ID.3 Konfigurator unter der Lupe, Mercedes-Benz EQS, Teslas Palladium – nextnews #114

Die nextnews #114 haben es in sich: Wir riskieren einen Blick auf das Zukunftsversprechen aus dem Daimler-Konzern: Dort hat man sich mit dem Versprechen, der Mercedes-Benz EQS komme mit 700 Kilometern Reichweite ganz schön weit aus dem Fenster gelehnt. Dazu beleuchten wir ein geheimes Tesla-Projekt Palladium und nehmen den Konfigurator für den VW ID.3 unter die Lupe.Newsnes 114 mit Volkswagen ID.3, Tesla Palladium und Mercedes EQS

VW ID.3: Welche Varianten gibt es und worauf muss man achten?

Der Konfigurator für den Volkswagen ID.3 ist seit dieser Woche online und bietet sage und schreibe neun vorkonfigurierte Varianten zur Auswahl. Auch hier wirkt das Angebot für Endkunden und Verkäufer erstmal sehr komplex. Das aktuell wählbare Basisfahrzeug ist der “Pro” mit der mittleren 58 kWh-Batterie und Serienausstattung zu 32.094,95 Euro brutto. Der Herstelleranteil des Umweltbonus ist hier bereits abgezogen. Nach Erhalt der staatlichen Prämie liegen wir für den aktuell günstigsten ID.3 unterhalb der 26.000 Euro-Marke, zzgl. Überführungs- & Zulassungkosten.

Wer den mittleren Akku mit maximaler Ausstattung wünscht, wählt “MAX” und legt nach Abzug beider Umweltboni noch rund 36,300 Euro auf den Tisch. Generell lassen sich die vorkonfigurierten Varianten nicht umfangreich durch Sonderausstattungen erweitern. Einzig in der Optik und im Zubehör sind sie individualisierbar.

Ab der Variante “Life” sind die abnehmbare Vorrichtung zur Befestigung eines Fahrradträgers für Anhängevorrichtungen für 380,17 Euro zu haben – und es gibt eine magische Wärmepumpe für sage und schreibe 1.242,86 Euro. Magisch deswegen weil VW bis zu 30 Prozent Reichweitengewinn bei -25°C. verspricht. Unsere eigenen Verbrauchsvergleiche mit anderen Herstellern ergaben Reichweitengewinne von um die 5 Prozent. Wir werden es im kommenden Winter natürlich ausprobieren.

Eine echter nackter Hirsch ist die Variante “Pro S”! Für unter 32.000 Euro erhält man 77 KIlowattstunden Akkukapazität in Verbindung mit Serienausstattung und damit satte 549 Kilometer WLTP-Reichweite! Wer jedoch wert auf den größten Akku,  Abstandstempomat & optional wählbare Wärmepumpe legt, muss schon zur Top-Variante “Tour” für 38.852,44 Euro  nach Abzug der Umweltboni greifen und zahlt damit mal eben 6.000 Euro mehr.

Aber Achtung! Wer den größten Akku wählt, erhält nur einen 4-Sitzer und keine konfigurierbare Vorrichtung für den Fahrradträger. Das liegt mutmaßlich am Gewicht des großen Akkus, der die erlaubte Zuladung limitiert. Im Konfigurator konnten wir hierzu allerdings keinen Hinweis finden.

Daimler-CEO verspricht 700 Kilometer Reichweite

Daimler-CEO Ole Källenius hat in dieser Woche  für Aufsehen gesorgt mit Aussagen zum Mercedes-Benz EQS. Das Fahrzeug soll die erste vollelektrische Oberklassen-Limousine werden. Mit dem neuen Modell soll “nächstes Jahr ein neues Zeitalter bei Mercedes eingeläutet werden.” Ausgeliefert wird er also vermutlich erst 2022.

 

 

Gefertigt werden wird die Limousine in Daimlers modernster Fabrik: der „Factory 56“ in Sindelfingen bei Stuttgart. Das Auto soll nicht nur bei Luxus, Komfort und Sicherheit neue Maßstäbe setzen, sondern auch bei der Reichweite. Denn Källenius kündigte eine Reichweite von mehr als 700 Kilometern an – und zwar mit einer Akkukapazität von lediglich 100 Kilowattstunden. Auf Nachfrage von Golem bestätigte ein Daimler-Sprecher, “…dass dies nur mit einer Batterie von mehr als 100 kWh möglich sein wird. Da der EQS auf einer neuen, rein elektrischen Architektur von Mercedes-Benz aufbaut, sind Batteriegrößen in dieser Dimension möglich.”

