IONITY 39 Cent, Mokka-Storno, Rückruf Tesla & VW, IONIQ5 Features - nextnews #137

Eine kuriose Geschichte liefert Opel dieses Mal für die nextnews #137: Die Rüsselsheimer haben Bestellungen für das Elektroauto Mokka-e storniert. Das Auto ist noch gar nicht bei den Händlern, aber offenbar für 2021 bereits weitgehend ausverkauft. Technisch teilt sich der Mokka-e die neuen PSA-Plattform mit 5 weiteren Pkws aus dem Konzern.

Aber optisch zeigt das Kompakt-SUV das neue Opel-Gesicht und hat damit offenbar der Geschmack vieler Kunden getroffen. Noch dazu gab es zum Marktstart bei einigen Händlern attraktive Leasingkonditionen, die zu einem sehr hohen Bestelleingang geführt haben…

Offenbar so hoch, dass die Sache aus dem Ruder gelaufen ist und sich Opel knallhart überbucht hat - Und jetzt sehr hart und unschön die Reißleine ziehen musste. Das heißt, es mussten verbindliche Bestellungen storniert werden. Die Anzahl liegt nach unseren Schätzungen im Bereich 500-1000. Die Kunden haben Ersatzangebote bekommen, die Opel zwar zusätzlich rabattiert hat. Allerdings war man auch so dreist, einigen Kunden Verbrenner-Fahrzeuge anzubieten.

Der Mokka-e war der neue Hoffnungsträger: frisch, modern, elektrisch und offenbar beliebt - und dann können sie wieder nicht liefern. Mokka-Storno? Ein echter Fehlstart für den Autobauer ins Jahr 2021.

IONITY: E-Auto-Laden für 39 Cent

In den nextnews #137 führen wir eine neue Rubrik ein: Das nextmove-Tarifdschungelbuch. Der Grund ist einfach: Es gibt hunderte Anbieter von Ladestationen und hunderte sogenannte Fahrstromanbieter, die diese komplexe Welt in gebündelten Angeboten - also Apps und Ladekarten - den Kunden anbieten.
Und das bereitet Probleme: Welche Karte funktioniert wo, was kostet es, wo brauche ich die App, weil die Ladesäule keinen Kartenleser hat usw. Wir befinden uns noch mitten in der wilden Anfangsphase einer neuen Branche, also ein weitgehend ungeregelter Tarifdschungel.

Das Tarifdschungelbuch soll vor allem Erstnutzern dabei helfen, sich durch das undurchsichtige Dickicht zu schlagen. Wir wollen euch eine kompakte Übersicht geben, welche Fahrstromanbieter aktuell mit festen Strompreisen möglichst reichweitenstark und preisgünstig öffentliches Laden ermöglichen.

Unsere aktuellen Empfehlungen lauten: EWE Go, Plugsurfing, EnBW. Mindestens zwei davon solltet ihr Euch zulegen. Die Anbieter unterscheiden beim Preis zwischen normalen Laden: Also Wechselstrom, sprich AC über Typ2. Und schnellem Gleichstrom-Laden, sprich DC, das ist bei fast allen Fahrzeugen der CCS-Anschluss.

nextmove Tarifdschungelbuch #1

Eine Sonderrolle nimmt dabei oft IONITY ein, der wegen des hohen Preises von 79 Cent pro kWh in der Direkt-Abrechnung von Endkunden auch Fahrstromanbieter vor eine schwere Wahl stellt: Entweder IONITY rausschmeißen - oder IONITY extra bepreisen - oder einen einheitlichen Tarif machen und die Verluste aus der eigenen Tasche zahlen. Wir werden unser Dschungelbuch in den nextnews regelmäßig aktualisieren und euch über Änderungen informieren.

Am meisten Bewegung erwarten wir auf Grund der beschriebenen Umstände aktuell bei der Bepreisung von IONITY in den Tarifen der Fahrstromanbieter. Wenn Anbieter IONITY preisgleich zu anderen Anbietern listen und damit im Normalfall auf jeden Ladevorgang draufzahlen, dann halten solche Tarife meist nicht lange.

Für die Profis im Tarifdschungel haben wir heute eine besonders heißen Tipp, der aber wirklich euren vollen Einsatz und etwas Leidensfähigkeit erfordert. Der Anbieter klingt wie ein alter Bekannter, aber es ist so einiges anders. Ich spreche von der EnBW ODR AG oder ausformuliert EnBW Ostwürttemberg DonauRies AG.

