nextnews: ADAC Pannenstatistik, China Strafzölle, Tesla-Standard, Laden günstiger, Kia EV6 Facelift

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Zulassungszahlen

Im April wurden 243.000 Pkw neu zugelassen. Damit lag der Monat deutlich über dem Niveau der beiden Vorjahre. Darunter waren knapp 30.000 E-Autos. Mit einem Marktanteil von zwölf Prozent liegt der Elektroantrieb zwar prozentual auf dem Niveau der Vorjahresmonate, jedoch liegt der Anteil noch immer unter den 18 Prozent der Neuzulassungen des Jahres 2023. Es wird zwar häufig von einem Absatzabsturz gesprochen, aber die ersten vier Monate des Jahres zeigen noch immer, dass die Elektromobilität konstante Zahlen vorweisen kann. Inzwischen kann auch nicht mehr der Wegfall des Umweltbonus für die schwächelnden Zahlen verantwortlich gemacht werden. Denn das allgemeine Preisniveau liegt bei vielen Herstellern inzwischen unterhalb dessen, was Kunden im letzten Jahr nach Abzug der Förderung gezahlt hätten. Das aktuelle Konsumbarometer des Handelsverbandes Deutschland zeigt zwar anhaltenden Optimismus bei Konsumenten und der Index ist auf dem höchsten Stand seit Ende 2021, aber viele Verbraucher zeigen sich noch immer eingeschränkt in ihrer Planungssicherheit und setzen daher weiterhin auf finanzielles Sparen.

Auch im April setzen sich weiterhin deutsche Hersteller in den Top 20 Modellen durch. Vier MEB-Modelle belegen die ersten Plätze. Insgesamt besetzen die E-Autos von Audi, Mercedes, BMW und VW – inklusive Skoda und Cupra – zwölf der ersten 20 Plätze. Die Zulassungszahlen des Tesla Model Y sind die geringsten seit Juli 2022. Es liegt somit nur auf dem sechsten Platz. Auf das laufende Jahr betrachtet, ist es aber weiterhin an der Spitze. Das Model 3 hat es mit Platz 21 sogar gar nicht in die Top 20 geschafft. Im laufenden Jahr liegt es auf Platz 15. Damit kann das neue Highland nicht an den Erfolg des Vorgängers anknüpfen. Mit dem siebten Platz konnte auch der Volvo EX30 einen guten Platz erlangen. Auffällig ist, dass der Stellantis-Konzern aktuell keine Rolle in Deutschland spielt. Der Fiat 500e ist das einzige Modell in den Top 20 des Konzerns mit Platz 18. Opel, Peugeot und Citroën schaffen es nicht in die Top 20. Auch Renault, Dacia und Kia sind nicht mehr in den Top 20 vertreten.

Neuer Ladepartner für den ADAC… gesucht & gefunden!

Nachdem bekannt wurde, dass der ADAC und EnBW zukünftig getrennte Wege gehen und der ADAC daher einen neuen Partner sucht, haben auch wir spekuliert, wer EnBWs Stelle einnehmen könnte. Unser Tipp: Aral Pulse. Damit sollten wir Recht behalten. Die Partnerschaft wurde am Sonntag offiziell verkündet. Der ADAC schrieb seinen Mitgliedern: „Es freut uns daher sehr, Ihnen heute schon bekanntgeben zu können, dass wir ab dem 01.08.2024 mit Aral Pulse als neuem Kooperationspartner zum ADAC e-Charge Tarif zusammenarbeiten werden“. In Aussicht wird gestellt, an allen Aral Pulse Ladesäulen in Deutschland zum ADAC-Vorteilstarif laden zu können. „Auch weiterhin bieten wir Ihnen an fremden Ladesäulen einen Einheitstarif – natürlich ebenfalls mit ADAC-Preisvorteil“. Außerdem soll man außerhalb von Deutschland an bp pulse Ladesäulen zum Vorteilstarif laden können und Zugriff auf tausende Lademöglichkeiten von Fremdanbietern im europäischen Ausland haben.

Neue Peugeot-Garantie

Viele Kunden sind noch immer unsicher gegenüber der E-Mobilität. Eine Möglichkeit mehr Sicherheit zu bieten ist die Herstellergarantie. Kia und Hyundai sind bereits im Markt bekannt für ihre langen Garantiedauern. Auch einige neue Marken setzen auf diese Garantie. Beispielsweise MG mit sieben Jahren oder 150.000 Kilometern. Oder BYD mit sechs Jahren oder 150.000 Kilometern. Auch Cupra als europäischer Hersteller hat im Dezember die Einführung einer fünf-Jahres-Garantie verkündet. Damit ist der Cupra Born herstellerseitig besser abgesichert als das Schwestermodell ID.3. Hier zeigte sich bereits ein Trend zur Differenzierung verschiedener Produkte der gleichen Konzernplattform über inkludierte Garantieleistungen. Diesen Schritt geht man jetzt auch bei Stellantis.

