Teslas neue Batteriezelle 4680

Battery Day: Tesla stellt 4680er Zelle und Model S Plaid vor

Tesla hat beim Battery Day am 22. September der Öffentlichkeit seinen Plan präsentiert, wie der Wandel zu erneuerbaren Energien beschleunigt werden soll. Statt Gigafactories wie mit Panasonic in Nevada will der Technologiekonzern bald Batteriezellen im Terawatt-Maßstab herstellen. Dazu wollen die Kalifornier die gesamte Wertschöpfungskette - von der Rohstoffgewinnung über den Einsatz im Fahrzeug bis zum Recycling - signifikant verändern.

4680er Zelle tablessHerzstück der Veränderungen ist die Einführung der aus dem Roadrunner-Projekt hervorgegangenen neuen Batteriezelle. Diese hat einen Durchmesser von 46 Millimetern und eine Höhe von 80 Millimetern - wird bei Tesla als 4680er-Zelle bezeichnet. Elon Musk setzt also weiterhin auf Rundzellen - viele Konkurrenten vertrauen beispielsweise auf Zellen im Pouch-Format.

Die größere Rundzelle bringt alleine durch das größere Format 5mal mehr Energiedichte, 16 Prozent mehr Reichweite und fünfmal mehr Leistungsdichte. Zusätzlich verändert Tesla u.a. die Anode und die Kathode der Zelle, um mehrere Schritte in der bislang sehr aufwändigen Zellfertigung eliminieren zu können.

Die wichtigsten Veränderungen der 4680er-Zelle im Überblick:

  • Die neue Zelle wird "Tabless" sein, d.h. der Stromabnehmer bisheriger Rundzellen wird entfernt. Stattdessen erhalten die Elektronen überall "Notausgänge". Dadurch wird die Leistungsdichte verbessert, weil trotz der größeren Zelle die Elektronen viel kürzere Wege zurücklegen müssen.
  • Die Trocken-Elektroden-Technologie von Maxwell macht aufwändige Trockenvorgänge obsolet.
  • Der teuerste Rohstoff Kobalt wird in den neuen Zellen eliminiert, und im Wesentlichen durch Nickel, teilweise in Kombination mit Mangan ersetzt.
  • Semi und Cybertruck sollen eine High-Nickel-Kathode erhalten, die ausschließlich aus Materialien besteht, die im Umfeld der Fabrik in Nevada gefördert werden.
  • Die Anode soll aus Roh-Silizium bestehen, das beschichtet wird. Das ermöglicht höhere Energiedichten, birgt aber die Gefahr, dass Silizium sich bei Beladung ausdehnt und porös wird. Tesla behauptet, das Problem der mangelnden Lebensdauer solcher Anoden gelöst zu haben.

Alle Veränderungen sind hier im Überblick zusammengefasst (Quelle: P3 Instant Analysis):

Zusammenfassung Battery Day
Analyse der P3 Automotive GmbH / electrive

Integration weiterer Geschäftsbereiche

Bemerkenswert ist, wie konsequent Tesla agiert. So entsteht in Nevada eine eigene Recycling-Anlage - man habe sich das, was ein Dienstleister (womöglich Redwood Materials von Tesla-Mitgründer JB Straubel) geleistet habe, und sei zur Erkenntnis gekommen, es effektiver zu können. Auch beim Thema Rohstoffe werden Lieferketten konsequent verkürzt - dazu will Tesla sogar zum Mining-Unternehmen werden und Lithium weltweit bislang einzigartig aus Tonschichten gewinnen. Und zwar in Nevada, also in unmittelbarer Umgebung zur Gigafactory.

In der Summe will Tesla die Kosten für Batterien um 56 Prozent reduzieren - bei gleichzeitiger Steigerung der Reichweite um 54 Prozent. Die Investitionen pro Gigawattstunde sinken so um sagenhafte 69 Prozent. Pro Gigawattstunde wird der Platzbedarf in der Fertigung um den Faktor 10 sinken - das ermöglicht den Bau einer Terafactory auf einem Gelände das kleiner ist als die 150 GWh-Gigafactory in Nevada.

