nextnews Ausgabe 91 u.a. mit Polestar 2

nextnews 91: Polestar 2, ID.3, Bafa, Porsche, Tesla

Das sind diese Woche unsere Themen in den nextnews rund um das Elektroato: Entweder, hier zum Nachlesen oder kompakt aufbereitet in einer Viertelstunde als Nachrichten-Sendung auf unserem YouTube-Kanal.

  • Hyundai Kona News
  • Zulassungszahlen Januar 2020
  • Porsche Taycan lädt schneller als Porsche sagt
  • Porsche vs. Tesla auf der Autobahn
  • Insider Infos zum Start des neuen Umweltbonus
  • ID3 Preise & Konfigurator
  • Tesla Aktie mit Rekord
  • Polestar 2 in Deutschland
  • Bäcker baut riesigen Ladepark
  • Neues von nextmove, u.a. Stellenabgebote
https://youtu.be/mRYO8UXeiTs
nextnews #91 - Polestar 2 gesichtet, ID.3 Preise! & Konfigurator, BAFA-Insider, Tesla Aktienrekord, Jobs bei nextmove

Hyundai Kona Produktion in Europa

Wir hatten letzte Woche berichtet, dass ab März die Produktion für den Kona Elektro in Tschechien anlaufen soll. Das sind dann die ersten E-Auto die Hyundai in Europa baut. Offenbar soll es schon in diesen Tagen losgehen. Die Autos könnten dann schon Mitte März beim Händler eintreffen - so schnell kann es gehen. Die CO2-Flottengrenzwerte lassen grüßen - wir hatten ja kürzlich in diesem Video im Detail analysiert, warum der Verkauf von E-Autos in diesem Jahr für die Hersteller extrem wichtig und wertvoll ist. So kann VW einen VW ID.3 bis zu 17.000 € subventionieren, um so auch PS-starke VW Touareg verkaufen zu können.

E-Auto Zulassungszahlen Januar

In Deutschland wurden im Januar 7.492 E-Autos zugelassen. Das ist ein neuer Rekord und das trotz BAFA-Stau. Viele Autos waren natürlich schon länger bestellt aber es waren ganz sicher auch ganz viele Flotten- und Vorführwagen dabei, die ganz bewußt eine 2020er Erstzulassung bekommen sollten, um in die 2020er CO2-Flottenberechnung als Super-Credit-Auto einzugehen. Bei Electrive.net finden sich die Zulassungszahlen im Detail.

Taycan lädt schneller als Porsche verspricht

Manchmal kommen ja neue E-Autos auf den Markt, die beim Thema Schnellladen nicht so gut abschneiden, wie Hersteller in Aussicht stellen oder Kunden sich wünschen. Negativbeispiele sind hier der Nissan Leaf mit ausgeprägtem Rapidgate nach schnellen Autobahnfahrten oder mehrmaligen Chademo-Schnellladen. Auch bei kalten Temperaturen kann es zu verlangsamten "Schnellladen" kommen, wie zum Beispiel beim Hyundai Kona mit 39 kWh Akku oder dem Renault Zoe.

Ganz ander beim Porsche Taycan. In unserem ersten Ladetest hat er die Werksangabe bezüglich Ladezeit deutlich unterboten. Ob diese starke Performance reicht, um auch das Tesla Model 3 an der Ladestation abzuhängen, das erfahrt ihr in diesem Video. Wer wird das Rennen machen: der Turobolader Taycan oder der Supercharger Tesla Model 3?

Porsche Taycan Turbo im Reichweitenvergleich zum Tesla Model 3

Unser Video zum Reichweitenvergleich Taycan vs. Tesla war das erste Video auf YouTube, in dem die beiden Marken in einem Realtest auf der Autobahn miteinander verglichen wurden. In den ersten 4 Tagen wurde es bereits über 100.000 mal angesehen. Und wenn ein Porsche und ein Tesla gemeinsam über die Autobahn rollen, dann können die Kommentare aus beiden Lagern natürlich heftig ausfallen.

Akkugröße des Taycan

Ein häufiger Kommentar unter dem Video war, “der Taycan hat ja auch 100 kWh Akku”. Nein, hat er nicht. Die Netto-Angabe liegt bei 83,7 kWh. Allerdings haben wir laut Anzeige des Bordcomputers hochgerechnet deutlich mehr Strom rausbekommen als diese Netto-Angabe. In den Kommentaren wurde dazu “Prototyp mit höherer Netto-Freigabe” geschrieben. Wir gehen davon aus, dass es ein Serienfahrzeug war. Das Auto war frisch zugelassen und hatte keinerlei Eintragungen im Schein. Prototypen sind dort in der Regel als sogenannte “Erprobungsfahrzeuge” eingetragen.

Das ist übrigens die Konfiguration des Porsche Taycan, der bald zu unserer Flotte hinzustößt.

Zwei-Gang-Getriebe für mehr Effizienz

Oft wurde auch kommentiert: “Das Zweiganggetriebe verbessert die Effizienz des Taycan”. Möglich aber eher unwahrscheinlich. Der Taycan schaltet nur im Sportmodus. Wir hatten den Modus auf Normal - so färt der Taycan immer im zweiten Gang. Porsche beschreibt das 2-Gang-Getriebe klar als ein Element zur Steigerung der Performance bei hohen Geschwindigkeiten.

Befangenheit

Uns wurde teilweise auch eine übertriebene Porsche-Freundlichkeit unterstellt. Dazu soviel: Die Leipziger Niederlassung hat uns das Auto gestellt. Nicht mehr und nicht weniger. Wir konnten drehen und senden, was wir wollten. Und: ich habe keine Kommentare gesehen, die behaupten, dass ein Tesla Model 3 unter den Testbedingungen weiter fährt als von uns gefahren. Den Range-Modus hatten wir übrigens nicht aktiviert. Der geht nämlich nur bis 140 km/h - zumindest haben wir keine Einstellung gefunden, um die Geschwindigkeit im Range-Modus zu erhöhen.

