Tesla: Rückgaberecht ade? nextnews #126

Tesla schafft 7-Tage-Rückgaberecht ab & zusätzliche Elektroauto-Förderung - nextnews #126

Es wurde schon länger gemunkelt, jetzt ist es offiziell: Nun ist es offiziell: Tesla wird den europäischen Markt mit Model 3 aus dem Werk in Shanghai beliefern. Den Anfang macht wahrscheinlich das Standard Range Plus, also die Version mit dem kleinen Akku. Was das für die zu erwartende Technologie und Qualität bedeutet, ist eines der Themen der #126 der nextnews in dieser Woche.

Tesla streicht 7-Tage-Rückgaberecht

Letzte Woche haben wir über das Hardware-Upgrade beim Model 3 berichtet, und die Frage aufgeworfen, wie Tesla damit umgehen wird, dass viele aktuelle Besteller noch die alte Hardware hingestellt bekommen. In den USA hat Tesla kurz nachdem das Hardware-Upgrade bekannt wurde, das 7-Tage-Rückgaberecht abgeschafft, das unschlüssige Käufer zum Kauf bewegen sollte.

Da seitens Tesla keine Begründung gegeben wurde, wird in Blogs und Foren über die Gründe spekuliert. So wird vermutet, dass damit eine mögliche Rückgabewelle der “alten” Model 3 verhindert werden soll und Käufer einfach das aufgefrischte Model 3 erneut bestellen. Auch die anhaltenden Qualitätsprobleme beim Model Y könnten zu einer zu hohen Rückgabequote geführt haben.

In Deutschland ist das Rückgaberecht aktuell noch gültig und sagt aus, dass binnen 7 Tagen das ausgelieferte Fahrzeug ohne Angaben von Gründen zurückgegeben werden kann. Voraussetzung ist ein Kilometerstand von weniger als 1.600 km, keine Beschädigungen und natürlich keine bereits beantragte BAFA-Förderung.

Unterdessen stellt Tesla aktuell neue Rechnungen für bereits bestellte Model 3 aus. Einige unserer Zuschauer wurden diese Woche informiert, dass sie das Facelift Model 3 zum alten Preis bekommen werden. Manche bereits im November.

Andere berichten, dass sie eine um 2.000 Euro reduzierte Rechnung ausgestellt bekommen haben und demnach das Model 3 mit alter Hardware erhalten.

Model 3 aus Shanghai: Reichweite, Akku und Co.

Die Lieferzeiten für das Model 3 Standard Range Plus sind letzte Woche von November 2020 auf Februar 2021 gesprungen. Seit Anfang Oktober setzt Tesla auf Lithium-Eisenphosphat-Akkus von CATL. Dadurch ist die Norm-Reichweite um rund fünf Prozent gestiegen, während der Preis für das Model 3 in China um acht Prozent sank. Ob dieser Kostenvorteil auch in Europa weitergegeben wird, ist eine spannende Frage.

Die Zellen sollen insgesamt robuster sein – vor allem weniger kälteanfällig als kalifornische Zellen. Und: sehr hilfreich für die Diskussionen bei der nächsten Familienfeier: diese Zellen sind kobaltfrei.

Der Wechsel von „Made in US“ zu „Made in China“ wirft die Frage nach der Fertigungs-Qualität auf. Amerikanische Tesla sind bisher dafür bekannt, dass es eine gewisse Spreizung in der Auslieferungsqualität gibt. Weiße Tesla der letzten Wochen werden beispielsweise als Cloudy White bezeichnet, weil der Lack an den Türen nicht homogen ist.

CEO Elon Musk hat die Qualität der Arbeit des Teams der Gigafactory Shanghai immer wieder gelobt. Das legt die Vermutung nahe, dass auch Elon einen Qualitätsunterschied der beiden Fabriken sieht. Das sieht man auch deutlich in Kundenbefragungen.

Mit 250 Problemen pro 100 Neufahrzeugen schneidet Tesla in den USA am schlechtesten von allen Marken ab (Quelle: JD Power). Eine vergleichbare Umfrage zur Neuwagenqualität in China, sieht Tesla mit großem Abstand an der Spitze. Chinesische Kunden haben offenbar so gut wie nichts auszusetzen an ihrem Model 3.

