Deutscher Zulassungs-Rekord, Musk an der Spitze, Futuricum Semi Truck- nextnews #136

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Elektroautos haben in Deutschland im Dezember 2020 einen sensationellen Marktanteil von 14 Prozent erreicht – ein deutscher Zulassungs-Rekord. Jeder siebte Neuwagen war ein vollelektrisches Fahrzeug. Allein im Vergleich zum November legten E-Autos um 50 Prozent zu. Natürlich sind der verdoppelte Umweltbonus und die reduzierte Dienstwagenbesteuerung die Haupttreiber für diesen Sprung. E-Autos sind klimapolitisch erwünscht, und die Bevölkerung zieht nun auch mit. Elektromobilität stößt immer mehr und mehr in den Mainstream und es wird sich weiter rumsprechen, dass es tatsächlich bereits heute funktioniert.

Dezember-Verkäufe: Monat geht klar an Volkswagen

Der Dezember geht ganz eindeutig an Volkswagen. VW hat so viele E-Autos zugelassen wie noch bisher kein anderes Unternehmen in einem Monat. Jedes zugelassene Elektroauto erspart Volkswagen bis rund 10.000 Euro an Strafzahlungen. In Summe 13.298 vollelektrische VW und damit 30 Prozent Marktanteil im Dezember.

7.144 davon waren VW ID.3, so viel hat noch nie ein Modell in Deutschland geschafft. Dazu kamen 2.196 e-Up, 1.652 e-Golf und 2.306 ID.4, die überwiegend als Vorführfahrzeuge an die Händler verteilt wurden. 

Aber auch andere Hersteller waren erfolgreich im Dezember und konnten neuen Allzeithochs markieren:

Das sind natürlich nicht alle und es gab ja noch 250 „Sonstige“, darunter fallen Aiways U5 oder eGo Life, die vom KBA nicht namentlich gelistet werden.

Tesla ist mit 3.545 Autos, davon 3.293 Model 3, deutlich unter unserer Prognose zurückgeblieben. Für Quartalsende ist das Ergebnis insbesondere mit Blick auf die Performance des Wettbewerbs enttäuschend – das dürfte wohl auch Elon Musk so sehen. Geschlossene Zulassungsstellen kann nicht der Grund sein, denn die viele andere Modelle konnten Allzeithochs vermelden. Und in anderen europäischen Ländern wie Norwegen und Schweiz war das Model 3 im Dezember Spitzenreiter.

Zusammenfassend und zum Weitersagen: E-Autos kommen aktuell auf 14 Prozent Marktanteil. Plug-in-Hybride auf 13 Prozent. In Summe hatte also jeder vierte Neuwagen einen Stecker – wer hätte das vor einem Jahr gedacht.

Musk an der Spitze: Reicher ist keiner

Es ist beeindruckend, wie Tesla-CEO Elon Musk seinen Masterplan durchzieht. Vor fünf Jahren kündigte er in einem Interview eine Produktion von 500.000 Fahrzeugen im Jahr 2020 an – tatsächlich erreichte Tesla exakt dieses Ziel im vergangenen Jahr. Dass Tesla nun mittlerweile zuverlässig liefert, hat auch der Kapitalmarkt verstanden.

2020 avancierte Tesla zum wertvollsten Automobilhersteller der Welt – ist mittlerweile aber auch eher ein Technologiekonzern, der ein breites Spektrum abdeckt. Mit 750 Milliarden Dollar Marktkapitalisierung ist aktuell natürlich viel Spekulation und vermutlich auch Übertreibung dabei, aber an der Börse wird die Zukunft gehandelt. Und die Marktmeinung scheint zu sein: Verbrenner-Produktions-Kapazitäten werden in diesem Jahrzehnt von einem werthaltigen Vermögensgegenstand zu einem Restrukturierungs-Objekt. 