Das Fahrzeug optimiert dann Antrieb (bis hin zum reinen Frontantrieb),
Aerodaynamik durch Spoilereinstellung, Lüftungsklappenstellung und Fahrwerkshöhe. Klimaanlage und sogar Scheinwerfer werden möglichst effizient betrieben. Diesen Test werden wir aber natürlich noch fahren und sind gespannt, wie weit es der Taycan damit schafft.

Insider Infos zum Start des neuen Umweltbonus

Viele künftige E-Auto-Fahrer stehen in den Startlöchern und sind bereit, auf ein Elektroauto umzusteigen. Die Konfiguration ist bereits seit langem klar - das Einzige, was noch fehlt, ist der Startschuss in Form des neuen Umweltbonus. Der aktuelle Stand ist immer noch Stillstand. Ganz E-Auto-Deutschland wartet auf die Neuregelung zur Erhöhung der Umweltprämie und keiner weiß, wann es nun endlich losgeht. Aber einige wenige scheinen es doch zu wissen! Ein Insider hat sich bei Stefan Moeller gemeldet.

Auch im Wirtschaftsministerium geht man aktuell davon aus, dass der erhöhte Umweltbonus in drei bis vier Wochen in Kraft treten soll. Es kann also bald losgehen: das Rennen um die meistverkauften Elektroautos in 2020.

Später im Jahr soll noch ein 50 Millionen Euro schweres Förderprogramm für private Wallboxen kommen. Allerdings mit der Einschränkung, dass diese “gemeinschaftlich genutzt” werden müssen. Also vielleicht eine Doppelwallbox für Euch und euren Nachbarn?

Wenn ihr solche oder ähnliche Infos habt, die ihr mit uns und der Community teilen wollt, dann nehmt gerne Kontakt auf unter info@nextmove.de. Quellenschutz ist für uns selbstverständlich ein hohes Gut.

VW ID.3 Preise & Konfigurator in Dänemark

Da Volkswagen noch keine Informationen rausrückt, schauen wir rechts und links, ob es woanders spannende Fakten gibt. Wir hatten ja im Januar auf Basis eines Dokuments aus Frankreich über den Fahrplan zur Markteinführung in einem eigenen Video berichtet, das ihr hier findet. Dort wird im Detail der Fahrplan zur Markteinführung beschrieben. Jetzt gibt es weitere Details zu Ausstattungen und Preisen im Konfigurator der Serienversion aus Dänemark. In den nextnews zeigen wir im Detail das Dokument mit allen Preisen:

  • Designpaket, mit getönten Scheiben, Dynamic Light Assist mit Matrix LED, LED-Rückleuchten mit dynamischen Blinker für 1.820 €
  • Panoramadach für 780 €
  • Assistenzpaket mit keyless Go, Parkassistent, Rückfahrkamera, Alarmanlage für 1.300 €
  • Assistenzpaket Plus mit zusätzlichen Optionen für 1.300 €
  • Multimediapaket mit Navigation Discover Pro inkl. Streaming und Internet sowie Smartphone-anbindung inkl. induktiven Laden für 1040€
  • Multimediapaket Plus mit zusätzl. Soundsystem und Augmented-Reality-Head-up-Display für weitere 1.560 €
  • Sportpaket mit Sportfahrwerk für 390 €
  • Sportpaket Plus mit adaptivem Fahrwerk inkl. Fahrprofileinstellungen für zusätzlich 1.170 €
  • Interieur-Ppaket mit Ambientebeleuchtung und Mittelarmlehne 650 €
  • das Ganze dann noch mit elektrisch verstellbaren Komfortsitzen vorn für zusätzlich 1950 €
  • Aufpreis für Lederausstattung, 3250 €
  • CCS bis 100kW Ladeleistung statt 50 kW, 650 €
  • Fahrradträger-Vorbereitung für 650 €
  • Verschiedene Felgenoptionen von inklusive bis 1850 €
  • Metallic Lack für 600 €

Tesla-Aktie auf Rekordhoch

Am Dienstag erreichte der Kurs sein vorläufiges Maximum von über 900 US-Dollar. Genau vor zwei Wochen haben wir berichtet, dass der Unternehmenswert nun höher liegt als der von VW. Seitdem ist "on top" sozusagen noch der Wert von BMW hinzugekommen. Die Rallye der letzten Woche ist fundamental nicht zu erklären. Vermutlich haben wir es mit einem gewaltigen, sogenannten Short-Squezze zu tun, der bereits seit einigen Wochen anhält.

Viele Spekulanten hatten darauf gewettet, dass Tesla nicht überlebt und die Aktie leer verkauft wird. Diese Leerverkäufe funktionieren so, dass man sich eine Tesla-Aktie mit einem Preis von beispielsweise 200 Dollar ausleiht und verkauft – und darauf spekuliert, sie später für 100 Dollar zurückkaufen zu können und zurückzugeben. Die Differenz wäre dann der Gewinn.

Aber die Tesla-Aktie ist weiter gestiegen und irgendwann müssen Spekulanten die “leer verkauften” Aktien doch wieder zurückkaufen und an die Ausleiher zurückgeben. Es waren viele dieser Shortseller am Markt und die müssen sich jetzt wieder eindecken - koste es, was es wolle. Den Kaufdruck sieht man schön beim Blick auf den Aktienchart. Ab Mittwoch ging die Aktie deutlich zurück auf 735 US-Dollar. Die Ausschläge in beide Richtungen werden nun sicher stark zunehmen.

Polestar 2 in Deutschland

In dieser Woche wurden mehrfach Prototypen des Polestar 2 in Deutschland gesichtet. Bilder zeigt unter anderem der Blog Vorsprung Elektro. Zu sehen sind zwei Polestar 2 ladend am Rasthof Mücke. Ich durfte die Prototypen ja bereits im November in Schweden testen. Das Video von der Probefahrt auf dem Volvo Testgelände erfreut sich großer Beliebtheit.