Zusätzliche Elektroauto-Förderung - Kumulationsverbot

Laut electrive und Handelsblatt wird das Wirtschaftsministerium in Kürze das sogenannte Kumulationsverbot bei der Förderung von Elektroautos abschaffen. Was heißt das: Im Zuge der Verdopplung des staatlichen Umweltbonus für Elektroautos wurde die Kombination des Umweltbonus mit anderen Förderungen der Bundesländer oder Kommunen ausgeschlossen.

Dafür gab es viel Kritik aus den Ländern: „Es kann kaum im Interesse des Bundes sein, dass regionale oder lokale Förderungen von E-Autos eingestellt werden, sobald diese nicht mehr mit der Bundesprämie kombiniert werden können.” sagte zum Beispiel die  Wirtschaftsministerin des Landes Baden-Württemberg.

Aber auch aus dem eigenen Haus gab es Kritik: Das Umweltressort des Bundeswirtschaftsministeriums meldete Gesprächsbedarf an: Dort waren nämlich die bestehenden eigenen Förderprogramme mit einem Mal wertlos. Schnell war klar: Das Kumulationsverbot hatte es auf mysteriösen Wegen in die Richtlinie des Konjunkturpakets geschafft. Weder Wirtschafts- noch Umweltministerium wussten von dieser Passage. Es herrschte schnell Einigkeit, dass dies so nicht gewollt sei.

Die Richtlinie soll „in Kürze“ beschlossen werden. Es dauert aber vermutlich noch etwas. Für alle, deren Elektroauto Zulassung unmittelbar vor der Tür steht, wird es wohl leider zu knapp. Denn eine rückwirkende Förderung ist vermutlich nicht vorgesehen.

Wenn dein Auto aber erst in ein paar Wochen zugelassen werden soll, dann informiere dich jetzt ob es in deinem Bundesland oder deiner Stadt einen zusätzlichen Fördertopf gibt. Das entsprechende Wirtschaftsministerium des Landes oder das Wirtschaftsdezernat der Stadt ist die geeignete Anlaufstelle.

Weitere nextnews im Überblick:

  • Softwareupdate für den VW ID.3: Im First Mover Club bei Facebook hat  hat VW verkündet, das ein erster kleiner Software-Patch zur Verbesserung häufig gemeldeter Probleme zur Verfügung steht. Der Patch soll folgende Probleme beheben: Airbaglampe an, Probleme mit der Rückfahrkamera, schwarzer Bildschirm, Verlust der Auto-Hold-Funktion, Funktion des Sonnenschutzes)
    Wer diese Bugs bereits jetzt abstellen möchte, der kann einen Termin beim Volkswagen Partner vereinbaren
  • Die Formel E ist das elektrische Pendant zur Formel 1. Doch in den kommenden Monaten starten gleich mehrere, weitere Rennserien mit elektrischen Fahrzeugen: So beispielsweise die Offroad-Rennserie “Extreme E” mit 9 Teams. Sie wird von Alejandro Agag gegründet und geführt. Er hat bereits die Formel-E initiiert. Im Jahr 2022 soll die neue internationale Rennserie “SuperCharge” ihr Debüt haben: 16 Crossover-Fahrzeuge aus 8 Teams treten im KO-Verfahren a la Rallycross gegeneinander an.

https://youtu.be/agifR9w-h2Q

nextnews #126 Themenübersicht:

00:00 Intro

00:31 Zusätzliche Förderung für E-Autos

02:06 Erstes ID.3 Software Patch

03:46 Neue E-Rennsport-Serien

06:15 Tesla streicht Rückgaberecht

08:20 Model 3 Made in China

10:53 Gigafactory 4 Update

13:12 Erlkönig-Schau mit BMW i4

15:57 Neues von nextmove


Söder Räumungsverkauf nextnews

Model 3 Facelift, Tesla-Preisschraube & Söders Gutscheine - nextnews #125

In dieser Woche stehen die nextnews #125 im Zeichen von Tesla. Denn vom kalifornischen Elektroauto-Dominator gab es gleich eine ganze Reihe von interessanten Neuigkeiten. Während Tesla die Preise für das Supercharging erhöht, reduzierte der Autobauer die Preise für das Model S. Außerdem erhielt das Model 3 einen doch deutlicheren Facelift.

