nextnews mit VW ID.Charger, Tesla Quartals-Rallye und mehr Elektroauto-News der Woche

nextnews #109: ID.Charger von VW, Tesla-Quartals-Rallye und mehr

nextnews mit VW ID.Charger, Tesla Quartals-Rallye und mehr Elektroauto-News der Woche

Die nextnews #109 starten heute mit der schon legendären Quartals-Rallye bei Tesla.

Der Grund ist: Im Juli steht ein Resteverkauf der besonderen Art bei Tesla bevor. Zunächst wird Mitte Juni das Schiff mit Model 3-Fahrzeugen in Europa für den Quartals-Endspurt erwartet. Die Termine zur Übergabe, sind bereits zwischen 25. und 30. Juni vereinbart worden. Aber: Zum 1. Juli kommt in Deutschland die Senkung der Mehrwertsteuer auf Autos auf 16 Prozent. Für Privatkunden heißt das, eine Abnahme im Juli macht das Auto je nach Ausstattung ca. 1.500 Euro preiswerter. Dafür bekommt man immerhin eine Tesla-Aktie.

Käufer fragen uns von nextmove nun, ob es möglich ist, die Auslieferung um eine Woche zu verschieben und eine angepasste Rechnung zu erhalten. Allerdings zeigte sich in der Vergangenheit beim Umgang mit Tesla, dass da zwei echte Welten aufeinander prallen. Das börsennotierte Unternehmen wird alles dafür unternehmen, das Quartal mit möglichst vielen Auslieferungen abzuschließen.

In den Tesla AGB heißt es dazu: “Wir setzen Sie über das Datum in Kenntnis, an dem Ihr Fahrzeug voraussichtlich in Ihrem lokalen Tesla Delivery Center oder an einem anderen Ort, den wir ggf. anderweitig vereinbart haben, eintreffen wird. Sie stimmen hiermit zu, dass Sie die Übernahme Ihres Fahrzeugs innerhalb einer Woche nach diesem Datum organisieren und Ihr Fahrzeug entgegennehmen. Sollten Sie nicht in der Lage sein, die Fahrzeugübernahme innerhalb des vorgegebenen Zeitraums zu organisieren, wird Ihr Fahrzeug möglicherweise zum Verkauf an andere Kunden bereitgestellt.”

Betroffene Kunden wurden also diese Woche telefonisch zunächst ultimativ aufgefordert, die Rechnung zu begleichen - natürlich eine Rechnung aus dem Juni mit 19 Prozent Mehrwertsteuer. Es wurden andernfalls Zwangsstornierungen angekündigt und eine Preiserhöhung in Aussicht gestellt.

Aber offenbar gibt es jetzt doch ein Entgegenkommen seitens Tesla: Bei Nichtabnahme im Juni, wird das gebuchte Fahrzeug zunächst anderweitig vergeben, und man will im Juli prüfen, ob dann noch passende Fahrzeuge übrig sind.

Zum Thema Steuern heißt es bei Tesla: “Da sich Steuern und Gebühren ständig verändern und von vielen Faktoren abhängen, wie zum Beispiel vom Ort der Zulassung des Fahrzeugs, werden sie erst mit näher rückendem Auslieferungsdatum berechnet und auf Ihrer Endabrechnung ausgewiesen.”

Nach unserer Rechtsauffassung ist für alle Kunden - egal ob Tesla oder andere Marken - der Nettopreis der bestehenden Bestellung verbindlich. Bei Auslieferung und Rechnungslegung im zweiten Halbjahr muss der Hersteller oder das Autohaus also die günstigere Mehrwertsteuer an den Kunden weitergeben und damit den Kaufpreis senken.

Für Gewerbekunden ist der Sachverhalt natürlich nicht relevant und auch im Leasing wirkt es sich nur in den Monatsraten Juli bis Dezember aus - und damit nur anteilig. Nächste Woche gibt es hier auf dem Youtube-Kanal von nextmove ein ausführliches Video mit vielen Expertentipps zum E-Auto-Kauf im aktuellen Förderumfeld.

ID.Charger: Ärger über Connect-Version der VW-Wallbox

Es gibt Neuigkeiten vom ID.Charger, also der Wallbox von VW. Diese Woche sind viele Kunden mit der Basis-Version beliefert worden. So auch unser Zuschauer Philipp, der uns nähere Informationen geschickt hat. Sein ID.Charger ist bereits installiert, auf den dazu gehörenden e-Golf wartet er noch. Die Ladestation wird von EVBox hergestellt - die Niederländer beliefern auch Total und Allego mit Schnellladern. Allerdings bieten diese im Betrieb oft nur eine mäßige Zuverlässigkeit.