Laut Homepage sollen Auslieferung in Deutschland schon im Juni starten. Ganz so schnell wird es vermutlich nicht gehen. Wir haben gehört, dass Norwegen und Schweden zuerst beliefert werden - das macht aufgrund der Nähe zur Zentrale ja auch Sinn. In Deutschland soll es im Sommer losgehen. Vorführwagen für Probefahrten soll es erst zeitgleich mit den ersten Kundenfahrzeugen geben.

Bäcker baut riesigen Ladepark in NRW

Der eine oder andere kennt ihn vielleicht. Bäcker Roland Schüren aus Hilden in Nordrhein-Westfalen hat ein Mega-Projekt initiiert. Am Ende sollen insgesamt 60 Schnelllader am Kreuz Hilden entstehen. Davon 40 Supercharger V3 mit bis zu 250 Kilowatt Leistung und 20 HPC Schnelllader von Fastned, sowie weitere AC-Ladestationen. Ebenfalls sind geplant: ein mehrstöckiger Gebäudekomplex, in dem auch Obst und Gemüse angebaut werden sollen, eine Café-Bistro-Bäckerei und Spezialbackstube, zwei Klein-Windkraftanlagen und Photovoltaik, so viel wie möglich.

Das Ganze entsteht auf einer Industriebrache. Die einzelnen Bestandteile sollen natürlich energetisch verbunden werden. Los geht es schon Mitte Februar mit der zunächst provisorischen Inbetriebnahme von 16 Superchargern. Schon im Mai sollen Supercharger V3 folgen.

Ich habe den Roland bisher dreimal getroffen. Das erste Mal im Sommer 2014 als es einen großen Tesla Reichweiten-Test gab. Dann nochmal im Juni bei einer Tesla-Sternfahrt zu einer großen Elektromobilitäts-Konferenz
und letzten Winter in Berlin im Verkehrsministerium bei einer feierlichen Übergabe von Fördermittelbescheiden an Unternehmen, die sehr stark auf Elektromobilität setzen.

Lieber Roland, das Projekt hört sich grandios an, wir wünschen gutes Gelingen. Ich werde ganz sicher sobald es geht, vorbei schauen

Bäcker in Leipzig steigt um

Die Kette Lukas Bäcker Leipzig war diese Woche bei nextmove. Auch dort hat man sich mit dem Thema Elektromobilität beschäftigt und drei Monate einen Nissan Leaf von uns im Alltag getestet. Der Leaf hat den Test als Poolfahrzeug im Außendienst bestanden und nun kommt ein Leaf in die Flotte. Unterstützt wurde dieser Test übrigens von der Wirtschaftsförderung der Stadt Leipzig dort können Firmen oder auch Kleinunternehmer einen Mietzuschuss von bis zu 70 Prozent für einen 3-Monats-Test beantragen.

Das soll die Einstiegshürde hin zum E-Auto überwinden helfen. Im Prinzip genau unsere Idee: einfach mal ausprobieren und im Praxisbetrieb eigene Erfahrungen sammeln. Das Förderprogramm gibt es übrigens schon seit es auch uns in Leipzig gibt.

Gemeinsam mit der Stadt Leipzig haben wir so schon viele Firmen beim Umstieg begleitet. Das Programm hat uns in den ersten Monaten nach der Gründung die nötige Sicherheit und Auslastung zum Aufbau der Flotte gesichert.

Neue E-Autos in der Flotte

nextmove hat diese Woche zahlreiche neue Renault Zoe zugelassen -
alles ZE50 R135 Intens mit CCS, also fast Vollausstattung. Dafür sind einige kostenfreie Überführungen ausgeschrieben auf die ihr euch hier bewerben könnt.

Jobs bei nextmove

Wir wollen im Bereich Weiterentwicklung der Homepage gerne die Verantwortlichkeiten in einer Person bündeln und haben eine
entsprechende Stelle ausgeschrieben. Der Arbeitsort ist Arnstadt oder Leipzig. Hier geht es zu dieser und weiterer Stellenangeboten. Wer Lust hat, Elektromobilität voranzutreiben, der ist bei uns richtig.


Flottenverbrauch CO2-Emissionen E-Auto Stefan Moeller nextmove

Flottenverbrauch 2020: Schicksalsjahr für die Automobilindustrie?

Flottenverbrauch CO2-Emissionen E-Auto Stefan Moeller nextmove
nextmove-Geschäftsführer Stefan Moeller analysiert die Situation mit Flottenverbrauch 2020

Mit Beginn des Jahres 2020 haben sich die Spielregeln auf dem Automarkt verändert. Die neuen Grenzwerte für CO2-Emissionen und den Flottenverbrauch führen zu erheblichen Angebotsveränderungen, wie die Analyse von nextmove-Geschäftsführer Stefan Moeller zeigt. Das hat nicht nur Auswirkungen für die Autohersteller selbst, sondern auch für viele Händler. Und, natürlich, für die Verbraucher, die sich nach einem neuen oder gebrauchten Fahrzeug umsehen. 

Der sogenannte Flottenverbrauch bezeichnet den durchschnittlichen Kraftstoffverbrauch einer Fahrzeugflotte - bzw. deren CO2-Emission. Autos oder andere Fahrzeuge mit niedrigem oder ohne CO2-Ausstoß können innerhalb einer Flotte Fahrzeuge mit höherem Verbrauch ausgleichen. Hersteller wie Volkswagen, die derzeit von Verbrennungsmotoren auf Elektroantriebe umsteigen, werden versuchen, die Grenzwerte für den Flottenverbrauch bzw. die CO2-Emissionen innerhalb des Konzerns einzuhalten. 