Foto: Peugeot

Die bisherige zwei-Jahres-Garantie wird für alle E-Modelle der Marke Peugeot ausgeweitet. In der Pressemitteilung heißt es: „PEUGEOT Allure Care: bis zu 8-Jahre-Sorglos-Programm jetzt für die gesamte elektrische Produktpalette“. Weiter heißt es: „die kostenfreie PEUGEOT Allure Care gilt für die wichtigsten Teile ihres Fahrzeugs und wird nach jeder regelmäßigen Wartung des Fahrzeugs aktiviert, die im Garantie- und Serviceheft des Fahrzeugs angegeben ist und bei einem autorisierten PEUGEOT Partner durchgeführt wird“. Es handelt sich also um ein optionales Zusatzangebot zur Herstellergarantie, da an die Einhaltung der Wartungsintervalle und an die Wartung bei PEUGEOT-Partnerwerkstätten gebunden ist. Die Wartungsintervalle werden mit zwei Jahren beziehungsweise 25.000 Kilometern angegeben. Abgesichert sind Baugruppen wie Elektromotor, Ladegerät, Getriebe sowie die wichtigsten elektrischen und mechanischen Komponenten. Eine Mobilitätsgarantie ist nicht enthalten. Das Kilometer-Limit liegt bei 160.000. Ausgeschlossen von der Garantie sind Fahrzeuge zur gewerblichen Personenbeförderung, Fahrschulen oder Händlerfahrzeuge. Ob das Programm auch für Bestandsfahrzeuge gilt, war nicht ganz eindeutig. Es heißt in den Bedingungen ganz allgemein: „gültig für die jeweils neueste Modellgeneration der Fahrzeuge PEUGEOT E-208, E-2008, E-308, E-3008 und E-5008“. Da stellt sich die Frage, woran ein Kunde erkennt, ob er die neueste Modellgeneration hat. Hier geht es zu allen Bedingungen!

Laden wird günstiger – gemeinsam was bewegen!

Vor kurzem haben wir anschaulich über die vermutlich unzulässige preisliche Differenzierung zwischen Endkunden und konkurrierenden Fahrstromanbietern an Ladestationen berichtet. Je nach Anbieter können über 30 Cent gespart werden – einzig allein durch den Download einer App und der Hinterlegung einer Zahlungsmethode. Dabei können Wettbewerber jedoch nicht für ihre eigenen Fahrstromangebote auf diese vergünstigten Preise zugreifen. Daraus folgt ein künstlich erhöhtes allgemeines Preisniveau im Markt und eine Behinderung des Wettbewerbs. Im Zuge unseres Berichts haben wir dazu aufgerufen, die Rechtmäßigkeit der Preisgestaltung zu prüfen. Diesem Aufruf folgte auch mindestens ein Europaabgeordneter – Daniel Freund. Er hat einen Brief an die Wettbewerbskommissarin Vestager und die Verkehrskommissarin Vălean der EU geschrieben. Im Schreiben schildert er die aktuelle Marktlage für öffentliches Laden in Deutschland und beendet sein Schreiben mit den Worten: „Könnte die Kommission umgehend diese Preisgestaltung anhand der Verordnung über den Aufbau der Infrastruktur für alternative Kraftstoffe und des EU-Wettbewerbsrechts prüfen und einen fairen Wettbewerb wieder herstellen, soweit es die EU-Gesetze ermöglichen?“. Hier findet ihr den vollständigen Brief von Daniel Freund.

100 % Strafzoll für chinesische E-Autos

Ausschnitt eines Artikels des Tagesspiegel

Die USA werfen China vor, einheimische Unternehmen stark zu subventionieren, sodass die wirtschaftliche Entwicklung in den USA ausgebremst wird. Daher werden die Einfuhrzölle auf ausgewählte chinesische Produkte in strategisch wichtigen Bereichen drastisch erhöht. Bei Batteriespeichern werden die Zölle von 7,5 Prozent auf 25 Prozent angehoben. Bei Solarzellen und Halbleitern steigen die Zölle von 25 Prozent auf 50 Prozent und bei Elektroautos sind es statt 25 Prozent nun 100 Prozent. Elon Musk sagte Anfang des Jahres: „wenn es keine Handelsschranken gibt, werden die Chinesen die meisten anderen Autofirmen in der Welt so ziemlich zerstören“. Stellantis Chef Tavares sprach sogar von einem drohenden Blutbad.