Model 3: Facelift mit Wärmepumpe und mehr Reichweite

Heute hat Tesla den Konfigurator für das Model 3 umgestellt - und damit die Details des Modell-Facelifts veröffentlicht. Aus optischer Sicht wurde das Felgendesign überarbeitet, was vor allem beim Performance-Model ins Auge sticht. Dazu ist Chrome Delete etwa an Fensterrahmen, Seitenkameras und Außenspiegel-Halterungen nun schick matt und schwarz. 

Im Innenraum ist die Mittelkonsole leicht verändert und nicht mehr in Klavierlack sondern ebenfalls matt schwarz. Neu sind zwei induktive Ladeschalen für Smartphones. Der Himmel soll ebenfalls etwas dunkler sein. Auf den Bildern nicht zu erkennen, aber das Display soll etwas stärker zum Fahrer geneigt sein.

Das Model 3 bekommt nun eine elektrische Heckklappe spendiert, was für Fahrzeuge in dieser Preisklasse üblich ist. Wer sein altes Model 3 nachrüsten will, kann uns gern via info@nextmove.de kontaktieren.

Über weitere technische Änderungen wurde viel spekuliert. Anhand des Konfigurators lassen sie sich aber noch nicht bestätigen: Dazu zählen Wärmepumpe und Doppelverglasung, was die Reichweite vor allem im Winter erhöhen würde. Die Wärmepumpe wurde zwischenzeitlich telefonisch von Tesla -Mitarbeitern bestätigt. Mit Doppelglas wäre es zudem deutlich leiser – aktuelle Model 3 zählen eher zu den lautesten Elektroautos auf der Autobahn.

Insgesamt hat sich die WLTP Normreichweite für alle drei Varianten erhöht:

  • Beim Standard Range Plus um 21 km auf 430 km.
  • Beim Long Range Allrad um 20 auf 580 km.
  • Beim Performance um 37 auf 567 km.

Gute Nachricht für alle neuen Besteller: der Preis ist trotz diverser Upgrades vorerst gleich geblieben. Zudem ist davon auszugehen, dass es noch einige weitere Verbesserungen gibt, die noch nicht geleakt sind und auch im Konfigurator nicht sichtbar sind. Laut Konfigurator werden die neuen Autos ab Februar 2021 hierzulande ausgeliefert.

Für Besteller, die in den nächsten Wochen und Monaten ihr Model 3 ausgeliefert bekommen stellt sich die spannende Frage: alte Hardware wie bestellt abnehmen oder jetzt stornieren und neu bestellen? Das würde die Kunden 100 Euro kosten. Ist der Facelift das Wert?

Tesla-Preiserhöhung am Supercharger

Schnelles Gleichstromladen ist in diesem Jahr bei vielen Anbietern in mehreren Runden teurer geworden. Tesla hat mehrfach gesagt, dass das Supercharger-Netz nicht als Profitcenter geführt wird, sondern Mittel zum Zweck ist. Nun ist es trotzdem soweit: Tesla erhöht in nahezu allen europäischen Ländern die Preise.

Die Preise steigen von 33 auf 35 Cent pro Kilowattstunde. Das ist eine vergleichsweise moderate Erhöhung. Spontanes Laden mit Fremdmarken kostet bei Ionity aktuell stolze 77 Cent. Wer allerdings ein Auto von einem Ionity-Clubmitglied fährt, lädt ebenfalls günstig. Den VW ID.3 lädt man zum Beispiel für 10 Euro Clubgebühr im Monat auf Langstrecke mit 30 Cent pro Kilowattstunde.

Die Tesla-Supercharger-Preise sind in den allermeisten europäischen Ländern gestiegen:

  • Frankreich von 24 auf 30 Cent.
  • Osterreich von 27 auf 33 Cent
  • Schweiz von 30 Rappen auf 38 bis 40 Rappen - also ein Drittel teurer und damit nun teurer als in Deutschland.
  • In Norwegen bleiben die Preise unverändert und in den Niederlanden wurde sie sogar günstiger. Tesla-Fahrer zahlen nun 2 Cent weniger, nämlich 21-22 Cent pro kWh.

Tesla senkt Preise für Model S

Während die Preise fürs Laden steigen, hat Tesla die Preise für das Model S gesenkt. Diese Woche ging es 3.000 Euro nach unten für alle aktuellen Tesla Model S in Deutschland, aber auch in den USA und anderen Märkten.

