Polestar 2: „Es gibt keinen Grund, dieses Auto nicht zu kaufen!“

„Straßenlage, Performance und Handling sind absolut überzeugend“, sagt nextmove-Geschäftsführer Stefan Moeller begeistert. Der E-Auto-Experte war Anfang November in Schweden, um an einem ersten Fahrevent der Volvo-Submarke Polestar teilzunehmen. Das Unternehmen gehört zum chinesischen Geely-Konzern, der auch an Daimler beteiligt ist und Volvo übernommen hat. Die Marke Polestar ist spezialisiert auf elektrisch angetriebene Fahrzeuge. Man hat mit dem Plugin-Hybrid Polestar 1 und dem reinen Elektroauto Polestar 2 bereits zwei Modelle vorgestellt. Stefan Moeller: „Allen, die den Polestar 2 reserviert haben, kann ich nach meinen Eindrücken nur sagen: Es gibt keinen Grund, das Auto nicht zu kaufen.“

Als Testauto stand Stefan Moeller unter anderem das erste und bislang einzige Performance-Modell des Polestar 2 zur Verfügung. Insgesamt hat Polestar bislang ein paar Dutzend Prototypen des Fahrzeugs gebaut – im kommenden Jahr sollen dann im chinesischen Werk 20.000 bis 25.000 Autos vom Band laufen. Mit der Auslieferung in Europa will Polestar laut Website im kommenden Mai beginnen. „Ich denke, es wird noch etwas länger dauern, aber konkret dazu äußern mochte sich bei Polestar niemand – Tendenz Juli“, so Moeller, während er mit dem satt auf der Straße liegenden Fahrzeug in die nächste Kurve geht.

Neben Lenkintensität und Rekuperation ist auch das Fahrwerk des Polestar 2 Performance in der Abstimmung mit wenigen Handgriffen verstellbar – mechanisch und nicht am Display, wie beim Tesla Model 3. „Das funktioniert aber super, so kann man unterscheiden, ob man eine Abstimmung für die Familienfahrt haben möchte oder doch eher etwas sportlicher unterwegs sein will“, sagt Moeller. Aktuell arbeitet Polestar noch intensiv am Infotainmentsystem des Autos, das zukünftig auch eine Sprachsteuerung für Fenster oder Temperatur erhalten soll. „Was ich gesehen habe, hat sich gut angelassen – die Sprachsteuerung kann schon eine ganze Menge und ist ziemlich flott“, sagt Moeller.

Polestar 2 vs. Tesla Model 3 Long Range Allrad

„Der Polestar 2 und das Tesla Model 3 haben viele Gemeinsamkeiten“, sagt Stefan Moeller. So haben beide Fahrzeuge zwei Motoren, liegen bei der Beschleunigung von 0 auf 100 nur ein Zehntel (4,6 s Tesla vs. 4,7s Polestar 2) auseinander und sind bei den Batteriegrößen nahezu identisch. Das Model 3 ist neun Zentimeter länger und hat dadurch Vorteile beim Fassungsvermögen des Kofferraums (542 vs. 438 Liter). „Beim Schnellladen hat der Tesla noch einen Vorsprung“, so Moeller. Das Model 3 schafft eine Ladeleistung von bis zu 190 kW, während der Polestar 2 150 kW erreicht.

„Auch beim Preis liegen der Polestar und das Model 3 letztlich dicht beieinander“, erklärt Moeller. Zwar koste das Model 3 mit dem Standard-Autopilot mit 52.390 Euro etwas weniger – allerdings biete der 58.900 Euro teure Polestar 2 Performance eine bessere Serienausstattung, die sich beispielsweise bei der Lenkradheizung oder einer Sitzheizung der hinteren Sitzreihen zeigt. Optional gibt es für beide Fahrzeuge eine Anhängerkupplung.

Fazit: Erster Test des Polestar 2

„Alle, die den Polestar 2 reserviert haben, können das Auto guten Gewissens kaufen. Ich sehe keinen Grund, das Elektroauto in Sachen Straßenlage, Performance und Handling nicht zu empfehlen. Im Gegenteil: Das ist alles absolut überzeugend“, so Moeller. „Im Vergleich zum Tesla hat das Model 3 noch einen kleinen Vorsprung im Hinblick auf Agilität und Laden, sowie vermutlich auch, bei Effizienz. Wer aber mehr ein klassisches Auto möchte, ist mit dem Polestar 2 sehr gut bedient. Von meiner Seite eine klare Kaufempfehlung.“