Elon Musk ist mit 20% größter Anteilseigner des Unternehmens und hält weitere Optionen. Durch die massive Aktien-Rallye hat Elon Musk diese Woche den Amazon-Gründer Jeff Bezos entthront und war per Donnerstag mit 188 Mrd. Dollar der reichste Mensch der Welt.

Sein neues Ziel: Tesla will noch vor 2030 20 Millionen Fahrzeuge im Jahr verkaufen. Und das Unternehmen will viel mehr als nur ein Autohersteller sein: Zell- und Modulhersteller, Solarunternehmen, Energielieferant, Flottenbetreiber autonom fahrender Fahrzeuge und vieles mehr. Ob Tesla auch in zehn Jahren „geliefert“ haben wird?

Futuricum Semi-Truck

Wir glauben daran, dass sich der batterieelektrische Antrieb aus Effizienz- und Kostengründen nicht nur bei PKWs, sondern auch bei Nutzfahrzeugen jeder Art durchsetzen wird. Designwerk ist ein Schweizer Hersteller für elektrische Nutzfahrzeuge und zeigt mit der Futuricum Sattelzugmaschine, dass es auch bei 40-Tonnen ohne Wasserstoff geht, nämlich zu 100 Prozent batterieelektrisch.

Der Truck ist das leistungsstärkste Fahrzeug der Schweizer Pioniere, er hat 600 Kilowatt Leistung. Der Akku hat eine Kapazität von 450 Kilowattstunden, möglich sind bis zu 900 Kilowattstunden. Beides – Antriebsstrang und Batterie – sind eine Eigen-Entwicklung des Unternehmens.

Die Reichweite mit der kleineren Batterie liegt bei rund 380 Kilometer, im Betrieb mit Auflieger und voller Beladung sind 250 Kilometer realistisch. Einsatzgebiet ist trotzdem nicht die Langstrecke, sondern die Verteillogistik.

Die Möglichkeit, das Auto schnell zu laden, erhöht natürlich die Flexibilität. Das Fahrzeug reizt die technischen Grenzen des CCS-Schnelllade-Standards voll aus, sowohl bei der Spannung mit bis zu 800 Volt, als auch bei der Stromstärke mit bis zu 500 Ampere. In Summe ergibt sich dann keine echte Ladekurve, sondern eine konstante Linie bei ca. 350 Kilowatt.

Ganz nebenbei ist das natürlich auch ein erster echter Härtetest für die Ladesäule und die vorgelagerte Technik, da PKW derzeit solche Leistungen noch nicht abnehmen können, und schon gar nicht über einen so langen Zeitraum.
Die gezeigte Ladung erfolgte übrigens an einer ABB Terra HP Säule, betrieben von IONITY.

Das Nutzfahrzeug ist übrigens kein Prototyp mehr: Der Sattelschlepper ist seit 2020 erhältlich und kann bei Futuricum bestellt werden. Die Lieferzeit beträgt ca. 6 Monate.

nextnews #136 Themenübersicht:

00:00 Intro

00:31 Neuer E-Auto Rekord im Dezember

05:47 Futuricum Semi Truck

07:47 Supercharger-Offensive

09:33 Tesla Preissenkung in Deutschland

10:39 Elons Weg an die Spitze

13:19 Model Y startet in China

15:19 Künstliche Intelligenz bei Mercedes

16:06 Brennender Skoda Citigo

18:18 Erlkönig-Schau

20:29 Neues von nextmove

1 - Stromschlag am Elektroauto Titelbild

Nicht anfassen! Nextmove deckt Stromschlag-Risiko bei Elektroautos auf

Unter bestimmten Umständen können Elektroautos beim Laden unter Spannung stehen und Menschen gefährliche Stromschläge zufügen. Warum die derzeitigen Schutzmaßnahmen der Hersteller völlig unzureichend sind und wie sich Fahrer von E-Autos selbst schützen können, erfahrt ihr in diesem Artikel.

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