Ein wichtiges Detail in der Ausstattungsliste der teureren Version ID.Charger Connect sorgt nun bereits vor der Auslieferung dieser Version für Ärger: Denn VW hat dort im Shop im Kleingedruckten nachträglich Änderungen im Leistungsumfang vorgenommen. Unser Zuschauer Tom ist negativ betroffen und hat uns darauf aufmerksam gemacht. Konkret geht es um das “Dynamische Lastmanagment”. Das war bei seiner Bestellung im April als Bestandteil der Ausstattung vermerkt - mit dem Verweis auf ein erforderliches “Hardwareupdate Mitte 2020”. Mitte 2020 ist jetzt und Hardwareupdate klingt nach einem Ausstattungsmerkmal innerhalb der Wallbox.

Aber: Stand heute steht im Shop zu dieser Funktion: “Zusätzliche Hardware erforderlich, über Fachhandel verfügbar oder Installationspartner zubuchbar” - ganz offenbar also mit Zusatzkosten verbunden. Der Screenshot der ursprünglichen Beschreibung vom 18.04. steht hier zum Download zur Verfügung:

Elli Download nextmove

Weitere Elektroauto-News:

  • Verbesserung beim Laden I: Einerseits haben sich Audi und IONITY offenbar auf den Weg gemacht, um die Lücke für beim Thema "einfaches Schnellladen" zu Tesla zu schließen. Unser Zuschauer Markus berichtet, dass der Audi e-tron in der Lage sein soll, ans ausgewählten Stationen von plug&charge laden zu können. Ob es heute bereits funktioniert ist uns aber nicht bekannt.
  • Verbesserung beim Laden II: Die Bundesregierung plant im Rahmen des aktuellen Konjunkturpakets auch 500 Millionen Euro in private Ladeinfrastruktur zu investieren - das könnte neben dem Bereich der Parkhäuser auch EFHs und MFHs betreffen.
  • Der Aktienkurs von Tesla hat in dieser Woche einige atemberaubende Kapriolen hinter sich: Am Mittwoch durchbrach der Kurs erstmals die Marke von 1.000 Dollar pro Anteilsschein. Damit wurde Tesla zum wertvollsten Autohersteller der Welt - im letzten Schritt wurde Toyota überholt.
    Es fällt natürlich schwer, Tesla direkt mit anderen Autoherstellern zu vergleichen. Das Unternehmen ist mit dem Solar- & Speichergeschäft eben auch im Energiemarkt aktiv. Der Software- und Datengetriebene Ansatz ist zudem einzigartig im Automobilsektor.
    Man muss aber auch sagen, dass Tesla diesen rapiden Aufstieg in der Rangliste nicht nur durch seine eigene Stärke geschafft hat. Praktisch alle anderen etablierten Automobilhersteller haben in den letzten beiden Jahren empfindliche Bewertungseinbußen hinnehmen müssen.
    Vor einem Monat hat Elon Musk per Twitter mitgeteilt, dass der Aktienkurs zu hoch sei. Damals stand die Aktie bei 760 Dollar...
  • Trotz Corona findet die Vergleichsfahrt e-Cannonball auch dieses Jahr statt. Bewerbungen sind noch bis zum 21. Juni möglich. Weitere Infos auf der Webseite der Veranstaltung.

nextnews 109 Themenübersicht:

00:00 Intro
00:47 Verbesserungen beim Aufladen
01:45 Zulassungen der Modelle im Mai in Deutschland
02:59 Lastabwurf auch beim ID.Charger?
04:24 ID.3 News
06:10 Tesla Quartalsrallye
09:34 Tesla Software
10:14 Tesla Aktie
11:17 Tesla Supercharger
12:27 Prototypenschau
15:06 E-Cannonballl 2020
16:01 Neues von nextmove


Innovationsprämie: Was bringt die Kaufprämie für Elektroauto-Käufer?

nextnews #108: Innovationsprämie, Polestar 2 und mehr Elektroauto-News der Woche

Innovationsprämie: Was bringt die Kaufprämie für Elektroauto-Käufer?