Der Tarif ist nahezu deckungsgleich dem Angebot mobility+ der EnBW, also Festpreise von 39 und 49 Cent pro kWh und im Vorteilstarif gegen 5 Euro monatliche GrunE-mobil mit der EnBW ODR AG Gebühr jeweils 10 Cent günstiger pro kWh. Aber es gibt einen wichtigen Unterschied: Der Tarif funktioniert auch bei IONITY - im Vorteilstarif also für attraktive 39 Cent pro kWh.

Weitere Nachrichten im Überblick:

  • In den USA hat es diese Woche wieder gekracht zwischen Tesla und der Verkehrssicherheitsbehörde.
    Es geht immer noch um Teslas Media Control Unit der ersten Generation, verbaut in Tesla Model S und X bis Anfang. Der integrierte Speicher-Chip ist zu klein und Tesla hat ihn durch mangelhafte Software über Jahre überlastet. Das kann zum Ausfall führen, die Behörde sieht darin ein sicherheitsrelevantes Problem und fordert Tesla zum Rückruf von 158.000 Autos in den USA auf.
    Tesla war zuvor bereits aktiv, um das Problem abzumildern. Tesla muss nun bis Ende Januar reagieren und entweder dem Ersuchen nachkommen und die Autos zurückrufen oder der Behörde antworten und Belege liefern, wenn sie dies nicht tun wollen.
  • Über den Rückruf zum VW e-Up und den Konzerngeschwistern bei Skoda und Seat hatten wir in den letzten beiden Wochen bereits berichtet. Letzte Woche hatten wir auch einen verdächtigen Brandfall eines Skoda Citigo her in den news gezeigt. Die Ursache war unbekannt, ein Zusammenhang zum Rückruf drängte sich natürlich auf. Und es wurden Zahlen genannt: Im Konzern sind insgesamt 122 Autos betroffen, davon 81 e-Up, alle produziert im Mai und Juni. Bei e-Up sind das also unter 1% der Zulassungen von 2020. Offenbar funktioniert der Qualitätskontroll-Prozess, denn das Problem liegt auf der Ebene einzelner Batteriezellen und immerhin konnte man die Kette bis in die Autos nachverfolgen.

https://youtu.be/92a2VIuTxJk

 

 

 

 

nextnews #137 Themenübersicht:

00:00 Intro

04:23 Hyundai Kona Facelift ist da

05:57 Hyundai IONIQ5 Update

09:49 Baufortschritt in Grünheide

12:06 Opel storniert Bestellungen

14:32 neuer Sion von Sonomotors

16:06 Rückruf VW eUp

17:07 Tarifdschungelbuch

22:55 Rückruf bei Tesla

23:58 Erlkönig-Schau

25:28 Q&A


nextnews #136

Deutscher Zulassungs-Rekord, Musk an der Spitze, Futuricum Semi Truck- nextnews #136

Elektroautos haben in Deutschland im Dezember 2020 einen sensationellen Marktanteil von 14 Prozent erreicht - ein deutscher Zulassungs-Rekord. Jeder siebte Neuwagen war ein vollelektrisches Fahrzeug. Allein im Vergleich zum November legten E-Autos um 50 Prozent zu. Natürlich sind der verdoppelte Umweltbonus und die reduzierte Dienstwagenbesteuerung die Haupttreiber für diesen Sprung. E-Autos sind klimapolitisch erwünscht, und die Bevölkerung zieht nun auch mit. Elektromobilität stößt immer mehr und mehr in den Mainstream und es wird sich weiter rumsprechen, dass es tatsächlich bereits heute funktioniert.

Dezember-Verkäufe: Monat geht klar an Volkswagen

Der Dezember geht ganz eindeutig an Volkswagen. VW hat so viele E-Autos zugelassen wie noch bisher kein anderes Unternehmen in einem Monat. Jedes zugelassene Elektroauto erspart Volkswagen bis rund 10.000 Euro an Strafzahlungen. In Summe 13.298 vollelektrische VW und damit 30 Prozent Marktanteil im Dezember.

7.144 davon waren VW ID.3, so viel hat noch nie ein Modell in Deutschland geschafft. Dazu kamen 2.196 e-Up, 1.652 e-Golf und 2.306 ID.4, die überwiegend als Vorführfahrzeuge an die Händler verteilt wurden. 

Aber auch andere Hersteller waren erfolgreich im Dezember und konnten neuen Allzeithochs markieren:

Das sind natürlich nicht alle und es gab ja noch 250 "Sonstige", darunter fallen Aiways U5 oder eGo Life, die vom KBA nicht namentlich gelistet werden.