Tesla kündigt Model S Plaid an und verspricht 25.000-Dollar-Fahrzeug

Als konkretes Ergebnis für die Modellpalette hat Tesla insbesondere zwei Ankündigungen gemacht: Ende 2021 kommt das Tesla Model S Plaid auf den Markt, das die 0 auf 96 km/h in 1,9 Sekunden bewältigen soll.  Der Plaid-Antrieb besteht aus drei Elektromotoren. Damit wird das Fahrzeug, das ab 139.000 Dollar bereits bestellbar ist als direkter Konkurrent zu Porsche Taycan und Lucid Air positioniert. Die Reichweite soll leicht höher als beim Air sein - bei ungefähr 838 Kilometern (Air 832 km).

Batteriezelle Tesla Auswirkungen Fahrzeuge

Die angekündigten, bahnbrechenden Veränderungen mit der 4680er-Batteriezelle brauchen noch Zeit bis zur Skalierung. Seit Monaten arbeitet Tesla an der Kato Road in Fremont, unweit der dortigen Fabrik, am Aufbau einer Pilotlinie mit 100 Gigawattstunden Kapazität. Alle drei bis vier Monate liefert die Tochter Grohmann verbesserte Maschinen, um die Prozesse in den Griff zu bekommen. Tesla berichtet, man sei nun bei der vierten Generation - und rechnet damit, dass die siebte Generation dann fehlerfrei funktionieren wird.

Aus Pilotlinie werden Terafactories

Bedeutet: In 12 bis 15 Monaten ist mit den ersten Zellen der Pilotlinie zu rechnen. Innerhalb von drei Jahren sollen alle genannten Vorteile ihre Wirkung entfalten. In Berlin wird übrigens auch eine Zellfertigung entstehen - das hat Tesla nun endgültig bestätigt.

Greifen alle Maßnahmen könnte 2023 das lange erwartete, für jedermann erschwingliche kleine Elektroauto von Tesla auf den Markt kommen. Das vermutlich "Model 2" heißende Modell soll laut Elon Musk für 25.000 US-Dollar zu haben sein. Wir warten gespannt darauf.

Während Fertigungs- und Batterieexperten wie Sandy Munro oder Andere den Mut und die Entschlossenheit von Tesla gelobt haben, hat die Wall Street zunächst mit Ernüchterung reagiert und die Aktie absacken lassen. Klar ist, dass die sehr technische und schnelle Präsentation beim Battery Day nur für denjenigen verständlich war, der sich vorher damit bereits auseinandergesetzt hat.

Diese Leute haben erkannt, dass Tesla eine Revolution anschiebt, die alle Verbrenner-Fahrzeuge innerhalb weniger Jahre unverkäuflich macht. Gleichzeitig sind die Batteriehersteller unter Druck, ihr Geschäft nicht teilweise an Tesla zu verlieren.

Tesla ruft Wettbewerber zum Nachahmen auf

Trotzdem: Alleine wird Tesla die Beschleunigung des Übergangs zu erneuerbaren Energien nicht schaffen. Bis 2030 ist es das Ziel, drei Terawattstunden Fertigungskapazität zu haben - das reicht für 20 Millionen Fahrzeuge und eine Reihe von stationären Stromspeichern. Werden andere dem Beispiel Teslas folgen?

 


nextnews #119 mit Skoda Enyaq Tesla Model Y und VW ID.4

Tesla-Rabattfalle, neue Batteriezelle, ID.4-Leak und mehr - nextnews #121

Achtung! Wer ein sofort verfügbares Tesla Model 3 aus dem Marktplatz-Angebot des Autobauers kaufen will, der muss genau hinschauen. Denn: Zwischen den Neuwagen verstecken sich auch einige “Schwarze Peter”. Nämlich: Tesla Model 3 Gebrauchtwagen mit Laufleistungen meist im Bereich 2.000-10.000 km, verbunden mit Preisabschlägen von meist 2000-4000 €. Mehr zur Tesla-Rabattfalle und vielen weiteren Elektroauto-News der Woche gibt es hier in den #nextnews oder direkt im Youtube-Channel per Video.

Tesla-Preisfalle: Tipps, wie man nicht hineintappt

Problem an der Sache: Die beschriebenen Autos sind NICHT BAFA-fähig und damit ganz klar ein Angebot zu Ihrem Nachteil der Kunden, weil sie Sie 2.000 bis 4.000 Euro mehr kosten als ein Neuwagen mit staatlichem Umweltbonus.