Ausschnitt eines Artikels des Spiegel

Auch die Europäische Kommission prüft seit einigen Monaten die Einführung von Schutzzöllen auf chinesische E-Autos. Da die USA nun überraschend einen deutlichen Schritt gemacht hat, steigt auch der Handlungsdruck der EU an. Chinesische Unternehmen werden vermutlich Teile ihres bisherigen US-Geschäfts nach Europa und andere Märkte verlegen. Europäische Hersteller sind geteilter Meinung, ob auch in Europa Schutzzölle eingeführt werden sollten. Renault und Stellantis samt der Marken Opel, Peugeot, Citroën und Fiat sprechen sich dafür aus. Hierbei handelt es sich um Unternehmen, die eher auf kleinere Fahrzeuge mit vergleichsweise günstigem Kaufpreis setzen. Hier besteht die Gefahr, dass preissensible Käufer eher zu billigen chinesischen Modellen greifen.

Premium Hersteller wie BMW, Mercedes, Audi und Porsche sind gegen mögliche Strafzölle. Sie setzen auf ihr Image und die Markentreue ihrer Kunden. Gleichzeitig sind der chinesische Absatzmarkt und die bestehenden Verflechtungen für die Unternehmen hoch relevant. Sie befürchten Gegenmaßnahmen seitens China. Mercedes-Chef Ola Källenius fordert sogar die Senkung der Zölle auf chinesische E-Autos. „Eine stärkere Konkurrenz aus China würde den europäischen Autobauern langfristig helfen, bessere Autos zu produzieren“. Diese Aussage hängt vermutlich aber auch damit zusammen, dass der chinesische Hersteller Geely und der staatlich kontrollierte Konzern SAIC die größten Aktionäre von Mercedes-Benz sind und rund ein Fünftel der Anteile halten.

Auch auf politischer Ebene setzt sich die Debatte fort: Frankreich spricht sich für Strafzölle aus, Deutschland dagegen. Über eine mögliche Reaktion der EU schreibt Christoph Schwarzer auf electrive. Nach seiner Recherche ist eine Reaktion der EU bereits im Juni zu erwarten. Er vermutet eine Erhöhung der Zölle von zehn Prozent auf 25 oder 30 Prozent. Die Höhe des Zolls würde das ausgleichen, was chinesische Hersteller durch unfaire Praktiken an Wettbewerbsvorteilen hätten. Von einer Erhöhung der Zölle wären nicht nur chinesische Hersteller betroffen, sondern auch diejenigen, die in China produzieren. Das betrifft den Dacia Spring, das Tesla Model 3 oder den Volvo EX30. Viele Importeure hätten sich aber bereits darauf eingestellt. Nach unserer Einschätzung ist bei Marken wie BYD keine Erhöhung der Listenpreise zu erwarten. Beim Model 3 kann das allerdings nicht sicher ausgeschlossen werden.

Kia EV6 Facelift

Foto: Kia

Als Erlkönig wurde der neue Kia EV6 schon öfter in Deutschland gesehen. Nun gibt es erste offizielle Informationen zum Facelift. Das Frontdesign und dass Felgendesign wurden überarbeitet. Das GT-Modell kommt mit einem durchgehenden Leuchtband an der Front. Der Akku ist nun 84 kWh groß und sorgt somit für mehr Reichweite, wobei die Ladezeit weiterhin bei 18 Minuten bleibt. Auch die Karosserie, Federung und der Fahrkomfort wurde überarbeitet. Es wurden zusätzliche Seitenairbags für die zweite Sitzreihe hinzugefügt. Möglich sind jetzt auch Over-The-Air-Updates für verschiedene Steuergeräte, die es bisher nur für das Navi gab. Android Auto und Apple Carplay sind nun serienmäßig enthalten. Es gibt außerdem ein neues Head-Up-Display und ein Fingerabdruck-Authentifizierungssystem. Die Lenkrad-Präsenzerkennung erfolgt über kapazitive Sensoren. Das überarbeitete Modell wird zuerst in Korea auf den Markt kommen. Dort wurde auch eine spezielle Verkaufsförderung unter dem Namen „Triple Zero“ gestartet. Darin enthalten sind auch Restwertgarantien beim Rückkauf gebrauchter EV6.