Tesla ist mit 3.545 Autos, davon 3.293 Model 3, deutlich unter unserer Prognose zurückgeblieben. Für Quartalsende ist das Ergebnis insbesondere mit Blick auf die Performance des Wettbewerbs enttäuschend - das dürfte wohl auch Elon Musk so sehen. Geschlossene Zulassungsstellen kann nicht der Grund sein, denn die viele andere Modelle konnten Allzeithochs vermelden. Und in anderen europäischen Ländern wie Norwegen und Schweiz war das Model 3 im Dezember Spitzenreiter.

Zusammenfassend und zum Weitersagen: E-Autos kommen aktuell auf 14 Prozent Marktanteil. Plug-in-Hybride auf 13 Prozent. In Summe hatte also jeder vierte Neuwagen einen Stecker – wer hätte das vor einem Jahr gedacht.

Musk an der Spitze: Reicher ist keiner

Es ist beeindruckend, wie Tesla-CEO Elon Musk seinen Masterplan durchzieht. Vor fünf Jahren kündigte er in einem Interview eine Produktion von 500.000 Fahrzeugen im Jahr 2020 an - tatsächlich erreichte Tesla exakt dieses Ziel im vergangenen Jahr. Dass Tesla nun mittlerweile zuverlässig liefert, hat auch der Kapitalmarkt verstanden.

2020 avancierte Tesla zum wertvollsten Automobilhersteller der Welt - ist mittlerweile aber auch eher ein Technologiekonzern, der ein breites Spektrum abdeckt. Mit 750 Milliarden Dollar Marktkapitalisierung ist aktuell natürlich viel Spekulation und vermutlich auch Übertreibung dabei, aber an der Börse wird die Zukunft gehandelt. Und die Marktmeinung scheint zu sein: Verbrenner-Produktions-Kapazitäten werden in diesem Jahrzehnt von einem werthaltigen Vermögensgegenstand zu einem Restrukturierungs-Objekt. 

Elon Musk ist mit 20% größter Anteilseigner des Unternehmens und hält weitere Optionen. Durch die massive Aktien-Rallye hat Elon Musk diese Woche den Amazon-Gründer Jeff Bezos entthront und war per Donnerstag mit 188 Mrd. Dollar der reichste Mensch der Welt.

Sein neues Ziel: Tesla will noch vor 2030 20 Millionen Fahrzeuge im Jahr verkaufen. Und das Unternehmen will viel mehr als nur ein Autohersteller sein: Zell- und Modulhersteller, Solarunternehmen, Energielieferant, Flottenbetreiber autonom fahrender Fahrzeuge und vieles mehr. Ob Tesla auch in zehn Jahren "geliefert" haben wird?

Futuricum Semi-Truck

Wir glauben daran, dass sich der batterieelektrische Antrieb aus Effizienz- und Kostengründen nicht nur bei PKWs, sondern auch bei Nutzfahrzeugen jeder Art durchsetzen wird. Designwerk ist ein Schweizer Hersteller für elektrische Nutzfahrzeuge und zeigt mit der Futuricum Sattelzugmaschine, dass es auch bei 40-Tonnen ohne Wasserstoff geht, nämlich zu 100 Prozent batterieelektrisch.

Der Truck ist das leistungsstärkste Fahrzeug der Schweizer Pioniere, er hat 600 Kilowatt Leistung. Der Akku hat eine Kapazität von 450 Kilowattstunden, möglich sind bis zu 900 Kilowattstunden. Beides – Antriebsstrang und Batterie - sind eine Eigen-Entwicklung des Unternehmens.

Die Reichweite mit der kleineren Batterie liegt bei rund 380 Kilometer, im Betrieb mit Auflieger und voller Beladung sind 250 Kilometer realistisch. Einsatzgebiet ist trotzdem nicht die Langstrecke, sondern die Verteillogistik.

Die Möglichkeit, das Auto schnell zu laden, erhöht natürlich die Flexibilität. Das Fahrzeug reizt die technischen Grenzen des CCS-Schnelllade-Standards voll aus, sowohl bei der Spannung mit bis zu 800 Volt, als auch bei der Stromstärke mit bis zu 500 Ampere. In Summe ergibt sich dann keine echte Ladekurve, sondern eine konstante Linie bei ca. 350 Kilowatt.

Ganz nebenbei ist das natürlich auch ein erster echter Härtetest für die Ladesäule und die vorgelagerte Technik, da PKW derzeit solche Leistungen noch nicht abnehmen können, und schon gar nicht über einen so langen Zeitraum.
Die gezeigte Ladung erfolgte übrigens an einer ABB Terra HP Säule, betrieben von IONITY.

