unangenehm aufzufallen.