1000-km-Praxistest: neuer Nissan Leaf e+ mit 62 kWh-Akku weiter nicht langstreckentauglich

  • nextmove-Geschäftsführer Stefan Moeller fährt 1.000 Kilometer und muss sich mit „Schnellladung“ mit 20 Kilowatt Ladeleistung begnügen
  • Europas meistverkauftes Elektroauto 2018 auch in der vierten Generation ohne aktives Temperatur-Management für die Batterie

Leipzig, 25. Juli 2019. Der Nissan Leaf II mit einer 40-Kilowattstunden-Batterie war im vergangenen Jahr Europas meistverkauftes Elektroauto. Das Fahrzeug gilt als sehr guter Allrounder im Nahbereich, ist jedoch nur sehr eingeschränkt langstreckentauglich. Der Grund: Der japanische Autobauer Nissan verzichtete bei dem Auto auf eine aktive Kühlung des Batteriesystems – damit kommt es bei längeren Fahrten oder höheren Außentemperaturen zum sogenannten Rapidgate-Effekt: Der Akku wird vom Fahren und Laden immer wärmer und die Schnellladung wird deutlich gedrosselt. Am Temperatur-Limit des Akkus kann es sogar zu einer Leistungsbeschränkung im Fahrbetrieb und einer Maximalgeschwindigkeit von 110 Kilometern pro Stunde kommen um die Batterie zu schützen.

Mittlerweile hat Deutschlands führende Elektroauto-Vermietung nextmove die ersten Nissan Leaf e+ erhalten. Das Elektroauto der neuesten Generation verfügt über eine 62-Kilowattstunden-Batterie und deutlich mehr Motorleistung, aber weiterhin nicht über eine aktive Batteriekühlung. „In ersten Praxistests auf der Langstrecke hat sich gezeigt: Selbst bei moderater Fahrweise ist nur die erste Nachladung einigermaßen schnell“, berichtet nextmove-Geschäftsführer Stefan Moeller.

Ein Test von nextmove über 1.000 km an einem Tag bestätigte diese Einschätzung. Die Autobahnfahrt mit dem Nissan Leaf e+ führte beim Rapidgate-Praxistest rasch zu Batterietemperaturen jenseits der 50 Grad. Die Ladeleistung bei den Ladestopps Nummer zwei bis fünf lag jeweils im Bereich von 20 Kilowatt. Damit beträgt die Ladezeit ca. 2 Stunden für 200 km Nachladung.

„Wir verstehen Nissan nicht ganz: Noch zu Jahresbeginn war ein Lüfter-System angekündigt, um die Ladeleistung der neuen Generation zu verbessern“, so Stefan Moeller. Für Käufer der 40-kWh-Variante gab es zwischenzeitlich auf Nachfrage die Möglichkeit für ein Software-Update, das jedoch nur geringfügig höhere Ladeleistungen ermöglicht.

Nach vielen Kundenbeschwerden in 2018 kommuniziert Nissan nun die langen Ladezeiten des neuen Leaf nun offensiver. Auf der Nissan-Homepage heißt es zum neuen Leaf: Schnellladung „von 20 auf 80 % in ca. 90 Minuten“. Diese Angabe ist vorauseilend schlecht – das Testfahrzeug schaffte dies in der Praxis beim ersten Ladestopp immerhin in 50 min und damit 45% schneller. Weiter heißt es bei Nissan: „Die Ladezeit ist abhängig von den Ladebedingungen, u.a. Schnellladetyp und -bedingungen, Batteriekapazität sowie Umgebungs- und Batterietemperatur zum Ladezeitpunkt. Der NISSAN LEAF ist mit der CHARGING SAFEGUARD TECHNOLOGY ausgestattet, die die Batterie schützt, wenn viele Schnellladevorgänge innerhalb eines kurzen Zeitraums vorgenommen werden. Die Ladezeit mehrerer aufeinander folgender Schnellladevorgänge hintereinander kann sich verlängern, wenn die Batterietemperatur die CHARGING SAFEGUARD TECHNOLOGY aufgrund der Batterietemperatur aktiviert.“

Hinter der „CHARGING SAFEGUARD TECHNOLOGY“ verbirgt sich jedoch kein aktiver Eingriff, sondern eben nur eine schlichte Drosselung der Ladeleistung. Eine Leistungsreduzierung im Fahrbetrieb konnte nextmove beim Leaf e+ bisher nicht feststellen.

„Natürlich frage ich mich, wieso eine so große Batterie verbaut wird, die ausreichende Langstrecken-Reichweiten verspricht, aber auf das von vergleichbaren Autos wie dem Kia e-Niro und dem Hyundai Kona bekannte Thermomanagement verzichtet wird.“

Damit habe der Käufer des Nissan Leaf e+ lediglich einen Komfortvorteil: Für den alltäglichen Stadtverkehr genüge es, einmal pro Woche aufzuladen. „Wer so wie ich, häufiger mehr als 500 km an einem Tag fahren möchte, für den ist das Auto leider keine Alternative. Eigentlich schade, denn insgesamt ist der Leaf ein tolles Gesamtpaket und bietet jede Menge Fahrspaß“, so Stefan Moeller.

 

Über nextmove

nextmove ist mit aktuell 380 Fahrzeugen Deutschlands führende Elektroauto-Vermietung und ist in zehn Städten präsent. Zum Fuhrpark zählen alle gängigen Elektroautos wie Tesla Model S, Model X, Model 3, Audi e-tron, Jaguar I-Pace, Kia e-Niro, Hyundai Kona, Hyundai Ioniq, Nissan Leaf, VW e-Golf, Opel Ampera-e, BMW i3s, Renault Zoe, und Smart, sowie die Transporter Nissan e-NV200 und Renault Kangoo. Aus dem Fuhrpark können Kunden verschiedene Modelle ausprobieren, vergleichen und so den eigenen Traumwagen finden. Mieter haben die Möglichkeit, das Fahrzeug auch zu kaufen. Die Langzeitmiete mit flexiblen Kündigungsoptionen ist zudem eine kostengünstige Überbrückungs-möglichkeit, bis das eigene Fahrzeug erhältlich ist.

Aus dem Fuhrpark können Kunden verschiedene Modelle ausprobieren, vergleichen und so den eigenen Traumwagen finden. Die Langzeitmiete mit flexiblen Kündigungsoptionen ist zudem eine kostengünstige Überbrückungsmöglichkeit, bis das eigene Fahrzeug erhältlich ist. Zusätzlich berät das Unternehmen zu allen Themen rund ums Kaufen, Laden und Fahren von Elektroautos.