Die nextnews #108 drehen sich heute im Wesentlichen um die Innovationsprämie, die die Bundesregierung im Laufe der Woche beschlossen hat. Was bedeutet diese Kaufprämie für den Elektroauto-Markt, und wie sollten potenzielle Käufer reagieren?

Innovationsprämie: Bis zu 6.000 Euro für ein E-Auto

Die größte Überraschung im Rahmen des Konjunkturpakets der Bundesregierung war zweifelsohne, dass es nicht zu einer größeren Förderung von Verbrennern kommt. Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer und Schattenkanzler Markus Söder konnten sich gegen SPD-Co-Chefin Saskia Esken und den Widerstand der SPD nicht durchsetzen. Die Autobranche, insbesondere Volkswagen, Daimler und BMW, aber auch der VDA als Verband, waren darüber nicht erfreut. Dennoch ist es richtig, auf Zukunftstechnologien, also das Elektroauto, zu setzen.

Was die Mehrwertsteuersenkung bzw. die Innovationsprämie nun für potenzielle Kunden bedeutet, erschließt sich bei genauerer Analyse des Papiers des Koalitionsausschusses. Ein Beispiel: Für einen Neuwagen (egal ob Elektro oder Verbrenner) für 40.000 Euro mit Rechnungslegung ab Juli sinkt der Preis für Privatkunden um ca. 1000 Euro aufgrund der Mehrwertsteuersenkung bis Jahresende auf 16 Prozent.
nextmove-Kunden, die aktuell ein Fahrzeug mit Kaufoption gemietet haben und nach dem 1.7. übernehmen wollen, werden 1:1 von dieser Mehrwertsteuer-Senkung profitieren. Das heißt: Die Gebrauchtwagen von nextmove werden entsprechend billiger, da wir den Vorteil an die Kunden weitergeben.

Der staatliche Anteil zum Umweltbonus für Fahrzeuge mit E-Kennzeichen wird auf 6000 Euro verdoppelt und in Innovationsprämie umbenannt. Das ganze vermutlich in Ergänzung zum bestehenden Bafa-Regelwerk, also 3000 Euro mehr als bisher für E-Autos mit einem Basis-Netto-Listenpreis unter 40.000 Euro. Dieses Regelung ist bis Ende 2021 befristet. Laut aktuellen Medienberichten wird diese erhöhte Prämie bereits rückwirkend ab Zulassung 4.6.2020 gewährt - sofern die EU Kommission der Förderung der Bundesregierung zustimmt.

Doch damit noch lange nicht genug: Die Bundesregierung hat beschlossen, mehr Ladesäulen zu errichten. Das dafür vorgesehene Förderprogramm soll 2,5 Milliarden Euro umfassen. Ziel ist es, dass jede Tankstelle auch eine Elektroauto-Ladestation erhält.

Wer ein E-Auto fährt, kann sich auf stabile Strompreise freuen. Die EEG-Umlage zumindest, wird laut Koalitionsausschuss auf etwas niedrigerem Niveau als heute gedeckelt. Die dafür notwendigen Mittel stammen einerseits aus dem Brennstoffemissionshandel, andererseits und zusätzlich aus dem Bundeshaushalt.

Weitere Hilfen für Elektromobilität sind einerseits günstigere Dienstwagen: Wenn ein Angesteller oder ein Unternehmer ein Firmenfahrzeug anteilig privat nutzt, muss dieser geldwerte Vorteil als Einkommen versteuert werden. Ohne Abrechnung über ein Fahrtenbuch erfolgt dies pauschal über monatlich 1 % des Brutto-Listenpreises, also die tatsächlich bestellte Konfiguraton inkl. Mehrwertsteuer und ohne Rabatt als Berechnungsgrundlage.

Für E-Autos unter 40.000 Euro lag dieser Satz bislang bei 0,25 Prozent statt 1 Prozent für Verbrenner. Die Grenze soll nun laut Koalition auf 60.000 Euro steigen. Damit profitieren zum Beispiel auch viele Varianten des Tesla Model 3 und auch das Y von der Neuregelung. Und schließlich wird die Kfz-Steuerbefreiung für Elektroautos verlängert: und zwar bis 2030 (bisher: 2025).