Das Nutzfahrzeug ist übrigens kein Prototyp mehr: Der Sattelschlepper ist seit 2020 erhältlich und kann bei Futuricum bestellt werden. Die Lieferzeit beträgt ca. 6 Monate.

https://youtu.be/HBX7Yji8JCA

nextnews #136 Themenübersicht:

00:00 Intro

00:31 Neuer E-Auto Rekord im Dezember

05:47 Futuricum Semi Truck

07:47 Supercharger-Offensive

09:33 Tesla Preissenkung in Deutschland

10:39 Elons Weg an die Spitze

13:19 Model Y startet in China

15:19 Künstliche Intelligenz bei Mercedes

16:06 Brennender Skoda Citigo

18:18 Erlkönig-Schau

20:29 Neues von nextmove


Astongate nextnews #132

Astongate, November-Zulassungen, ID.4-Start Deutschland - nextnews #132

ASTONGATE ist das Titelthema unserer nextnews. Wir werfen einen Blick in den schmutzigen Maschinenraum der Verbrennerlobby, in dem nicht mehr alles läuft wie geschmiert. Es wurde mal wieder eine neue Studie zum Thema Elektroautos veröffentlicht. Viele große Medien griffen darauf zu. Tenor: Ein Elektroauto schleppt 78.000 Kilometer lang einen CO2-Rucksack mit sich herum, und ist erst dann dem Verbrenner gegenüber überlegen. Doch Achtung: Bei genauerem Hinsehen stellt sich heraus, dass die Studie direkt von Aston Martin und vermutlich auch Bosch geschrieben wurde - versteckt über die Kommunikationsagentur der Frau des Cheflobbyisten von Aston Martin. Echte Experten haben auf Astongate mittlerweile reagiert, und kommen zu ganz anderen Ergebnissen. Während in Großbritannien Astongate Schlagzeilen füllt, herrscht in deutschen Medien lautes Schweigen.

Astongate: Medien fallen auf fehlerhafte Studie herein

Aufgedeckt wurde der Skandal von Michael Liebreich, dem Gründer von Bloomberg New Energy Finance. Auke Hoekstra, von der Universität Eindhoven, veröffentlichte kurz nach Erscheinen der Studie eine Stellungnahme und zeigt die Stellschrauben auf, an denen gedreht wurde, um das Elektroauto schlecht zu rechnen. Hoekstra ist übrigens einer der führenden Experten für Lebenszyklus-Emissionen von Fahrzeugen mit unterschiedlichen Antriebsarten: also Elektro, Diesel, Benzin, eFuels und Wasserstoff.

Hier seine Abrechnung:

  • Der Bericht verwendete WLTP-Normverbräuche, die bekanntermaßen nichts mit dem Realverbrauch zu tun haben. Beim Verbrenner fällt das stärker ins Gewicht, weil die gleiche prozentuale Abweichung in absoluten Zahlen mehr CO2 bedeutet.
  • Während die CO2-Emissionen der Batterieherstellung berücksichtigt werden, werden die vorgelagerten Emissionen bei der Kraftstoffherstellung ausgeblendet – Benzin kommt also CO2-arm aus der Zapfsäule.
  • Zukünftige Verbesserungen im britischen Strommix werden nicht angenommen. Das ist natürlich abwegig – genau wie in jedem anderen Land der Welt steigt der Anteil von Wind und Solarenergie in Zukunft weiter an.
  • Weiter identifizierte er diverse Ungereimtheiten bei den CO2-Zahlen für den Rest des Autos – also alles was nicht dem Antriebsstrang zuzuordnen ist.

Laut diesen Berechnungen schneidet das Elektroauto also nicht erst nach 78.000 Kilometern besser ab, sondern nach gut 2 Jahren - ein Wert, der sich mit vielen anderen, seriösen Studien deckt.

Seitdem Astongate nun international breiter diskutiert wird, hat bei Aston Martin offenbar ein Nachdenken stattgefunden, es gibt so etwas wie eine Entschuldigung:

Aston Martin Entschuldigung

Auffällig ist, dass deutsche Medien den Fall ASTONGATE und insbesondere die Rolle von Bosch bisher komplett ignorieren. Das laute Schweigen wirft Fragen auf, denn die Story ist eigentlich gut. Einer der ältesten und renommiertesten deutschen Konzerne lässt über eine Schattenfirma Studien verbreiten, um die öffentliche Meinung zur Elektromobilität zu manipulieren. Auf Anfrage des Guardian sagte eine Bosch-Sprecherin sinngemäß: Das Unternehmen unterstützt den Bericht, der auf unabhängigen, referenzierten Daten beruht voll und ganz und fordert zu mehr Transparenz bei der CO2-Bilanz von Fahrzeugen auf.