Das Model S ist in die Jahre gekommen. Lange Zeit war es das einzige langstreckentaugliche Elektroauto. Mittlerweile gibt es Alternativen. Um die rückläufigen Absatzzahlen anzukurbeln, dreht Tesla nun an der Preisschraube.

Die - wie wir sie gerne nennen- Basis-Vollausstattung mit 652 km Reichweite (42 Kilometer mehr) nach WLTP gibt es jetzt für 76.990 Euro. Tesla rückt damit wieder ganz nah an die Fördergrenze in Deutschland heran die bei 65.000 Euro Netto Basispreis liegt. Nur 1370 Euro netto trennen das Model S noch von einer möglichen BAFA-Listung. Es winken 5000 Euro staatlicher Prämie.

Weitere nextnews im Überblick:

  • Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat sogenannte Transformationsgutscheine ins Spiel gebracht - quasi eine Verbrennerprämie durch die Hintertür. Wer heute einen effizienten Diesel oder Benziner kaufe, solle einen Gutschein für die Anschaffung eines neuen Elektrofahrzeugs in drei bis fünf Jahren bekommen. Wir lassen diese absurde Idee einmal unkommentiert...
  • Renault hat zwei neue Elektroautos vorgestellt: Der neue Dacia Spring soll eine Reichweite von 225 Kilometern nach WLTP bekommen mit einer 28,5-kWh-Batterie. Der Preisknaller soll um die 12.000 Euro kosten - das Fahrzeug startet aber zunächst im Leasing und kann ab Herbst 2021 gekauft werden.
  • Ebenfalls neu kommt der elektrische Renault Megane - er soll ab Ende 2021 in Serie gehen und 450 Kilometer Reichweite bieten.

https://youtu.be/JpjuMoFKgZw

nextnews #125 Themenübersicht:

00:00 Intro

00:26 Supercharger werden teurer

02:44 Model S Preissenkung

05:24 Model Y Siebensitzer

06:19 Model 3 Facelift

09:28 Söders Transformations-Gutscheine

12:52 Preisknaller von Dacia

14:26 Renault öffnet CO2-Pool

16:47 Erlkönig-Schau

18:33 Neues vom E-Auto-Markt, Faktencheck & Kauftipps

21:15 neues von nextmove


E-Auto-Rekord, neue Förderung, mehr ID.3 Bugs & mehr - nextnews #124

Die Woche war vollgepackt mit interessanten News aus der Welt der Elektroautos. Wir haben in der Folge #124 der nextnews auch in dieser Woche die Highlights, die wichtigsten Informationen zusammengestellt. Wie immer präsentiert hier in Textform oder als Video auf unserem Youtube-Kanal (Video ist unten eingebettet). Los geht es mit dem E-Auto-Rekord im Monat September.

E-Auto-Rekord: Die Zulassungen im September

Vor einem Monat hatten wir für September die Zahl von 20.000 bis 22.000 vollelektrische Neuzulassungen prognostiziert. Tatsächlich wurden im September in Deutschland 21.188 reine Elektroautos neu zugelassen. Mit diesem neuen Allzeithoch kommen Elektroautos auf einen Marktanteil von acht Prozent. Im August waren es noch 6,4 Prozent.

Das dynamische Wachstum bei den Zulassungen hält also weiter an: Mit einem Plus von 260 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Jeder 13. Neuwagen ist aktuell ein Elektroauto.

Schaut man sich die E-Auto-Charts an, sticht sofort der Renault Zoe mit 3.603 Einheiten ins Auge. Verfolger ist das Tesla Model 3 mit 2.776 Zulassungen. Rund tausend Fahrzeuge weniger wurden vom ID.3 zugelassen, nämlich 1.071. Das reichte für Platz 3. Seit dem 11. September laufen die Auslieferungen in Deutschland. Wir gehen von einer deutlichen Steigerung im Oktober auf 3.000 ID.3 aus.

Weitere Auffälligkeiten:

  • Hyundai Kona seit Juli auf konstant hohem Niveau.
  • Opel Corsa-e fährt weiter kontinuierlich hoch, aktuell 834
  • Auch der Mazda MX-30 startet mit 548 Autos in den Markt
  • Nicht mehr in den Top 20: Der Polestar 2 knickt auf 147 ein.