„Tesla-Standard“ verliert vor Gericht

Diese Woche hat Rechtsanwalt Christoph Lindner ein aktuelles Gerichtsurteil auf seinem Blog geteilt. Bekannt ist er, weil er häufig Kunden gegen Tesla vertritt. Er selbst bezeichnet das Gerichtsurteil als wegweisend. Denn es stärkt die Rechte von Neuwagen-Käufern und könnte auch für Kunden anderer Marken relevant sein. Tesla wurde vor dem Landgericht Regensburg verklagt, ein mangelhaftes Model X Plaid zurückzunehmen und einen Neuwagen zu liefern. Damit muss sich der Kunde nicht mehr mit mittelmäßigen Nachbesserungsversuchen zufriedengeben. Laut Gericht erfülle das 127.000-Euro-Auto „nicht einmal die Anforderungen, die an ein Durchschnittsfahrzeug gestellt werden dürfen“. Laut Anwalt Lindner ist das Urteil noch in einem weiteren Punkt von Bedeutung: „bei offensichtlichen Qualitätsmängeln wird Tesla in Zukunft nur noch schwerlich behaupten können, diese seien ganz normal und gehörten zum ‚Tesla-Standard‘“. Damit werden mutmaßlich serienmäßige Defizite nicht als Stand der Technik akzeptiert und trotz mehrfacher Nachbesserungsversuche mit Werkstattaufenthalte von zweieinhalb Monaten sprach das Gericht dem Kunden das Recht auf Ersatzlieferung zu. Das Urteil ist jedoch noch nicht rechtskräftig. Wir gehen davon aus, dass Tesla in Revision geht.

ADAC Pannenstatistik

Grafik: ADAC

Der ADAC hat seine Pannenstatistik für das Jahr 2023 veröffentlicht, in der auch E-Autos berücksichtigt werden. Insgesamt ist der ADAC 30.009-mal zu einem liegengebliebenen E-Auto ausgerückt. Antriebsunabhängig waren es über 3,5 Millionen Pannenhilfen. Sowohl für Verbrenner als auch E-Autos war die Starterbatterie die häufigste Ursache mit 44,1 Prozent der Fälle. Auf Platz zwei der Ursachen sind mit 22,8 Prozent der Fälle Motorprobleme. Zum zweiten Mal überhaupt ist der ADAC auch in der Lage, die Pannenstatistik von Verbrennern und E-Autos zu vergleichen. Insgesamt wurden 2023 156 Modelle von 20 Marken berücksichtigt, die ein Fahrzeugalter von mindestens drei bis maximal zehn Jahren hatten. Außerdem müssen die Modelle zur Berücksichtigung in der Statistik mindestens 7.000 Zulassungen in zwei Jahren vorweisen.

Grafik: ADAC (Wert ganz links bezieht sich auf eine Erstzulassung 2021; Werte weiter rechts beziehen sich auf frühere Erstzulassungen in ein Jahresabständen)

Zu den besonders zuverlässigen Modellen 2023 der unteren Mittelklasse zählt der VW ID.3 mit 0,9 Pannen pro 1.000 Fahrzeugen. In der Mittelklasse haben Skoda Enyaq, Tesla Model 3 und VW ID.4 besonders selten Pannen. Unter den Kleinwagen kommt es beim BMW i3 nur zu 0,4 Pannen pro 1.000 Fahrzeuge. Beim Renault Zoe sind es 2,4 Pannen aller 1.000 Autos. Auffallend ist, dass kein einziges E-Modell mit einer durchschnittlichen oder hohen Pannenhäufigkeit bewertet wird. Im direkten Vergleich zwischen Verbrennern und E-Autos zeigt sich auch, dass junge E-Autos seltener Pannen haben als Verbrenner. Da E-Autos im Schnitt jünger sind als Verbrenner im gesamten Referenzzeitraum, hat der ADAC zum direkten Vergleich nur einzelne Jahrgänge herangezogen. Bei einer Erstzulassung 2020 kamen 7,6 Pannen auf 1.000 E-Autos. Bei Verbrennern des selben Jahrgangs waren es 9,5 Pannen. Dieser Vorsprung wird bei den 2021 erstzugelassenen Modellen sogar noch weiter ausgebaut. Da sind es 2,8 Pannen pro 1.000 E-Autos und 6,4 Pannen pro 1.000 Verbrenner.

Grafik: ADAC

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