Andere Hersteller setzen neben dem Umbau des Angebots auf sogenanntes Pooling der Fahrzeugflotten: Das bedeutet, dass sich der Flottenverbrauch dann auf eine Gruppe zusammengeschlossener Hersteller oder Marken bezieht. Was Volkswagen also innerhalb des eigenen Konzerns umsetzen kann, machen andere Hersteller im Zusammenspiel mit beispielsweise Tesla als reinem Anbieter von Elektroautos.

Wie wird der Flottenverbrauch berechnet?

Um die durchschnittlichen CO2-Emissionen einer Flotte zu berechnen, wird die Summe der zertifizierten Einzelfahrzeug-CO2-Emissionswerte durch die Anzahl der verkauften Neufahrzeuge im jeweiligen Jahr geteilt. Daraus errechnet sich der CO2-Flottendurchschnitt für den Hersteller, bzw. den Hersteller-Pool. Der errechnete Wert muss unterhalb des spezifischen Zielwertes liegen, damit keine Strafzahlungen fällig werden.

Seit dem Jahr 2015 gelten für den CO2-Flottenverbrauch die Pool-spezifischen Zielwerte. In deren Berechnung fließt der jeweilige europäische Flottenzielwert (seit 2020: 95 Gramm CO2/Kilometer), das durchschnittliche Gewicht der neu zugelassenen Fahrzeuge eines Herstellers, das durchschnittliche Gewicht der in den Jahren 2014 bis 2016 in der EU zugelassenen Neuwagen (1.372 Kilogramm) und ein spezifischer Gewichtsfaktor ein. Auf dieser Basis lässt sich errechnen, wie viel die Neuwagenflotte jedes Herstellers emittieren darf.

https://youtu.be/A7S0qQw4Ye4

Für 2020 beträgt der Grenzwert 95 Gramm CO2/Kilometer - das ist äquivalent zu einem NEFZ-Verbrauch von ca. 4,0 Litern Benzin oder ca. 3,5 Litern Diesel/100 Kilometer. Der 2020er Grenzwert ist ein starker Sprung zum Jahr zuvor von 27 Prozent: 2019 galten noch 130 Gramm CO2/Kilometer. Auch deshalb gibt es in diesem Einführungsjahr eine Sonderregelung (Phase-In): Im Jahr 2020 muss der Zielwert nur von 95 Prozent der Fahrzeuge der Hersteller- oder Pooling-Flotte erreicht werden. Das heißt die emissionsstärksten Fahrzeuge werden in diesem Jahr herausgerechnet.

Wie groß der Sprung auf 95 Gramm CO2 pro Kilometer ist, zeigt sich, wenn man sich den durchschnittlichen Flottenverbrauch verschiedener Hersteller des Jahres 2018 ansieht:

Co2-Flottenverbräuche der Top 20 Hersteller 2018, Quelle: Jato

 

Branchenprimus Toyota schafft es dank Hybrid-Technologie auf 99,9 Gramm CO2 pro Kilometer. Renault hat mit vergleichsweise leicht motorisierten Fahrezugen einen Verbrauch von 109,1 Gramm. Europas größter Autohersteller Volkswagen kommt auf 119,8 Gramm. Ford liegt mit einem relativ hohen Benziner-Anteil in der Flotte steht bei 123,7 Gramm. Der Fokus auf stark motorisierte Limousinen und SUVs spiegelt sich im CO2-Flottenabdruck der deutschen Premium-Hersteller wider. BMW kommt auf 128,9 und Mercedes auf 139,6 Gramm.

Mittelfristig werden die CO2-Grenzwerte noch deutlicher gesenkt. Im Dezember 2018 entschied das Europäische Parlament, den zulässigen Flottenverbrauch für PKW bis 2030 um weitere 37,5 Prozent zu reduzieren. Für leichte Nutzfahrzeuge wurden 31 Prozent vereinbart. Als Zwischenziel gilt: bis 2025 sollen die Emissionen um zunächst 15 Prozent reduziert werden.

Welche Strafzahlungen drohen bei Nichteinhaltung?

Falls ein Hersteller den durchschnittlichen Flottenverbrauchs-Wert nicht erreicht, werden ab 2020 Strafzahlungen fällig. Konkret bedeutet das: Für jedes Gramm CO2 über seinem Zielwert und jedes verkaufte Fahrzeug muss der Hersteller 95 Euro Strafe zahlen. Eine Ausnahme gilt für kleinere Hersteller, die weniger als 300.000 Fahrzeuge im Jahr verkaufen.

Um den Strafzahlungen zu entgehen, haben bereits mehrere Hersteller ein Pooling beantragt: Der VW Konzern über alle seine Marken, Mazda und Toyota haben es ebenfalls beantragt und Tesla erhofft sich über die Partnerschaft mit Fiat-Chrysler Erlöse von bis zu zwei Milliarden US-Dollar. Mit dem wachsenden Druck durch sukzessive sinkende Grenzwerte dürften sich immer neue Partnerschaften bilden. Auch das Elektroauto-Startup Sono Motors erhofft sich davon Einnahmen zur Finanzierung der Serienproduktion des Sion ab 2022.

Was genau bedeutet Supercredits beim Flottenverbrauch?

Mit der Supercredits-Regelung sollen Fahrzeuge, die besonders effizient sind, gefördert werden. Sie werden dann mehrfach in die CO2-Bilanz des Herstellers eingerechnet. Doppelt gezählt werden solche Fahrzeuge, die wenig als 50 Gramm CO2 pro Kilometer emittieren - also etwa für Plug-In-Hybride und Elektroautos oder Benzin-Fahrzeuge mit 2,15 Liter Benzinverbrauch pro 100 Kilometer bzw. 1,9 Liter Diesel. Im Jahr 2021 werden die Supercredits von 2 auf 1,66 reduziert, im Jahr 2022 auf 1,33.

Beginnt 2020 das große Händler-Sterben?