Wir erwarten dass Zoe, Model 3 und ID.3 für den Rest des Jahres um den ersten Platz in den Monatszulassungen kämpfen werden.
Im Gesamtjahr wird vermutlich Renault Zoe das meistzugelassene Elektroauto.

https://youtu.be/z6G4aMhap3g

Rückrufe bei Kona und Polestar 2

Wir hatten letzte Woche von den massiven Software und Hardware-Problemen beim Polestar 2 berichtet. Seit dieser Woche werden die Kunden in Deutschland informiert, dass alle bisher ausgelieferten Fahrzeuge zurückgerufen werden. Laut dem Unternehmen kann ein Software-Problem in der Batteriesteuerung zu einem „Antriebsverlust“ führen, bei dem das Auto ohne Vorwarnung stehen bleibt. Das Unternehmen hatte vorab im Polestar Club über den Rückruf informiert.

Auch beim Hyundai Kona droht ein Rückruf: In Südkorea ruft Hyundai ab dem 16. Oktober über 25.000 Kona zurück wegen eines potenziellen Fehlers an den Batteriezellen. Laut Reuters waren insgesamt 13 Kona von Bränden betroffen, darunter auch ein Fahrzeug in Österreich.

Die Zellen für den Kona werden von dem koreanischen LG-Konzern geliefert.
Laut LG haben erste Experimente ergeben, dass die Feuer nicht auf fehlerhafte Zellen zurückgeführt werden können. Es bleibt also spannend.

Der freiwillige Rückruf betrifft Konas die zwischen September 2017 und März 2020 gebaut wurden. Ob auch europäische Fahrzeuge zurückgerufen werden, ist derzeit unklar.

ID.3 Bugs: 22 Fehler im Video

In dieser Woche berichteten wir in diesem Video über 22 Software-Bugs beim VW ID.3. Das Video sorgt für herausragendes Interesse, ist bereits 67.000 mal aufgerufen worden:

https://youtu.be/tcjKnzwZfWY

Übrigens: Trotz der Softwarefehler genießt Volkswagen bei uns bis Weihnachten noch Welpenschutz. Wir haben diese Woche elf VW ID.3 eingeflottet - und von Erfurt aus teilweise direkt an Langzeitmieter übergeben. Darüber hat auch das Thüringen-Journal, 24Auto und autohaus.de berichtet.

Bundesregierung fördert Wallboxen

Zusätzlich zum Umweltbonus für die Autos werden ab dem 24. November auch Ladestationen an Privatgebäuden gefördert. Und zwar mit pauschal 900 Euro pro Ladepunkt.  Gefördert werden der Kaufpreis sowie Kosten für Einbau und An­schluss der Lade­station, inklusive aller Installations­arbeiten. Dafür müssen insgesamt mindestens 900 Euro Kosten anfallen.

Das Programm der KfW bezieht sich ausschließlich Ladestationen an privat genutzten Stell­plätzen von Wohngebäuden – also nicht öffentlich zugänglich und nicht an gewerblichen Gebäuden. Wer wird gefördert? Eigentümer und Wohnungs­eigentümer­gemein­schaften, also Mieter oder Vermieter.

Die Wallbox muss von einer Fachfirma stationär installiert werden und mindestens ein Jahr in Betrieb bleiben. Wichtig: Genau 11 kW muss die Ladestation pro Ladepunkt aufweisen. Also nicht 7 oder 22 kW sondern 11 kW pro Ladepunkt.

Förderfähig sind ausschließlich Ladestation die netzdienlich - also durch den Netzbetreiber steuerbar sind. So können mit zunehmender Verbreitung von Elektroautos die Netze geschont werden.

Im November 2020 veröffent­licht die KfW eine Liste der förderfähigen Ladestationen. Voraussetzung für die Förderung ist, dass die Ladestation ausschließlich Strom aus erneuerbaren Energien nutzt – zum Beispiel direkt aus der eigenen Photovoltaik-Anlage oder über dem Energieversorger.

Die Anlage ist beim Netzbetreiber anzumelden – das gilt bisher auch für 11 kW-Anlagen. Der Fördertopf umfasst zunächst 200 Mio Euro  - das reicht also für 220.000 Ladepunkte. Ganz wichtig: Die Antragstellung ist ab dem 24. November möglich und der Antrag muss vor der Bestellung gestellt werden.