November-Zulassungen: Erstmals 10 Prozent E-Autos

Jeder zehnte Neuwagen in Deutschland war im November ein Elektroauto. Insgesamt wurden 28.965 voll elektrische Autos zugelassen - nochmal 25 Prozent mehr als im Oktober. Im November alleine wurden damit fast so viele E-Autos zugelassen, wie im gesamten Jahr 2018. Im Vergleich zu November 2019 ist das ein Plus von 523 Prozent, während Benziner um 32 Prozent und Diesel um 25 Prozent zurückgehen.

Im Dezember erwarten wir nun einen starken Jahresendspurt, weil Volkswagen weiterhin um die Flottenemissionen kämpft, weil mehrere Tesla-Schiffe zur Quartals-Endrallye unterwegs sind, und weil die auslaufende Mehrwertsteuersenkung letztmalig genutzt werden kann.

ID.4 startet in Deutschland

10 Wochen nach der Weltpremiere des ID.4, startet das vollelektrische SUV, das zu Volkswagens Weltauto werden soll, endlich durch. Hier gibt es Einblicke in die Produktion in Zwickau:

https://youtu.be/IcmdBAkT2hk?t=129

Aus verlässlicher Quelle haben wir erfahren, dass VW im Dezember über 4.000 ausliefern und auch zulassen will, damit sie noch auf dem CO2-Guthabenkonto landen. Die Niederlande und Deutschland machen den Anfang. Der ID.4 könnte sich also vom Start weg eine Top-Platzierung sichern und ist in unserer Marktprognose für Dezember berücksichtigt.

Die meisten Fahrzeuge sind für die Erstausstattung der Händler eingeplant, aber auch erste Kunden sollen bedient werden. Wir hoffen, dass auch ein paar für nextmove dabei sind, die wir dann natürlich sofort für euren persönlichen Test zur Verfügung stellen. Ausgeliefert werden zunächst die beiden Varianten der First Edition, also 1st und 1st Max, beide mit Heckantrieb und knapp 500 Kilometer Normreichweite.

https://youtu.be/RhFCgy5R2r4

nextnews #132 Themenübersicht:

00:00 Intro

01:07 Astongate - aus dem Maschinenraum der fossilen Lobby

08:01 Zulassungs-Rekord im November

09:26 Elon Musk und Atomkraft

11:04 Tesla Model 3 Akku-Lotterie

12:35 Bafa-Falle: Es geht um 1.000€ für alle Model 3 Käufer

14:05 Get Charge gibt auf - Zeit für einen Nachruf

16:55 Wohin steuert VW?

19:37 ID.4 Auslieferungen starten im Dezember

20:40 Erlkönig-Schau

23:09 Neues vom E-Auto-Markt, Faktencheck und Kauftipps

24:15 Neues von nextmove


nextnews: arte Umweltsünde Reaktion, Tesla Model 3 billiger, KFW Wallbox, Skoda Enyaq nextnews #131

Seit Dienstag gibt es den Zuschuss von 900 Euro der Kreditanstalt für Wiederaufbau: Theoretisch. Denn Serverprobleme über Stunden waren die Folge eines Ansturm, mit dem die KfW offenbar nicht gerechnet hatte. Doch wie ist die Lage eine Tage später? Wir haben nochmal nachgehakt.

KfW-Wallbox: Ist die Antragsstellung wieder möglich?

Dazu die KfW: “Das Zuschussprogramm für private Ladeinfrastruktur stößt auf hohen Zuspruch und verzeichnet eine Nachfrage, die über unseren Erwartungen liegt. Innerhalb der ersten 24 Stunden haben uns rund 16.000 Zuschussanträge erreicht. Neuere Zahlen liegen mir nicht vor.”

Und weiter: “Es kann vorübergehend zu technischen Problemen beim Zugriff auf das Zuschussportal kommen, an deren Lösung intensiv gearbeitet wird. Wir verstehen und bedauern, wenn betroffene Nutzer/innen darüber verärgert sind. In diesem Fall bitten wir um etwas Geduld und versichern, dass wir alles daran setzen, die Probleme so schnell wie möglich zu beheben.