Viele Käufer gehen davon aus, dass Gebrauchtwagen jetzt auch förderfähig seien. Im Gesetz ist es aber eindeutig geregelt: “Um den maximal förderfähigen Bruttogesamtfahrzeugpreis für Gebrauchtfahrzeuge zu bestimmen, werden wegen des typischen Wertverlusts auf dem Wiederverkaufsmarkt 80 Prozent des Listenpreises des Neufahrzeugs (brutto, inklusive Sonderausstattung) angesetzt und der Bruttoherstelleranteil davon abgezogen. Dies gilt entsprechend für Leasingfahrzeuge.”

Auf unserer nextmove Gebrauchtwagen Angebotsseite steht daher ganz oben, explizit und in fett: Unsere Gebrauchtwagen-Angebote sind nicht BAFA-förderfähig. Bei Tesla fehlt dieser Hinweis. Das Angebot ist nach unserer Einschätzung nicht transparent für die Kunden. Tesla gibt auf gebrauchte Model 3 einen Rabatt von 2000-4000€  - also weit entfernt von den geforderten 20% und damit nicht förderfähig.

Daher gilt: Augen auf beim Fahrzeugkauf - sonst tappt man in die Tesla-Preisfalle.

https://youtu.be/33H1AYJjGHQ

Tesla Battery Day: electrek leaked neues Zell-Design

Kurz vor dem Tesla Battery Day am 22. September zeigt Electrek.co geleakte Bilder vom mutmaßlich neuen Tesla-Zelldesign. Laut Fred Lambert handelt es sich dabei um die von Tesla selbst entwickelten Zellen aus dem lange geheim gehaltenen Roadrunner Projekt. Der Durchmesser der neuen Zelle ist (mindestens) doppelt so groß wie die 2170er Zellen, die derzeit im Model 3 und Y verwendet und von Panasonic in der Gigafactory Nevada hergestellt werden.

Die Verdoppelung des Durchmessers einer Batteriezelle ergibt das vierfache Volumen in der Zelle. Dadurch braucht es weniger Gehäuse und weniger Zellen pro Batterie-Pack, was die Kosten reduziert. Die Zellen sollen ohne den klassischen Elektroden-Leiter auskommen, was die Konstruktion vereinfacht und Material- und Produktionskosten spart. 

Tesla hat hierauf ein Patent beantragt, das Elon Anfang des Jahres als „viel wichtiger als es klingt" bezeichnete. Electrek geht davon aus, dass zum Battery Day noch mehr als nur eine neue Batteriezelle zu enthüllt wird. Unter dem Code-Namen Palladium wird ein großes Update für Model S und X erwartet. Drei Motoren, eine überarbeite Karosserie und signifikante Leistungssteigerung soll es bringen.

Electrek hält es für denkbar, dass für das Model S und X eine weitere spezielle Zelle präsentiert wird, die mehr Reichweite, höhere Ladegeschwindigkeit und ausgesprochene Rennstreckenqualitäten bedeuten. Am Dienstag wissen wir alle mehr und es wird sich zeigen, wie solide Fred Lamberts Quellen sind. In der Vergangenheit lag er meistens richtig.

Weitere Elektroauto-News der Woche:

  • EnBW und Tank & Rast haben einen neuen Schnellladepark an der Raststätte Werratal Süd an der A4 in Hessen eröffnet. Das Besondere: Die Ladestationen befinden sich vereint unter einem Dach direkt neben den Zapfsäulen für fossile Kraftstoffe.
  • VW-Chef Herbert Diess sagte kürzlich, er habe das Modell Y getestet und sehe es als in vielen Aspekten als "Referenzfahrzeug" für die eigenen Elektroautos. Diese Woche sind VW-interne Dokumente aufgetaucht, die zeigen, wie stark man sich im Design am Model Y orientiert hat. Das Bild zeigt den bisher besten Größenvergleich zwischen den beiden elektrischen SUVs. Sofort fällt auf, dass sie sich in der Größe extrem ähnlich sind, nur der Formfaktor an Schnauze und Heck unterscheidet sich geringfügig. Mehr dazu hier.

nextnews #121 Themenübersicht:

00:00 Intro

01:02 Supercharger für alle

02:47 Battery Day Leaks

04:19 Model 3 Upgrade

05:58 Gigafactory 5 Update

08:23 Rabatt Falle

13:13 Alte vs. Neue Welt

15:48 Gewinner E-Auto-Vergleich

17:31 Erlkönig-Schau

18:43 Neues vom E-Auto Markt


VW ID.3 Preis mit Prämie - nextmove

VW ID.3 Preis: First Edition ab 29.407 Euro erhältlich

Exklusiv! Wir haben soeben den VW ID.3 Preis in Erfahrung bringen können. Wie in einem Video vor zehn Tagen auf unserem Youtube-Kanal vorhergesagt, beginnen die Preise bei knapp unter 40.000 Euro - unter Einbeziehung der Umweltprämie sinkt der Preis: Die First Edition ist ab 29.407 Euro erhältlich (günstigste Variante).

Ganz konkret sind dies die (Listen-)Preise für den VW ID.3 Pro 1ST, Pro 1ST Plus und Pro 1ST Max:

  • Pro 1ST - 39.995 Euro
  • Pro 1ST Plus - 45.995 Euro
  • Pro 1ST Max - 49.995 Euro

Das Elektroauto VW ID.3 in der First Edition kann ab morgen verbindlich bestellt werden. Zieht man die neue Umweltprämie der Bundesregierung ab, dann liegt der VW ID.3 Preis mit dem ersten Ausstattungspaket der First Edition noch 29.407 Euro zzgl. Überführungskosten. Das sind exakt 10.588 Euro weniger als der Listenpreis.

VW ID.3 Preis mit Pramie - nextmove Infografik

Die Leasingkonditionen waren bisher noch nicht in Erfahrung zu bringen, werden nachgereicht, sobald sie uns vorliegen.

Bei den Technischen Daten des WV ID.3 der First Edition fällt auf: Die Wärmepumpe ist zwar aktuell nicht gelistet, aber laut Nachricht von VW an uns in der Version MAX enthalten. Damit ist unklar, ob sie überhaupt kommt, oder vielleicht sogar Grundausstattung ist. Wir werden es sicher noch herausfinden. Das vollständige Verkaufsdokument mit allen Details steht hier zum Download zur Verfügung.

nextmove-Einschätzung zum VW ID.3 Preis

Volkswagen hat die Preise - genau wie angekündigt - ans obere Limit gesetzt. Wir haben erwartet, dass VW noch stärker angreift und sich etwas günstiger platziert. Aber offenbar ist der Kostendruck im Unternehmen gerade hoch - sicherlich auch Corona-bedingt. Denn Elektroautos müssen auch Geld verdienen: Beim e-Up hat VW laut Herbert Diess pro Auto wohl 5.000 Euro draufgelegt.

Bestellen können den VW ID.3 in den drei Ausstattungsvarianten Vorbesteller (Prebooker) mit und ohne Reservierungsvereinbarung. In vier Wochen wird es dann zum freien Verkauf der 1ST-Edition kommen. Auf die Preise für die frei konfigurierbaren Versionen des ID.3 werden wir noch warten müssen. Wir haben uns von Volkswagen mehr Offenheit und mehr Selbstbewusstsein gewünscht. So bleibt die Unsicherheit bei vielen Interessenten, die aktuell noch abwarten, was konfigurierte Autos kosten werden.

Unsicherheit rund um den VW ID.3 Preis bedeutet aus unserer Sicht: Bestellt wird nicht kurzfristig, sondern erst dann, wenn alle Rahmenbedingungen feststehen. Weitere Informationen gibt es im Dokument VW Verkaufsprogramm, das Sie hier herunterladen können.

Bei Instagram und Facebook hat nextmove-Geschäftsführer Stefan Moeller auch im Video Stellung zum VW ID.3 Preis bezogen.


Video-Vorschau zu einer Porsche-Party mit Tesla-Invasion in Leipzig

Ladeparty Porsche Leipzig

Am 19. Februar 2020 haben wir gemeinsam mit dem Porsche Werk Leipzig zur Eröffnungsparty von Europas leistungsstärksten Schnell-Ladepark mit 7 Megawatt Anschlussleistung eingeladen. Unserer Video-Einladung auf YouTube sind innerhalb innerhalb kürzester Zeit rund 200 Elektroauto-Fahrer aus ganz Deutschland und sogar auch Dänemark, Österreich, der Slowakei und der Schweiz gefolgt. Nach nur drei Tagen wurde die Anmelde-Seite geschlossen.