Größter Schnellladepark eröffnet

Wer schließlich aus NRW kommt oder durch NRW reist, findet künftig in Hilden eine wichtige Anlaufstelle für Elektroautos: Dort eröffnete jetzt der größte Schnellladepark mit Ladesäulen von Tesla, aber auch von Fastned. Die Besonderheit: Gebaut hat den Ladepark Bäckermeister Roland Schüren - natürlich gibt es am Standort auch frisch zubereitete Speisen. Alles Weitere dazu im Video.

nextnews #124 Themenübersicht:

00:00 Intro

00:43 Zulassungszahlen im September

04:01 Rückrufe bei Elektroautos

05:37 Bug Report VW ID.3

08:44 Großer Vermieter flottet ID.3 ein

10:41 Förderung für private Ladestationen

12:48 Deutschlands größter Schnelllade-Park eröffnet

19:03 Neues Tarif-Modell bei Plugsurfing

20:14 Erlkönig-Schau

21:01 Neues vom E-Auto-Markt


Kretschmann und Söder diskutieren Verbrenner-Verbot

Europas größter Schnellladepark, Delivery Hell bei Polestar und mehr nextnews #123

Unsere News starten heute ausnahmsweise nicht mit einem Rück-, sondern einem Vorausblick: Kommende Woche geht Europas größter Schnellladepark in Hilden an den Start - initiiert von einem Bäckermeister. Roland Schüren will neben vielen Lademöglichkeiten auch "sektorengekoppelte Gastlichkeit" bieten, und so Elektroauto-Fahrer zum Verweilen motivieren.

Europas größter Schnellladepark öffnet

Schon seit Februar gibt es in Hilden einen provisorisch installierten Tesla-Supercharger mit 16 Ladepunkten. Jetzt geht es so richtig los, denn der 1. Bauabschnitt ist fertig. Eröffnet wird am Freitag ein erstes 150 Quadratmeter "CaféBistro" - zwei große Solardächer sind auch schon fertig.

Tesla startet dort mit Superchargern der dritten Generation. Fastned beginnt mit mehreren HPC-Schnellladestationen mit bis 300 Kilowatt Leistung für sämtliche Marken. Damit entsteht Europas größter Schnellladepark, Bis Ende 2020 gibt es insgesamt 114 Ladeplätze, davon 62 Schnellladeplätze.

Delivery Hell bei Polestar?

In den letzten Tag verdichten sich Meldungen, dass der Start des Polestar 2 nicht so verläuft, wie man sich das erhofft hatte. Sowohl in den Foren als auch in den nextmove-Postfächern häufen sich Problemberichte und Beschwerden von Kunden.

Was geht alles schief? Kunden erhalten oft keine Antwort auf Email-Anfragen. Die Emails werden zwar dem Account zugeordnet, aber offenbar gibt es keine Ressourcen zur Bearbeitung. Der Telefon-Support hört den Kunden zu, aber liefert nur Antworten und Lösungen bei Standard-Anfragen, jedoch nicht bei echten Problemen.

Kunden leisten relativ früh im Prozess eine Komplett-Zahlung für das Auto, warten aber dann sehr lange aus Auslieferung. So beispielsweise unser Zuschauer Günter, der uns geschrieben hat. Bezahlt hatte er am 1. August, bis heute aber kein Auto bekommen.

Letzten Samstag sollte es dann endlich soweit sein, aber die Übergabe platzte vor Ort, da es nicht gelang, die Internetverbindung einzurichten.

Auch in unserem Postfach landete am 6. August eine Zahlungsaufforderung, obwohl laut Anzeige im Account erst eine Auslieferung im Oktober vorgesehen ist.

Weiter konnte Polestar von Beginn an keine BAFA-fähigen Rechnungen stellen.
Das schrieb uns auch unser Zuschauer Lutz, der zudem mit der Betreuung über die Hotline nicht zufrieden ist. Aber immerhin passt es bei ihm mit dem Auto:
“Der Wagen selbst ist großartig. Ich bin mittlerweile die ersten 1.500 Kilometer damit gefahren und sowohl die Qualität der Ausstattung und der Verarbeitung, als auch das Fahren selbst machen einfach nur Spaß und überzeugen.”

