nextnews 159: Kritik am E-Auto und neue Pläne bei Tesla & Porsche

Willkommen zur Zusammenfassung der nextnews 159. Es gibt wieder Neuigkeiten zu Tesla, Porsche, Kia und den Newcomer Sion. Außerdem geht es um einen Brandbrief, neue Gesetzesinformationen und Technologien zum Eindämmen von Schwarzladen.
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Neues zur Wallbox-Förderung

Die KFW-Förderung in Höhe von 900 Euro für die Anschaffung von Wallboxen wird von der Bevölkerung dankend angenommen, entsprechend musste auch der Fördertopf wiederholt aufgestockt werden. Doch aus der großen Nachfrage ergibt sich noch ein anderes Problem, nämlich die lange Lieferzeit für förderfähige Wallboxen. Anstelle von neun Monaten haben einige Antragsteller daher eine verlängerte Frist von zwölf Monaten gewährt bekommen, um die versprochenen Fördergelder auch erhalten zu können. Doch Achtung: Bisher haben nicht alle Antragsteller die Fristverlängerung zugesichert bekommen. Im Zweifel muss also dennoch von den neun Monaten ausgegangen werden.

Angriff der Verbrenner-Fraktion

Mit einem Brandbrief wollen insgesamt 170 Wissenschaftler auf einen massiven Rechenfehler aufmerksam machen, welcher angeblich zu einer völlig unrealistischen Darstellung der CO2-Emisionen von Elektroautos führt. Die Annahme: Da die in Deutschland erzeugte Energie in Deutschland nur zum Teil aus erneuerbaren Energien stammt und die Zahl der Elektroautos zuletzt stark zunahm, müsse jedes zusätzliche E-Auto aus fossilen Energieträgern mit Strom versorgt werden. Generell fordern die Verfasser mehr Technologieoffenheit, etwa für saubere, synthetische Kraftstoffe.

HUD Kampagne
Technologieoffenheit ist wichtig, doch sie sollte nicht als Vorwand für tendenziöse Schlagzeilen benutzt werden.

Doch mit dieser Betrachtungsweise machen es sich die Wissenschaftler sehr einfach, denn so könnte man ja jeden beliebigen Energieverbraucher als Sündenbock darstellen. Zwar kommen auch Elektroautos ohne Emissionen nicht aus, doch auf lange Sicht stellen sie grundsätzlich die saubere Alternative dar, zumindest nach aktuellem Stand. Außerdem haben Elektroautos einen weiteren Vorteil: Sie können in Zukunft auch an das Stromnetz angebunden werden und erlauben durch intelligente Steuerung eine effizientere und damit umweltfreundlichere Nutzung von erneuerbaren Energien durch ihre Speichermöglichkeit.

Tesla-Auslieferungen zum Quartalsende

Wir befinden uns in den letzten Tagen des zweiten Quartals 2021. Für Tesla bedeutet das wieder einmal, möglichst viele Autos an Kunden ausliefern und im besten Fall einen Auslieferungsrekord zu erreichen. In Deutschland hatte Tesla zuletzt auch einige vergünstigte Fahrzeuge im Angebot, die als Vorführwagen deklariert waren. Klingt verlockend, doch bei solchen Angeboten ist höchste Vorsicht geboten: Sofern die Fahrzeuge bereits zugelassen waren, können Käufer keinen Umweltbonus mehr beantragen. Zudem sind teilweise auch Modelle dabei, die mit älterer Hardware ausgestattet sind.

Model 3 Rabatt Screenshot
Wird ein Model 3 direkt von Tesla mit Rabatt angeboten, ist besondere Vorsicht geboten.

Nächstes Quartal könnten auch erste Model Y in Deutschland verkauft werden, dann aber vermutlich aus chinesischer Produktion. Denn bis erste Model Y in der Gigafactory Grünheide gebaut werden, dürfte es noch etwas dauern. Wir haben euch gefragt, ob ihr euer Model Y lieber früher aus China, oder später aus Deutschland erhalten möchtet. Die Stimmungslage ist hier im Moment relativ ausgewogen. Nicht wenige aber wenden sich komplett vom Model Y ab und wollen ein anderes E-Auto aussuchen. Wer noch unsicher ist, kann auch bei nextmove das Model 3 mieten, welches sich die technische Basis mit dem Model Y teilt und daher in vielerlei Hinsicht vergleichbar ist.

Model Y Umfrage
Chinesisches Model Y, dafür früher: So würde sich die Mehrwert der Befragten in unserer Umfrage entscheiden.