Die neuen Spielregeln im Automarkt 2020 haben direkten Einfluss auf Autos mit Verbrennungsmotor, beeinflussen aber auch unmittelbar den Absatz von Elektroautos. Als Folge der Regelungen gehen wir davon aus, dass 2020 das Autohändler-Sterben beginnen wird. Denn: Der Kampf um geringere CO2-Emissionen hat begonnen - schon heute unterbieten sich Händler gegenseitig und verkaufen bestellte Neufahrzeuge mit kalkuliertem Verlust.

Kalkulation: Was bedeuten die Flottenverbräuche ganz konkret?

Mehrere Beispiele zeigen, wie sich die Durchschnitts-Flottenverbräuche auf notwendige Verkäufe, Rabattangebote und die Händler der jeweiligen Marken auswirken. 

Beispiel 1: Golf Life 1,5 Liter TSI., 96 kW (130 PS), 6-Gang, kombiniert: 4,7 l Super/100 km, CO₂: 108 g/km, 1.315 kg Gewicht, ab 27.510 €)

Der um das Fahrzeuggewicht bereinigte CO2-Sollwert beträgt 96 Gramm. Die mögliche Strafe liegt bei 1.400 Euro pro Fahrzeug. Acht VW ID.3 könnten den Verkauf von 100 VW Golf Life 1,5 Liter TSI kompensieren. 

Beispiel 2: Golf Life 2,0 Liter TDI SCR, 85 kW (115 PS), 6-Gang, kombiniert 3,5 l Diesel,/100 km, CO₂: 91 g/km, 1.380 kg Gewicht, ab 29.155 €)

Bei diesem Diesel-Fahrzeug beträgt der CO2-Sollwert 95,1 Gramm. Das heißt, es handelt sich um eines der ganz wenigen Fahrzeuge aus dem Volkswagen-Konzern, die die Flottenverbrauchs-Grenzwerte momentan erfüllen - zumindest auf dem Prüfstand nach dem alten Prüfzyklus. 

Beispiel 3: up! 1,0 Liter, 44 kW (60 PS), 5-Gang, Kraftstoffverbrauch kombiniert: 4,4 l Super/100 km, CO₂: 100 g/km, 980 kg Gewicht, 12.960 €)

Der um das Gewicht bereinigte CO2-Sollwert liegt bei 82 Gramm. Pro Auto drohen also 1.700 Euro Strafe. Es braucht 10 VW ID.3, um diese Strafe abzuwenden. Das bedeutet: Nicht einmal Kleinstwagen dürfen noch “ungestraft” verkauft werden. 

Gewichtsbonus hat absurden Nebeneffekt

Das führt zu einem absurden Nebeneffekt: Der Gewichtsbonus für die schweren Autos führt zu einem Aussterben der Kleinstwagen, weil diese Leichtgewichte deutlich unter die 95 Gramm CO2 müssen. Mit sehr günstigen Fahrzeugen ist das nicht zu schaffen. Die ersten “Opfer” sind wohl der Ford Ka, der Opel Adam, der Opel Carl, der Fiat 500 - allen voran die smart-Verbrenner.

Vereinfacht gilt: Die aus Gründen des Klimaschutzes erlassenen Regeln, machen Kleinstwagen unrentabel. Und das, obwohl kleine und leichte Autos meist weniger Treibstoff als größere, schwerere Modelle verbrauchen. Aus Sicht des Endkunden paradox. Aus Sicht der Elektromobiliät steckt  darin eine große Chance. Es wird ein Segment frei, für das kleine Elektroautos sehr gut geeignet sind: Kleine Bauweise, für Kurz- und Mittelstrecke gut geeignet, kleine Akkus - günstiger Preis. Bei Volkswagen sieht man das mit elektrischen Modellen des up!, Mii oder citigo. 

Beispiel 4: VW Touareg V6 TSI 4 Motion, 350 PS (250 kW), 8-Gang-Tiptronic, 2.005 kg Gewicht, 205 g Co2 kombiniert, ab 81.280 €)

Der um das Gewicht bereinigte CO2-Sollwert für den Touareg liegt bei 120 Gramm. Pro Auto winken stolze 8.300 Euro Strafe. Es braucht 72 VW ID.3, um 100 dieser Touareg verkaufen zu können. Damit hätte Volkswagen 11.500 Euro aus dem Budget an Strafzahlungen, um einen ID.3 zu subventionieren. Im vergangenen Jahr hat Volkswagen allein in Deutschland 12.615 Touareg zugelassen - um das zu kompensieren, bräuchte der Hersteller fast die komplette Anzahl an aktuellen Reservierungen für den ID.3 aus Deutschland. Das bedeutet für 2020 noch nicht so viel, weil es noch die Streichquote von 5 Prozent gibt.

Ab 2021: Umstellung von NEFZ auf WLTP

Im Jahr 2021 ändert sich die Situation dann erneut stark: denn dann wird vom herstellerfreundlichen NEFZ-Fahrzyklus (Neuer Europäischer Fahrzyklus) auf den realistischeren WLTP-Zyklus (Worldwide Harmonized Light Duty Test Procedure) umgestellt. Die CO2-Emissionen der Fahrzeuge werden sich durch den Wechsel um circa 20 Prozent erhöhen. Der eigentliche Grenzwert von 95 Gramm CO2/Kilometer bleibt aber erhalten, wobei die EU sich vorbehält, minimal nachzusteuern. Daneben wird auch die 5-Prozent-Streichquote entfallen und somit werden alle neu verkauften Autos einbezogen. 

Wie reagieren  die Hersteller? 

Herbst Diess (CEO Volkswagen) und Carlos Tavares (CEO PSA) haben angekündigt, Strafzahlungen unbedingt vermeiden zu wollen (Link zur VW-Präsentation). Unsere Vermutung ist: Die Hersteller werden eine Punktlandung anstreben. Strafzahlungen sind schlecht für die Bilanz und das Image. Sollten die Hersteller die Ziele locker erreichen, könnten strengere Zielwerte für die kommenden Jahre die Folge sein. 