Weitere Elektroauto-News:

  • Polestar 2: Es gibt Neuigkeiten zum Elektroauto der Volvo-Marke aus Schweden. Polestar hat eine Partnerschaft mit Plugsurfing verkündet. Bei der Auslieferung bekommen Kunden einen Chip, um damit europaweit an aktuell 195.000 Ladestationen aufladen zu können. Das heißt: Der geladene Strom wird über einen eigenen Kundenaccount abgerechnet. Los geht es mit der Auslieferung nach Deutschland im Sommer, die Webseite sagt "frühestens August".
  • Elektroauto jetzt kaufen? Aus unserer Sicht kann die Bestellung eines Elektroauto-Neufahrzeuges mit längerer Lieferzeit ab sofort ausgelöst werden, um in den Genuss der Förderung zu kommen.  Laut Bundeswirtschaftsministerium soll die erhöhte Kaufprämie für Neuzulassungen am dem 4. Juni gelten. Wir erwarten, dass die Prämie "on top" ins aktuelle BAFA-Regelwerk eingegliedert wird, d.h. relevant ist die Erstzulassung und nicht das Bestelldatum. Die Bestellung muss nur bei Leasingfahrzeugen mit eingereicht werden. Lediglich den MwSt-Bonus gibt es bei Auslieferung bzw. Rechnungslegung 2021 natürlich nicht mehr.

Weitere Tipps und eine Kaufberatung für Elektroautos in der aktuellen Situation gibt es im Video - übrigens mitsamt eines kleinen Einblicks in den Baufortschritt für die Gigafactory von Tesla in Grünheide.

nextnews 108 Themenübersicht:

00:00 Intro
00:36 Auslieferung Polestar 2
01:39 Zulassungszahlen Mai
02:23 Konjunkturprogramm inkl. höherer Prämie kommt
11:09 Baufortschritt in Grünheide
14:11 Neues vom ID3
18:44 Prototypenschau
19:30 Neues von nextmove


nextnews #107: Teslas Preissenkungen, Gerüchte um Innovationsprämie

nextnews mit Tesla, Polestar 2, VW ID.3 und Herbert Diess

In den nextnews #107 geht es heute um überraschende Preissenkungen bei Tesla - möglicherweise als Vorgriff auf die Neuigkeiten, die es rund um den Battery Day im Juni geben wird -, um neue, förderfähige Elektroautos laut BAFA, um die mögliche Innovationsprämie, über die direkt nach Pfingsten wieder "gegipfelt" wird und einige weitere Neuigkeiten aus der Welt der Elektromobilität.

Teslas Preissenkungen für Model S und X

Der kalifornische Elektroauto-Pionier hat überraschend seine Preise in den wichtigen Märkten USA, China und Europa gesenkt. Die Basispreise für die beiden in Europa erhältlichen Top-Modelle S und X änderten sich wie folgt:

  •  Tesla Model S -3.810 Euro
  •  Tesla Model X -2.710 Euro

Über die Gründe ist nicht so viel bekannt, aber wir vermuten, dass die Preisanreize gesetzt werden, um den schleppenden Abverkauf der in die Jahre gekommenen Fahrzeuge vor dem Battery Day im Juni noch einmal anzufechten. Denn das Model S lag in diesem Jahr bislang mit 305 Neuzulassungen lediglich auf Platz 19 der Liste, während das Model X nur Platz 23 belegte (225 Verkäufe).

Beim Battery Day im Juni (Termin noch nicht final bekannt) dürfte Tesla Neuigkeiten rund um die Batterien für sämtliche Fahrzeuge vorstellen - die Gerüchte reichen von kobaltfreien Batteriezellen, die mit CATL für den chinesischen Markt entwickelt wurden, bis hin zu komplett selbst entwickelten Zellen. Hierzu könnte eine hochautomatisierte Pilotlinie in der Fabrik in Kalifornien vorgestellt werden.

In jedem Fall ist mit technologischen Verbesserungen zu rechnen, die auch die älteren Fahrzeuge betreffen könnten. Denkbar wäre, dass die Preise nach den Ankündigungen dann wieder steigen werden. Warten wir es ab!