Elektroauto Rahmenprogramm

Am Samstag, den 29. Februar 2020 fand die Ladeparty von 10 bis 16 Uhr mit einem bunten Rahmenprogramm statt:

  • Freistrom für alle an insgesamt zwölf 350-kW-Ladestationen mit CCS
  • Warme Snacks und kostenfreie Getränke
  • Kostenlose geführte Fahrten über die FIA-zertifizierte Rundstrecke mit dem eigenen Fahrzeug
  • Besichtigung des Kundenzentrums inklusive Porsche Museum
  • Der neue Porsche Taycan zum Probesitzen
  • Optionale Werksbesichtigung
  • Optionale Co-Pilot Fahrt im Porsche Taycan
200 Elektroautos aller Marken bei Porsche in  Leipzig
200 Elektroautos aller Marken bei Porsche in Leipzig

Adrenalin auf der Rennstrecke

Das Highlight des Tages waren die geführten Fahrten auf der Rennstrecke mit dem eigenen Elektroauto. Vielen hat es so gut gefallen, dass sie ihr Elektroauto gleich mehrmals über die Strecke gejagt haben. Darüber hinaus gab es optionale Co-Pilot-Fahrten an der Seite eines Motorsportprofis im Porsche Taycan zum Sonderpreis von 79 Euro. Das Feedback der Teilnehmer war überwältigend positiv. Auch den Porsche-Mitarbeitern aus verschiedenen Teilen des Unternehmens hat der Tag sehr viel Freude und neue Erkenntnisse bereitet.

Eindrücke vom Tag

Elektroautos aller Marken mit CCS-Anschluss waren vor Ort. Mit gut hundert Teilnehmern waren Tesla-Fahrer mit Abstand die größte Gruppe. Im Video gibt es ein paar Highlights von diesem elektrisierenden Tag.


Porsche-Taycan-vs-Tesla-Model-S-Autobahn-Reichweitentest

Autobahn-Reichweitentest: Taycan vs. Model S - wer hat die Nase vorn?

Stefan Moeller von nextmove und der erfahrene Tesla-Fahrer Hans Kurtzweg haben den ultimativen Autobahn-Reichweitentest gemacht: Das Tesla Model S Raven Performance tritt im Vergleichtest gegen den Porsche Taycan 4S mit großer Batterie an. Gefahren wird auf der nextmove-Hausstrecke: Dem Autobahn-Rundkurs um Leipzig, der für zahlreiche Reichweitentests des Unternehmens als Referenz gilt.

Der Test findet an einem recht windigen Wochentag statt. Um Chancengleichheit herzustellen, werden beide Elektroautos warm gefahren. Der Porsche Taycan ist auf 20-Zoll-Winterrädern unterwegs, während das Tesla Model S einen leichten Vorteil dank 19-Zoll-Winterrädern hat.

Die Zielgeschwindigkeit liegt bei 120 Kilometer pro Stunde, also bei der zulässigen Höchstgeschwindigkeit von 75 Meilen pro Stunde in den USA. Vereinbarungsgemäß sollen vier Runden bei 19 Grad Heizung und Sitzheizung auf dem Rundkurs zurückgelegt werden. Natürlich wird zusätzlich via GPS getrackt.

Teststrecke Leipzig Rundkurs
Testbedingungen für den Autobahn-Reichweitentest Taycan vs. Model S

Verbrauch im Vergleich: Taycan vs. Model S

Am Ende des Tests erreichen sowohl der Porsche Taycan 4S als auch das Tesla Model S Raven Performance eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 110 Kilometer pro Stunde bei maximal 120 Kilometern pro Stunde. Dabei verbrauchte der Porsche Taycan mit 23,6 kWh/100 km rund zehn Prozent mehr als das Tesla Model S mit 21,4 kWh/100km.

Porsche Taycan vs Tesla Model S
Porsche Taycan verbraucht 10% mehr als Tesla Model S

Reichweite im Autobahn-Test

Porsche Taycan vs. Tesla Model S Reichweiten-Vergleich
13 Prozent mehr Reichweite: Tesla Model S gewinnt gegen Taycan

Bezogen auf eine 100-Prozent-Akkuladung schaffte der Porsche Taycan 4S eine Reichweite von 376 Kilometern, während das Tesla Model S 424 Kilometer weit fuhr. Letztlich waren das also 48 Kilometer oder 13 Prozent mehr.