Pikant: Die Prototypen, die wir in den vergangenen Wochen an Ladesäulen erwischt haben, kommen aktuell nur mit einem 400-Volt-System.

Der Volkswagen Fahrstromtarif We Charge – was steckt dahinter?

 

VW hat sein Elektromobilitätsangebot komplettiert und hat den neuen Fahrstromtarif “We Charge”  mit mehr als 150.000 Ladepunkten europaweit vorgestellt. Angeboten wird der Dienst von dem hauseigenen Stromanbieter “Elli” und ist in die “We Connect ID”-App integriert. Starten soll der Ladedienst mit Markteinführung des ID.3. Nutzer müssen eine eigene, kostenfreie Volkswagen ID anlegen und können dann Ihren Ladetarif frei wählen.

Das Ganze sieht bereits auf den ersten Blick sehr komplex aus, und wird auch beim tieferen Lesen nicht einfacher. Für alle Fahrzeuge steht der sog. WeCharge Free Tarif zur Verfügung ohne feste Vertragslaufzeit und mtl. Grundgebühr, aber mit Session-Fee je Ladevorgang. Laut Pressegrafik sind die Tarife “Charge Go” und “Charge Plus” für ID Besitzer und Besitzer anderer Modelle zu unterschiedlichen Preisen buchbar:

nextnews We Charge Tarif

Im höchsten Tarif “Charge Plus” für rund 10 Euro im Monat in den ersten drei Jahren beträgt der Kilowattstunden-Preis beim Ionity-Schnelllader nur noch 29 Cent mit 16 Prozent Mehrwertsteuer. Für Vielfahrer ist das also ein attraktives Angebot an Ionity Ladesäulen und liegt sogar unter dem Preisen am Supercharger. Zudem bietet der Tarif die Möglichkeit mit einer Ladekarte fast alle Ladesäulen aktivieren zu können.

An allen Ladesäulen gilt allerdings eine individuelle Preisgestaltung, die in der App je Säule in Erfahrung gebracht werden muss. Gemäß dem Kleingedruckten gibt es je nach Betreiber Preise auf Basis von kWh, Zeit, Sitzung oder in beliebiger Kombination dieser drei. Weiterhin können Standgebühren anfallen.

WeCharge und die dazugehörige App kann auch mit den “ID Chargern”, also den hauseigenen Wallboxen verbunden und so Ladevorgänge und Kosten ebenfalls nachvollzogen werden.

Weitere Elektroauto-News der Woche:

  • Der Schweizer Energieversorger Alpiq hat zum 1. Juli den Fahrstromanbieter Get Charge übernommen. Beim ebenfalls zur Gruppe gehörenden E-Auto Abo-Anbieter Juicar haben sie einen Tag vorher den Stecker gezogen. Die Begründung: “Wir haben unsere zukünftige Position auf dem abonnementbasierten Mobilitätsmarkt sorgfältig geprüft und erkannt, dass wir mit einem reinen Elektro-Abonnementmodell unserer Zeit vielleicht zu weit voraus sind.”
  • Tesla arbeitet am Projekt Palladium, wie electrek.co diese Woche berichtet. Dahinter verbirgt sich die Arbeit an einem neuen Fahrwerk, neuen Batteriemodulen sowie neuen Motoren für Model S und Model X. Auch eine neue Karosserie ist im Gespräch. Fred Lambert vermutet zudem, dass auch ein Interieur Design Update ansteht, welches für ihn längst überfällig ist. Mehr Aussagen dazu wird es vermutlich zum Battery Day am 22. September geben.

nextnews 114 Themenübersicht:

00:00 Intro
01:10 We Charge Ladetarif vorgestellt
03:02 ID.3 Konfigurator unter die Lupe genommen
05:54 Audi e-tron 55 quattro mit Herstellerrabatt
07:03 Juicar stellt E-Auto-Abo ein
08:46 Mercedes-Benz EQS mit über 700km Reichweite angekündigt
11:40 Tesla Projekt Palladium
12:45 Quartalsgewinn trotz Corona
14:20 Prototypenschau
15:00 Neues von nextmove