Tesla schafft 7-Tage-Rückgaberecht ab & zusätzliche Elektroauto-Förderung – nextnews #126

Es wurde schon länger gemunkelt, jetzt ist es offiziell: Nun ist es offiziell: Tesla wird den europäischen Markt mit Model 3 aus dem Werk in Shanghai beliefern. Den Anfang macht wahrscheinlich das Standard Range Plus, also die Version mit dem kleinen Akku. Was das für die zu erwartende Technologie und Qualität bedeutet, ist eines der Themen der #126 der nextnews in dieser Woche.

Tesla streicht 7-Tage-Rückgaberecht

Letzte Woche haben wir über das Hardware-Upgrade beim Model 3 berichtet, und die Frage aufgeworfen, wie Tesla damit umgehen wird, dass viele aktuelle Besteller noch die alte Hardware hingestellt bekommen. In den USA hat Tesla kurz nachdem das Hardware-Upgrade bekannt wurde, das 7-Tage-Rückgaberecht abgeschafft, das unschlüssige Käufer zum Kauf bewegen sollte.

Da seitens Tesla keine Begründung gegeben wurde, wird in Blogs und Foren über die Gründe spekuliert. So wird vermutet, dass damit eine mögliche Rückgabewelle der “alten” Model 3 verhindert werden soll und Käufer einfach das aufgefrischte Model 3 erneut bestellen. Auch die anhaltenden Qualitätsprobleme beim Model Y könnten zu einer zu hohen Rückgabequote geführt haben.

In Deutschland ist das Rückgaberecht aktuell noch gültig und sagt aus, dass binnen 7 Tagen das ausgelieferte Fahrzeug ohne Angaben von Gründen zurückgegeben werden kann. Voraussetzung ist ein Kilometerstand von weniger als 1.600 km, keine Beschädigungen und natürlich keine bereits beantragte BAFA-Förderung.

Unterdessen stellt Tesla aktuell neue Rechnungen für bereits bestellte Model 3 aus. Einige unserer Zuschauer wurden diese Woche informiert, dass sie das Facelift Model 3 zum alten Preis bekommen werden. Manche bereits im November.

Andere berichten, dass sie eine um 2.000 Euro reduzierte Rechnung ausgestellt bekommen haben und demnach das Model 3 mit alter Hardware erhalten.

Model 3 aus Shanghai: Reichweite, Akku und Co.

Die Lieferzeiten für das Model 3 Standard Range Plus sind letzte Woche von November 2020 auf Februar 2021 gesprungen. Seit Anfang Oktober setzt Tesla auf Lithium-Eisenphosphat-Akkus von CATL. Dadurch ist die Norm-Reichweite um rund fünf Prozent gestiegen, während der Preis für das Model 3 in China um acht Prozent sank. Ob dieser Kostenvorteil auch in Europa weitergegeben wird, ist eine spannende Frage.

Die Zellen sollen insgesamt robuster sein – vor allem weniger kälteanfällig als kalifornische Zellen. Und: sehr hilfreich für die Diskussionen bei der nächsten Familienfeier: diese Zellen sind kobaltfrei.

Der Wechsel von „Made in US“ zu „Made in China“ wirft die Frage nach der Fertigungs-Qualität auf. Amerikanische Tesla sind bisher dafür bekannt, dass es eine gewisse Spreizung in der Auslieferungsqualität gibt. Weiße Tesla der letzten Wochen werden beispielsweise als Cloudy White bezeichnet, weil der Lack an den Türen nicht homogen ist.

CEO Elon Musk hat die Qualität der Arbeit des Teams der Gigafactory Shanghai immer wieder gelobt. Das legt die Vermutung nahe, dass auch Elon einen Qualitätsunterschied der beiden Fabriken sieht. Das sieht man auch deutlich in Kundenbefragungen.