Bei vielen ausgelieferten Autos gibt es aber offenbar eine ganze Reihe unterschiedlicher Fehlermeldungen. Besitzer berichten z.B. geringe und schwankende Ladeleistung an HPC-Schnellladern, verlorene Internetverbindungen, liegenbleiben wegen leerer 12-Volt-Batterien, Nicht-Auslieferung wegen defektem Chargeport, plötzlicher Abfall der Ladestandsanzeige beim Fahren und jede Menge verschiedene Software-Bugs.

Viele betroffene Kunden sammeln ihre Erfahrungen im Polestar Club (Link). Wir haben all diese Informationen an Polestar gesendet, und um Rückmeldung zum Stand der Dinge gebeten. Am Mittwoch kam der Anruf: Polestar selbst sieht sich auf einem guten Weg, Probleme gäbe es vereinzelt, aber die große Mehrzahl der Kunden sei glücklich mit den ausgelieferten Fahrzeugen.

Man will gegenüber den Kunden transparent und offen auftreten und Probleme lösen. BAFA-fähige Rechnungen können jetzt erstellt werden und werden aktuell den Kunden nachgeliefert bzw. liegen jetzt zum Download im Account bereit.

Polestar Deutschland steht auch im direkten Austausch mit dem Polestar Club.
Außerdem nimmt man häufig gestellte Fragen fortlaufend mit auf die Support-Seite auf der Polestar Homepage.

Der Wille, die sich häufenden Probleme rasch zu lösen, ist also vorhanden - hoffen wir, dass Polestar die Delivery Hell wird schnell wieder verlassen können. Denn die Kunden haben mit dem herausragenden Auto auch einen reibungslosen Service verdient.

Im Video der nextnews diese Woche blicken wir überdies auf die Chancen der sogenannten E-Fuels, sich gegen die Elektroautos durchzusetzen - dabei geht es auch um das von Söder und Kretschmann zuletzt diskutierte Verbrenner-Verbot in Deutschland - und das mögliche Vorbild Kalifornien. Außerdem schauen wir auf die Krückentechnologie Hybrid - also nix wie reinzappen:

https://youtu.be/kmZvUXhMOww

nextnews #123 Themenübersicht:

00:00 Intro

00:46 Europas größter Schnellladepark geht in einer Woche ans Netz

01:47 Delivery Hell bei Polestar

05:44 VW ID 3 & 4 News

08:22 Diskussion um Ende des Verbrenners in Deutschland

13:44 Krückentechnologie Hybrid

18:21 Gigafactory 4 Update

20:22 Erlkönig-Schau

21:52 Neues vom E-Auto-Markt, Faktencheck & Kauftipps

24:30 Neues von nextmove


Tesla Battery Day in 4 Minuten, ID.4 und EnBW-Blockiergebühr - nextnews #122

Tesla Battery Day in 4 Minuten, ID.4 - nextnews #122

Deutschlands vermutlich derzeit beliebtester Fahrstromanbieter ändert seine Tarifstruktur. Titel der Pressemeldung: Einmal freimachen, bitte: EnBW sorgt für mehr Fairness und maximale Verfügbarkeit an der Ladesäule. Das ist diese Woche ein Thema in den nextnews #122.

Nach Ablauf von 4 Stunden Stand- oder Ladezeit an der Ladesäule, wird eine zusätzliche Preiskomponente eingeführt, nämlich knapp 10 Cent/Minute, also ca. 6 Euro pro Stunde. Der neue Zeitzuschlag heißt zwar Blockiergebühr, wird aber unabhängig davon berechnet, ob mein Fahrzeug zu diesem Zeitpunkt noch lädt oder bereits voll geladen angeschlossen an der Station steht.

Ein sogenannter Kostenairbag begrenzt dabei die maximal anfallenden zusätzlichen Kosten auf 11,70 Euro je Ladevorgang, es werden also grob nur die 5. und 6. Stunde zusätzlich berechnet. Die eigentlichen kWh-Preise der mobility+ Tarife bleiben aber gleich und sind von der Neuregelung nicht betroffen.

EnBW begründet den Schritt u.a. damit, dass 95 Prozent aller aktuellen Ladevorgänge bereits nach drei Stunden beendet sind. Kritiker sagen, Grund sei eher die Kompensation von Nachteilen im Einkauf bei betroffenen Ladevorgängen bei Roamingpartnern.