Weitere Elektroauto-News:

  • Innovationsprämie: Es gibt viele Gerüchte und Vermutungen rund um die mögliche Kauf- oder Innovationsprämie im Zuge des Programms zur Unterstützung der Wirtschaft nach der Corona-Krise. Am 2. Juni gibt es hierzu den nächsten Gipfel - laut Berliner Zeitung könnte es zusätzliche 4.000 Euro Kaufprämie für Elektroautos vom Staat und 3.000 Euro Kaufprämie für Verbrenner geben, die aber zu 50 Prozent von der Autoindustrie finanziert werden müsste. Beantragen wird man die Förderung aller Voraussicht nach wieder bei der BAFA.
  • Apropos BAFA: Die Zahl der förderfähigen Elektroautos nimmt zu. Neu auf der Liste sind der Mazda MX30, der Honda-e, der Volvo CX40 recharge, der Mercedes EQV und der Jaguar I-Pace sowie der Polestar 2 (nun mit korrektem Preis).
  • Der ID.3 sorgt weiter für Schlagzeilen und insgesamt schlechte Stimmung in Wolfsburg. Bei Volkswagen bzw. in allen relevanten Medien wird über das Zerwürfnis zwischen dem CEO Herbert Diess und der Arbeitnehmerseite berichtet. Sowohl die Software-Probleme beim ID.3 als auch die Probleme mit der Notruffunktion beim Golf 8 werden alleine dem Vorstandschef angelastet. Rund um den ID.3 ist nun davon die Rede, dass es einen Lastabwurf beim Funktionsumfang für den Rollout des ID.3 1ST geben soll - es ist von einem negativen Trend und mangelnden Stabilitätsfortschritten rund um die Softwareplattform die Rede.

nextnews 107 Themenübersicht:

00:00 Intro
00:36 Preissenkung bei Tesla und Ende des Gratis-Supercharging
03:32 Gerüchteküche zur neuen Innovationsprämie
06:37 Bafa-Update: neue Liste veröffentlicht
08:01 Mercedes Elektro-Van EQV startet
09:41 Honda-e Probefahrten
10:21 VW ID.3 News
13:08 Prototypenschau mit BMW iNext
16:22 Neues von nextmove


nextnews 106: Wettrennen um bidirektionales Laden

nextnews #106: Konjunkturpaket & Wettstreit um Bidirektionales Laden

nextnews 106: Wettrennen um bidirektionales Laden
nextnews 106: Wettrennen um bidirektionales Laden

Die nextnews #106 drehen sich diesmal u.a. um die Frage, ob es ein grünes Konjunkturpaket innerhalb der EU geben wird - und blicken auf einen möglichen Konzepte-Zweikampf beim Thema Bidirektionales Laden. Dazu gab es in der Woche Neuigkeiten von Tesla und Sone Motors. Aber Volkswagen fährt eine komplett andere Strategie als die beiden Elektroauto-Hersteller.

Laut Bloomberg, so berichtet es Cleanthinking.de, ist im grünen Konjunkturpaket, das die EU-Kommission bereits kommende Woche beschließen will auch eine Kaufprämie für saubere Autos enthalten. Laut dem internen Entwurf, der Bloomberg vorlag, sind neue Hilfen für Industrie und Kunden vorgesehen. Außerdem auch eine Streichung der Mehrwertsteuer für Elektroautos. Der Haken an der Sache: natürlich müssten auch die Mitgliedsstaaten zustimmen und da ist Einstimmigkeit erforderlich. So eine Kompromiss-Findung dauert erfahrungsgemäß Monate.

Bidirektionales Laden: Wettstreit zwischen Volkswagen und Tesla

Lange hörte man nicht viel vom Thema Bidirektionales Laden zwischen Elektroauto und Hausnetz oder öffentlichem Netz. Bei Tesla auch aus gutem Grund: In den Allgemeinen Geschäftsbedingungen wird die Entnahme aus dem Tesla-Akku ausdrücklich untersagt. Klar: Viele Kunden hatten die Möglichkeit, frei am Supercharger zu laden - wer dort nur hinfährt, um hinterher sein Haus damit zu versorgen, kann nicht indirekt von Tesla subventioniert werden.

Diese Woche dann aber Neuigkeiten hierzu: So hat ein Techniker, der das Model 3 zerlegt hat, gesagt, das Auto habe alles an Bord, um bidirektional zu laden - im Wesentlichen also einen DC/AC-Wechselrichter. Würde bedeuten, dass Tesla womöglich bidirektionales Laden per Software-Update freischalten könnte. An der heimischen Wallbox oder am Arbeitgeber-Parkplätz wären hingegen nur kleine Änderungen notwendig.