Es bleibt also nur eines: Geduld...  Ideal, um in der Zwischenzeit unser Video anzuschauen:

https://youtu.be/M-emiylwG7s

Skoda Enyaq: Produktionsstart

Der Skoda Enyaq basiert auf dem neuen VW MEB Baukasten und ist das Schwestermodell zum ID.4. Dieser wird seit einigen Wochen in Zwickau vorproduziert. Jetzt startet auch Skoda mit der Produktion.

Der Enyaq ist dabei das bisher erste MEB-Fahrzeug, dass nicht in Zwickau gebaut wird und noch dazu in einer gemischten Produktion mit dem Octavia in Mlada Boleslav übers Band läuft.

Das Ziel ist es, demnächst 350 Enyaq täglich am Standort zu produzieren.
Auch wir haben einige Enyaq für die nextmove-Flotte bestellt.

Wir sind gespannt,, wann die ersten Skoda-Elektroautos nach Deutschland kommen!

Tesla dreht an der Preisschraube - in beide Richtung

Zur Jahresend-Rallye dreht Tesla an der Preisschraube - und zwar in beide Richtungen. Das Model S mit maximaler Reichweite kostet jetzt 81.990 Euro. Der Preis des Model X stieg auf 90.990€. Erhöhungen um jeweils 5.000 Euro. Doch es gibt auch positive Nachrichten von der Preisfront: Zahlreiche Model 3 - hier geht es um Fahrzeuge mit Standard Range Plus, die offenbar kurzfristig verfügbar sind. Aktuell gibt es 1.000 Euro Rabatt (damit insgesamt 3.000 Euro).

Umweltsünder E-Auto? Reaktion auf die Arte-Dokumentation

In dieser Woche sorgt die Arte-Dokumentation "Umweltsünder E-Auto" für Aufregung. Leider wurden dabei veraltete Studien zitiert, aktuelle Entwicklungen wie kobaltfreie Akkus ausgeblendet - und behauptet, kein Elektroauto käme ohne einen der Rohstoffe namens Neodym aus.

Wir haben eine ganz klare Meinung: Rohstoffabbau ist nie ohne ökologischen Fußabdruck. Entscheidend ist aber, eine faire Einordnung: Schließlich wollen wir ein erheblich schmutzigeres System, basierend auf Öl, mittelfristig ersetzen. Und: Die Anstrengungen der Branche im Hinblick auf Recycling (Redwood Materials, Duesenfeld) und beispielsweise kobaltfreie Zellen, sollten einbezogen werden.

In den Nextnews #131 reagiert Stefan Moeller ausführlich auf Arte - einfach reinschauen und gern im Netz teilen.

https://youtu.be/A6PiYvmIpSw

nextnews #131 Themenübersicht:

00:00 Intro

00:49 KFW Wallbox Förderung

03:24 Skoda Enyaq-Produktion gestartet

04:01 Rückrufe für E-Autos wegen Brandgefahr

07:19 Tesla Preisupdate

09:23 Umweltsünder E-Auto? nextmove reagiert auf arte Doku

14:29 Erlkönigschau

17:45 E-Auto Gesellschaftsspiel

18:48 Neues von nextmove


Wie lange reicht das Geld für die BAFA-Förderung? nextnews #130

Die nextnews #129 bringen wieder die wichtigsten E-Auto-Nachrichten der Woche: Heute geht es u.a. um den Hyundai Kona Facelift, das Tesla-Übergewicht und das große ID.3-Software-Update.

Renault beendet Akku-Miete

Es war eine Hassliebe, weil Renault die Akku-Miete jahrelang zum Zwang machte. Doch jetzt wird alles anders: Renault beendet die Batterie-Miete. Neubestellungen mit Mietbatterie sind für Renault Zoe und Kangoo ZE noch bis Samstag 21.11. möglich, danach können Kunden nur noch auf Lagerfahrzeuge mit Mietbatterie zugreifen.

Wir glauben, dass dieser Schritt richtig ist. Das Mietmodell für Batterien hat sich am Markt nicht durchgesetzt und wirkte schon länger aus der Zeit gefallen. Der Preis für den Akku lag übrigens bei ca. 8000 Euro. Wir haben aktuell knapp 30 Renault Zoe in unserer Flotte, die meisten laufen in unserem langfristigen nextmove E-Auto Abo.

VW stellt erstmals Elektro-Kombi vor

Viele unserer Zuschauer und Mieter wünschen sich einen elektrischen Kombi, am liebsten noch mit Anhängerkupplung. VW hatte für 2021 den ersten Volks-Kombi angekündigt. Diese Woche gab es dazu Neuigkeiten. Aero B ist der neue Name der Studie und soll ab 2023 im VW Werk in Emden produziert werden, die dortige Passat-Produktion ablösen.