Im Folgenden mehrere strategische Optionen, wie wir sie ausführlich in unserem Video beschreiben:

Möchlichkeit 1: Aufgeben! Infinity, die japanische Premiummarke von Nissan, zieht sich Anfang 2020 aus der EU zurück, um den Flottenverbrauch der Kernmarke nicht zu belasten.  

Möglichkeit 2: Taktische Spiele! Ende 2019 wurden vermehrt Tageszulassungen für durstige Verbrenner registriert - 40 bis 70 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Zum Jahresende 2019 soll es auch einen Großverkauf von Neuwagen eines deutschen Herstellers an eine große Autovermietung gegeben haben. 

Möglichkeit 3: Schützenhilfe aus der Politik. Durch Verkündung höherer Kaufprämien hat man ab November 2019 den Markt für Elektroautos ordentlich ausgebremst und wollte erst pünktlich Anfang 2020 mit neuen Prämien starten.

Möglichkeit 4: Wieder mehr Diesel verkaufen. Bei Ford wurden 17 Benziner-Varianten aus den Bestell-Listen gestrichen und man konzentriert sich stärker auf den Dieselmotor. 

Möglichkeit 5: Mehr SUVs verkaufen. Was komisch klingt, weil es klimaschädlich ist, will Volkswagen tatsächlich machen: Da die SUVs aus wirtschaftlicher Sicht für Hersteller wie Volkswagen unverzichtbar sind, werden sie genutzt, um Elektroautos quer zu finanzieren. Allerdings: Mit E-SUVs kann aufgrund des Gewichtsfaktors mehr CO2 für die Flotte kompensiert werden als mit einem Elektro-Kleinwagen.  

Möglichkeit 6: Mehr Hybrid oder Plug-In-Hybride verkaufen. Hybride werden insbesondere als Firmenwagen angeboten - alle Hersteller werden auf diese Strategie setzen. Auto-Papst Ferdinand Dudenhöffer ist im SPIEGEL trotzdem der Meinung, dass Plug-In-Hybride in fünf Jahren out sein werden. 

Möglichkeit 7: Jetzt auch mal E-Autos verkaufen! Schätzungsweise die Hälfte aller verfügbaren E-Autos kommen 2020 neu auf den Markt bzw. erst so richtig zur Auslieferung.

Dazu zählen:

  • Mini Cooper SE
  • Honda-e
  • Mercedes EQC
  • Porsche Taycan
  • Opel Corsa-e
  • Peugeot e-208 & e-2008
  • VW ID.3
  • Skoda Citygo e IV
  • Seat Mii electric
  • VW e-up!
  • Smart EQ Facelift
  • Mazda MX-30
  • Citroen etens crossback
  • Volvo XC40 recharge & Polestar 2
  • Ford Mustang Mach-E
  • Audi e-tron 50 quattro und etron Sportback
  • Hyundai IONIQ Facelift
  • Hyundai KONA Facelift
  • Renault ZOE Facelift
  • KIA e-Niro Facelift

Für viele Hersteller und Händler sind E-Autos absolutes Neuland, von Produktion über Verkauf und Beratung bis hin zum Service. Einige Marken haben inzwischen gelernt, wie man E-Auto-Kunden berät. Für Marken wie Renault und Nissan gehören E-Autos zum Standardprogramm. Andere müssen jetzt ganz schnell lernen, die üblichen Beratungsfehler der Vergangenheit nicht mehr zu machen. Marken wie Mazda, Honda, Mini, Skoda, Seat springen ins kalte Wasser.

Möglichkeit 8: Vorbeugen und schon mal E-Autos auf Halde produzieren. So macht es VW mit dem ID.3. Die Produktion läuft bereits, aber man möchte erst im Sommer ausliefern und man nimmt noch nicht mal verbindliche Bestellungen für das Modell an. 

Möglichkeit 9: Nach unten treten! Einige Hersteller haben die Flottenziele bereits vorab auf die Händler übertragen – der Handel ist somit in der Pflicht. Jedes Autohaus muss seine 95 Gramm CO2/Kilometer erfüllen. Das heißt im Klartext: Wer es nicht schafft E-Autos unters Volk zu bringen, kann schon 2020 seinen Laden zusperren.

Das macht kreativ: Schon heute gibt es Händler, die E-Autos unterhalb des Einkaufspreises an Kunden weitergeben. Kalkulierte Verluste fürs E-Auto also nicht nur bei Herstellern, sondern auch auf Händler-Ebene. Das ist eine absolut neue und bisher unvorstellbare Dimension. 

Wie geht die E-Auto-Entwicklung nun weiter?

2019 lag das Wachstum bei 75 Prozent gegenüber dem Vorjahr. 2019 wurden ca. 63.000 E-Autos zugelassen, das entspricht einem Marktanteil von 1,8 Prozent an den gesamten Neuzulassungen. Plug-In-Hybride kamen auf 1,3 Prozent. Im Dezember lagen beide Segmente bereits bei jeweils circa 2 Prozent. Um die CO2-Ziele zu erfüllen, muss sich das Wachstum weiter beschleunigen. Wollen die Hersteller Strafzahlungen vermeiden, muss jedes zehnte neu zugelassene Auto 2020 einen Stecker haben. Weil die Kaufprämie aber womöglich erst verspätet kommen wird, sind dann Wachstumsraten von 200 bis 300 Prozent auf Monatsbasis denkbar. 

Was heißt das für die, die 2020 ein E-Auto kaufen möchten?