Die ähnliche Philosophie, nämlich dass das Elektroauto selbst möglichst viel Hardware für bidirektionales Laden an Bord haben sollte, fährt auch Sono Motors. Der Sion, um den es seit Anfang des Jahres wieder etwas ruhiger geworden ist, soll entsprechend ausgestattet sein. Er kommt jetzt 2022 auf den Markt.

https://youtu.be/5I5K0e7qM_0

Einen anderen Weg schlägt aber offenbar Volkswagen ein, wie Insider berichten. VW erwägt, den Onboard-Lader künftig gänzlich abzuschaffen bzw. nur noch als optionales Ausstattungsmerkmal anzubieten. Autos ohne diesen Onboard-Lader könnten dann nur über ein externes Ladegerät geladen werden, konkret also eine derzeit noch sehr teure CCS-Wallbox - das Fahrzeug einfach auf dem Campingplatz an eine Haushaltssteckdose anstecken, geht dann nicht mehr.

Wir sehen da mal wieder einen spannenden Wettlauf zweier völlig gegensätzlicher Ansätze auf den Markt zukommen und sind gespannt, wohin die Reise geht.

Weitere Elektroauto-News:

  • Lightyear hat bekanntgegeben, dass mit dem stromlinienförmigen One das effizienteste Elektroauto der Welt mit einer Reichweite von 725 Kilometern (WLTP) kommendes Jahr auf den Markt kommen soll. Wie der Sion ist das Fahrzeug auch mit Solarzellen bestückt - diese stammen vom Zulieferer DSM. Dieser gibt an, dass mit der 5-m²-Solarintegration bis zu 60 zusätzliche Kilometer Reichweite pro Tag möglich werden sollen. Würde bedeuten: 70 bis 90 Przent der jäährlichen Fahrleistungenm könnte durch den Solarstrom vom Dach gedeckt werden. Wir glauben, dass Solarzellen auf Autos sich in den 2020ern vermehrt duchsetzen werden - und sind gespannt, welcher Volumenhersteller dies als erstes anbieten wird.
  • Model Y-Test: In der vergangenen Woche hat nextmove-Geschäftsführer Stefan Moeller das Model Y zur Probe gefahren. Ein erstes Review-Video dazu ist bereits online - hier geht es zum Artikel. Insgesamt ist Stefan aber mehr als 1.000 Kilometer mit dem Auto unterwegs gewesen: In den kommenden Tagen erfolgt ein Autobahn-Reichweitentest der besonderen Art. Daher: Wenn Sie nichts verpassen möchte, abonnieren Sie den Youtube-Kanal von nextmove - oder schauen Sie regelmäßig hier auf der Webseite vorbei.

nextnews 106 Themenübersicht:

00:00 Intro
01:22 EU erwägt das grünste Förderprogramm aller Zeiten
02:09 Volkswagen geht neue Wege im Vertrieb
03:42 Bidirektionales Laden bei Tesla
08:00 Photovoltaik-Integration bei E-Autos
09:26 Baustellen-Report aus Grünheide zur Gigafactory 4
10:59 Prototypenschau
15:38 Neues von nextmove


Model Y Review - Kofferraum

Model Y Review: Weltauto von Tesla im nextmove-Check

Als Elektroauto-Vermietung achten wir bei nextmove stets darauf, die spannendsten E-Autos möglichst frühzeitig für unsere Kunden zu testen. Am 19. Mai hatte nextmove-Geschäftsführer Stefan Moeller die Gelegenheit, eines der ersten Tesla Model Y in Deutschland einem Test zu unterziehen - und die Eindrücke zu Verarbeitung, Handling, Bedienung und Platz in einem Model Y Review-Video der Community zu präsentieren.

Stefan Moeller nextmove Geschäftsführer Model Y rot-1

"Das Model Y wird Teslas neues Weltauto und Kassenschlager", so Moeller während der Testfahrt mit dem Model Y, das nun zum ersten Mal nach Europa exportiert wurde. Das Elektroauto ist ein Kompakt-SUV, von der Größe deutlich kleiner als das doch sehr amerikanisch anmutende Model X, aber vom Platzangebot und Komfortlevel besser ausgestattet als das Tesla Model 3.

Model Y und Model 3 im Vergleich

Während das Kompakt-SUV von vorne dem Model 3 auf den ersten Blick ähnelt, zeigen sich Unterschiede vor allem bei den Außenspiegeln und der Höhe. Im Video zeigt sich deutlich, dass das neue E-Autos aus dem Hause Tesla von der Höhe eher an den Audi e-tron erinnert als an das kleinere Model 3. Von hinten hingegen ist die Ähnlichkeit des Autos eher mit dem Model X zu erkennen. "Der Kofferraum ist richtig groß, und es gibt endlich eine richtige Ladeklappe", so Stefan Moeller bei der Besichtigung des Fahrzeugs.