VW Aero B

Damit kommt der Kombi leider 2 Jahre später als bisher angekündigt. Im Vergleich zu den bis dahin verfügbaren VW-Modellen verspricht der Autobauer von allem ein bisschen mehr: Platz, Reichweite, Beschleunigung und Höchstgeschwindigkeit.

Der Name verrät es: der Aero B soll eine Top-Aerodynamik haben und 700 Kilometer weit kommen, die weiteren Eckdaten bleiben aber noch unklar. Erwartet wird eine Kombilimousine mit mehr Platzangebot als beim Passat.  VW-Markenchef Brandstetter teasert das Auto wie folgt an: „Edel und geräumig wie ein Phaeton, dazu riesiges Kofferraumvolumen.”

So einen richtigen flach gebauten Elektro-Kombi finden wir tatsächlich sehr cool, Marktstart 2023 ist aber leider doch recht uncool.

Wie lange reicht das Geld für die BAFA-Förderung?

Der Umweltbonus ist immer wieder Thema in den Kommentaren unter unseren Videos. Dabei stehen folgende Fragen oft im Mittelpunkt:

  • Wie lange muss ich auf mein Geld warten? Was läuft alles schlief? Wie lange reicht das Geld?
  • Wie lange muss ich auf mein Geld warten?
  • Was läuft alles schlief?
  • Wie lange reicht das Geld überhaupt noch und kann ich jetzt überhaupt noch sorglos ein Auto bestellen?

Die Anträge für den Umweltbonus werden beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle, kurz BAFA, bearbeitet. Die Behörde untersteht dem Wirtschaftsministerium. Den Umweltbonus gibt es seit 2016.

Für Elektroautos unterhalb von 40.000 Euro Netto-Basislistenpreis gibt es mindestens 3.000 Euro Netto-Rabatt vom Hersteller und 6.000 Euro vom Staat.
Für Autos mit einem Listenpreis von 40.000 bis 65.000 Euro gibt es 2.500 Euro vom Hersteller und 5.000 Euro vom Staat.

Wie lange muss ich auf mein Geld warten? Die Nachfrage zieht seit Sommer spürbar an und das führt zu Wachstumsschmerzen, nicht nur an den Ladesäulen sondern auch beim  BAFA. Immer mehr E-Autos werden zugelassen und damit landen immer mehr Anträge, die die Behörde bearbeiten muss, teilweise auch mehrfach. Allein im Oktober wurden mehr Anträge gestellt als im gesamten Jahr 2018.

Die Behörde ist telefonisch fast nicht erreichbar und Nachfragen per Email bleiben meist unbeantwortet. Insofern muss man klar von einer Überlastung der Strukturen ausgehen. Zuletzt lag die Wartezeit bei ca. 3 Monaten, aber das waren ja Anträge aus der Zeit, bevor der Boom so richtig losging.
Eine Wartezeit von 6 Monaten bis zur Auszahlung des Umweltbonus halten wir für aktuelle Anträge durchaus für denkbar.
Wenn ihr also ein E-Auto kauft, müsst ihr wissen, dass ihr den staatlichen Anteil für diesen Zeitraum puffern müsst.

Nicht jeder hat 6000 Euro auf dem Konto rumliegen, um diese Zeit zu überbrücken.
Für uns bei nextmove ist das aktuell ein 6-stelliger Betrag, der über Monate in der Kasse fehlt.

Was sagt das BAFA dazu? “Das BAFA hat bereits weitere Schritte unternommen, um die Bearbeitungszeit weiter zu verbessern. Beispielsweise wurden die Abläufe weiter optimiert und 40 Prozent mehr Personal für die Bearbeitung der Anträge eingesetzt. Weiterhin hat das BAFA zusammen mit dem Kraftfahrtbundesamt (KBA) eine elektronische Schnittstelle geschaffen mit der Daten, die dem KBA bereits vorliegen, automatisch abgerufen werden können. Diese ist zum 1. September 2020 in Kraft getretene digitale Zusammenarbeit bedeutet ein schlankeres Antragsverfahren und schnellere Bearbeitungszeiten. Zudem gibt es seit Februar 2020 ein einfacheres einstufiges Verfahren, das effizienter und bürgerfreundlicher gestaltet ist. Statt wie früher zweimal muss der Antragsteller nur noch einmal Kontakt mit dem BAFA aufnehmen.”

