Europas größter Schnellladepark, Delivery Hell bei Polestar und mehr nextnews #123

Unsere News starten heute ausnahmsweise nicht mit einem Rück-, sondern einem Vorausblick: Kommende Woche geht Europas größter Schnellladepark in Hilden an den Start – initiiert von einem Bäckermeister. Roland Schüren will neben vielen Lademöglichkeiten auch “sektorengekoppelte Gastlichkeit” bieten, und so Elektroauto-Fahrer zum Verweilen motivieren.

Europas größter Schnellladepark öffnet

Schon seit Februar gibt es in Hilden einen provisorisch installierten Tesla-Supercharger mit 16 Ladepunkten. Jetzt geht es so richtig los, denn der 1. Bauabschnitt ist fertig. Eröffnet wird am Freitag ein erstes 150 Quadratmeter “CaféBistro” – zwei große Solardächer sind auch schon fertig.

Tesla startet dort mit Superchargern der dritten Generation. Fastned beginnt mit mehreren HPC-Schnellladestationen mit bis 300 Kilowatt Leistung für sämtliche Marken. Damit entsteht Europas größter Schnellladepark, Bis Ende 2020 gibt es insgesamt 114 Ladeplätze, davon 62 Schnellladeplätze.

Delivery Hell bei Polestar?

In den letzten Tag verdichten sich Meldungen, dass der Start des Polestar 2 nicht so verläuft, wie man sich das erhofft hatte. Sowohl in den Foren als auch in den nextmove-Postfächern häufen sich Problemberichte und Beschwerden von Kunden.

Was geht alles schief? Kunden erhalten oft keine Antwort auf Email-Anfragen. Die Emails werden zwar dem Account zugeordnet, aber offenbar gibt es keine Ressourcen zur Bearbeitung. Der Telefon-Support hört den Kunden zu, aber liefert nur Antworten und Lösungen bei Standard-Anfragen, jedoch nicht bei echten Problemen.

Kunden leisten relativ früh im Prozess eine Komplett-Zahlung für das Auto, warten aber dann sehr lange aus Auslieferung. So beispielsweise unser Zuschauer Günter, der uns geschrieben hat. Bezahlt hatte er am 1. August, bis heute aber kein Auto bekommen.

Letzten Samstag sollte es dann endlich soweit sein, aber die Übergabe platzte vor Ort, da es nicht gelang, die Internetverbindung einzurichten.

Auch in unserem Postfach landete am 6. August eine Zahlungsaufforderung, obwohl laut Anzeige im Account erst eine Auslieferung im Oktober vorgesehen ist.

Weiter konnte Polestar von Beginn an keine BAFA-fähigen Rechnungen stellen.
Das schrieb uns auch unser Zuschauer Lutz, der zudem mit der Betreuung über die Hotline nicht zufrieden ist. Aber immerhin passt es bei ihm mit dem Auto:
“Der Wagen selbst ist großartig. Ich bin mittlerweile die ersten 1.500 Kilometer damit gefahren und sowohl die Qualität der Ausstattung und der Verarbeitung, als auch das Fahren selbst machen einfach nur Spaß und überzeugen.”

Bei vielen ausgelieferten Autos gibt es aber offenbar eine ganze Reihe unterschiedlicher Fehlermeldungen. Besitzer berichten z.B. geringe und schwankende Ladeleistung an HPC-Schnellladern, verlorene Internetverbindungen, liegenbleiben wegen leerer 12-Volt-Batterien, Nicht-Auslieferung wegen defektem Chargeport, plötzlicher Abfall der Ladestandsanzeige beim Fahren und jede Menge verschiedene Software-Bugs.

Viele betroffene Kunden sammeln ihre Erfahrungen im Polestar Club (Link). Wir haben all diese Informationen an Polestar gesendet, und um Rückmeldung zum Stand der Dinge gebeten. Am Mittwoch kam der Anruf: Polestar selbst sieht sich auf einem guten Weg, Probleme gäbe es vereinzelt, aber die große Mehrzahl der Kunden sei glücklich mit den ausgelieferten Fahrzeugen.

Man will gegenüber den Kunden transparent und offen auftreten und Probleme lösen. BAFA-fähige Rechnungen können jetzt erstellt werden und werden aktuell den Kunden nachgeliefert bzw. liegen jetzt zum Download im Account bereit.

Polestar Deutschland steht auch im direkten Austausch mit dem Polestar Club.
Außerdem nimmt man häufig gestellte Fragen fortlaufend mit auf die Support-Seite auf der Polestar Homepage.

Der Wille, die sich häufenden Probleme rasch zu lösen, ist also vorhanden – hoffen wir, dass Polestar die Delivery Hell wird schnell wieder verlassen können. Denn die Kunden haben mit dem herausragenden Auto auch einen reibungslosen Service verdient.

Im Video der nextnews diese Woche blicken wir überdies auf die Chancen der sogenannten E-Fuels, sich gegen die Elektroautos durchzusetzen – dabei geht es auch um das von Söder und Kretschmann zuletzt diskutierte Verbrenner-Verbot in Deutschland – und das mögliche Vorbild Kalifornien. Außerdem schauen wir auf die Krückentechnologie Hybrid – also nix wie reinzappen:

nextnews #123 Themenübersicht:

00:00 Intro

00:46 Europas größter Schnellladepark geht in einer Woche ans Netz

01:47 Delivery Hell bei Polestar

05:44 VW ID 3 & 4 News

08:22 Diskussion um Ende des Verbrenners in Deutschland

13:44 Krückentechnologie Hybrid

18:21 Gigafactory 4 Update

20:22 Erlkönig-Schau

21:52 Neues vom E-Auto-Markt, Faktencheck & Kauftipps

24:30 Neues von nextmove