  1. Abonnieren Sie den nextmove-Youtube-Kanal. Dort werden die Entwicklungen und Verwerfungen auf dem Markt intensiv beobachtet. Jeden Freitag berichten wir 18 Uhr in den nextnews zu allen wichtigen Neuigkeiten der Woche - und wir glauben es wird extrem spannende Wochen geben.
  2. Wer demnächst ein gebrauchtes E-Auto verkaufen möchte, sollte dies möglichst schnell tun. Die Preise für gebrauchte Elektroautos werden unter Druck kommen - dies bietet natürlich auch Chancen für Gebrauchtwagen-Käufer. Es öffnen sich Preissegmente für neue Zielgruppen.
  3. Wer kurz vorm Kauf steht, sollte aktuell noch die Bafa Neuregelung abwarten oder den Händler fragen, ob schon die neue höhere Prämie ausgewiesen werden kann.
  4. Wer 2020 ein neues E-Auto kaufen möchte, für den sieht es aktuell nach fallenden Preisen aus. Aber das Timing für den optimalen Einstieg ist entscheidend. Bei den avisierten Lieferzeiten wird große Unsicherheit herrschen.Mehrfache Verschiebungen werden, wie auch schon in 2019, die Regel sein. Wer dennoch zügig sein altes Auto verkaufen möchte, dem machen wir gern ein flexibles Mietangebot, bis sein eigener Neuwagen ausgeliefert wird.
  5. In unsicheren Zeiten sollte man flexibel bleiben. Wer im Umbruchsjahr 2020 risikoarm auf die neuen Modelle umsteigen möchte, dem machen wir folgendes Angebot: abonnieren statt besitzen. Mit unserem E-Auto-Abo können Autofahrer das Jahr 2020 entspannt beobachten und trotzdem elektrisch fahren. Das Ganze gibts mit Wechselmöglichkeit zwischen den Modellen alle drei Monate und einem Sonderkündigungsrecht zum Auslieferungstermin bei Kauf eines eigenen E-Autos.

Norwegen 2019 Neuzulassunge

Norwegen: Elektroautos boomen - Game Over für Brennstoffzelle

Norwegen bleibt, gemessen an den Marktanteilen, weiterhin der weltweit größte Markt für Elektroautos: Im Jahr 2019 kamen laut Norwegischem Elektroauto-Verband beeindruckende 60.316 rein batterieelektrische Elektroautos neu hinzu. Das entspricht einem beeindruckenden Plus von 31 Prozent gegenüber 2018, während der Neuwagen-Markt insgesamt um vier Prozent auf 142.381 Fahrzeuge schrumpfte.

Vier von zehn verkauften Autos waren rein elektrisch. Die E-Autos kannibalisieren vor allem Plug-In-Hybride (-27 Prozent) und Benziner (-31 Prozent). Warum auch einen Plugin-Hybrid kaufen, wenn der Nachbar seit Jahren ohne Problem rein elektrisch unterwegs ist?

Besonders häufig entscheiden sich die Norweger den Angaben des Verbandes zufolge für das Tesla Model 3, das mit großen Abstand das meistverkaufte Auto in 2019 war. Jedes zehnte neue Auto war ein Model 3. In den Top-10 der meistverkauften Autos waren aber weitere Elektroautos: Der Volkswagen e-Golf, der Nissan Leaf, der Audi e-tron, der BMW i3, der Jaguar I-Pace und verschiedene Hyundai-Modelle.

Politik soll Elektroauto-Unterstützung verstärken

Trotz dieser Erfolge ist der norwegische Elektroauto-Verband nicht zufrieden mit der politischen Ausrichtung auf Elektroautos: Während es in Deutschland mittlerweile den Masterplan Ladeinfrastruktur und eine an die NOW angedockte Stelle zur Überwachung gibt, kritisiert der norwegische Verband, dass ein umfassender Plan für die Entwicklung von Schnellladesäulen in ganz Norwegen fehlt. Außerdem - hier gibt es Parallelen zu Deutschland - werden Unterstützungsprogramme für die Ladeinfrastruktur in Wohnungsgenossenschaften und Mehrfamilienhäusern gefordert.

"Im Jahr 2020 sollten die Verkäufe von Elektroautos weit über 60 Prozent liegen", fordert Christina Bu, Generalsekretärin der Norwegian Electric Car Association. 2025 sollen in Norwegen ausschließlich emissionsfreie Autos verkauft werden. "Daher ist es wichtig, dass die Politik jetzt in Elektroautos investiert, um das Ziel zu erreichen."

Brennstoffzelle spielt in Norwegen keine Rolle

Neuwagen in Norwegen 2019

Und wie steht es um die Brennstoffzelle im Leitmarkt für alternative Antriebstechnologien? Sage und schreibe 29 - in Worten neunundzwanzig - Wasserstoffautos wurden 2019 zugelassen. Kurz gesagt: Elektroautos boomen, Game over für die Brennstoffzelle. Die entspricht einem Marktanteil von 0,02 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich der Absatz erneut halbiert. In Norwegen hat der Markt bereits entschieden, wie der Antrieb heute aussieht: nämlich batterieelektrisch.

Deutschland träumt von Wasserstoff-Autos

In Deutschland wird hingegen noch vom grünen oder gar blauen Wasserstoff als Heilsbringer nach 2030 geträumt. Wasserstoff wird ohne Frage ein zentraler Baustein bei der Dekarbonisierung des Strom-, Wärme- und Industriesektors spielen. Auch im Verkehr wird Wasserstoff zum Einsatz kommen. Immer dann, wenn besonders hohe Energiedichte gefragt ist, weil es keine Möglichkeit zum Nachladen gibt. Also in Flugzeugen und Schiffen, bei Schwerlasttransporten und natürlich Raketen. Im Individualverkehr wird es Wasserstoff aus Effizienz- und damit Kostengründen hingegen extrem schwer haben, gegen batterieelektrische Autos anzukommen.

Für die frühen 2020ern sind keine attraktiven und bezahlbaren Brennstoffzellen-Autos in Sicht. Auch das Netz für Wasserstoff-Tankstellen wächst nur in Trippelschritten. Das Angebot an Elektroautos nimmt hingegen rasant zu - auch die Ladeinfrastruktur wächst. Wenn eine flächendeckende Infrastruktur für Elektroautos besteht, wird es schwer, zu argumentieren, wieso es Wasserstoff braucht.