Dazu das BAFA: Gründe für die Ablehnung eines Antrags auf Umweltbonus sind beispielsweise folgende:

  • Doppelanträge aufgrund zwischenzeitlich erhöhter Fördersätze (Hinweis von uns: Es gilt der erste Antrag und wenn die Voraussetzungen gegeben sind, wird automatisch nachträglich der höhere Satz gewährt).
  • Antragsteller entspricht nicht dem Fahrzeughalter (Der tatsächliche Halter des Fahrzeugs soll vom Umweltbonus profitieren, nicht unberechtigte Dritte)
  • fehlende Nachweise zu interner Kalkulation bei Leasinggeschäften.

Und weiter: "Das BAFA bietet auf seiner Internetseite eine Vielzahl an Informationen, wie Checklisten, Merkblätter und Schritt-für-Schritt Anleitungen, an. So können sich die Bürgerinnen und Bürger über die richtige und vollständige Antragstellung informieren. Generell gilt, dass das BAFA vollständige Unterlagen von den Antragstellern benötigt, um die Anträge zügig bearbeiten zu können. Dazu gehört beispielsweise auch die Bestätigung der wahrheitsgemäßen Angaben, die nach der Eingangsbestätigung eingereicht werden muss.”

Experten-Tipp von nextmove: Nehmt euch Zeit, und füllt den Antrag ordentlich aus! Wer dabei einen Fehler begeht, wartet mehr als sechs Monate auf sein Geld.

Wie lange reicht denn das Geld überhaupt noch?

Die Lieferzeiten der Autos sind teilweise sehr lang und der Antrag kann ja erst nach Zulassung gestellt werden. Im Gesetz steht dazu: “Sofern die nach dem Wirtschaftsplan des EKF zur Verfügung stehenden Mittel ausgeschöpft sind, können keine weiteren Fördergelder bewilligt werden.”

Aber wie soll ich denn wissen, ob ich noch was bekomme oder am Ende leer ausgehe? Genau das wollte ich von der BAFA-Pressestelle wissen, aber man wollte mir diese Frage zunächst nicht beantworten. Im Nachfassen habe ich dann ausweichende Antworten bekommen: “Bezüglich des Fördermittel-Volumens kann das BAFA leider keine pauschale Aussage zur Frage treffen, wie viele Fahrzeuge in Zukunft gefördert werden.” Es seien aber aktuell ausreichend Mittel vorhanden.

Also habe ich selbst mal nachgerechnet: Im Topf waren ursprünglich 2,09 Mrd Euro an Staatsmitteln. Im Juni gab es dann nochmal 2 Mrd Euro dazu. Im Ergebnis habe ich dann damit den Restbestand im Fördertopf zum 1. November ermittelt.
Dann hab ich geschaut, was in den vergangenen drei Monaten los war - ihr habt es mitbekommen, ein Rekord jagt den anderen. Wenn wir dann das Oktober-Niveau von 48.000 Neuzulassungen mit Stecker zu Grunde legen, dann würde das Geld noch ca. 13 Monate reichen. Der Topf wäre dann also im November 2021 leer und der Förderbetrag wäre per Gesetz genau 0€ pro Auto.

Wir gehen aber von weiter steigenden Neuzulassungen aus. Insofern wäre nach unserer Rechnung das Geld noch vor der Bundestagswahl im September alle.

So eine massive Unsicherheit ist natürlich Gift für den Markthochlauf von Elektroautos, gerade dann wenn die Lieferzeit lang ist oder der Kauf sowieso erst fürs nächste Jahr geplant ist. Gerade in Krisenzeiten ist aber die Politik bestrebt, verlässliche Rahmenbedingungen zu schaffen.

Immerhin: “Um den Hochlauf von Elektrofahrzeugen weiter zu unterstützen und den Unternehmen Planungs- und Investitionssicherheit zu geben, wird die Innovationsprämie bis Ende 2025 verlängert.” Innovationsprämie ist hier das Schlüsselwort für Verdopplung. Der erhöhte Umweltbonus mit maximal 6000€ vom Staat, war bisher auf den 31.12.2021 befristet - nun soll die Innovationsprämie für vier weitere Jahre weiterlaufen - solange die finanziellen Mittel ausreichen.

nextnews #130 Themenübersicht:

00:00 Intro

01:31 Ende der Batteriemiete bei Renault

03:22 VW stellt neuen Elektro-Kombi vor

04:36 Störfall Umweltbonus & wie lange reicht der Fördertopf?

11:39 Großer Autogipfel und was er für Käufer bedeutet?

16:45 BMW beendet Motorenproduktion

9:18 Neuer IONITY-Tarif bei KIA & Hyundai

21:03 Erlkönig-Schau

21:50 Neues von nextmove