Bericht über Supercharger-Öffnung wohl falsch

Wir hatten erst letzte Woche über eine mögliche Öffnung des Supercharger-Netzwerks für alle Elektroautos berichtet. Da passt ein Bericht des Blogs Electrec perfekt, wonach Tesla in Norwegen eine Öffnung der Supercharger bestätigte. Doch der Tesla-Blogger Alex Vogt widerspricht und schreibt: „Eine glaubwürdige Quelle hat bestätigt, dass der Artikel Blödsinn“. Es darf also weiter spekuliert werden.

Neuer Akku für den SION

Das Startup Sono Motors aus München ist auf Pressetour und zeigt in verschiedenen deutschen Städten das aktuellste Vorserienmodell des SION. Erste Fahrzeuge sollen die 13.000 Reservierer 2023 erhalten. Versprochen wird ein besonders alltagstaugliches, robustes und reparaturfreundliches E-Auto, entsprechend gespannt wird das finale Produkt erwartet. Noch vor dem Launch gibt es aber eine wichtige Änderung: Sono wird einen Akku mit Lithium-Eisenphosphat-Zellen verwenden, der 54 kWh hat und damit 305 km Reichweite schaffen soll. Für die Kunden ist das eine deutlichere Verbesserung gegenüber den 35 kWh, die zuvor genannt wurden.

Sono Motors Sion
Der SION ist laut Hersteller auf eine hohe Praktikabilität ausgelegt.

Neue App bei KIA

In unserer großen Umrage unter 2800 Besitzern von E-Autos drang vor allem der Wunsch nach einer funktionalen und zuverlässigen Connect-App durch. Da passt es gut, dass KIA eine brandneue App namens UVO Connect 2021 vorgestellt hat. Versprochen wird dort eine “übersichtlichere Grafik, verbesserte Menüstruktur und erweiterte Funktionalität”. Ob die Applikation aber auch zuverlässiger läuft, muss sie erst noch beweisen. Wir gehen übrigens davon aus, dass auch Hyundai bald eine Neuauflage der eigenen App Bluelink plant.

Porsche will mehr Akkus

Gute Akkuzellen sind mehr oder weniger die Grundvoraussetzung für gute Elektroautos. Das weiß auch Porsche, weshalb das Unternehmen schon bald eine neue Fertigungsstätte für Hochleistungsbatterien aufbauen will. Die Fabrik soll eine Kapazität von mindestens 100 MWh pro Jahr erreichen, womit 1000 E-Autos ausgestattet werden können – hauptsächlich Modelle für den Rennsport oder Kleinserien. Gleichzeitig wird das Unternehmen Akkus des neuen Typs V4Drive vom Hersteller Varta beziehen. Letztere könnten auch in Großserien wie dem Taycan Verwendung finden. Apropos: Wer den Sportwagen der besonderen Art gerne fahren möchte, kann den Porsche Taycan jetzt bei nextmove mieten.

nextmove Porsche Taycan Turbo mieten
In den nächsten Jahren will Porsche sein Produktportfolio um mehrere Elektro-Sportwagen ergänzen.

Neue Ladekarten gegen Schwarzladen

VDE-AR-E-2532-100 – so lautet die neue VDE-Anwendungsregel, die ein Kopieren und Manipulieren von RFID-Ladekarten verhindern soll. Bisher war es für Kriminelle noch vergleichsweise einfach, auf diese Art und Weise eine Vielzahl an Ladesäulen auszutricksen und kostenlos Strom abzuzapfen. Mit der neuen VDE-Technik kann dieser Praxis ein Ende gesetzt werden. Dazu ist neben einem Update der Ladesäulen aber auch ein Austausch der bereits ausgegebenen Ladekarten notwendig. Die Betreiber von Ladeparks wären gut beraten, ihre Systeme in Zukunft ausreichend zu schützen, um solche oder gar schlimmere Attacken auf ihre Infrastruktur zu verhindern.

1 - Stromschlag am Elektroauto Titelbild

Nicht anfassen! Nextmove deckt Stromschlag-Risiko bei Elektroautos auf

Unter bestimmten Umständen können Elektroautos beim Laden unter Spannung stehen und Menschen gefährliche Stromschläge zufügen. Warum die derzeitigen Schutzmaßnahmen der Hersteller völlig unzureichend sind und wie sich Fahrer von E-Autos selbst schützen können, erfahrt ihr in diesem Artikel.

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