Im Kofferraum des Model Y ist eine Campingsteckdose integriert. Die Abmessungen sind beeindruckend: 1.900 Liter Kofferraumvolumen bei umgebauten Sitzen bieten reichlich Platz. Zwischen den Radkästen sind 95 Zentimeter Platz. Die Länge bis zur Rückbank beträgt 1,10 Meter, während es zu den umgeklappten Sitzen 2,10 Meter (Beifahrer) und 1,84 Meter (Fahrer) sind.

https://youtu.be/nEB1Y0ATQr0

Während 2-Meter-Mann Moeller in Etappen in das Model 3 einsteigen muss, geht das der Einstieg ins Model Y deutlich leichter - sowohl auf der Beifahrerseite wie auch hinten lässt es sich bequem sitzen. Vorteil: Die Rückbank lässt sich auf zwei Stufen einstellen - wird diese in die vordere Position gebracht, reicht die Kopffreiheit auch hinter dem Fahrersitz für eine große, schlanke Person aus.

Das von nextmove im Model Y Review gefahrene Auto hat eine Vollausstattung mit Autopilot und ist als Performance-Variante besonders dynamisch unterwegs - 3,7 Sekunden braucht das Fahrzeug bis 100 km/h. Die gefahrene Variante kostet ohne BAFA-Förderung (3.000 Euro) in Deutschland stolze 75.000 Euro - nutzt man nur die Grundausstattung sind es 59.600 Euro. "Das sind dann aber nur 1.500 Euro mehr als das Model 3 kostet, wenngleich hier die Förderung wiederum eingerechnet ist", so Moeller.

Stefan Moeller nextmove im roten Tesla Model Y

In den kommenden Monaten wird auch das Elektroauto mit Heck- statt Allradantrieb erwartet - zu erwarten ist, dass die Basisversion dann um die 40.000 Euro kosten wird. "Aufgrund des geringen Unterschiedes bei den Kosten im Vergleich zum Model 3 gehe ich davon aus, dass das Model Y Teslas Weltauto und Kassenschlager werden wird", so Stefan Moeller. "Spannend werden aber die Verkaufszahlen, weil Tesla diesmal mit dem VW ID.4, dem Skoda Eniroq oder dem Hyundai 45 reichlich Konkurrenz im Nacken hat - und mit dem eigenen Fahrzeug aus deutscher Produktion erst Mitte kommenden Jahres als Nachzügler auf den Markt kommen wird."

Mit Teslas Elektroauto auf der Autobahn

Während der Autobahn-Fahrt zeigt sich, dass die Geräuschkulisse etwas lauter ist als im Model 3. Das werde sich aber möglicherweise durch bessere Passform der Scheiben in späteren Serien noch verbessern, so Moeller. "Aber klar ist: In diesem Punkt spielt der Audi e-tron in einer anderen Liga."

Rotes Model Y, Frontansicht

Fahrdynamik und Fahrverhalten hingegen überzeugen den E-Auto-Experten aus Ostdeutschland auch bei der Fahrt mit Teslas Elektroauto auf der Autobahn. Mit einer rechnerischen Reichweite von 480 Kilometern (WLTP) erfüllt das Model Y die Anforderungen an ein zeitgemäßes Elektroauto.

Fazit: Model Y Review

"Das Model Y ist ein typischer Tesla und ein überzeugendes Gesamtpaket. Wahrscheinlich wird es der neue Kassenschlager, der sich überall auf der Welt gut verkaufen wird. Heute sind für deutsche Verhältnisse noch einige Spaltmaße, Farbfehler und andere Kleinigkeiten zu kritisieren - wie beim Model 3 ist aber davon auszugehen, dass sich das in späteren Produktionsversionen besseren wird. Wenn das Model Y dann aus der neuen, deutschen Gigafactory Berlin in Grünheide kommt, dürfen wir in Sachen Verarbeitung noch ein Stück mehr erwarten. Ich bin angetan von dem Fahrzeug - und sobald es das Model Y aus deutscher Produktion gibt, werden wir es auch in unsere Mietflotte für unsere Kunden aufnehmen."