Model 3 mit LFP-Akkus, Ford wird elektrisch & Einfahrverbote – nextnews #142

Strafe für Hybrid-Dienstwagen nextnews #142

Einfahrverbote für Elektroautos? Schon wieder brennen E-Autos. So muss es angesichts der Schlagzeilen beim Bürger ankommen. Einige Schlagzeilen: In Österreich hat diese Woche auf der Rheintalautobahn ein Renault Zoe bei der Fahrt durch Ambergtunnel Feuer gefangen. Der Fahrer konnte das Auto noch aus dem Tunnel herausfahren und aussteigen bevor es in Flammen aufging. Die Autobahn und der Tunnel wurden für eine Stunde gesperrt.

In Hessen hat sich ein 2 Tage alter Golf GTE während der Fahrt selbst entzündet. Laut Medienberichten gab es einen hellen blauen Blitz und einem lauten Knall, der die Scheiben des Plugin-Hybriden nach außen drückte. Die Insassen konnten sich Sicherheit bringen und erlitten nur leichte Verletzungen. Mehr dazu hier.

Und die Stadt Kulmbach produzierte diese Woche eine bemerkenswerte Schlagzeile: Da letztes Jahr ein Benziner in einer Tiefgarage Feuer fing, wird diese Tiefgarage nun für Elektroautos und Hybride geschlossen. Die Begründung: „Die Feuerwehr kann solche Fahrzeuge nicht löschen, sondern muss sie ausbrennen lassen. Auch ist die Tiefgarage nicht ausreichend hoch genug, um brennende Autos mit schwerem Gerät heraus zu ziehen.“

Aber, ist das wirklich so? Andere Städte haben dazu eine andere Meinung. Der leitende Branddirektor der Stadt München, sagte gegenüber dem Magazin PC-Welt: „Es können auch Elektrofahrzeuge gelöscht werden; schwieriger als Dieselfahrzeuge, aber sicherer als etwa Gasfahrzeuge. Seitens der Branddirektion München bestehen keine Überlegungen baurechtskonforme Garagen für Fahrzeuge mit alternativen Antrieben zu sperren.“

Problematisch ist: Ein brennendes E-Auto oder ein auch ein Hybrid macht landesweite Schlagzeile, während die 40 Verbrenner die jeden Tag in Deutschland verbrennen niemanden mehr interessieren. Statistisch ist das Brandrisiko bei Verbrennern ca. 20 Mal höher als bei einem E-Auto. Fairerweise muss man aber sagen, dass E-Autos durchschnittlich viel jünger als Verbrenner sind, und alte Autos häufiger brennen.

Weitere Model 3 mit lFP-Akkus

Lithium-Eisenphosphat-Akkus stehen bei vielen Herstellern im besonderen Fokus für den Einsatz in preisgünstigen E-Autos. So berichtet Electrive.net diese Woche, dass solche Zellen ab 2023 auch im neuen Renault 5 zum Einsatz kommen sollen. Im Dezember hatte Tesla erstmals Model 3 mit solchen Batterien in einigen Ländern Europas ausgeliefert, in Deutschland lag der Anteil bei 40 Prozent an Fahrzeugen aus chinesischer Produktion mit diesen Akkus.

Wir hatten in einem Video nicht nur die massive Unzufriedenheit von Kunden berichtet, sondern das Auto auch einem Dauertest unterzogen. In den Kommentaren fand sich häufiger der Hinweis, dass Model 3 Standard Range+, die im ersten Quartal in Deutschland und Europa ausgeliefert werden, wieder aus Amerika kommen – also mit den bewährten Nickel-Mangan-Cobalt-Zellen.

Genauso haben wir es ja auch im Video gesagt. Zusätzlich haben wir aber auch die These aufgestellt, dass Tesla jederzeit Autos mit geänderten Spezifikationen und Zellen in einzelne Märkte liefern könnte. Nun erleben die Lithium-Eisenphosphat-Zellen ein schnelleres Comeback, als wir dachten: Es gibt die zweite Welle für Europa: Freuen dürfen sich die Kunden in Großbritannien und Irland.

Nach unseren Recherchen ist am Mittwoch ein Schiff aus China in Southampton angekommen und alle Model 3 für Großbritannien und Irland kommen aus chinesischer Produktion, wobei natürlich nur die Basis-Variante die LFP-Zellen hat.
Zumindest für die Käufer der Long Range Modelle könnte diese Lieferung aber die besten Teslas aller Zeiten bedeuten, denn die Gigafactory Shanghai erreicht bei den äußeren Werten bisher ungekannte Qualitätsstandards.