VW ID.4 Weltpremiere - mit nextmove Video

Am Mittwoch hat VW den ID.4 nun endlich auch offiziell online vorgestellt. Auch wir haben waren mit einem Video am Start - nämlich aus dem Herzen der ID-Produktion in Zwickau.

https://youtu.be/IcmdBAkT2hk

Die Basisvariante des VW ID.4 mit dem großen Akku kostet 43.329 Euro und damit im Netto-Preis wie von uns erwartet deutlich unter 40.000 Euro. Somit sind sehr wahrscheinlich alle aktuellen ID.4 mit 6000 Euro Bafa-fähig. Die finale Listung steht aber noch aus.

Zu konfigurieren gibt es leider aktuell noch nicht allzu viel: In der Basis Pro Performance kann ich neben Farben und Garantiepaketen eigentlich nur das Notladekabel und die AHK konfigurieren, aber keine Pakete, d.h. auch kein Navi, keinen Tempomaten und keine Sitzheizung. Aber die Differenz zur First Edition beträgt ja “nur” ca. 5000€ und da ist dann schon jede Menge drin, u.a. AHK, beide Ladekabel, Climatronic, Rückfahrkamera, Sitzheizung vorn, Lenkradheizung, Wärmepumpe, Aluminium-Räder und so weiter…

https://youtu.be/Jmumy9JC_aQ

Tesla Battery Day in 4 Minuten

Tesla hat am Dienstag beim Battery Day seinen Plan präsentiert, wie der Wandel zu erneuerbaren Energien beschleunigt werden soll. Statt Gigafactories wie mit Panasonic in Nevada will der Technologiekonzern bald eigene Batteriezellen im Terawatt-Maßstab herstellen. Herzstück der Veränderungen ist eine neue Batteriezelle, die wir euch bereits letzte Woche Freitag hier in den nextnews gezeigt haben.

Elon Musk setzt weiterhin auf Rundzellen - viele Konkurrenten vertrauen beispielsweise auf Zellen im Pouch-Format. Durch zahlreiche Prozess-, Fertigungs-, und Material-Innovationen plant Tesla bis 2024/25 die Batterie-Kosten zu halbieren. Gleichzeitig soll die Reichweite der Autos um 50% steigen.

In 12 bis 15 Monaten sollen die ersten Zellen aus der Tesla-eigenen Fertigung ploppen. Innerhalb von drei Jahren sollen alle genannten Vorteile ihre Wirkung entfalten. In Berlin wird übrigens auch eine Zellfertigung entstehen - das hat Tesla nun endgültig bestätigt.

Als konkretes Ergebnis für die Modellpalette hat Tesla insbesondere zwei Ankündigungen gemacht: Einerseits das Model S Plaid, das schon Ende 2021 auf den Markt kommt. Andererseits - noch etwas vage - ein 25.000-Dollar-Modell, das womöglich Model 2 heißen wird. Weitere Informationen gibt es auch im Video und in unserem eigenständigen Beitrag zum Tesla Battery Day.

Weitere Elektroauto-News der Woche:

  • Am Samstag morgen startet der dritte eCannonball in Berlin. 60 E-Autos in einem bunten Modellmix gehen auf eine Verbrauchsvergleichsfahrt quer durch Deutschland, Ziel ist in Moers, am westlichen Rand des Ruhrgebiets
    Wir sind dieses Jahr leider nicht selbst mit einem Team am Start, aber zwei unserer Autos gehen mit auf Tour. Zwei Teams aus dem Teilnehmerfeld haben sich bei uns eingemietet. Zum einen das Team der “Roten Jacken” mit Eric und Oliver, sie starten im Mini Cooper. Und unsere Nachbarn vom Standort München von ChargeX starten mit einem Honda-e von nextmove, der Tobi hat sich aber besser noch einen nextmover mit als Copiloten angeheuert.

nextnews #121 Themenübersicht:

00:00 Intro

00:42 Weltpremiere ID.4

03:48 VWs Elektro Strategie

07:31 Blockiergebühr im EnBW Fahrstromtarif

09:20 Rauchen verboten

11:46 Tesla Battery Day

16:00 Erlkönig-Schau

17:57 Neues vom E-Auto-Markt, Faktencheck & Kauftipps

20:41 eCannonball

22:10 neues von nextmove