Das letzte Argument der schnelleren Betankung wird in kurzer Zeit ebenfalls verschwinden. Wer wird sich dann noch für ein Auto entscheiden, das teurer in der Anschaffung, im Verbrauch und in der Wartung ist. Obendrein schneidet es bauartbedingt schlechter ab bei Sicherheit, Fahrverhalten, Agilität und Platzangebot.

"Ich warte ja lieber auf Wasserstoff." Dieses Argument hören E-Mobilisten sehr oft. Wasserstoff ist heute vor allem eines: ein bequemes Argument für Hersteller, Verbraucher und Kommunen, sich nicht verändern zu müssen, und möglichst lange am Verbrennungsmotor festhalten zu können

2020 kommen Elektroauto-Modelle mit mehr Reichweite

In diesem Jahr werden viele deutsche Autofahrer erkennen, dass es keinen Sinn macht, auf Wasserstoff und die Brennstoffzelle zu warten. Denn in diesem Jahr kommen neue Modelle mit mehr Reichweite und hoher Ladegeschwindigkeit auf den Markt, die sowohl für Norweger als auch für Deutsche höchst interessant sind - etwa der Volkswagen ID.3, der Opel Corsa-e, der Ford Mustang Mach-e, der Polestar 2 oder der Peugeot e-208. Wir freuen uns darauf, viele tausende Menschen auf dem Weg in die Elektromobilität zu begleiten.


Weihnachtsgewinnspiel nextmove

3 x 2 Wochen Elektroauto gewinnen

Du wolltest schon immer mal ein Elektroauto testen aber irgendwie hat sich bisher nicht die Gelegenheit ergeben? Im nextmove Gewinnspiel gibt es die Chance auf dein Wunschauto. Wir verlosen insgesamt dreimal zwei Wochen Elektroauto fahren. Mitmachen darf, wer ein fossil betriebenes Fahrzeug im Haushalt vorweisen kann, mindestens 24 Jahre alt ist und gern auf Elektro umsteigen möchte. Zu gewinnen gibt es dreimal die Möglichkeit, zwei Wochen mit einem der folgenden Modelle aus unserer Flotte: Smart, Renault ZOE oder Kangoo, Nissan eNV200 Transporter oder Evalia 7-Sitzer, Hyundai Kona oder Ioniq, KIA eSoul oder e-Niro, BMW i3 oder i3s, Nissan Leaf 40 oder 62 kWh, VW e-Golf oder Opel Ampera-e. In 2020 kommen weitere spannende Fahrzeuge in die Flotte: Skoda CITYGO eIV, Opel e-Corsa, Renault ZOE Facelift, VW ID3. Schreibt uns in den Kommentaren, was bisher den Umstieg verhindert hat, warum ihr aber nach wie vor den nextmove im Auge habt und welches Modell euch besonders reizt.

Für alle anderen, die bereits elektrisch unterwegs sind, gibt es einmal die Chance auf eine Woche Premium-Elektromobilität, sprich Tesla Model S 3 X, Audi e-tron oder Jaguar I-Pace. Schreibt uns in den Kommentaren, mit welchem Auto ihr derzeit unterwegs seid, wie ihr euren Umstieg erlebt habt und natürlich auch, welches Modell euch am meisten interessiert.

Einen Trostpreis gibt es natürlich auch: Lasst uns hierzu wissen, warum ihr den Audi e-tron als Model bekommen solltet.

https://youtu.be/1XkilE1i5PE


Porsche Taycan Turbo Video nextmove

Porsche Taycan Turbo auf Hockenheim getestet

E-Auto Porsche Taycan im nextmove-Video

Als nextmove-Geschäftsführer Stefan Moeller die Beschleunigung des Porsche Taycan Turbo spürt, verziehen sich seine Gesichtszüge. „Der Taycan ist eine Höllenmaschine, das Zwei-Gang-Getriebe kaum spürbar“, so Moeller als er nach dem Ritt auf dem Hockenheimring wieder frische Luft geatmet hat. „Aus meiner Sicht setzt das Auto neue Maßstäbe im Hinblick auf Elektromobilität, Performance und insbesondere die Straßenlage – das Auto fährt wie auf Schienen um die Kurven der Teststrecke und hat mich schwer beeindruckt.“ Dabei habe der Taycan einen Wendekreis wie ein Smart, so Moeller weiter.

https://youtu.be/SKtI0GjSiqk

Der Geschäftsführer von Deutschlands größter Elektroauto-Vermietung nextmove war Mitte November einer von sechs Teilnehmern eines Fahrevents von Porsche am Hockenheimring. Dort hat der Sportwagenbauer ein Porsche Experience Center eingerichtet und wird ab 2020 allen Interessierten Fahrevents mit dem Elektro-Porsche anbieten. „Der Kofferraum des Taycan ist etwas kleiner als der des Tesla Model 3, aber dennoch hat das Auto für mich Potenzial für die ganze Familie“, so Moeller, der für die Flotte seines Unternehmens bereits Taycans bestellt hat.

Porsche möchte mit dem emotionalen Fahrerlebnis des neuen Autos auch wohlhabende, jüngere Käuferschichten ansprechen. Die Beschleunigung auf 200 Kilometer pro Stunde erledigt die „Höllenmaschine“ mit 560 Kilowatt und 1.050 Newtonmetern in weniger als zehn Sekunden. Das Batteriepack verfügt über eine Kapazität von 93,4 Kilowattstunden und soll für eine Reichweite von 450 Kilometern sorgen – nicht auf der Rennstrecke natürlich. Das 800-Volt-System des Fahrzeugs erlaubt aber auch mehrere Sprints in Folge ohne Leistungsbegrenzung.