LFP-Akkus brodelt unterdessen bei Tesla heftig weiter. Kunden, die sich beschweren werden beschwichtigt und hingehalten, ohne dass sich Tesla in der Sache äußert. Service-Fälle werden einseitig von Tesla geschlossen oder Termine Woche für Woche verschoben. Wenn man sieht, wie sich die Autos im Winter verhalten, könnte man den Eindruck gewinnen, Tesla hat Kältetests vor dem Marktstart weggelassen und diese Aufgabe den Europäischen Kunden übertragen.

Tesla will natürlich auch per Software nachbessern – aber es scheint, dass die steigenden Temperaturen im Frühjahr schneller Linderung bringen könnten.
Die Kälte macht natürlich allen Elektroautos zu schaffen. Wir haben diese Woche ein Video veröffentlicht, mit 33 Tipps für mehr Reichweite und höhere Lade-Geschwindigkeit bei Temperaturen unter 10 Grad und schlechtem Wetter.

Ford wird elektrisch

Ford und Elektro, das war bisher keine Erfolgsgeschichte. Vom elektrischen Focus hat man in zwei Generationen so gut wie nichts verkauft: 2020 hat Ford in Deutschland 209 E-Autos zugelassen, alles Vorboten des Mustang Mach-e.
Auch dieses Auto sollte ja eigentlich bereits 2020 starten, wurde aber geschoben.

Ford ist traditionell stark bei kostengünstigen Fahrzeugen im Segment klein & kompakt. Kostengünstig und Elektro hat bisher nicht gepasst, aber die Zeiten haben sich geändert, und Ford will das Segment nicht kampflos aufgeben.

Diese Woche wurde bekannt, dass Ford zukünftige E-Autos in Deutschland gebaut werden sollen, und zwar in Köln.  Seit fast 90 Jahren produziert Ford dort bereits, jetzt sollen 830 Mio Euro in den Umbau des Werkes investiert werden. Starthilfe gibt es dafür von VW. Schon länger ist bekannt, dass Ford in den kommenden Jahren 600.000 Einheiten des VW MEB-Baukastens als Basis für die eigenen Elektroautos einsetzen wird. Klingt erstmal nach einer guten Nachricht für die Mitarbeiter am Traditionsstandort Köln.

Gegenüber dem Manager Magazin sagte der Betriebsratschef Martin Hennig aber, dass er dennoch mit Stellenabbau rechnet. Denn die Fertigung der Elektrofahrzeuge ist weniger arbeitsintensiv als die des vermutlich 2024 auslaufenden Fiesta.

Und wenn die komplette Plattform von VW-Mitarbeitern hergestellt wird, dann bleibt deutlich weniger Arbeit für Köln. In ca. 2 Jahren soll dann Fords Elektro-Volumenmodell in Köln vom Band laufen. Man kann davon ausgehen, dass als erstes Fahrzeug ein Ford basierend auf der Architektur des ID.3 kommt, gefolgt von einem Crossover SUV wie dem ID.4.

Und wie geht´s weiter: ab 2026 soll es dann nur noch Elektro und PlugIn geben und ab 2030 will für Ford in Europa nur noch 100 Prozent Elektro anbieten.

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nextnews #142 Themenübersicht:

00:00 Intro
00:36 Teuerster Rückruf in der Geschichte der Elektromobilität
01:15 Opel Mokka wieder bestellbar
02:08 Ford wird elektrisch
04:12 Jaguars Elektro Umbau
05:54 Hausverbot für E-Autos
08:09 Drillinge wieder offline
10:11 Strafe für Plugin-Hybride
14:40 VW ID.5 startet
15:18 Comeback des Model 3 mit LFP-Akkus in Europa
18:13 Erlkönig-Schau
19:41 Faktencheck und Q&A
21:35 Neues von nextmove

1 - Stromschlag am Elektroauto Titelbild

Nicht anfassen! Nextmove deckt Stromschlag-Risiko bei Elektroautos auf

Unter bestimmten Umständen können Elektroautos beim Laden unter Spannung stehen und Menschen gefährliche Stromschläge zufügen. Warum die derzeitigen Schutzmaßnahmen der Hersteller völlig unzureichend sind und wie sich Fahrer von E-Autos selbst schützen können, erfahrt ihr in diesem Artikel.

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