Warum Tesla nicht deutlich weiter als Porsche fährt

Das Tesla Model S hat auf dem Papier 10 Prozent mehr nutzbare Akkukapzität und gleichzeitig ist es circa 10 Prozent effizienter im Vergleich zum Taycan. Trotzdem schafft das Model S bei 120 Kilometern pro Stunde nur 13 Prozent mehr Reichweite.

Die Begründung liegt in der Abweichung der Herstellerangaben. Der Tesla konnte im Test rund 2 Prozent weniger aus dem Akku entnehmen als vom Hersteller angegeben. Dem Taycan standen hingegen laut Boardcomputer mit 87 Kilowattstunden rund 4 Prozent mehr Energie zur Verfügung als Porsche angibt (83,7 Kilowattstunden). Porsche bleibt damit seiner traditionellen Linie im Bezug auf angegebene Performance-Parameter treu: weniger versprechen – mehr liefern.

Batteriekapazität Taycan vs. Model S
Batteriekapazität Tesla Model S vs. Porsche Taycan

Reichweite im EPA / WLTP-Vergleich

Nimmt man die in den offiziellen Zyklen festgelegten Werte für die beiden Elektrofahrzeuge als Grundlage, zeigt sich: Der Porsche Taycan ist das einzige Elektroauto, dass die EPA-Reichweite bei höherer Geschwindigkeit deutlich übertrifft. Dem Tesla Model S liegt der langsam gefahrene Testzyklus auf Stadt, Landstraße und Highway spürbar besser. Im amerikanischen EPA-Test fahren die Autos im Schnitt lediglich mit 56 Kilometer pro Stunde.

nextmove Reichweitentest Taycan Model S
Reichweite der Elektroautos bei 120 Kilometer pro Stunde maximal

"Die Aussagekraft des EPA-Fahrzyklus ist meiner Meinung nach sehr beschränkt, um die Langstreckentauglichkeit eines Elektroautos zu beurteilen", sagt nextmove-Geschäftsführer Stefan Moeller. "Beim Elektroauto kommt es auf die Reichweite an - und die Reichweite hat letztlich nur Relevanz, wenn man längere Strecken fährt, nicht für den städtischen Alltag. Interessant ist der EPA-Zyklus dagegen für Verbrauch und Stromkosten im Drittelmix. Für Käufer von Premium-Fahrzeugen dürfte die reale Reichweite auf Langstrecke aber wichtiger sein als Kosten im Alltag."

Fazit: Autobahn-Reichweitentest Tesla vs. Porsche

Am Ende überzeugen im Autobahn-Reichweitentest nach Einschätzung von Stefan Moeller beide Elektroautos: Das Tesla Model S mit seiner überlegenen Effizienz, mehr Reichweite und Platzangebot bei geringerem Preis. Und der Porsche Taycan mit guter Reichweite, überlegenem Schnelladen und der Fahrdynamik eines Sportwagens.

"Wir von nextmove sind froh, dass zwei Marken in den Wettstreit um die Technologieführung in der Elektromobilität eingetreten sind. Tesla verfügt aktuell über das besser ausgebaute Ladenetz, wird schrittweise schnelleres Laden ermöglichen und in Kürze größere Batterien bieten. Aber auch Anbieter wie Ionity, Allego oder Fastned bauen ihr Ladenetz konsequent aus. Momentan ist die Ladegeschwindigkeit des Porsche Taycan dank 800-Volt-Technologie der des Tesla Model S deutlich überlegen. Außerdem punktet der Taycan als Sportwagen mit überragender Fahrdynamik, insbesondere in Kurven. Wir sind sehr auf den Tesla Roadster 2 gespannt, der in dieser Disziplin angreifen wird."

Tesla Model S Raven Performance vs. Porsche Taycan 4S - das Video

Im Video gibt es die beeindruckenden Bilder der beiden Elektroautos auf der deutschen Autobahn rund um Leipzig zu sehen - und zu erleben, wie sich der Porsche Taycan 4S verhält, wenn es auf den letzten Metern vor dem Schnelllader auf 0 Prozent Reichweite springt...

https://www.youtube.com/watch?v=VK0oC83y4L8
nextmove-Video zum Autobahn-Reichweitentest Tesla Model S vs. Porsche Taycan 4S