Mit 250 Problemen pro 100 Neufahrzeugen schneidet Tesla in den USA am schlechtesten von allen Marken ab (Quelle: JD Power). Eine vergleichbare Umfrage zur Neuwagenqualität in China, sieht Tesla mit großem Abstand an der Spitze. Chinesische Kunden haben offenbar so gut wie nichts auszusetzen an ihrem Model 3.

Zusätzliche Elektroauto-Förderung – Kumulationsverbot

Laut electrive und Handelsblatt wird das Wirtschaftsministerium in Kürze das sogenannte Kumulationsverbot bei der Förderung von Elektroautos abschaffen. Was heißt das: Im Zuge der Verdopplung des staatlichen Umweltbonus für Elektroautos wurde die Kombination des Umweltbonus mit anderen Förderungen der Bundesländer oder Kommunen ausgeschlossen.

Dafür gab es viel Kritik aus den Ländern: „Es kann kaum im Interesse des Bundes sein, dass regionale oder lokale Förderungen von E-Autos eingestellt werden, sobald diese nicht mehr mit der Bundesprämie kombiniert werden können.” sagte zum Beispiel die  Wirtschaftsministerin des Landes Baden-Württemberg.

Aber auch aus dem eigenen Haus gab es Kritik: Das Umweltressort des Bundeswirtschaftsministeriums meldete Gesprächsbedarf an: Dort waren nämlich die bestehenden eigenen Förderprogramme mit einem Mal wertlos. Schnell war klar: Das Kumulationsverbot hatte es auf mysteriösen Wegen in die Richtlinie des Konjunkturpakets geschafft. Weder Wirtschafts- noch Umweltministerium wussten von dieser Passage. Es herrschte schnell Einigkeit, dass dies so nicht gewollt sei.

Die Richtlinie soll „in Kürze“ beschlossen werden. Es dauert aber vermutlich noch etwas. Für alle, deren Elektroauto Zulassung unmittelbar vor der Tür steht, wird es wohl leider zu knapp. Denn eine rückwirkende Förderung ist vermutlich nicht vorgesehen.

Wenn dein Auto aber erst in ein paar Wochen zugelassen werden soll, dann informiere dich jetzt ob es in deinem Bundesland oder deiner Stadt einen zusätzlichen Fördertopf gibt. Das entsprechende Wirtschaftsministerium des Landes oder das Wirtschaftsdezernat der Stadt ist die geeignete Anlaufstelle.

Weitere nextnews im Überblick:

  • Softwareupdate für den VW ID.3: Im First Mover Club bei Facebook hat  hat VW verkündet, das ein erster kleiner Software-Patch zur Verbesserung häufig gemeldeter Probleme zur Verfügung steht. Der Patch soll folgende Probleme beheben: Airbaglampe an, Probleme mit der Rückfahrkamera, schwarzer Bildschirm, Verlust der Auto-Hold-Funktion, Funktion des Sonnenschutzes)
    Wer diese Bugs bereits jetzt abstellen möchte, der kann einen Termin beim Volkswagen Partner vereinbaren
  • Die Formel E ist das elektrische Pendant zur Formel 1. Doch in den kommenden Monaten starten gleich mehrere, weitere Rennserien mit elektrischen Fahrzeugen: So beispielsweise die Offroad-Rennserie “Extreme E” mit 9 Teams. Sie wird von Alejandro Agag gegründet und geführt. Er hat bereits die Formel-E initiiert. Im Jahr 2022 soll die neue internationale Rennserie “SuperCharge” ihr Debüt haben: 16 Crossover-Fahrzeuge aus 8 Teams treten im KO-Verfahren a la Rallycross gegeneinander an.

nextnews #126 Themenübersicht:

00:00 Intro

00:31 Zusätzliche Förderung für E-Autos

02:06 Erstes ID.3 Software Patch

03:46 Neue E-Rennsport-Serien

06:15 Tesla streicht Rückgaberecht

08:20 Model 3 Made in China

10:53 Gigafactory 4 Update

13:12 Erlkönig-Schau mit BMW i4

15:57 Neues von nextmove